Neues Stadtviertel im Norden Berlins - Großer Park wird Herzstück des neuen Pankower Tors

Siegerentwurf vom Workshopverfahren zum Pankower Tor / Nöfer und CKSA l Christoph Kohl Stadtplaner Architekten
Bild: Nöfer und CKSA l Christoph Kohl Stadtplaner Architekten

Nach jahrelangem Gerangel steht nun fest: Auf der Brachfläche am Pankower Tor soll ein neues Stadtquartier mit rund 2.000 Wohnungen, Geschäften und einem großen Park entstehen. Investor Kurt Krieger wollte ursprünglich viel mehr Gewerbe ansiedeln.

Auf dem brachliegenden Gelände am Pankower Tor sollen rund 2.000 neue Wohnungen entstehen, davon 30 Prozent als Sozialwohnung. Dies sieht der Siegerentwurf vor [www.pankower-tor.de], der am Donnerstag von der Jury ausgewählt wurde.

Ein neuer Stadtplatz am S-Bahnhof Pankow wird als zentraler Treffpunkt die beiden bisher durch die S-Bahn-Trasse getrennten Teile Pankows verbinden. Markantes Zeichen des Quartiers soll die neue "Pankower Promenade" werden, die vom S+U-Bahnhof Pankow bis zur Prenzlauer Promenade führen soll. Der Radweg "Panke-Trail" soll an die Rad-Strecke Berlin-Kopenhagen angeschlossen werden.

Sechs Teams arbeiteten zwei Jahre lang an Entwürfen

Das Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofs liegt seit Jahren brach. Seit Dezember 2020 haben sechs Teams im Rahmen eines Workshopverfahrens Entwürfe für die Erschließung des rund 40 Hektar großen Areals ausgearbeitet. Im Juni nahm die Jury zwei Entwürfe in die engere Auswahl und entschied sich nun für das Konzept des Teams von Nöfer und CKSA Architekten.

Bürger wünschten sich größeren Park

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung hat das Siegerteam vor allem Wünsche nach einem größerem, zusammenhängenden Park berücksichtigt. Zudem werden die Innenhöfe der Wohnhäuser vergrößert. Dies sagte Stadtplaner Christoph Kohl als Mitglied des Siegerteams rbb|24.

"Der Entwurf hat im Laufe des Workshopverfahrens eine besondere Metamorphose durchlaufen", erklärt die Juryvorsitzende Christa Reicher. Am Ende überzeugte er durch ein besonders robustes, städtebauliches Gerüst von dem sich die Jury einig war, dass er die größten Umsetzungschancen hat.

"Eine angemessene Geschosszahl, große Höfe, Einzelhandel, eine schöne Schule und eine gute Anbindung an die Umgebung und den Panke-Trail – das kriegt man sonst nirgendwo in Berlin", sagte Kurt Krieger. Der Betreiber verschiedener Möbelhäuser (u.a. Höffner) hatte das Gelände an der S-Bahn-Trasse vor rund einem Jahrzehnt gekauft. Er plante für das rund 40 ha große Areal zunächst viele Gewerbeflächen. Nach einem Ringen mit den Behörden um eine für alle Seiten akzeptable Lösung lobte er im Dezember 2020 den jetzt beendeten Wettbewerb aus.

Baubeginn wohl frühestens 2023

Mit einem Baubeginn ist jedoch frühestens in zwei Jahren zu rechnen - wenn alle nun folgenden regulären Schritte wie das anstehende Bebauungsplanverfahren zügig absolviert werden können. Der denkmalgeschütze Rundlokschuppen am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf war nicht Bestandteil des Wettbewerbs.

Sendung: Abendschau, 13.08.2021, 19:30 Uhr

19 Kommentare

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  1. 19.

    Aus meiner Sicht hat Tino völlig recht mit seinem überspitzten Kommentar. Und das beliebte (und ziemlich arrogante) Argument "dann zieh doch weg" ist auch nicht hilfreich. Das ist zum einen leichter gesagt als getan, zum anderen kann es das ja irgendwo auch nicht sein, dass die Menschen aus dieser Stadt vergrault werden, die hier geboren und aufgewachsen sind. Man bekommt aber leider den Eindruck dass wohlhabende Zuzügler, junges Partyvolk und Touristen wichtiger sind als die Menschen, die hier leben.

  2. 18.

    Die Jungen sind ja auch nicht das Problem, sondern die Klientel die in jeder Großstadt wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt von den Bahnhöfen in die nahe Wohnbebauung ausweicht. Wer mit den negativen Veränderungen in seiner Stadt täglich konfrontiert wird nimmt diese vermutlich nicht mehr so war, wie die Menschen die nur gelegentlich in bestimmten Stadtteilen unterwegs sind.

  3. 17.

    Da hat Hr.Krieger aber Glück. Mit einem großen Park, einer langen Promenade und einigen Geschäften bleibt er sicher unter der Scwelle von 3000 Wohnungen.
    Andernfalls läuft er Gefahr, dass er die Schlüssel samt Wohnungen nach Fertigstellung gleich an die Stadt Berlin übereignen könnte. Sofern der "Volksentscheid" bis dahin zu einem entsprechenden "Erfolg" kommt.

  4. 15.

    Das muss endlich eine Wohngegend für fleißig arbeitende und anständige Bürger werden. Normalbürger; Arzthelferin, Verkäuferin, Facharbeiter, Eisenbahner, Lehrer und auch Ärzte u. wissenschaftliche Mitarbeiter etc. Zeigt doch endlich mal der Welt was hier arbeitende Menschen wert sind. Reißt dafür Hinterhofkasernen ab. Luft, Licht und Grün in die Stadt aber keine "Grünen."

  5. 14.

    Ja Echt jetzt !! Nicht jeder Park muss ja gleich so enden wie im Görli oder Teilen der Hasenheide oder Mauerpark und ich würde mal behaupten das die angespannte Lage in vielen öffentlichen Räumen auch damit zu tun hat das die jungen Leute nicht viel Alternativen haben wegen Corona was aber hoffentlich irgendwann hinter uns liegen wird . Was die Sauberkeit angeht so ist das insbesondere in Berlin ein grundsätzliches Problem wofür aber keine Grünanlagen oder Parks was für können . Ich finde nach wie vor das bei diesem Projekt an viel Grün gedacht wurde und das ist positiv zu bewerten !!

  6. 13.

    Also ich weiß nicht, wo Sie wohnen, aber unser begrünter Innenhof ist nicht "gated" und trotzdem so sicher, dass die Kinder aus den umliegenden Häusern dort auch ohne permanente parentale Kontrolle spielen können. Bevor Sie jetzt anfangen, ja es leben auch Neuberliner:innen bei uns in den Häusern und eine Unterkunft für Geflüchtete ist auch in Wurfweite. Wüsste also gern, worauf Ihre Hundepfeife anspielen soll.

  7. 12.

    Wie stellen Sie sich denn die Umsetzung eines solchen Zuzugverbots im Sinne des Grundgesetzes vor?

  8. 11.

    RRG muss sich endlich zum Zuzugsstop positionieren. Es geht nicht den Wohnungsbau wo immer möglich zu sabotieren und gleichzeitig immer mehr Menschen nach Berlin zu locken. Es ist ein physikalisches Gesetz, wo ein Körper ist, kann kein 2. sein. Wenn voll, dann voll.
    RRG macht hier auf Lebensqualität und macht andererseits Kleingärten Platt. Die Stadt ist in jedem Bereich übernutzt. Das ist weder gut für die Umwelt, noch für das Klima, noch für die hier lebenden Menschen, die wie wir wissen, fast alle die Urberliner gentrifiziert haben. Wie man an den Wahlen sieht RRG Klientel.

  9. 10.

    Echt jetzt, gute Lebensqualität in Berliner Parks?

    Wenn es kein Gated Wohnquartier wird, werden in den Innenhöfen wohl die Kinder sehr schnell auf ihren sicheren Spielplatz verzichten müssen.

    Aber wem es gefällt oder wer dort wohnen muss, wird sich dann wohl arrangieren müssen.

  10. 9.

    Da neben den Wohnungen auch die nötigen zusätzlichen Infrastrukturen mitgebaut werden, spricht grundlegend nichts gegen das Projekt. Pankow braucht mehr Wohnungen, denn Zuzug findet auch ohne das Projekt statt. Für untere und mittlere Einkommen wird es aber immer enger.

  11. 8.

    Haben Sie sich den Entwurf eigentlich richtig angeschaut ?? Ich sehe dort mehr grün und Parkgelände als " Dichte Bebauung " !! Und wer entscheidet das nur Sie und einige " privilegierte " in einer Stadt wohnen dürfen und ab sofort alle anderen draußen bleiben sollen und lieber ländliche Gebiete weiter zersiedeln und versiegeln sollen !!?? Es gibt sicher Projekte die besser und einige die schlechter sind aber insgesamt wird doch heute deutlich mehr auf eine gute Lebensqualität geachtet in dem man auf Ausgleichsflächen wie Grünzüge , Parks , Wasserflächen , Fahrradwege oder einen guten ÖPNV Wert legt als bei älteren Bauvorhaben .

  12. 7.

    Die Innenhöfe werden vergrößert, schön. In anderen Stadtteilen werden verdichtungen der Innenhöfe vorgenommen. Auch gegen den Wunsch der Mieter die dort wohnen. Über 40 Jahre alte Bäume werden dafür sogar gefällt.

  13. 6.

    Erinnert stark an die Bebauung am Gleisdreieck: auch dort hiess das bestehende Gelände voller Bäume, Sträucher und Tiere ‚Brache“, ein Park sollte entstehen und der musste dann jahrelang bis heute herhalten für noch den allerletzten Eigentumswohnungsverkauf, bis gar kein Park geschweige denn ein Baum oder Tier übrig war…

  14. 5.

    Hm, nach jahrelangem Streit um die Bebauung scheint langsam ein Ende in Sicht. Eigentlich hat sich die Natur schon sehr gut breit gemacht. Kenne die Gegend noch aus Kindertagen, auch die alte "schwarze Brücke" hab ich noch vor Augen! Und die alten Dampflocks mit ihrem Qualm. Den Geruch vergisst man nicht. Nun brechen neue Zeiten an. Mal kiecken, was bei rum kommt!

  15. 4.

    Ne. Aber ich wiederspreche ihnen, das hat nichts mit diffamieren zu tun. Diese Stadt war, vielleicht bis auf die geteilten Jahre, immer wuselig, aktiv , wachsend und Miteinander. Wenn ihnen das nicht gefällt, mir übrigens auch nicht, dann ziehen sie an den Rand oder ganz weg. Die hier angesprochene Stelle war IMMER schon als Baugebiet vorgesehen. Darunter leidet ihre Lebensqualität? Ich glaube bei den meisten sinkt und leidet die Lebensqualität weil sie keine Wohnung finden oder ihre eigene nicht mehr bezahlen können. Finden Sie das nun diffamierend? Ich nicht. Wenn es ihnen jedoch nicht passt, sollten sie mal über ihre Kritikfähigkeit nachdenken und den Begriff "Diffamieren" nochmals googeln. Letzteres sollten sie auf jedenfall tun. Schönen Abend!

  16. 3.

    Richtig so. Die Stadt immer schön voller machen. Wohnungen, Wachstum, Menschen und immer mehr, mehr, mehr.

    Das die Lebensqualität dazu immer weiter leiden wird, und die Stadt eigentlich schon überfüllt ist, vollkommen egal.

    Hauptsache der Rubel rollt, und immer schön Party und Miteinander. Jeder, der daran Kritik äußert, wird eh diffamiert... wetten?

  17. 2.

    Sehr schön. Aber oben Dachgärten mit überschatteten Bereichen. Unten große Blumenkästen- alles bienenfreundlich. Und endlich mal überall stets sauber.

  18. 1.

    Na hoffentlich wissen dann die Neubürger dort die großzügigen Parkanlagen zu schâtzen.Wrnn ich da so an die bestehenden Parkanlagen in der Stadt denke,wird es mir schon Angst und Bange.

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