Jeder Dritte hat schon mal probiert - Kiffen für Schüler "besorgniserregend normal"

Archivbild: Protestaktion für legalen Cannabis-Konsum im Görlitzer Park (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Inforadio, 03.08.21 | Bild: dpa/Paul Zinken

Berliner Schülerinnen und Schüler greifen nach wie vor gern zum Joint. Etwa ein Drittel (rund 31 Prozent) der befragten Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 20 Jahren habe schon mindestens einmal Cannabis konsumiert, teilte die Berliner Fachstelle für Suchtprävention am Dienstag mit. Sie hat von Juni 2017 bis Mai 2021 rund 2.260 Schüler befragt.

Der erste Joint im Schnitt mit 14

Im Schnitt konsumierten die Jugendlichen laut Fachstelle erstmals im Alter von 14,4 Jahren Cannabis und waren damit zwei Jahre schneller als Altersgenossen im Bundesdurchschnitt.

Der Cannabiskonsum gelte weiterhin als "besorgniserregend normal". Cannabis gilt gemeinhin als harmlos, könne bei Jugendlichen aber irreversible Schäden anrichten, sagte Kerstin Jüngling, Leiterin der Fachstelle und sprach sich für eine Stärkung der Cannabisprävention aus. Auch angesichts der psychischen Folgeerscheinungen der Corona-Pandemie sei dies eine sinnvolle Investition in die Gesundheit junger Menschen.

Gekifft wird auch, um Leistungsdruck auszuhalten

Anke Timm, Geschäftsführerin der Fachstelle sieht vor allem den Leistungsdruck als Belastung für Schülerinnen und Schüler: "Cannabis wird unter anderem aus problemausweichenden Motiven konsumiert. Daher ist uns auch die Förderung von Gesundheits- und Lebenskompetenzen ein zentrales Anliegen, um so einen kompetenten Umgang mit schwierigen Situationen zu vermitteln und riskantem Konsumverhalten vorzubeugen", sagte sie.

Sendung: Abendschau, 03.08.21, 19:30 Uhr

34 Kommentare

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  1. 34.

    Ach Andy, Sie schreiben es mir ja von der Seele;-)

  2. 33.

    Nikotin, Cannabis, Alkohol, Kokain, Heroin, Crystal Meth, LSD usw. - jegliche Arten von Drogen sind schädlich. Wobei die legalen Drogen, wie Nikotin und Alkohol auch sehr gefährlich wirken, da eine schleichende Gewöhnung stattfindet. Bei den härteren Drogen, wie Heroin Chrystal Meth und Kokain ist die Suchtgefahr der Abhängigkeit, nach der ersten Einahme, sofort wirksam. Durch hohen Cannabis Konsum wird die Lunge sehr stark belastet und Lungenkrebs ist vorprogrammiert. Wie auch bei LSD wird die Psyche sehr stark belastet und Psychosen können folgen.
    FAZIT:
    Die Finger von Drogen lassen und stattdessen Sport sowie Entspannungsübungen z.B. Yoga praktizieren.

  3. 32.

    Sowas aber auch... Ich kenne vom kiffen keine Wahnvorstellungen sondern gechillt rumhängen und Gummibärchen naschen. Wenn da jemand ausm Fenster springt kann ich mir nicht vorstellen daß es sich um "normales" Marihuana gehandelt hat.

    Das im Übrigen ist auch ein Argument der Befürworter zur Legalisierung. Es wird auf Qualität geachtet, unterm Ladentisch gibt's dann wohl doch nur Mist.

  4. 31.

    Danke dass Sie mich an eine Zeit erinnern, die ich sehr genossen habe. Jetzt bin ich 70 und würde nicht mal mehr einen LSD Trip zu mir nehmen. Gutes Haschisch oder Cannabis gibt es nicht in dieser Stadt. Was mich aber dazu bringt weiter für Cannabis einzustehen, sind meine chronischen Schlafstörungen. Vom Arzt bekomme ich ohne weiteres Schlaftabletten. Aber aus Erfahrung weiß ich wie gut ich nach dem Genuss von ein wenig Marihuana hervorragend Durchschlafen kann.

  5. 30.

    Was soll diese gespielte empörung um nichts?
    Alkohol ist auch sehr normal aber viel gefährlicher.
    Hört auf mit dieser Heuchlerei.
    Es ist gut, dass Jugendliche ihre eigene Präferenzen entwickeln, und sich nicht von den Alten vorschreiben lassen sich zu entspannen mit etwas, was viel gefährlicher ist.

  6. 28.

    Ob ein Einstieg wirklich ein Einstieg ist, hängt eben sehr wohl von der allgemeinen mentalen Verfassung ab: Wer sich im Leben einigermaßen sicher fühlt, wird auf einer Party vielleicht mal einen durchziehen oder sich die Kante geben - ohne danach darauf hängen zu bleiben. Wird ab und zu mal essen, bis absolut nichts mehr reinpasst, wird sich ab und zu was Schönes kaufen, und wird gelegentlich z.B. eine Nacht lang GTA oder DoKo zocken - und wird auch davon auf nix hängen bleiben. Prävention bedeutet bei der Mehrzahl der Drogen eben nicht das Predigen jeglichen Kontaktverzichts, sondern die Frage ob derdie Konsument* Herr* des jeweiligen Lustgewinns bleibt - oder ob die Macht sich umkehrt. Wenn jemand Angst hat (z.B. eben auch die Angst, nicht dazuzugehören), muss man an diese Angst ran, alles andere ist Kosmetik.

  7. 27.

    Ein " Benebelt-und Zugedröhnter " stellt keine Fragen, und schon erst recht nicht kritische. Die Wahlergebnisse und die daraus resultierenden und angewandten politischen Entscheidungen lasssen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.
    Der " Dealer " vom Görlitzer Park ist eigentlich ein willkommener Wahlhelfer, dessen halbherzige Bekämpfung dann auch Sinn macht.

  8. 26.

    was ist das für ein Ergebnis. Die Befragung dauerte 3 Jahre und 2260 Schüler sind in diese drei Jahre befragt. Wenn man das umrechnet bedeutet das, dass etwa 160 Schüler pro Jahr mal ein Joint geraucht haben. Worüber reden wir dann? Damit will ich nicht sagen, dass wir alles mal akzeptieren müssen. Aber es wäre besser die Kinder auf der Schule auf zu klären. Aber hör auf mit zu sagen es geht hier in Berlin schlechter mit Schüler als irgendwo anders. Cannabis Konsum sorgt nicht für eine Zunahme von harte Drogen.

  9. 25.

    "Wer über- und regelmäßig konsumiert und den Absprung nicht schafft, hat vor allem Angst vor der Leere danach." Auch das ist eine Folge, sagt aber nichts über den Einstieg aus. Bei älteren Erwachsenen mögen Überforderung und Druck von außen Hauptgründe für den Einstieg sein bei Jugendlichen wie in den Parks ist es meistens der Wunsch, zu einer Gruppe dazuzugehören und nicht als Außenseiter dazustehen. Das ist mit Alkohol nicht anders. Wer auf Partys, Betriebsfeiern o. ä. alkoholfrei trinkt, muss sich oft dafür rechtfertigen.

  10. 24.

    Absolut unverständlich ist mir, warum Kinder im Beisein Erwachsener ab 14 Alkohol trinken und ihn ab 16 erwerben dürfen, da ist der physische Schaden nämlich garantiert. Irreversible Schäden durch Cannabis können im seltenen Einzelfall sicher vorkommen, dürften aber eine seltene Ausnahme sein. Wer's nicht glaubt soll sich selbst - damit nicht der Vorwurf entsteht ich würde da irgendwas selektieren - vergleichende Studien zu verschiedenen Drogen googeln. Die medizinische Wissenschaft ist sich unmissverständlich einig: Alkohol ist ein um ein vielfaches schädlicheres Gift. Die hier zitierte Fachstelle für Suchtprävention würde vermutlich auch bestätigen, dass Alkohol bei Jugendlichen das größte Drogenproblem ist, aber das ist eben keine Nachricht und auch kein nutzbares Politikum.

  11. 23.

    Boomer, das Problem steckt in Ihrem letzten Satz; Zitat: "Letztendlich ist es egal, wie jemand zum Drogenkonsum kommt..." - NEIN, genau das ist eben NICHT egal!! Schauen Sie den Leuten, die Sie seit 40 Jahren sehen, doch mal HINTER die Fassade: Wer über- und regelmäßig konsumiert und den Absprung nicht schafft, hat vor allem Angst vor der Leere danach! Lesen Sie bei Bukokski mal zwischen den Zeilen, kucken Sie, warum Bowie nach Berlin kam oder lauschen Sie dem lebenden Fossil Tom Waits: Von einer Glorifizierung des Rauschs als Aufbruch in neue Welten wie in den späten 60ern und frühen 70ern ist da eher keine Rede mehr - regelmäßiger Rausch ist vielmehr ein Kokon gegen die reale Welt. Das gilt für meinen Opa, der heimlich 'Klosterfrau Melissengeist' trank ebenso wie für Marianne Faithfull und ihre Sister Morphine - und für eine Freundin, die sich in die Privatinsolvenz shoppte genauso wie für jene Kids von heute, die ständig an der Tüte hängen: eigentlich wollen die was ganz anderes!

  12. 22.

    >Kiffen für Schüler "besorgniserregend normal"<
    Ja kein Wunder, wenn den Kiddies in jeder Netflix-Serie und im TV vorgerauscht wird. Schon mal aufgefallen, wie selbstverständlich in Filmen und Serien ne Tüte die Runde macht alle ach so entspannt aufm Rücken liegen und an die Decke starren? Wie selbstverständlich. Suuuuper Vorbildwirkung in unseren Medien...

  13. 21.

    Gute Beobachtung und nicht vergessen Crackrauchen auf Berliner U Bahnhöfen und die Spätis, wo jeder Alkohol konsumieren darf, von Jugendschutz ganz zu schweigen. Wahrscheinlich ist dann kiffen eine Nebensächlichkeit.

  14. 20.

    Hier fehlt die information, wieviele mehr als einmal, regelmäßig und wie oft konsumier(t)en. 4+6+8+9+10+13 stimme ich zu.

  15. 19.

    Solange die Politik beim Drogenhandel und Drogenkonsum weiterhin sorglos zuschaut wird sich nichts ändern. Die Anzahl der Autofahrer, die unter Drogeneinfluss fahren, nimmt beängstigend zu. Dann heißt es verminderte Schuldfähigkeit. Von den gesundheitlichen Spätfolgen wollen wir mal gar nicht reden.

  16. 18.

    Es ist erstaunlich und zugleich erschreckend, wie viele sich doch massiv " antörnen " müssen, um es in dem Land, in dem alle angeblich so gerne leben wollen, noch auszuhalten. Im Prinzip ein brisantes politisches Statement !! Dazu gehört auch u.a. die obligatorische Flasche Bier in der Hand, die ja mittlerweile aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken ist !

  17. 17.

    Wen wundert es denn da,daß unsere Jugend immer dümmer wird!! Gute Nacht Deutschland

  18. 16.

    Dann aber bitte konsequent alle Drogen verbieten, Tabak, Alkohol, Koffein... Gäbe es da nur nicht die Erfahrung mit der Prohibition würde man sowas vielleicht nochmal versuchen wollen. Zum Glück haben wir uns da ein bisschen weiterentwickelt.

  19. 15.

    Wenn man sieht, wie schon beim "normalen" Rauchen weggesehen und unter den Teppich gekehrt wird, muss man sich nicht wundern.
    Solange der Finanzminister die Tabaksteuer für sich verbucht aber die Schäden aus der Krankenkasse von allen Bürgern beglichen werden, hat niemand im politischen Lager ein Interesse gegen das Rauchen vorzugehen. Würde rauchen heute "erfunden" wäre es niemals genehmigungsfähig.
    Dieses Pseudorauchverbot bei der BVG an das sich kaum jemand hält ist doch lachhaft. Mio von Nachbarbarn werden hemmungslos zugestunken und die Gerichte greifen nicht mal durch. Das Recht des Einzelnen endet bei den Rechten eines Anderen. PUNKT. Im Restaurant ist man mehr vor Tabakqualm geschützt als in seinen, vom GG besonders geschützten, eigenen 4 Wänden. Das muss sich endlich ändern. Nichtmal ändern, die Gerichte müssen endlich anfangen geltendes recht auch durchzusetzen.

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