Laborergebnisse am Samstag erwartet - Bezirk Lichtenberg warnt weiter vor Verunreinigung des Trinkwassers

Symbolbild: Menschen füllen Flaschen aus einem öffentlichen Wasserhahn auf (Bild: dpa/XinHua)
Video: rbb|24 | 13.08.2021 | Material: Abendschau | Bild: dpa/XinHua

Seit Freitag wird vor dem Verzehr des Trinkwassers in den Berliner Ortsteilen Friedrichsfelde und Neu-Hohenschönhausen gewarnt, nachdem Keime entdeckt wurden. Am Samstag soll es neue Laborergebnisse geben - bis dahin ist Duschen verboten.

Nach dem Fund mehrerer Keime in Wasserproben im Bezirk Lichtenberg rechnen die Berliner Wasserbetriebe am Samstagnachmittag mit neuen Laborergebnissen und wollen dann darüber informieren. Eine mögliche Entwarnung werde das Bezirksamt aussprechen, teilte das Unternehmen am Samstag auf Twitter mit.

Seit Freitag warnt das Bezirksamt vor dem Verzehr des Trinkwassers in den Ortsteilen Friedrichsfelde und Neu-Hohenschönhausen. Bei Routinekontrollen seien "Qualitätsmängel" festgestellt worden. Wasser sollte vorerst nur abgekocht verwendet werden, das Duschen ist in den betroffenen Orten bis auf Weiteres verboten.

Keime an drei Kontrollstellen festgestellt

An drei Kontrollstellen sei "jeweils eine Einheit koloniebildender coliformer Keime gefunden worden", sagte eine Sprecherin der Berliner Wasserbetriebe am Freitag. Besorgniserregend seien die Messwerte nicht, doch dürften laut Trinkwasserverordnung solche Keime gar nicht erst vorkommen.

Laut Bezirksamt ist das Abkochen als Vorsichtsmaßnahme nötig, um mögliche Magen- und Darmerkrankungen zu verhindern. Das ziele vor allem auf Säuglinge, Kleinkinder, Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen ab.

Lichtenbergs zuständiger Bezirksstadtrat Martin Schaefer (CDU) hofft, dass die Warnung am Samstagabend oder Sonntagmorgen aufgehoben werden kann. Eine alternative Trinkwasserversorgung, etwa durch das Aufstellen von Tanks, sei derzeit nicht geplant, so Schaefer. Anwohnerinnen und Anwohner werden gebten, ihre Nachbarn sowie ältere oder eingeschränkte Menschen in ihrem Umfeld mit Flaschenwasser zu versorgen.

Typisierung soll Herkunft der Keime klären

Mit einer sogenannten Typisierung versuchen die Berliner Wasserbetriebe derzeit herauszufinden, um welche Art Keime es sich konkret handelt und woher sie stammen. Denn es sei möglich, dass sie nicht über die Trinkwasserrohre, sondern auf anderem Wege an die Kontrollstellen gelangt seien.

Der Sprecherin zufolge wurde sicherheitshalber an den beiden Zwischenpumpen, die das Wasser durch die Rohre nach Friedrichsfelde und Neu-Hohenschönhausen drücken, die Desinfektion durch UV-Licht angeschaltet.

Unklar, wieviele Haushalte betroffen sind

Wie viele Haushalte von der Warnung betroffen sind, konnten weder Bezirksverwaltung noch Wasserbetriebe sagen. Nach Angaben des Amts für Statistik lebten Ende vergangenen Jahres rund 55.400 Menschen in Friedrichsfelde und knapp 57.000 in Neu-Hohenschönhausen.

Nach Angaben der Wasserbetriebe befinden sich in Berlin insgesamt 107 sogenannte Rohrnetzkontrollstellen. Damit werden in regelmäßigen Abständen Wasserproben entnommen und analysiert.

Sendung: Abendschau, 13.08.2021, 19:30 Uhr

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59 Kommentare

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  1. 59.

    Und jetzt sing wir alle "Wir lassen uns das Duschen nicht verbie-hie-ten!"

  2. 58.

    Die Sache mit dem Duschen hat einen ernsten Hintergrund. Beim Duschen wird ein Teil des Wassers vernebelt und dann eingeatmet. Bei einigen Keimen kann das zu schweren Krankheitsverläufen führen (v.a. bei Legionellen). Eine volle Badewanne kann man aber ohne Probleme nutzen.

  3. 57.

    Eine Warnung mit NINA und seit dem nichts mehr. Unsere Behörden sind weiter im Versagensmodus. Wann will das BA mal wieder informieren? Wohl am Montag, da ist vielleicht mal wieder einer im Amt, oder auch nicht, weil immernoch im Home-Office. Der Bürger wird allein gelassen. Egal ob Flut, Unwetter oder anderes, unser Staat versagt. Die top ten der Parteien sind wegen Unfähigkeit nicht wählbar.

  4. 56.

    Genau. Jetzt schreibt man den Leuten schon vor wegen ominöser Keime, ob man Duschen darf oder nicht. Die haben doch ein Rad ab.

  5. 55.

    Vor dem Trinken des Wassers wird nur gewarnt? Das Duschen ist aber verboten? Muss man nicht verstehen?

  6. 54.

    Erstaunlich, dass die Wasserbetriebe zwar die Anzahl der Kontrollstellen, aber nicht die Anzahl betroffenen Haushalte benennen kann. Nach welchen Kriterien wurden diese Kontrollstellen installiert? So "mal alle dreihundert Meter eine, wa?" doch hoffentlich nicht... und zufällig hoffentlich auch nicht.

  7. 53.

    as mein wasser verseucht ist und mir mein recht zum duschen verwehrt wird..§
    Dann sollten Sie mal schnell eine Demo der Querduscher anmelden.

  8. 52.

    Was haben Laschet und Musk damit zu tun? Und das mit dem Duschen ist eben Vorsorge. Sie können sich waschen. Wo ist bitte Ihr Problem? Ihre ideologischen Sprüche sind deplatziert

  9. 51.

    Also ich habe es über Katwarn+Nina bekommen aber auch über das Radio gehört "Star FM und 104.6 RTL" bei Star FM kam es jedes mal wenn die Nachrichtenzeit war.

    Hoffe doch die anderen regionalen Radiosender haben dies auch gebracht .

  10. 50.

    Zur Zeit in Berlin zu Besuch im genannten Bereich. War vor 3 Stunden ausgiebig Duschen und...huch ich lebe noch. Man, einfach auch mal die offiziellen Seiten lesen!!! Es wird gewarnt, ja, aber gemeint sind vor allem diejenigen, die eh schon gesundheitliche Probleme haben! Übrigens, auf Zigarettenschachteln stehen auch WARNUNGEN!!! Es ist nur eine Warnung und KEINE Panikmache!!! Man kann, wenn man will aus allen das schlechte sehen/ziehen. Denkt mal drüber nach! Gute Nacht!

  11. 49.

    Es ist eine Empfehlung! Wenn Sie duschen, wird kaum die SG9 durchs Fenster gesprungen kommen

    Sie können das Wasser literweise trinken,ihre Entscheidung...ist ja jeder frei!

  12. 48.

    Man kann es mir glauben oder auch nicht. Ist jedem selbst überlassen. Ich habe zu DDR-Zeiten sogar Wasser aus der Elbe PUR getrunken. Bin nicht krank geworden und hatte auch keinen Dünnpfiff. Skeptiker können mit mir ja mal nach Tangermünde fahren und auch einen Schluck des Wassers genießen.

  13. 47.

    Cheers!
    Aber so'n bisschen rumjuxen darf man doch - heute ist schließlich Freitag, der 13. - kein Wunder, das da was in die Binsen geht ;-).

  14. 46.

    Gerade heute am 13. August hätte ich als Verantwortlicher niemals fertig gebracht so schroff administrativ zu den Bürgern aufzutreten: "Duschen ist verboten". Baden nebenan im verkeimten See ist aber baden erlaubt. Wo sind wir inzwischen angekommen und wie geht es weiter ? In einem freien Laand mit freien Bürgern hätte ich mit sozialdemokratischer Gesinnung ein anderes Vorgehen erwartet. Wir sind hier nicht die Menschen wie der Laschet, der sich von Musk einlullen lässt. Musk ist kein Demokrat; wer das nun heute nicht begriffen hat, der wird es irgendwann begreifen müssen. Bleibt Menschen.

  15. 45.

    Also den Muff immer mir Parfüm zu überdecken ist wie rostige Stellen hochglanzlackieren. Die Körperhyäne sollte nicht zum Haustier werden.

  16. 44.

    Hallo, ruhig bleiben !

    Es wird ja so getan , als hätte es einen Atomangriff gegeben ..... dass alles verstrahlt / verseucht ist.
    Viel Spaß beim Waschen :-))

    Kocht die Jauche einfach ab und Prost .

    Mfg
    Aus Ahrensfelde

  17. 43.

    Mich würde interessieren, wie man im Tierpark damit umgeht.
    Oder gelten diese Maßnahmen nur für Menschen und Tiere können nicht erkranken?

  18. 42.

    Ok, da stand zwar der hier: ;-)
    Aber wenns denn sein muss, tut es auch Regen- oder Flusswasser und die alte Outdoorregel ... Cook it, peel it, boil it or forget it.
    ... und wenn kein Lappen da ist, wäscht man erst das T-Shirt - dann hat man 'n Lappen.

  19. 41.

    Hallo, ich wohne in Marzahn/ Ahrensfelde ....
    Keine Angst Leute !

    Also einfach das Wasser nicht direkt trinken...nur abgezockt ! waschen ja !
    Man ist doch nicht verstrahlt dadurch oder eine Atombombe ist doch nicht gefallen.....aumannnnn!!!!

    So einen Müll zu Schreiben !
    Die Menge ist sehr niedrig im Wasser!

  20. 40.

    Recht hat er aber.
    Eine alternative Trinkwasserversorgung, etwa durch das Aufstellen von Tanks, sei derzeit nicht geplant, so Schaefer....... Da wird wieder auf Solidarität gesetzt und die Zuständigen sind fein raus.
    Wenn das Wasser aber abgekocht nutzbar ist, seh ich keine Notwendigkeit, Wasserflaschen zu kaufen. Dann gibt's statt Leitungswasser eben Tee. Versteh das Drama dann nicht. Duschverbot hin oder her, Körperpflege muss sein. Ob Baden, Waschen oder Duschen, das muss jeder selbst entscheiden. Die Konsequenzen trägt ja auch jeder selbst.

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