Polizei stellt Strafanzeige - Unbekannte malen kilometerlangen Radweg auf Kreisstraße

Di 17.08.21 | 13:48 Uhr
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Fotos vom selbstaufgemalten Fahrradstreifen in OPR. (Quelle: Polizei Brandenburg)
Bild: Polizei Brandenburg

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion haben bislang Unbekannte zwischen zwei Ortsteilen der Stadt Kyritz einen mehr als zwei Kilometer langen Radweg auf die Kreisstraße gepinselt. Schlangenlinien, Symbole und kryptische Botschaft inklusive.

Ein Fahrrad und eine Schlangenlinie, die wohl einen Radweg darstellen sollen, haben Unbekannte zwischen zwei Ortsteilen der Stadt Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) aufgemalt. Die Malarbeiten sorgen für Irritationen bei Verkehrsteilnehmern und der Polizei. Dabei handele es sich aber keineswegs um ein Kavaliersdelikt, sagte Polizeisprecherin Dörte Röhrs im rbb.

Denn die Polizei hat ihren Angaben nach Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung aufgenommen.

"Liebe ist die Antwort" ergeben die Buchstaben

Nach Informationen der Märkischen Allgemeinen Zeitung [maz-online.de | Paywall] soll der vermeintliche Radweg über zwei Kilometer lang sein. Beschädigt worden sei das Fahrzeug einer Frau, die den markanten Farbstreifen am vergangenen Donnerstag überfahren habe, als er offenbar noch feucht war. Dabei sei ihr Wagen beschmutzt worden. Die Farbe, die nach Angaben der Polizei wasserfest sein soll, habe sich auf dem Auto der Frau verteilt.

Was es mit dem von bisher Unbekannten "keineswegs professionell" aufgemalten Fahrradweg auf sich habe, wisse man noch nicht, so Röhrs weiter. Es seien eine Art Begrenzung, also ein teils sehr verwackelter Streifen, aber auch Symbole für Fahrradfahrer und Fußgänger angebracht worden. Zudem wurden einzelne Buchstaben aufgemalt. Diese bildeten zusammengesetzt den Satz "Liebe ist die Antwort", so die Polizeisprecherin.

Aufgemalte Fahrrad-Symbole auf der Straße in OPR, Brandenburg. (Quelle: Polizei Brandenburg)
Bild: Polizei Brandenburg

Motive des Malers vollkommen unklar

Zum Motiv des Verursachers könne man im Moment noch gar nichts sagen, so Röhrs. Es könne sich um private Liebesbotschaften handeln oder sich auch auf einen tatsächlichen Radweg beziehen, der an dieser Stelle durchaus gefordert würde. Das könne man vermutlich erst klären, wenn man denjenigen finde, "der den Radweg dort gemalt hat".

Unfälle im Zusammenhang mit dem aufgemalten Radstreifen wurden bisher nicht gemeldet.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.08.2021, 13:30 Uhr

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29 Kommentare

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  1. 29.

    "Und wie sollen sich die Menschen außerorts dann bewegen?"

    ...vielleicht mit dem Fahrrad?

  2. 28.

    Stimmt: Gut angelegte Kraftfahrzeugwege zum Fahren, Parken und Halten schützen auch Radfahrer, weil man dann nicht gezwungen ist, auf Radfahrstreifen zu halten und Radfahrer zu behindern oder zu gefährden!
    Also: Radfahrer sollten bessere Straßen und mehr Platz für KfZ fordern!

  3. 27.

    An dieser Stelle ja nun nicht mehr, denn es gibt den Radweg :))
    Im Ernst, Sie haben es richtig erkannt. Gute Radverkehrsanlagen schützen auch Fußgänger*innen, da nicht mehr auf Gehwege ausgewichen wird. Also, mehr davon!!

  4. 26.

    Nein gibt es nicht. Das ist nur Populismus der autofahrenden.

  5. 24.

    Na dann fahr mal auf dem Land mit dem Fahrrad zur Arbeit oderzum Einkaufen. Im Winter. Oder Herbst. Oder Frühling. Bei Regen. Ich lach mich schlapp.

  6. 23.

    Haben Sie das Bild gesehen? Da GIBT es keinen Fußweg! Und bis vor Kurzem gab es auch nicht mal einen Radweg! Vielleicht verstehen Sie jetzt das Problem etwas besser...

  7. 22.

    Es ist mir ein Rätsel wie es einige schaffen bei einem eher belustigen Artikel ihren pathologischen Hass auf Grüne und Linke auszuleben.

  8. 21.

    Die Frau ist doch selbst schuld, wenn sie mit ihrem Auto auf einen Fahrradweg fährt. Egal ob echt oder „Kunst“. Ich finde, das sollte das Straßenbauamt auch machen. Alle Autos, LKWs und auch Radfahrenden, die auf falschen Spuren fahren, werden mit wasserfester Farbe bespritzt. Vielleicht lernen die Verkehrsteilnehmer*innen dann endlich.

  9. 19.

    Wie wäre es mit Strafanzeige gegen die Autopolitiker:innen und die autoaffine Verwaltung? Wegen jahrelanger fahrlässiger Gefährdung von Verkehrsteilnehmer:innen, die nicht in der Blechkiste sitzen.

  10. 18.

    Jeder Mensch kann, ungeachtet seiner Fortbewegungswahl bzw seiner Mobilität zur Gefahr für andere Menschen werden oder sein. Vernünftiger Ausbau der Radwege,ja, aber bitte nicht die Autofahrer Vergessen...sonst wüten wdie Fahrradfahrer über Kennzeichenpflicht, steuern und Versicherungsgebuhren.... ;)

    Die Aktion war ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und kann Menschenleben kosten, egal was man von der Aktion halten mag...

  11. 17.

    Fahr vorsichtig, es könnte Dein Kind sein.

  12. 16.

    Da ist wohl nur einer der deutschen "Schneckenbürokratie " zuvorgekommen. Wenn schon länger ein Radweg gefordert wurde - warum nicht selbst Hand anlegen. Dass die Linie nicht ganz gerade :-) ist stört wohl nur die Ordnungsbehörden. Also ich find däs putzig, Pardon.

  13. 15.

    Da ist ja mal richtig was los in der Region. Achso - und natürlich müssen die Täter richtig hart bestraft werden, das ist ja schließlich kein Kavaliersdelikt. Richtig, es ist ein guter Hinweis, dass neben jede Brandenburger Landstrasse ein Radweg gehört. Vorzugsweise hinter die Strassenbäume, damit die Alleen erhalten bleiben und die Radler noch viel besser geschützt sind.

  14. 14.

    ´Beschädigt worden sei das Fahrzeug einer Frau, die den markanten Farbstreifen am vergangenen Donnerstag überfahren habe, als er offenbar noch feucht war. Dabei sei ihr Wagen beschmutzt worden.´
    Oje, weisse Farbe ist ja krass kaputt nun das Auto, muss natürlich ausgetauscht werden! Wann werden eigentlich Autofahrer zur Rechenschaft gezogen, weil sie meine Gesundheit beschädigen?

  15. 13.

    Wenn der Begrenzungsstrich nun noch gerade wäre, könnte ich das für eine putzige Idee halten. Dumm kann man sein, man muss sich nur zu helfen wissen, und wenn hier schon lange ein Radweg gefordert ist, war der Scherzkeks eben etwas schneller als die Bürokratie

  16. 12.

    Gute Aktion. Es gibt noch zu viele Straßen in Brandenburg die nicht sicher sind für Radfahrer. Hier sollten Kreis-Politiker endlich mal nachholen.

  17. 11.

    Tja, so mitten auf'm Land ists wohl einigen Menschen einfach stinklangweilig :-).

  18. 10.

    Nice!! Gute Idee und völlig ohne Steuergelder!

  19. 9.

    Nice!! Gute Idee und völlig ohne Steuergelder!

  20. 8.

    Wenn die Infrastruktur so schlecht ist, dass die Bürger selber ran müssen...

  21. 7.

    Das ist ja nun wahrlich keine sinnvolle Aktion! Hilft den Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern überhaupt nicht und war sicher auch nicht dazu gedacht. Das war wohl eher eine dumme Idee im Suff und ganz ohne Hirn.

  22. 6.

    Und wie sollen sich die Menschen außerorts dann bewegen? Wieder mit Pferd und Wagen,z.B.zur Arbeit. Oder im Winter ?

  23. 5.

    Kann ich mich nur anschließen. Obwohl es wahrscheinlich etliche Kommentare geben wird, wie fürchterlich und apokalyptisch die Aktion war. Bitte über die richtigen und wichtigen Dinge aufregen!

  24. 4.

    .." Liebe ist die Antwort".., was könnte wohl damit gemeint sein? Vielleicht die Liebe am Leben? Ob das "die Beamten" auch noch rausfinden? Ein aufgemalter Radweg, wo keiner war, eine Liebeserklärung an das eigene Leben! An die Natur? An beidem?
    Sehr gut!!!

  25. 3.

    Sehr geehrter Johannes,
    gehen sie etwa zwischen Ortschaften zu Fuß auf der Straße? Es war in Kyritz und nicht in Berlin. Oder fahren sie auch auf dem Bürgersteig mit Fahrrad obwohl daneben ein Radweg ist? Gestern wurde in Köpenick eine junge Radfahrerin von einem Auto fast angefahren weil sie OHNE nach links und rechts zu schauen einfach die Straße überquerte.
    Mit freundl. Grüßen

  26. 2.

    Zurück in die Steinzeit .... einfach Linke + Grüne wählen .. dann wird dein Traum wahr !

  27. 1.

    Finde die Aktion gut. Die Vorherrschaft des Autos muss endlich beendet werden. Jedes Auto, auch ein Elektroauto, ist eine Gefahr für Fußgänger und Radfahrer.

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