150 Meter langer Mauerstreifen - Berliner Denkmalamt schützt Hinterlandsmauer in Wilhelmsruh

Hinterlandsicherungsmauer in Wilhelmsruh unter Denkmalschutz (Quelle: DDR Museum, Berlin 2021)
Bild: DDR Museum, Berlin 2021

Im Berliner Nordosten, in Wilhelmsruh, steht eine "Hinterlandsmauer" jetzt unter Denkmalsschutz. Sie sollte an dieser Stelle nicht nur die Flucht von Menschen über die Grenze verhindern - sondern auch einen Betrieb direkt an der Mauer absperren.

Ein weiterer Teil der Berliner Mauer ist vom Landesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt worden. Das teilte die Behörde am Montag mit.

Das nun besonders geschützte und zu pflegende Teilstück liegt im Berliner Nordosten, in Wilhelmsruh. Es handelt sich um eine etwa 150 Meter lange Mauer entlang des Industriegeländes, auf dem zu DDR-Zeiten der VEB Bergmann-Borsig produzierte (heute: PankowPark). Das Mauerstück verlief zwischen Wilhelmsruh im Osten (Pankow) und Reinickendorf im Westen.

Mauer schirmte die Produktionsstätten von Bergmann-Borsig ab

Die Mauer besteht aus schmalen Stahlbetonpfeilern mit je drei übereinander eingeschobenen breiten Betonplatten. Die erhaltenen Mauerteile entsprechen dem ab etwa 1965 verwendeten Bauprinzip der von den Experten so genannten "Grenzanlagen der dritten Generation".

Die Mauer wurde von den DDR-Behörden "Hinterlandsicherungsmauer" genannt, denn sie verlief als Mauer zum Osten hin und grenzt den Mauerstreifen ab. Auf der anderen Seite dieses Mauerstreifens, in dem die DDR-Grenzposten patrouillierten, verlief entlang des Bahndamms die Mauer hin zur Westberliner Seite.

Die Mauern sollten nach Einschätzung von Historikern an dieser Stelle nicht nur die Flucht von Menschen über die die Grenze verhindern, sondern auch die Anlagen von Bergmann-Borsig schützen und Industriespionage verhindern.

Das Landesdenkmalamt begründete seine Entscheidung für den Schutz dieses Rests der Berliner Mauer damit, dass diesen "Fragmenten große geschichtliche und wissenschaftliche Bedeutung" zukommt.

22 Kommentare

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  1. 22.

    Aber Herbert, die Welt wollte doch pllötzlich nur noch Nylon. Im Westen liefen alle mit den weißen dünnen Hemden rum. Die Hausfau in der DDR durfte es farbiger tragen. Meine Frau sah darin echt toll aus. Ist sie ja auch noch immer.

  2. 21.

    Hatte doch nur gefragt ob die Dampfturbinen made by VEB Bergmann-Borsig so bissel Weltniveau hatten. Dann übernahm Herr Neumann.

  3. 20.

    Das RG 25 / 28 ? Überall in der DDR- nur ziemlich teuer. Im Westen kostete das so um 20 DM. Es galt der Begriff DEVISENRENTABILITÄT. Kennt ihr alle nicht. Aber wir haben als Fam mit 3 Kindern im Osten auch so etwas gekauft. Wenn sich da weiter Erich und Leonid knutscht ist es ein Zeichen der Verbundenheit mit Russland. Wir im Osten haben gelernt wie wertvoll wahre Freunde sind. Nun warte ich.

  4. 18.

    Haben Sie den Artikel nicht gelesen oder wollen nur von dessen Inhalt ablenken?

  5. 17.

    In der DDR wurden viele Artikel für den Westen gebaut. Auch von Zwangsarbeitern. Z.B. die Elektronikmarke Universum (Otto- oder Quelle-Katalog) war aus dem Ostblock. Und es gab noch viele weitere:
    https://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/stasi/234183/zwangsarbeit

  6. 16.

    Ihnen liegt sehr daran, vom Thema abzulenken. Hier geht es darum, dass das Land Berlin, vertrete4n durch sein Denkmalamt, ein kleines Stück hinterlandmauer unter Schutz gestellt hat. Anderes als Sie damals angeblich den Sozialismus schützen wollten, bedarf es dafür heute aber keiner scharfen Hunde, Soldaten mit geladenen Sturmgewehren und menschenverachtenden Selbstschußanlagen.

  7. 15.

    Wo gab es Ihr tolles Rührgerät zu kaufen? Quelle oder Neckermann? Die Rache des Papstes an Ihrer sozialistischer Errungenschaft am Alexanderplatz war früh in den westlichen Reiseführern zu finden gewesen. Es ist auch gut, dass wenigstens ein Teil der Hinterlandmauer als Symbol des SED-Unrechtsregimes erhalten bleibt und nicht wie die East Side Gallery zu einer Attraktion für pubertierende Touristen wegen des Bildes von zwei sich küssenden Diktatoren verkommt.

  8. 14.

    Speziell für den Teslaexperten: Wenn es all die Bebos, Veritas, VEB-Möbel etc. bei Neckermann und Quelle nicht gegeben hätte- preiswert und von "schlimmster" Qualität sähe es damals in den ärmlichen Westhaushalten viel böser aus. Über die minderwertigen "Westmöbel"-aber sauteuer- Marke OMNIA von Möbel Walter nach 1995 habe ich sie schon informiert.

  9. 13.

    Q *LOL*
    Die DDR hatte zwar TGL, eine Norm die deutlicher und geltendes Gesetz war, im Gegensatz zur DIN welche nur eine Empfehlung ist, aber die Qualität war auch mehr schein als sein und die Geräte waren in den 80ern auf 60/70er Niveau. Außerdem hatte die DDR von überall Blaupausen geklaut um Sanktionen zu umgehen. Ich empfehle die Doku MDR "Die Außenhändler der DDR"...

  10. 12.

    Habe mich noch nie "trocken" rasiert. Und-haha; ihre Eltern hätten ja voll tanken können- mit "Westsprit" in Westberlin. Wie hoch verdichtet war denn das Edelgefährt ihrer Eltern ? Der Mazda 323 und der Golf waren mit dem Ostsprit zufrieden. In den Wochenkrippen der DDR und später im Kindergarten wurde aber kein Kind vergewaltigt. Und SEX-Fotos machte auch niemand. Sind alle Westfernsehtürme behindertenfreundlich ? Wie hoch ist da die Beschleunigung ? In der ganzen Welt dachte man damals die Fusion wird man alsbald beherrschen. Heute DDR-Forscher als dämlich hinzustellen ist typisch für "Genies".

  11. 11.

    Die bebo-Rasierer aus Wilhelmsruh waren vor allem eines: Billig im westdeutschen Versandhandel zu haben. Das war mit denen wie mit dem Sprit: Die Westberliner hatten über den sehr wohl darüber beschwert. Auf den Transitrouten gaben meine Eltern Antiklopfzusatz zum sogenannten "Super"-Benzin, weil der Motor mit dem Sprit zum klingeln neigte.

    Ihr Fernsehturm ist ein Verstoß gegen die UN-Menschenrechtskonvention. Personen mit eingeschränkter Mobilität dürfen nicht nach oben. Apropos Menschenrechte: In der ARD-Mediathek gibt es gerade auch eine interessante Doku über die Wochenkrippen der DDR

    Naja, und Ihre "erfolgreiche" Beteiligung an der Fusionsfoschung der DDR hatten wir uns ja auch schon unterhalten. Für das fake-Experiment hatte es gereicht.

  12. 10.

    Dann lernte ich mal eine Ionenstrahlätzanlage aus den USA kennen. Viel Scheiß- bis auf die Turbomolekularpumpe von Leybold / BRD.

  13. 9.

    Alle Artikel, die das Gütezeichen Q trugen waren Weltstand. Da gab es mal das Rührgerät RG 25 / 28- das funktioniert noch heute bestens. In den USA haben die Besucher einer Ausstellung den Mund nicht mehr zu bekommen. Sie bestaunten vieles. Ist der Fernsehturm etwa nicht Weltniveau ? Woanders zerbröckelt das Fundament und das Haus stürzt ein.

  14. 8.

    Sie kannten nie die Erzeugnisse von VEB Carl-Zeiss-Jena. Und---schon mal was von der Multispektralkamera gehört ? Haha; die Kalschnikows waren auch Weltniveau.

  15. 7.

    Für Kuba hat es gereicht. Außerdem wurden in Wilhelmsruh ab den ausgehenden 50ern nach erfolgreichem reverse engineering die bebo-Rasierer hergestellt.

  16. 6.

    Im Lokomotivbau bspw. sehr zutreffend. Nicht umsonst wurden Loks aus DDR-Produktion nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch in die halbe Welt ausgeliehen. Bitte unterscheiden Sie das eine vom anderen. Gleiches gilt übrigens für Teile der Forschung, so bspw. beim Zentralinstitut für Physik der Erde, heute weltweit anerkanntes Geoforschungszentrum Potsdam.

  17. 4.

    Wenn da etwas dran ist-ander Einschätzung- würde ich schon gern wissen ob die Dampfturbinen von VEB Bergmann Borsig zumindest Weltniveau hatten.

  18. 3.

    "sondern auch die Anlagen von Bergmann-Borsig schützen und Industriespionage verhindern" - wie krass war diese DDR-dünn-Verdauung denn? Schützen mit schussbereiter Kalschnikow ist das Gegenteil von rührendem Beschützen.

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