Neue Gesamtstrafe für Nauener Brandstifter - Neonazi Maik Schneider zu mehr als acht Jahren Haft verurteilt

Der Ex-NPD-Politiker Maik Schneider wartet mit seinen Anwälten Mathias Noll (r) und Sven-Oliver Milke auf den Beginn der Hauptverhandlung. Schneider hatte im August 2015 mit Komplizen eine Sporthalle in Nauen (Havelland) in Brand gesteckt, weil dort Flüchtlinge untergebracht werden sollten. (Quelle: dpa/B. Settnik)
Audio: Inforadio | 16.08.2021 | M. Gindorf | Bild: dpa/B. Settnik

Der ehemalige NPD-Politiker und Turnhallen-Brandstifter von Nauen, Maik Schneider, stand in einem Revisionsprozess erneut vor Gericht. Dabei ging es um die Höhe seiner Gesamtstrafe. Das Urteil ist noch nicht der Endpunkt in dem Fall.

Das Landgericht Potsdam hat den Turnhallen-Brandstifter Maik Schneider in einem Revisionsprozess zu einer Haftstrafe von acht Jahren und drei Monaten verurteilt. "Die Taten sind von erheblicher krimineller Energie gekennzeichnet", sagte der Vorsitzende Richter Bodo Wermelskirchen am Montag bei der Urteilsverkündung.

Der Zeitablauf seit den Taten, die inzwischen rund sechs Jahre zurückliegen, wirke sich aber "in erheblicher Weise" strafmildernd aus.

Gericht entschied über Gesamtstrafe

In dem Prozess am Montag ging es nicht mehr darum, ob der ehemalige NPD-Politiker Schneider schuldig ist oder nicht. Das Gericht musste allein über die Gesamtstrafe für mehrere Taten entscheiden, zu denen der 34-Jährige bereits verurteilt worden war.

Schneider zündete eine Turnhalle in Nauen (Havelland), in der Flüchtlinge untergebracht werden sollten, an. Dies beschied ein vorangegangenes Urteil des Landgerichts im August 2015. Das Gebäude brannte komplett nieder. Dafür sowie für weitere rechtsextremistische Taten verurteilten ihn die Potsdamer Richter im Oktober 2019 zu zwei Haftstrafen: zu sieben Jahren und neun Monaten sowie einmal zu einem Jahr und vier Monaten. Dabei spielte auch eine frühere Verurteilung eine Rolle.

Schneider ist derzeit im Gefängnis

Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte zwar den Schuldspruch, stellte jedoch fest, dass die Bildung der Strafen fehlerhaft sei. Das Gericht müsse eine Gesamtstrafe aussprechen.

Das Potsdamer Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Schon vor dem Urteil betonte Schneiders Anwalt, dass gegen dieses wieder Revision möglich sei.

Zurzeit ist Maik Schneider im Gefängnis. Denn wegen der Strafe allein für die Brandstiftung – über sieben Jahre – erhielt er eine Ladung zum Haftantritt. Dort erschien er mit zwei Wochen Verspätung.

Von der finanziellen Seite ist auch noch nicht alles geklärt. Die Versicherung, die dem Landkreis Havelland seinerzeit den Schaden an der Turnhaller ersetzte, verklagt Schneider und zwei Mittäter auf knapp drei Millionen Euro, wovon die Versicherung bis zu 500.000 Euro Zahlung von Schneider erwartet. Am 27. Juli 2021 ist deshalb vor Landgericht Potsdam ein Zivilprozess gestartet.

Sendung: rbb24, 16.08.2021, 16 Uhr

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