Anzeigen gegen Beamte - Berliner Polizei prüft Gewaltvorwürfe nach Demos gegen Corona-Politik

Die Polizei trägt eine Demonstrantin bei einer unangemeldeten Demonstration an der Siegessäule weg. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Bild: dpa/Fabian Sommer

Nach den Demos gegen die Corona-Politik sind im Netz Videos zu sehen, auf denen die Polizei gegenüber Demonstranten gewalttätig wird. Bei der Behörde sind Anzeigen eingegangen. Nun prüfe man die Videos und die beteiligten Beamten.

Ein Polizeibeamter schlägt auf einen am Boden liegenden Demonstranten ein, der von anderen Polizisten festgehalten wird. Während ein anderer Demonstrant wegläuft, stellt ihm ein Polizist ein Bein, sodass der Mann stürzt. Im Netz kursieren Hunderte kurze Videos von Polizeigewalt, die Demonstranten am Wochenende bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen aufgenommen haben.

Seitdem sind bei der Berliner Polizei Anzeigen "im mittleren zweistelligen Bereich" eingegangen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Berliner Polizei prüfe nun die Vorwürfe übermäßiger Gewalt in den eigenen Reihen, so weiter. Zudem habe man auch die Prüfung mehrerer Videos veranlasst, die im Internet kursieren. In einem Fall sei hier bereits ein Verfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet worden.

Im Nachgang zum Wochenende seien außerdem bisher rund 30 Beschwerden bei der Zentralen Beschwerdestelle eingegangen. An die Stelle können sich Personen wenden, wenn sie den Eindruck hatten, dass ein persönliches Fehlverhalten einer Polizistin oder eines Polizisten vorlag oder, dass eine polizeiliche Maßnahme unangemessen oder unverhältnismäßig war.

UN-Folterbeauftragter sucht nach Augenzeugen

Der UN-Folterbeauftragte Nils Melzer sucht in dem Zusammenhang nach Zeugen, die mögliche Gewalt gegen Demonstranten beobachtet haben. Auf Twitter bittet er darum, dass sich Augenzeugen bei ihm melden sollen, um die Vorfälle zu dokumentieren. Außerdem fragt er, ob offizielle Ermittlungen aufgenommen worden sind.

Mehr als 60 Polizeikräfte bei Demos verletzt

Trotz des Verbots großer Demonstrationen, darunter solche sogenannter "Querdenker", waren am Sonntag mehrere Tausend Menschen durch die Stadt gezogen. Sie versammelten sich immer wieder in verschiedenen Teilen der Stadt in Gruppen, mehrfach kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Polizeikräften. Mehr als 60 Polizistinnen und Polizisten seien dabei zum Teil schwer verletzt worden, bilanzierte die Polizei am Montag und sprach von einer hohen Gewaltbereitschaft mancher Demonstranten. Mehr als 500 Ermittlungsverfahren gegen Teilnehmer der Proteste wurden eingeleitet.

Sendung: Inforadio, 05.08.2021, 14:26 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 05.08.2021 um 20:24 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

 

48 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 48.

    Vielen Dank! Das trifft den Nagel auf den Kopf! Ich kann mir meinen Kommentar glatt verkneifen, dank Ihrem. Schönen Abend!

  2. 47.

    Da die Polizei dafür zu sorgen hatte, dass wegen des Verbots des OVG keine Demo stattfindet, kann sie leider nicht mit Wattebällchen auf gewaltige Demonstranten reagieren,die dort überhaupt nichts zu suchen hatten.
    Das die Polizei angegriffen wurde,ist auch mit Videos belegt.Verbot ist Verbot,auch in einer Demokratie.
    Die Polizei haben ihren Job gemacht und dabei gab es auch viele Verletzte. Die Gewalt aus den Reihen der Demonstranten wurde in deren Freizeit verübt. Im Gegensatz zur Polizei, wurden sie nicht zur Anwesenheit gezwungen,im Gegenteil. Hätten die Demotouristen das Verbot beachtet,wären sie nicht Vorort gewesen. Ich wünsche allen Polizisten die verletzt wurden, gute Besserung.

  3. 46.

    Ich empfehle Ihnen wärmstens das Polizei- und Ordnungsrecht der Stadt Berlin zu lesen. Vielleicht überdenken Sie dann nochmals Ihre tollkühne Meinung, Geisel könne direkt Einfluss auf die Polizeitaktik nehmen.

    Aber wissen Sie was? Sie werden eh glauben wollen, was Sie ohnehin schon zu wissen glauben. Die Demos waren verboten, die Polizeo hätte mit äußerster Härte vorgehen müssen, um die öffentliche Sicherheit zu wahren.
    Querdenker haben bewusst das Demoverbot ignoriertund Berlin als Schauspielplatz genutzt, die Polizei wird jetzt als Schlägertruppe (die sie auf linken Demos schon immer ist!) dargestellt, um letztlichzu behaupten, unsere böse böse Diktatur habe die Polizei dazu angewiesen.
    LÄCHERLICH!

  4. 45.

    Die abgewogene und konkrete Entscheidung vor Ort liegt in der Tat bei den jeweiligen Einsatzleitungen. Die von Geisel berufene Polizeipräsidentin kann da insgesamt nur die "grobe Linie" vorgeben.

  5. 44.

    Egal welches Lager demonstriert, es sind immer friedliche Demonstranten, welche Opfer der Polizei werden. Und das Videomaterial was die Angriffe gegen die Polizei zeigt, dass wird immer vergessen.
    Bei der Gewalt gegen die Polizei sind sich alle Lager einig.

  6. 43.

    Einige Leute scheinen zu vergessen,dass das OVG diese Demos verboten haben. Somit hatte dort kein Straßenpilger auch nur ansatzweise zu demonstrieren,geschweige denn,sich polizeilichen Aufforderungen zu wiedersetzen oder Polizeiabsperrungen / Polizelketten zu durchbrechen. Wer sich gewaltig verhält muss mit den Konsequenzen leben.

  7. 42.

    es wgren auch schon gruppen von idioten sgmstag in der m10-ohne maske, hätte gerne einen polizeieinsatz gehabt, ich hoffe, dass diese nichtdenker nicht mehr einreisen dürfen. Sollen sie in ihren dörfern demonstrieren, aber dass trauen sie sich nicht

  8. 41.

    "Sie scheinen zu glauben "Rot-Rot-Grün" befiehlt Polizeieinsätze..." - Nein, garantiert nicht. Es ist überhaupt nicht vorstellbar das der Herr Geisel die allein durch ihn ins Amt gehobene Frau Slowik einfach mal anruft und ihr Bescheid sagt. Falls Sie es nicht wissen sollten: Innensenator/Innenminister ist der Chef der Polizei. Mann oh Mann, wo meinen Sie zu leben...

  9. 40.

    Das ist doch "nur" ein Ausschnitt. Weiß jemand was zuvor geschehen ist? War jemand dabei? Das ist wie, wenn Leute Zitate komplett ausm Zusammenhang reißen...

    Aber wir wollen jetzt alle auf der bösen Polizei rumhacken, die nichts besseres zu tun hat als alle Furze lang irgendwelche Idioten von Plätzen zu verweisen...

  10. 39.

    Zitat: "Dieselben, die sonst nicht laut genug nach härterem Polizeidurchgreifen schreien können, wenn mal wieder ein paar linke Spontis die falsche Straßenseite blockieren, dieselben suhlen sich jetzt geradezu in ihrer Opferrolle. "

    So ist es. Berliner Polizisten sind bekannt dafür nicht gerade "zimperlich" zu sein...

  11. 38.

    Im Vergleich mit brutalstmöglicher Polizeigewalt auf linken Demos ist das ein Anfassen mit Samthandschuhen. Wer es nicht glaubt sollte mal Augenzeuge werden...

  12. 37.

    Wer leugnet denn? Genau so wenig wie die Teilnahme an einer verbotenen Versammlung, Zusammenrottung und Märsche von Verfassungsfeinden in der halben Stadt leugnet hier keiner diese Übergriffe.

  13. 36.

    Und das hat jetzt damit genau was zu tun? wollen sie mir sagen, weil die Polizisten schon einige Stunden ihren Dienst tun muß man schon mal akzeptieren, daß Gewalt angewendet wird? Ist ja wohl nicht ihr Ernst?

  14. 35.

    "sind sie in der Lage zu googlen?"

    Ja bin ich, und Sie? Aber wer nimmt z.B. sein Nachwuchs als Schutzschild immer wieder auf Demonstrationen mit?
    Wer spendet äh schenkt bekannten Bauernfängern Geld?

  15. 34.

    „ Im Netz kursieren Hunderte kurze Videos von Polizeigewalt, die Demonstranten am Wochenende bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen aufgenommen haben.“
    Ich finde, die Polizei noch nicht mal annähernd so stark durchgegriffen, wie es gegenüber diesen primitiven Menschen angebracht war.

  16. 33.

    Leider gibt es viele schockierende und nicht zu akzeptierende Fotos und Videosequenzen von brutaler Gewalt einzelner Polizisten.
    Leider,leider.
    Ein Rechtsstaat hat die Pflicht,dem nachzugehen und ggfs.angemessen zu sanktionieren.

  17. 32.

    2600 Polizisten sind gegen 5000 Demonstranten hoffnungslos unterlegen und sie schreien nach der Bundeswehr. Das tut ja schon weh.

  18. 31.

    Dieselben, die sonst nicht laut genug nach härterem Polizeidurchgreifen schreien können, wenn mal wieder ein paar linke Spontis die falsche Straßenseite blockieren, dieselben suhlen sich jetzt geradezu in ihrer Opferrolle.

  19. 30.

    sind sie in der Lage zu googlen? dann werden sie auch fündig, es gibt genug Streamingmaterial von der Demo, zumal ich selbst vor Ort war und ich habe gesehen wie Beamte einen älteren Mann am Boden immer wieder mit Fäusten traktiert haben, sowas habe ich noch nie live gesehen und es war schockierend!

  20. 29.

    Meinen Sie alle Demonstranten, egal auf welcher Demonstration, oder nur bestimmte Demonstranten?

Nächster Artikel