Trams, Bäume und Radwege - So sollen Potsdamer und Leipziger Straße umgebaut werden

Entwurf Umgestaltung Potsdamer Straße 2021 (Quelle: Senatsverwaltung für Verkehr Berlin)
Bild: Senatsverwaltung für Verkehr Berlin

Vier Baumreihen, vier Meter breite Radwege: Bei einer Verlängerung der Tramschienen vom Alexanderplatz bis zum Kulturforum könnte die Verkehrssituation grundsätzlich umgekrempelt werden. In neuen Entwürfen bleibt für Autos deutlich weniger Platz.

Wenig Grün, viel Autoverkehr, schlechte Luft: Für Fußgänger und Radfahrer ist die Leipziger Straße in Berlin-Mitte momentan kein Ort zum Wohlfühlen. Nach Plänen der Verkehrsverwaltung soll sich das in wenigen Jahren ändern: In dieser Woche wurden Entwürfe vorgestellt, wie der Straßenabschnitt 2028 aussehen könnte. Autos sollen dabei deutlich weniger Platz bekommen.

Entwürfe nach Öffentlichkeitsbeteiligung vorgelegt

Am Mittwoch präsentierte die Senatsverwaltung für Verkehr nach einer dritten Öffentlichkeitsbeteiligung Entwürfe für eine Tramverlängerung zwischen Alexanderplatz, Potsdamer Platz und Kulturforum [berlin.de], die mit einer grundsätzlichen Umgestaltung der knapp mehr als vier Kilometer langen Straßenstrecke einhergehen soll.

Besonders große Änderungen sind unter anderem auf der Potsdamer und der Leipziger Straße geplant. Hier sollen Kraftfahrzeuge jeweils nur noch eine Fahrspur pro Richtung behalten - zurzeit sind es zwei. Den Entwürfen zufolge sollen auf der Potsdamer Straße auf beiden Seiten Radwege sowie Busspuren eingerichtet werden. Neben den Straßenschienen in der Mitte ist zudem ein Grünstreifen mit Bäumen vorgesehen - insgesamt sind vier Baumreihen geplant.

Entwurf zur Umgestaltung der Potsdamer Straße 2021 (Quelle: Senatsverwaltung für Verkehr Berlin)

Auch auf der Leipziger Straße fallen Fahrspuren für Autos weg. Viel Platz ist dafür für Grün und Radfahrer eingeplant. Auf dem östlichen Teil zwischen Spittelmarkt und Charlottenstraße sollen vier Baumreihen kommen und vier Meter breite Radstreifen - auf beiden Seiten. Die Tram soll hier sogar drei Spuren bekommen, um Kehrtwenden zu ermöglichen.

In der Straßenschlucht auf westlicher Seite bleibt - selbst ohne Buspuren und Grünstreifen - nur noch eine Autospur in jede Richtung. Hier sind auch Radwege eingeplant, allerdings deutlich schmaler. Laut "Berliner Zeitung" sind keine Busspuren geplant, weil hier dann keine Linienbusse mehr fahren sollen.

Verlängerung nach Steglitz angedacht

Schon seit Jahrzehnten Jahren wird über die Tramverlängerung diskutiert. Auf dem Potsdamer Platz wurden bereits Schienen verlegt - seit Jahrzehnten unangeschlossen. Nun ist anvisiert, ab 2023 in die konkreten Bauplanungen überzugehen, so dass 2025 mit dem Bau begonnen werden kann. 2028 soll die Umgestaltung fertig sein sein. Danach solle eine Verlängerung nach Steglitz in Angriff genommen werden, heißt aus der jetzigen Regierung.

Von der Umgestaltung erwartet sich die Stadtverkehrverwaltung mehr Lebensqualität: "Mehr Querungsmöglichkeiten für Fußgängerinnen und Fußgänger, mehr Bäume und Grün sowie attraktive Radverkehrsanlagen werden im Zusammenspiel mit einer höheren Nutzung des ÖPNV zu deutlich weniger Kfz-Verkehr und somit zu einer Entlastung der Menschen vor Ort von Lärm- und Luftschadstoffemissionen führen", heißt es in der Beschreibung des Baumprojekts. Verkehrssenatorin Regine Günther habe angekündigt, dass rund 200 Bäume geplanzt werden sollten , heißt es in der "Berliner Zeitung".

Wegen hoher Schadstoffbelastung war vor einigen Jahren auf der Leipziger Straße bereits Tempo 30 verhängt worden.

Die neue Tramverbindung soll laut Senatsverwaltung die Anbindung in der südlichen Berliner Innenstadt verbessern, mit neuen Direktverbindungen zwischen Hohenschönhausen, Weißensee und Prenzlauer Berg. Außerdem gebe es bessere Verknüpfungen von Nord nach Süd.

 

89 Kommentare

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  1. 89.

    Paris ist ein Stichwort, was Sie hier einbringen und was in keinster Weise vergleichbar ist mit Berlin.
    Berlin außerhalb des S-Bahn-Ringes ist kein unplanmäßiges Gewuchere, als dass die Banlieue angrenzend in Paris erscheint. Der entscheidende Unterschied liegt in der Eingemeindung und Nichteingemeindung.

    Es geht um die Gestaltung eines einziges Straßenzuges, der heute zum Davonlaufen ist und künftig wieder die Balance finden wird a) zwischen dienender Funktion der VERSCHIEDENEN Verkehrsarten und b) einer maßstabgebenden städtischen Urbanität. Diese Balance ist den Planenden nach meiner Empfindung sehr gut gelungen.

    Von Empfindungen habe ich hier noch nie jemanden schreiben gesehen. Genau das ist es, was ich kritisiere. Das liegt nach meiner Empfindung schlichtweg außerhalb ihres Denkens.

    Damit will ich es Ihnen gegenüber gut sein lassen.

    Guten Abend.

  2. 88.

    Zur besseren Einordnung: Paris ist übrigens nur gut 100 km² groß, die Fläche innerhalb des Berliner Ringes ist mit 88 km² nicht viel kleiner. Das sind leider die Dimensionen, in denen auch Sie vielfach denken. Dabei ist hier wie dort der ÖPNV mehr als nur Straßenbahn, die es zwar auf der Ile-de-France, aber in Paris nicht gibt, was von so manchem aber als Beispiel für die Renaissance der Tram in Paris gefeiert wurde.

  3. 87.

    Es ist nicht normal in dieser Größenordnung, nur in Teilbereichen faktisch als quasi Vorab-Genehmigung. Ein abgestimmtes Behördenvorgehen im Sinne eines Projektes wäre zehnmal angebrachter.

    Beim Umbau einer Straße geht es zuweilen ja auch, bei denen sämtliche Medien (hier ausgreifender verstanden zuzüglich Strom, Gas und Wasser) im Rahmen eines Vorhaben in einem mitgebaut werden, als fünfmal hintereinander die Fahrbahn bzw. Straße aufzureißen.

  4. 86.

    Der einzige, der sich hier treu bleibt, sind leider Sie. Natürlich sind Vorleistungen erstmal Insellösungen, was denn sonst. Man tätigt diese ja bewusst, um sie später in die finale Verkehrslösung einzubinden.

  5. 85.

    Sie ignorieren dabei nur krampfhaft, dass das spätere Bevölkerungswachstum zum Zeitpunkt des Verkaufs noch gar nicht absehbar war und in den Hütten eine riesige Leerstandsquote herrschte, weil die Mieter reihenweise in bedeutend bessere Wohnungen abgehauen sind. Das passt nur nicht in Ihre Wahrnehmungsblase. Berlin hätte sich auch ohne Bankenskandal diese Geldvernichtungsbestände weder leisten können noch wollen. Die Summen, die man hätte investieren müssen hatte Berlin schon vor dem Bankenskandal nicht und hätte sie auch über die Mieten nicht mehr reingeholt. Das war kein Tafelsilber, das waren Schrottimmobilien.

  6. 84.

    Entschuldigung, aber das Rumhacken auf Tesla und den Behörden wegen der noch nicht finalen Baugenehmigung ist entweder Unwissen oder Ignoranz. Das Vorgehen ist bei Projekten dieser Größenordnung vollkommen normal, da während des Genehmigungsverfahrens unzählige Änderungen und Anpassungen erfolgen. Keine Firma könnte es sich leisten, jahrelang auf eine finale Genehmigung zu warten und in der Zwischenzeit mehrere fertige Bauanträge wieder für kleine Änderungen in den Wind zu schreiben. Daher wird immer Abschnitt für Abschnitt geplant, genehmigt und gebaut. Die finale Genehmigung ist dann nur noch eine Formalie. Hier ist weder Bestechung noch Bevorzugung durch die Behörden gegeben.

  7. 83.

    "Ihre übliche Einschränkung auf den "Ausbau oberirdischer Schienenverkehrsmittel" ..."

    Bitte beachten Sie Titel und Thema dieses Beitrags. Es geht weder um Paris, noch allgemein um das Berliner U-Bahn-Netz, sondern spezifisch um die Gestaltung der Straßenzüge Leipziger und Potsdamer Straße mit allen Verkehrsträgern, die dort eine Rolle spielen und spielen werden. Das ist die Tram, der Radverkehr, der Fuß- und der Kfz.-Verkehr.

  8. 82.

    Paris ist nicht weiter, es hat nur Millionen Menschen aus der Stadt rausgeschmissen, die jetzt aus dem Umland wieder reingefahren werden müssen. Dass die doppelte Zahl wie die Stadt selbst außerhalb ihrer Grenzen wohnt, lässt sich vom Raum Berlin gewiss nicht behaupten.

  9. 81.

    Nun haben die Linksextremen schon wieder die Diskussion auf ihr Lieblingsthema gelenkt, obwohl es mit zu kommentierenden Beitrag nichts zu tun hat. Da kann ich nur sagen, gelernt ist gelernt.

  10. 80.

    Selbstverständich war das "Tafelsilber", mit dem Wohnungsbestand hätte man Mieten regulieren können und ein paar Jahre später wurden die Wohnungen auch wieder gebraucht. Mal ganz angesehen von den Berlin eigenen Unternehmen.

    Soviel zu ihrem "Diskussionsstil", Fake News und Lügen.

  11. 79.

    Ihre sog. "Vorleistungen von Schwarz-Rot" sind zum einen Insellösungen wie auf der Mitte der Daumstraße. die in Sackgassen enden und nie über Planungsstatus hinausgekommen sind. Diese Betrebungen sind auf sPD Senatoren zurückzuführen und sind von der cDU abgelehnt und torpediert worden.

    Fake News, Verdrehungen und plumpe Lügen, eines muß man aber ihnen lassen, sie bleiben sich treu.

  12. 78.

    Ihre übliche Einschränkung auf den "Ausbau oberirdischer Schienenverkehrsmittel" wäre eine ebenfalls treffenden Beispiel für das sich gegenseitige Behindern der Politik bei Ausbau des ÖPNV im Allgemeinen. Wie schon erwähnt, sind Millionenmetropolen wie Paris da wesentlich weiter.

  13. 77.

    "Fake News" ist ein bei Donald Trump ebenso beliebter Ausdruck wie bei Ihnen. Sie versuchen hier davon abzulenken, dass lediglich 7 Mr. Euro an Mitteln wegen des Bankenskandals tatsächlich abgeflossen sind. Dem standen aber auch Werte gegenüber wie z.B. bundesweit verstreute Immobilien. Der große Rest der Schulden entstand aus anderen Gründen, auf die z.B. das BVerG in Beschluss zu "Berlin-Klage" hinweist. Die Gründe sind vielfältig und reichen teils bis weit vor die Wende zurück, wo beide Teil-Städte von der jeweiligen Regierung gepampert worden sind und über ihre Verhältnisse gelebt hatten. Jeder wollte bei Kirschkern-Weitspucken gewinnen.

  14. 76.

    So ein Unfug. Berlin musste gar nichts unter Wert verkaufen, das so genannte "Tafelsilber" war schlicht nicht mehr wert. Ihr Diskussionsstil, hier Anderen ständig Lüge zu unterstellen ist unsachlich und stillos.

  15. 75.

    Niemand kann aufgrund gestiegener Grundstückspreise und Baumaterialpreise mehr günstigen Wohnraum bauen. Jedenfalls nicht ohne massive Verluste

  16. 74.

    "Etwas mehr Tesla-Geschwindigkeit hätte der Dame nicht nur beim Pendeln mit dem Dienstwagen gut zu Gesicht gestanden."

    Tesla ist da wegen der Vorabgenehmigungen und der Willfährigkeit staatlicher Behörden eher ein schlechtes Beispiel. Allerdings gibt es Musterbeispiele für zügige Planungen, in denen die Behörden nicht losgelöst und teilw. gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Das wird der Ausbau oberirdischer Schienenverkehrsmittel im Behördenablauf immer noch nicht als gesamtstädtisches Projekt behandelt.

  17. 73.

    Sie wiederholen also noch ihre Lügen und Fake News und behaupten also weiterhin Berlin wäre kein Schaden enststanden, da sie Zahlen und Tatsachen bewußt verdrehen oder einfach weglassen.

    "Man erhoffte sich Hilfen zum Schuldenabbau in Höhe von 35 Milliarden Euro, jedoch wurde die Klage am 19. Oktober 2006 mit der Begründung, das Ausbleiben der Sanierungshilfe sei mit der Verfassung vereinbar, abgelehnt. [...] 2018 wurde vom Senat davon ausgegangen, dass bis 2020 die Risikoabschirmung aufgehoben werden könne. Bis zu diesem Zeitpunkt waren 7 Mrd. € an finanziellen Mitteln abgeflossen, weitere wurden mutmaßlich nicht benötigt. Dem gegenüber stehen Einnahmen in Höhe von 5,5 Mrd. €. Am Ende könnte sogar ein kleiner Überschuss entstehen."

    D.H. Nachdem Berlin alles zu Geld gemacht unter weit unter Wert verkaufen mußte blieb NACHHER ein winziger Überschuss stehen.

    Würde Berlin alles zurückkaufen was es vorher besessen hat, Gebäude, ÖD usw. sanieren, käme das wahre Ausmaß zu Tage.

  18. 72.

    Achten Sie mal auf die Angabe zum Projektstart: "Das Vorhaben “Straßenbahn-Neubaustrecke Adlershof II” (Projektlaufzeit: 11/2015 bis 09/2022) wird im Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) gefördert ..."

  19. 71.

    Wo bitte ist ein Bahnhof Karower Kreuz entstanden??
    Der ist noch nicht mal im Bau und auch nur sinnvoll wenn die S75 verlängert wird....irgendwann!

  20. 70.

    Der Senat lässt regelmäßig Verkehrsbefragungen durchführen Schauen Sie sich mall die Ergebnisse an. Ich vermute, dass die Firmenwagen bei der Zuordnung zu privaten Haushalten fehlen, da die ja einen gewerblichen Halter haben. Bei meinem Arbeitgeber sind die wie bei vielen anderen auch am Hauptsitz angemeldet., nicht in Berlin. Gerade in der Ringbahnblase kommen die von Ihnen erwähnten Car-Sharer noch hinzu.

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