Online-Portal des Senats - Nur wenige Beschwerden gegen sexistische Werbung in Berlin

Eine junge Frau in kurzen Hosen hält auf einem Werbeplakat ein Schild mit der Aufschrift "Nicht nur für eine Nacht". Feministinnen haben einen Aufkleber mit den Worten "Sexistische Kackscheisse", auf den linken Oberschenkel der Frau auf dem Plakat geklebt. (Quelle: Wolfram Steinberg/dpa)
Bild: Wolfram Steinberg/dpa

Berlin will das Online-Portal für Beschwerden gegen sexistische Werbung bekannter machen. Die erstmals im Januar zusammengekommene Jury habe seitdem fünfmal getagt und über Beschwerden von Berlinerinnen und Berlinern beraten. Dies sagte Eren Ünsal, Leiterin der Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung, am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses.

Jury griff nur zwei Mal ein

Bisher sind Ünsal zufolge fünf Beschwerden eingegangen, zwei davon habe die Jury als diskriminierend bewertet und die entsprechenden Unternehmen angesprochen. Zwei weitere Werbe-Aktionen wurden als nicht-diskriminierend gewertet, bei einer fünften habe es noch keine Bewertung gegeben.

Beschwerden sind über ein Online-Formular möglich [berlin.de]. Die Jury prüft sie anschließend auf Grundlage eines Kriterienkatalogs, der sich am Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und am Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) orientiert, wie Ünsal erläuterte. Die ehrenamtlichen Expertinnen und Experten kommen aus den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Wissenschaft.

Berlin will Beschwerde-Portal bekannter machen

Die Arbeit der Jury soll künftig noch bekannter gemacht werden. Geplant ist unter anderem, zu diesem Zweck noch in diesem Jahr Flyer und Postkarten drucken zu lassen. Auf landeseigenen Werbeflächen gilt seit 2019 in Berlin ein Verbot diskriminierender und sexistischer Inhalte.

Sendung: Inforadio, 23.08.2021, 11:25 Uhr

11 Kommentare

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  1. 10.

    Ist dieses Fotobeispiel denn nun diskriminierend, weil die dargestellte Person offensichtlich eine Rechtschreibschwäche hat? Sowas kann man doch in Abendkursen behandeln und damit auch seine Schriftsprache verbessern ;-) Oder hat sie bloß vergessen hat ein "i" zu kaufen?

  2. 9.

    Echt jetzt? Was ist daran NICHT sexistisch? Was genau soll dieses Plakat bewerben? Ich sehe da nur eine leicht bekleidete Frau, die mit ihrem Schild suggeriert, dass sie nicht nur für eine Nacht zu haben ist...nochmal, was wird hier beworben? Ich sehe kein Produkt...äh, oder ist es tatsächlich die Frau, die das "Produkt" darstellt?

    Wer sich mal konkreter mit dem Thema Sexismus in der Gesellschaft allgemein beschäftigt hat, wird wissen, was ich meine. Ich für meinen Teil wusste nicht, dass es eine solche Stelle in Berlin gibt, bei der man auf sexistische Werbung aufmerksam machen kann - gut zu wissen.

  3. 8.

    Gute Replik. Berlin kann seine Zeit wirklich besser nutzen als für so etwas. Wenn keine Beschwerden kommen, dann wohl eher weil Berlin tolerant ist, auch was diese Art der Werbung angeht. Das regt kaum jemanden auf.

  4. 7.

    Bei aller Liebe ehrlich gefragt: was ist an dem Plakat ganz oben sexistisch? (vgl. www.duden.de/node/165106#bedeutungen)

  5. 6.

    Wow das hat sich ja richtig gelohnt...

  6. 5.

    Ist klar,erstmal die ganz dicken Bretter bohren..
    Wenn man will,versteht man auch,was ich sagen will. Zeit ist nun mal nicht unendlich und man verschwendet sie mit solchen Nebensächlichkeiten. Einen Artikel beim rbb bekommt man mit einer beschafften Wohnung natürlich nicht..

  7. 4.

    Aufwand für diese Maßnahme: Ein Formular auf der Berlin eigenen Webseite und ein paar Zoom Konferenzen. Was kann das schon gekostet haben? Ich finds gut, dass Berlin da hinschaut, auch wenn nicht viel bei rum kommt. Was das eine mit dem anderen zu tun haben soll, kann ich nicht nachvollziehen. Sich um die Krümel des Sozialstaats zu streiten, bringt uns auch nicht weiter. Der dicke Kuchen wird ganz woanders serviert.

  8. 3.

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Geld wäre auch woanders da. Spitzensteuersätze, Cum-Ex Betrüger, Steuerleichterungen für Immobilienbesitzer und -käufer usw. usf.

  9. 2.

    Hierfür sind Geld und Personal da. Dafür bleiben so viele unzählige andere Dinge liegen, die viel wichtiger wären, dass 1000 Zeichen nicht ausreichen.

  10. 1.

    Wenn man Probleme sucht,wo keine sind..
    Wieso investiert man nicht die Zeit und das Geld anderweitig und versucht beispielsweise stattdessen die Obdachlosen von der Straße zu bekommen und denen eine Wohnung zu beschaffen?

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