Hör- und Spracheingeschränkte - Neue Notruf-App "Nora" nur in Berlin noch nicht verfügbar

Mi 29.09.21 | 10:33 Uhr
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Die neue Notruf-App Nora ist am 28.09.2021 auf dem Display eines Mobiltelefones zu sehen. (Quelle: dpa/Rolf Vennenbernd)
Bild: dpa/Rolf Vennenbernd

App statt Fax: Vor allem hörgeschädigte Menschen können in Zukunft per App die Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei rufen. Die Notruf-App "Nora" ist bereits am Dienstag in 15 Bundesländern an den Start gegangen.

Nur in Berlin kann sie noch nicht genutzt werden - "weil es in der Administration etwas hakt", wie der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag sagte. Sein Bundesland ist federführend an der Umsetzung des Projekts beteiligt.

Aber auch in Berlin werde die "Nora"-App "demnächst" eingeführt, fügte Reul hinzu. Wann genau das der Fall sein wird, ist noch unklar. Eine Anfrage von rbb|24 bei der Berliner Senatsverwaltung für Inneres blieb bislang unbeantwortet.

Nutzer müssen sich einmalig anmelden

Bisher hätten hörgeschädigte Menschen in Notlagen auf Gebärdendolmetscher, Freunde oder das Fax zurückgreifen müssen, sagte Reul weiter. "Nora" schließe hier eine Lücke. Die App ergänze die bestehenden Notrufsysteme um eine mobile Komponente.

Nach dem Download der App müssen sich die Nutzer einmalig anmelden. In einem Profil können bereits persönliche Angaben zu Vorerkrankungen gemacht werden. Wird der Notruf gewählt, erkennt die App automatisch den Standort des Handys und übermittelt diesen mit einem Klick an die Leitstelle.

Danach führt die App die Nutzer durch mehrere Fragen, die helfen sollen, die Gefahrenlage einzuschätzen: Soll die Polizei oder die Feuerwehr alarmiert werden? Sind Menschen verletzt? Geht es um einen Einbruch oder einen Brand? Sind alle Fragen beantwortet, wird der Notruf abgesetzt.

In erster Linie richtet sich das Angebot an alle Menschen, die aufgrund einer Hör- oder Sprachbehinderung schlecht am Telefon kommunizieren können. Aber auch für Menschen, die kein Deutsch können oder in einer Notlage nicht sprechen können, ist die App nützlich.

Sendung: Fritz, 28.09.2021, 17:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Mal sehen, wann die ersten die Warteschleifen im Notruf 110 & 112 mit der App umgehen?

  2. 4.

    Wiedermal in Berlin wo nichts klappt. Ist schon traurig so eine negativwerbung. Aber dafür klappen alle Demos.

  3. 3.

    Kein Wunder das es in Berlin nichts mehr klappt. Und mit der neuen Regierung geht es noch weiter nach unten. Armes Berlin !

  4. 2.

    Manchmal sollten Produkte erst an den Start gehen, wenn sie wirklich funktionieren? Vielleicht ist Berlin dieses Mal gar nicht so dumm wie es scheint.

  5. 1.

    Wen wundert es, das es mal wieder in Berlin nicht klappt. :( :( :(

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