Berliner Kudamm - Sieben Jahre Haft für 31-Jährigen nach Raubüberfall auf Geldtransporter

Archivbild: Überfall auf einen Geldtransporter vor einer Volksbank Filiale am Kurfürstendamm Ecke Bleibtreustraße. Die Polizei ist vor Ort und sichert den Tatort. (Quelle: imago images/S. Zeitz)
Audio: Inforadio | 08.09.2021 | Ulf Mohrling | Bild: imago images/S. Zeitz

Fünf als Müllmänner verkleidete Männer hatten im Februar am Berliner Kudamm einen Geldtransporter ausgeraubt. Ein Mann aus dem Clan-Milieu konnte später festgenommen werden. Er gestand - und wurde nun zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Nach einem Überfall auf einen Geldtransporter auf dem Berliner Kurfürstendammist einer der Täter zu sieben Jahren Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach den 31-Jährigen aus einem arabischstämmigen Clan am Mittwoch des schweren Raubes und der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Zudem wurde wegen einer Drogensucht die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

650.000 Euro in eineinhalb Minuten erbeutet

Der 31-Jährige soll die Tat am 19. Februar dieses Jahres mit vier bislang nicht ermittelten Komplizen begangen haben. Maskiert und als Müllmänner getarnt überfielen sie den Ermittlungen zufolge vor einer Bank den Geldtransporter einer Sicherheitsfirma und bedrohten die Wachleute mit Schreckschusspistolen. Ein weiterer Mann soll den Fluchtwagen gefahren haben.

Die Täter erbeuteten den Angaben zufolge rund 650.000 Euro. Die Tat habe rund eineinhalb Minuten gedauert, hatte einer der Ermittler vor Gericht ausgesagt. Der Polizeibeamte sagte weiter, die Täter hätten den schweren Sack mit 15 Geldkassetten zur Straße gezogen und in das Fluchtauto gehievt. Der Kofferraum habe sich nicht ganz schließen lassen. "Der Sack musste von innen gehalten werden." Der Wagen, den die Täter laut Ermittlungen knapp einen Monat zuvor gekauft hatten, sei mit einem falschen Kennzeichnen ausgestattet gewesen und kurz nach der Tat auf einem Parkplatz angezündet worden. Im Auto seien die Revolver der Sicherheitsmitarbeiter gefunden worden.

Schulden wegen Drogensucht

Durch eine DNA-Spur wurde der Angeklagte rund einen Monat nach dem Überfall als einer der mutmaßlichen Räuber festgenommen. Der vorbestrafte Angeklagte hatte im Prozess gestanden. Er habe sich nur zwei Wochen nach einer Haftentlassung an der Tat beteiligt, weil er hohe Schulden durch seine Drogensucht angehäuft habe, sagte der 31-Jährige vor Gericht aus. Was geschehen ist, tue ihm leid. Nach eigener Aussage erhielt er aus der Beute 70.000 Euro. Mittäter nannte er nicht.

Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten zu Beginn des Prozesses vor einer Woche eine Verständigung erzielt. Im Fall eines Geständnisses war dem Angeklagten eine Strafe zwischen sechseinhalb und siebeneinhalb Jahren Haft zugesichert worden.

Sendung: Abendschau, 08.09.2021, 19:30 Uhr

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