Tausende Feiernde - Berliner Polizei räumt erneut Mauerpark

Menschen feiern in der Nacht vom 03. September im Mauerpark. (Quelle: M. Pudwell)
Video: rbb|24 | 05.09.2021 | Material: zibb | Bild: M. Pudwell

Die Berliner Polizei hat in der Nacht zum Samstag erneut den Mauerpark im Stadtteil Prenzlauer Berg geräumt. Rund 3.000 Feiernde hätten sich gegen Mitternacht noch in dem Park aufgehalten, teilte ein Polizeisprecher am Samstagvormittag mit.

Die Polizei habe daraufhin begonnen, das Gelände zu räumen. Es seien Beleidigungen gegen die Beamten gefallen, vereinzelt sei mit Flaschen geworfen worden, so der Sprecher weiter. Verletzt worden sei niemand. Auch Festnahmen habe es demnach keine gegeben.

Am späten Samstagabend musste die Polizei den Mauerpark erneut räumen. Anwohner hätten sich zuvor über die Lautstärke beschwert, teilte die Polizei am Sonntag mit. Rund 1.200 Feiernde hätten sich zu dem Zeitpunkt noch in dem Park aufgehalten, hieß es weiter. Die Beamten, die auch von Polizeihunden begleitet wurden, seien während der Räumung vereinzelt mit Flaschen beworfen worden. Eine Einsatzkraft wurde dabei leicht verletzt.

Parties in den Berliner Parks

Immer wieder sind in den vergangenen Wochen Tausende Menschen aufgrund der Corona-Pandemie für Parties in die Berliner Parks ausgewichen. Nach Anwohner-Beschwerden wegen der Lautstärke rückte in der Regel die Polizei an. Häufiger kam es dabei auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Feiernden und Beamten.

Bei Krawallen im James-Simon-Park in Mitte etwa wurden Anfang August 19 Polizisten bei Flaschen- und Steinwürfen verletzt. Für den James-Simon-Park hat der zuständige Bezirk deshalb Beschränkungen erlassen. Erst vor wenigen Tagen sperrte auch der Bezirk Treptow-Köpenick Teile des Treptower Parks ab einer bestimmten Uhrzeit.

Lärmschutzschale installiert

Im Mauerpark ist erst am Freitag die erste Lärmschutzschale installiert worden. Sie soll die Anwohnerinnen und Anwohner vor Lärm aus der Grünanlage schützen - vor allem vor lauter Musik. Die Schale ist drei Meter breit und sechs Meter hoch und wird zum Beispiel bei Musikevents aufgestellt. Sie kostet rund 23.000 Euro, den Großteil bezahlt das Land.

10 Kommentare

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  1. 10.

    Einfach ab 20.00 Uhr komplett sperren , bei Zuwiderhandlungen 500.-Euro Bußgeld ...fertig .

  2. 9.

    Lesen Sie mal den post von Anwohnerin vom 05.09. 16:24 Uhr ... sagt ja wohl alles.
    Auch wenn ich mittlerweile in Panketal wohne, ich kenne die Gegend rund um den Mauerpark sehr gut und schon sehr lange; habe unter anderem in der Buchholzer Str. gewohnt.
    Das war mal echt ne spannende Gegend, ist aber lange vorbei. Mann, was bin ich froh, Berlin in den 90iger und den beginnenden 2000ern voll mitgenommen zu haben. Jetzt geht das nicht nur im Prenzlauer Berg längst bergab in Richtung Schwabing und Ballermann, so auch der Mauerpark; war ja abzusehen. Ich bin echt froh, dort nicht mehr leben zu müssen...

    Gruß
    Hajakon

  3. 8.

    Sie sind ja ein Spaßvogel ...
    1. Wäre im Mauerpark 1x Mal die Woche Party, könnte man damit leben, ja. Aber es ist jeden Abend / jede Nacht Party mit Techno etc.
    2. Lauter als einer als einer stark befahrenen Straße ist es auch. Ich kenne beides.
    3. Die Wohnungen die am stärksten betroffen sind, sind die auf der Wedding- / Gesundbrunnen-Seite. Das sind ausnahmslos Mietwohnungen. Viele davon bereits seit vielen Jahrzehnten mit denselben Mietern.
    Die erfüllen leider nicht das beliebte Klischee der zugezogenen Schwaben, die Berlin kaputt machen wollen ....

  4. 7.

    Soviel zu dem 2G-Erfordernis in Clubs. Möglicherweise haben die jungen Leute aber auch kein Geld mehr nach dieser Pandemie um sich den teuren Eintritt in Clubs leisten zu können. So oder so, die Politik hat’s verbockt!

  5. 6.

    Lauter als an einer stark befahrenen Straße zu wohnen, ist es nicht. Aber gegen den lauten und luftverpestenden Autoverkehr kann die Polizei nicht gerufen werden, um die Straße zu räumen. Obwohl jährlich 126.286 Verkehrsunfälle in Berlin vorkommen. Die Folgeschäden durch die Luftverschmutzung sind da noch nicht dabei. Ergo: Lieber einmal die Woche Party vor der Haustür als täglich eine stark befahrene Straße vor der Haustür. Aber die Eigentumswohnungsbesitzer sehen das natürlich anders.

  6. 5.

    Es ist sein Wahlkreis und auch er unterstützt die Lärmfraktion. Einfluss von Politiker/innen geht übrigens über das Bundestagsmandat hinaus... denn um dieses überhaupt zu bekommen, muss man Kandidat des Wahlkreises werden und Kandidat wird man nur, wenn man Einfluss hat... Zitat Mindrup in den letzten Tagen: "Mancher Lärm ist eben auch Kultur“. Es handelt sich beim Mauerpark eigentlich um einen Park zur Erholung, nicht nur Anwohnerterrorisierung und auch nicht um einen Rummelplatz.

  7. 4.

    Das nennt man „alternative Lebensform“ oder auch „proletarische Kunst“.
    Was Sie schreiben erinnert mich an die Müllhaldenmonologe der SPD Bundestagskandidaten in der Revaler Straße.

  8. 3.

    Augen auf beim teuren Eigenheimkauf!!!

  9. 2.

    Was hat Mindrup damit zu tun? Er ist in der Bezirksvertretung oder was macht er....

  10. 1.

    Es ist eine Schande, wie die Pankower Lokalapparatschiks den Lärmterror kommentieren und nichts tun. Gilt für Mindrup, gilt für Benn. Der Mauerpark ist eine traurige Touriwüste, eine abgewrackte Disney-Karikatur seiner selbst. Hauptsache die Fressbuden sind da. Hauptsache man zelebriert Rücksichtslosigkeit gegenüber den Anwohnern. Man weiß wirklich nicht, was schlimmer ist. Der Ballermann oder der Mauerpark. Zumindest können aber die Leute am Ballermann Mal zwischendurch Schweiß und Staub abwaschen.

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