Berlin-Wilmersdorf - Messerangriff auf Landschaftsgärtnerin - 29-Jähriger laut Behörden schuldfähig

Archivbild: Ein Polizei-Absperrband; im Hintergrund steht ein Polizeiwagen und Personen sind zu erkennen. (Quelle: dpa/M. Tirl)
Video: Abendschau | 07.09.2021 | Viktoria Kleber | Bild: dpa/M. Tirl

Ein 29-Jähriger, der am Samstag in Wilmersdorf eine Landschaftsgärtnerin und einen ihr zu Hilfe eilenden Mann niedergestochen hat, gilt nach erster Einschätzung eines Gutachters als schuldfähig. Die Behörden ermitteln zu einem möglichen islamistischen Motiv.

Ein 29-Jähriger soll eine Frau am Samstag in Berlin-Wilmersdorf mit einem Messer niedergestochen haben - ebenso einen ihr zu Hilfe eilenden Mann. Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft gilt der mutmaßliche Angreifer zunächst als schuldfähig.

Der 29-Jährige sitze in Untersuchungshaft, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Dienstag. Ein Gutachter habe ihn untersucht – er werde nicht in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.

Zum Thema islamistisches Motiv wird ermittelt

Der Sprecher fügte hinzu, der 29-Jährige mit afghanischer Staatsangehörigkeit habe möglicherweise ein islamistisches Motiv gehabt - dazu werde nun intensiv ermittelt. Bei dem Verdächtigen habe es in der Vergangenheit mehrere Vorfälle mit Bezügen zum Islamismus gegeben, etwa "Bekehrungsversuche" - so der Sprecher. Der Mann soll laut Polizei am Samstagmittag eine 58-jährige Landschaftsgärtnerin in einer Grünanlage in Berlin-Wilmersdorf angesprochen haben, weil er sich daran störte, dass sie als Frau arbeitete.

Dann soll der 29-Jährige die Frau unvermittelt mehrfach mit einem Messer in den Hals gestochen haben. Ein 66-jähriger Mann, der zu Hilfe eilte, wurde von dem Täter ebenfalls durch Stiche in den Hals schwer verletzt. Was der Täter kurz vor dem Angriff genau zu der Frau sagte, sei noch unklar, so der Sprecher. Die Frau konnte den Angaben zufolge noch nicht befragt werden.

Hinweise auf psychische Erkrankung

Der Verdächtige wurde am Samstag noch am Tatort festgenommen. Die Polizei sprach von Hinweisen auf eine psychische Erkrankung des Afghanen, der seit 2016 in Deutschland lebe. Er soll sich, so Staatsanwalt Martin Steltner, jünst in psychiatrischer Behandlung befunden haben.

Am Sonntag wurde gegen den 29-Jährigen ein Haftbefehl erlassen.

Sendung: Inforadio, 07.09.2021, 14:00 Uhr

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