Invasive Art - Erstmals Forellenbarsche in Brandenburg entdeckt

Symbolbild: Ein Forellenbarsch schwimmt in Florida (Bild: imago images/Michael Wood)
Bild: imago images/Michael Wood

Der Forellenbarsch ist ein gebietsfremder Raubfisch - nun wurde die für einheimische Fische und Vögel gefährliche Art erstmals in der Havel entdeckt. Angler und Berufsfischer sind um Hilfe gebeten.

Für einheimische Fische gefährliche Forellenbarsche (Micropterus salmoides) sind erstmals in der Havel entdeckt worden. Zwischen Werder (Potsdam-Mittelmark) und Brandenburg an der Havel seien von Anglern mehrfach Forellenbarsche gefangen worden, sagte Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg-Berlin am Freitag.

Forellenbarsch gelangte aus Nordamerika nach Europa

"Uns gemeldete Fänge sind die Erstnachweise im Havelgebiet", so Dettmann weiter. Das Auftauchen der vermutlich ausgesetzten Exemplare in den Havelgewässern werde von Anglern und Fischern mit großer Sorge beobachtet. Es bestehe die Gefahr, dass sie sich weiter verbreiteten. Die Größen zwischen 10 und 25 Zentimetern deuteten darauf hin, dass es sich um unterschiedliche Jahrgänge und damit bereits um Nachkommen von illegal ausgesetzten Fischen handeln könnte, hieß es.

Der Forellenbarsch gelangte mit der Regenbogenforelle Ende des 19. Jahrhunderts aus Nordamerika nach Europa. Er ist sehr gut an die klimatischen Bedingungen in Deutschland angepasst. Er habe das Potenzial, sich dauerhaft zu etablieren, sagte Dettmann. Vorkommen in Seen gebe es unter anderem bereits in Sachsen oder in Bayern.

Angler und Berufsfischer sollen Fänge melden

Der Forellenbarsch ist ein Raubfisch. Er kann bis zu 70 Zentimeter lang werden. Jungfische ernähren sich von im Wasser lebenden Insekten und kleineren Fischen. Größere Forellenbarsche verspeisen auch Frösche und kleine Wasservögel. Der Fisch hat keine natürlichen Feinde. Im Zoofachhandel und von Fischzuchten wird er für Aquarien und Gartenteiche angeboten. Das Aussetzen gebietsfremder Fische sei untersagt, sagte Dettmann.

Angler und Berufsfischer werden gebeten, weitere Fänge zu melden - möglichst mit Foto und Angaben zu Fangort und Größe. Die Tiere sollen nicht wieder zurück ins Wasser gesetzt werden. Stattdessen können sie als essbare und wohlschmeckende Fische auf dem Teller landen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.09.2021, 10 Uhr

18 Kommentare

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  1. 18.

    Nur mal so ... als das Viech aus Amiland hier heimisch wurde, hatten die USA noch Grünspan hinter ihren Ohren und der Grund 1989 hier auf die Strasse zu gehen war so real wie rosa Einhörner. "Wiki" schreibt zum Fisch ... "Seit 1883 wurden sie auch in Europa eingebürgert und leben heute zum Beispiel im Wörthersee, im Kalterer See und im Gardasee." https://de.wikipedia.org/wiki/Forellenbarsch
    Btw: Sie können auch Forellenbarsch und Tirol in eine Suchmaschine eingeben, besser wär allerdings Rezepte. Das Kerlchen ist nicht gerade "unlecker".

  2. 17.

    Die Invasion der Amerikaner geht weiter. Unsere Heimat ist in Gefahr. Erst Krebse, dann Tesla und Babelsberg, jetzt komische Pilze und der Fisch. Dafür sind wir 1989 nicht auf die Straße gegangen.

  3. 16.

    Die Hommingberger Gepardenforelle ist dafür bekannt"
    Und die Biester sind wahnsinnig schnell-das macht sie besonders gefährlich.
    Zumal unsere Angler ja nun nicht gerade die schnellsten sind.
    In vielerlei Hinsicht.
    Also die Angler.

  4. 15.

    Doch es ist ein großes Problem! Denk mal nicht nur daran ob der Fisch schmeckt oder nicht! Denk mal daran das der Forellenbarsch unsere einheimischen Arten gefährden wird. Unseren Flussbarsch zum

  5. 14.

    Wenn der Fisch schmackhaft ist dann sollte es doch kein Problem sein. Wer mal vergleicht wie wenig Fische man heutzutage fängt gegenüber vor 10 Jahren dem sollte doch ein schmackhafter Fisch an der Angel freuen.

  6. 13.

    "Welcher Fisch greift Menschen an."
    Die Hommingberger Gepardenforelle ist dafür bekannt - ok, Haie, Barracudas auch.

  7. 12.

    Die Wissenschaft. Da hilft auch kein Patetisches Rumgeschwurbel.

  8. 10.

    Wenn man so einen "Fremdfisch" fängt , so ist dieser keinesfalls wieder zurückzusetzen egal wie groß oder welche Jahreszeit ... er bedroht die heimischen Fischarten und somit das hier entstandene Gleichgewicht .

  9. 9.

    Erinnert doch ein wenig an Diskriminierung. Der Fisch gehört hier nicht her. Er ist fremd und muss daher entfernt werden…. alles klar. Wenn er durch irgendwelche Umstände sich hier angesiedelt hat, dann wird die Natur ihn integrieren.

  10. 8.

    Re:"Rainer Nowack |Lauchhammer" : Es ging mit keiner Silbe in meinem Kommentar um irgendwelche eventuellen Angriffe auf Menschen. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass in einigen Jahren diese Fischart deutschlandweit zu finden sein wird. Mit allen Auswirkungen auf die vorhandene Fauna.

  11. 7.

    ..." wenn man demütig die kleine Menschheit als Bestandteil der Natur begreift."

    Auch wenn der Mensch etwas von A nach B bringt, ist er Bestandteil der Natur - und zwar ein ganz Kleiner...

  12. 6.

    Könntet ihr bitte aufhören PANIK zu machen. Welcher Fisch greift Menschen an. Höchstens um seine Jungen zu schützen. Das machen ALLE WILDTIERE.

  13. 5.

    Könntet ihr bitte aufhören PANIK zu machen. Welcher Fisch greift Menschen an. Höchstens um seine Jungen zu schützen. Das machen ALLE WILDTIERE.

  14. 4.

    Die Natur.
    Ist eine Spezies in einem Gebiet heimisch, ist sie non-invasiv.
    Wurde sie aber von Menschen dorthin gebracht, ist sie invasiv.
    Und die Natur ist auch ohne (mehr oder weniger) menschliches Zutun vielfältig genug.

  15. 3.

    Wer entscheidet, was invasiv und was Vielfalt ist? Wer hat die Deutungshoheit zu "Weiter so" oder Bestand sichern bzw. was ist eine Weiterentwicklung oder doch Rückschritt? Und der Wolf ist kein Kormoran oder (Forellen)Barsch in diesem Zusammenhang? Ist es in der Natur genauso wie in der Politik? Eigentlich ja, wenn man demütig die kleine Menschheit als Bestandteil der Natur begreift.

  16. 2.

    Ich meine im Artikel oben gelesen zu haben: "Stattdessen können sie als essbare und wohlschmeckende Fische auf dem Teller landen."

  17. 1.

    Forellenbarsche, als invasive Art in der Havel, das ist überhaupt nicht gut! Über die ganzen Kanäle und Flüsse wird man sie in einigen Jahren deutschlandweit, in den miteinander verbundenen Gewässern finden. An den RBB
    ein paar Fragen obwohl ich kein Angler bin: Darf diese Fischart ganzjährig geangelt werden? Ist diese Fischart essbar? Darf sie eventuell als Speisefisch gehandelt oder in Gaststätten angeboten werden?

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