Frühere Ost-West-Grenze - DDR-Platten an Berliner Wilhelmstraße erhalten Denkmalschutz

Plattenbauten an der Berliner Wilhelmstraße (Quelle: dpa/Joko)
Audio: Inforadio | 20.09.2021 | Silja Sodtke | Bild: dpa/Joko

Die Plattenbauten an der Berliner Wilhelmstraße an der einstigen Grenze zwischen Ost und West sind unter Denkmalschutz gestellt worden. Die Häuser in der früheren Otto-Grotewohl-Straße wurden von 1987 bis 1992 unter Chefarchitekt Helmut Stingl errichtet und gelten als Spätwerk des DDR-Städtebaus. Das Ensemble mit Erkern, Balkonen und Loggien war für 4.000 Menschen ausgerichtet, es bot ungewöhnlich große Wohnungen.

Bis auf einen Abriss ist das Quartier weitgehend im Ursprungszustand erhalten, wie die Senatskulturverwaltung am Montag erklärte.

Wo einst Günter Schabowski wohnte

Laut Landeskonservator Christoph Rauhut war das Viertel ein wichtiger Baustein im Wettbewerb der politischen Systeme: "Als Leuchtturmprojekt der Ost-Berliner Hauptstadtplanung setzte es die Leistungsfähigkeit und Qualität des großen Wohnungsbauprogramms der DDR in äußerst prominenter und historisch aufgeladener Lage öffentlichkeitswirksam in Szene." Dort wohnten DDR-Größen wie Günter Schabowski oder der Kulturpolitiker Kurt Hager.

Zur NS-Zeit befanden sich in dem Viertel Ministerien, die Reichskanzlei und der unterirdische "Führerbunker". Heute liegt in der Nachbarschaft das Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals.

Sendung: Inforadio, 20.09.2021, 12:40 Uhr

28 Kommentare

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  1. 28.

    Zur Ihrer Info, weder die CDU noch die FDP ist meine Lieblinkspartei, aber immer noch besser als die AfD oder die Linke.

  2. 27.

    Meine politische Wahrnehmung als Erwachsene ist schon mehr als halbes Jahrhundert alt, davon 2 Jahre im Sozialismus und 51 Jahre in der Bundesrepublik.

  3. 26.

    Ich habe es nicht mit dem Glauben, sondern mit Tatsachen
    Ihre Theorien, entsprechen den altbekannten kommunistischen Dogmen und Interprätationen.
    Der Wohlstand in Deutschland vor der Wende ist ein Beweis. Nach der Wende floß sehr viel Geld nach Osten, und das kann durchaus als Umverteilung angesehen werden.


  4. 25.

    Ich weiß ja nicht, wann Ihre politische Wahrnehmung in der Altbundesrepublik begonnen hat, aber mit der Ära Kohl, sprich CDU /FDP wurde die soziale Wohnungsbaupolitk Stück für Stück zu Grabe getragen. Und da ab 89 auch nicht mehr die Notwendigkeit vorlag, dem sozialistischen Lager zu zeigen, das soziale Marktwirtschaft der bessere Weg ist, fiel es um so leichter. Die Renditeorientierten konnten munter zum Tanz bitten.

  5. 24.

    Die Häuser auf dem Foto sehen jedenfalls viel besser aus als die weißen Klötzer,die man von der Autobahn auf der rechten Seite sieht wenn man nach Schönefeld fährt,war vormals West-Berlin.

  6. 23.

    Dagmar Berlin Dienstag, 21.09.2021 | 10:29 Uhr
    Antwort auf [Martina] vom 21.09.2021 um 00:03
    "Da kann ich nur engegnen, das Westdeutschland früher mit ihren Regierungen immer "gut gefahren" ist, und auch heute ist die CDU und FDP viel bessere Alternative zu der SED- Nachfolge, die außer Umverteilen und Enteignen nichts zu bieten hat."

    Mit Tatsachen haben Sie es nicht so - oder? In der Tat findet seit Jahrzehnten eine Umverteilung statt. Immer weniger haben immer mehr. Immer mehr haben immer weniger. Sämtliche soziologisch-ökonomischen Daten und Fakten geben keine andere Wirklichkeit her.
    Aber Sie können ja ruhig die Sätze aus den Wahlkampfbüros jener Parteien wiederholen, die sich auch redlich bemühen diese Tatsachen in der Lebenswirklichkeit der Menschen zu verschleiern.
    Machen Sie sich einfach klar: Niemand hat diese statistische Lage erfunden, um Ihre Lieblingsparteien und -politik zu ärgern. Es ist einfach die Folge deren Politik.
    Glauben gehört in die Kirche.

  7. 22.

    Wo haben sie das Wissen her, dass dort normale Mieter wohnen? Dies nur eins, eine Touristenschlafstätte. Das sie und natürliche das linke Spektrum dafür sind ist klar. Wenn sie aber unter dem Aspekt der Energiewende schauen müssen diese Häuser neu gebaut werden, denn dass diese Plattenbauten gedämmt sind glaubt nur ein Laie. Gesämmt werden dürfen sie aber nicht, da jetzt Denkmalschutz. Rückschrittlicher geht es nicht, noch zu Mal diese Häuser keinen kulturhistorischen Wert haben, außen für die ewig Gestrigen.

  8. 21.

    Da kann ich nur engegnen, das Westdeutschland früher mit ihren Regierungen immer "gut gefahren" ist, und auch heute ist die CDU und FDP viel bessere Alternative zu der SED- Nachfolge, die außer Umverteilen und Enteignen nichts zu bieten hat.

  9. 20.

    Ja und was sagt uns das?
    Erna Tschankewitz und Peter Kniepe, Elisabeth Bunkow und Lothar Schnitzewitz - all die meisten und normalen Leute und ihre Kinder, lebten also in der Wilhelmstrasse, vormals Otto Grotewohl-Strasse. Wo auch die eine oder andere Berühmtheit wohnt, oder wohnte. Auf der Fischerinsel so. Am Leninplatz, jetzt Platz der Vereinten Nationen. In der Karl Marx Allee Bauabschnitt 2.
    D a s sollte nicht unter Denkmalschutz stehen. Das sollte Wirklichkeit in einer gut geplanten und gut organisierten Stadt sein.
    Irgendwie stimmt also die Wandlitz-Luxus-Erzählung so schlicht nicht. Vielleicht hätte man Guido Knopp und die Geschichtenerzähler vom History-ZDF nicht zur historischen Instanz machen sollen.
    Zumal in den Bundesländern der alten BRD kaum eine, oder keine Großstadt im Zentrum bezahlbaren Wohnraum für Durchschnittsbewohnerschaft zu bieten hat. Scheint ziemlich schlecht funktionierende Wohn- und Mietenpolitik zu sein. Da im Westen. Null abgelieferte Leistung.

  10. 19.

    Ende 1989 (nach dem Bericht im Jugendmagazin ELF99) mussten auf Anordnung der neuen DDR-Regierung unter Hans Modrow alle Bewohnter die Waldsiedlung Wandlitz verlassen. Einige, unter anderem Kurt Hager und Günter Schabowski, zogen in die Otto-Grotewohl-Straße (heute heißt sie wieder Wilhelmstraße). Also ja, es stimmt. Er wohnte da. So wie auch Gregor Gysi, Katarina Witt und noch andere Prominente.

    Siehe auch:
    https://www.spiegel.de/politik/der-anwohner-a-5da6bbe6-0002-0001-0000-000009134111

  11. 18.
    Antwort auf [David Lejdar] vom 20.09.2021 um 19:05

    Sie spekulieren ein bisschen viel, um dann irgendwie zu irgendeiner Argumentation zu kommen.
    Es besteht weder wohnungspolitisch, noch stadtsoziologisch an dieser Stelle eine Interesse, oder Notwendigkeit Wohnungen zu verkleinern. Ausser für bessere Rendite. Grössere Wohnungen, bezahlbar, auch in blickweite zum Brandenburger Tor, ist das was vor Ort fehlt.
    Alles eine Frage der Prioritäten. Mich Interessieren die Renditeinteressen von Immobilienspekulanten nicht. Ich will das da Familien mit Kindern leben können. So wie es im Zentrum der Stadt, wo sie Hauptstadt der DDR war gute, funktionierende Wohnbau- und Mietenpolitik war. Mir haben die Immobilienspekulanten vor Ort nichts anzubieten, was man für eine sozial durchmischte Stadt /Kiez wollen muss. Davon hat die Privatwirtschaft und ihre grössten Lobbyparteien FDP, CDU, AfD einfach keine Ahnung. Die könne nicht lebenswerte, bezahlbare Stadt. Die können nur Ödnis und teuer. Von denen kommt einfach keine Leistung. Kein Ergebnis.

  12. 17.

    Richtig Sie Meisterin des Offensichtlichen. Habe ich auch nicht behauptet. Ich freue mich, dass der völlig unkontrollierten Spekulation am Ort mit allen Mitteln Einhalt geboten wird.
    Es ist einfach gut Die Linke im Bausenat zu haben.
    Nicht auszudenken die CDU,FDP, oder die auch immer noch nicht seltenen Kitschliebhaber in der SPD, bestimmten das Stadtbild. Zwischen Plattenbauten mit vorgehängter Schlossfassade und dem öden Investoreneinerlei.

  13. 16.

    Frage an den Autor: wann soll denn Kurt Hager dort gewohnt haben? Als Politbüro Mitglied war verpflichtet, in der abgeschotteten Siedlung Wandlitz zu wohnen. Schauen Sie mal in ihr eigenes Archiv. DFF, Herbst 1989, Sendung " Elf99". Reporter Jan Carpentier trifft Kurt Hager nebst Gattin beim Spaziergang in Wandlitz.

  14. 15.

    Bei Denkmalschutz spielen Ihre Überlegungen, noch die Einwände der Frau Maria eine Rolle.

  15. 14.

    Denkmalschutz für diese hässlichen Bauten? Das ist wohl ein Witz. Dabei präsentiert sich der ehemalige Stadtkern zwischen Brandenburger Tor und Strausberger Platz immer noch viel zu sehr provinziell wie Ostberlin es war. Aufgeblasener DDR-Mischmasch aus Hoyerswerda und Halle-Neustadt. Zum Glück ist Berlin ein polyzentrischer Raum mit mehreren Stadtzentren, so dass man dort nicht hin muss.

  16. 13.

    Da muss ich als "Wessi" widersprechen. Dort, wo die Platte Ost saniert wurde, sind ansehnliche Häuser mit schönen Außenanlagen entstanden. Nicht zu vergessen sind die Wohnungen. Hätte ich nicht eine schöne Altbauwohnung, wäre es kein Problem, in einem Neubau in den östlichen Bezirken zu wohnen. Zumal die Mieten dort noch erschwinglicher als im Westen sind. Platte ist Platte.

  17. 12.

    Ja vielleicht im Vergleich zu zeitgleichen Bauten im Westen, die ziemlich grottig sind. Im Vergleich zu einem modernen Gebäude sind diese Altbauten aber sehr schlecht.

  18. 11.

    Ich weiß, dass da keine Wärmepumpen verbaut sind. Solaranlagen sind auch keine auf dem Dach. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch noch mehr Dämmung rankönnte.

  19. 10.

    Unsere Bauarbeiter in der ehemaligen DDR haben auch ihr Handwerk verstanden. Es war ein ganz neuer Baustil in dieser Strasse.

  20. 9.

    Was wissen Sie darüber, was in den Häusern energetisch getan werden könnte?
    Ich nehme an: Nichts.
    Also weshalb denunzieren Sie hier eine gute Nachricht: Ein zentrales Grundstück in der Stadt zwischen Holocaust-Denkmal, Hotel Adlon, Brandenburger Tor, kann nicht von einem Privatinvestor wie geplant weiter zum Spekulationsobjekt entwickelt werden. Darum geht es nämlich in der Hauptsache vor Ort. Ob hier tote Stadt entsteht wie in der Londoner City und im Kiez vor Ort schon vielfach so, oder ob eine ganz normale Wohnbebauung mit ganz normalem Wohnstandard, ganz normalen Leuten erlaubt, ein ganz normales Leben zu führen. Wo man sonst nur glaubt Berliner zu treffen. Infrastruktur für Touristen ist vor Ort bereits genug.
    Klingt also nach richtig guter Stadtpolitik. Soweit ich weiss: Geliefert von DIE LINKE. Danke dafür.

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