Motorradkorso - Hells Angels und Bandidos ziehen durch Berlin

Bei einem Motorradkorso fahren Teilnehmer auf Motorrädern auf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor (Christophe Gateau/dpa)
Bild: Christophe Gateau/dpa

Mehr als 2.000 Rocker und Motorradfahrer sind nach Polizeiangaben am Samstagnachmittag mit einem Korso unter dem Motto "Freedom is our Religion" (Freiheit ist unsere Religion) durch Berlin gefahren. Angemeldet waren demnach 3.500 Teilnehmer, darunter der Motorradclub Bandidos MC sowie die Hells Angels Nomads mit 1.500 Motorrädern.

Die Route führte von Alt-Biesdorf (Marzahn-Hellersdorf) zum Brandenburger Tor, wo eine Kundgebung geplant war - und wieder zurück.

Die Fahrer waren auf lauten Maschinen unterwegs und trugen überwiegend Lederbekleidung oder T-Shirts - jedoch keine Kutten. Die Demonstration sollte ein Zeichen für Freiheit und Grundrechte der Motorradfahrer setzen, teilten die Veranstalter auf ihrer Internetseite mit.

Demonstration gegen Verschärfung von Gesetzen

Die Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet fühlen sich demnach durch mögliche Fahrverbote, Kuttenverbote, Internetzensur und Nummernschild-Scan eingeschränkt. Bevor es neue oder verschärfte Gesetze gebe, müssten die bestehenden erst ausgeschöpft sein, hieß es in einer Pressemitteilung der Veranstalter.

Nach Polizeiangaben vom Samstagnachmittag verlief die Veranstaltung zunächst ohne besondere Vorkommnisse.

Die Rockerszene und das Gesetz

Teile der Rockerszene werden immer wieder mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung gebracht. Mitte Juli wurde bekannt, dass seit 2015 in Berlin knapp 700 Strafvervahren gegen Rocker eingeleitet worden sind. Die Hells Angels Nomads gehören allerdings keiner festen Lokalgruppe - intern genannt Chapter - an.

2020 standen laut Innenverwaltung 30 OMCG-Gruppen oder deren Unterstützerclubs im Fokus, im Jahr davor waren es 27. Die Abkürzung steht für Outlaw Motorcycle Gangs und bezeichnet polizeilich relevante Rockergruppierungen. Laut Bundeskriminalamt werden hierzu in erster Linie der Hells Angels Motorcycle Club (HAMC), der Bandidos MC (BMC), der Outlaws MC (OMC) und der Gremium MC (GMC) sowie ihre Unterstützergruppierungen (Supporterclubs) gezählt.

Sendung: rbb 88.8, 11.9.2021, 18 Uhr

32 Kommentare

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  1. 32.

    "Und seit wann fahren Autos, LKW, Busse, Motorräder mit Kerosin?"
    Heutzutage nicht mehr wirklich. Aber'n oller Diesel, mechanische Pumpe, Kerosin/Zweittaktöl, Mischung 100:1 - lüppt :-) .
    Bei Motorrädern ... Royal Enfield Taurus oder Ural V2 Kipor - lüppt.
    Ja, es riecht etwas.

  2. 31.

    @Gefrusteter

    Nicht so schlimm, nächste Woche blockieren Radfahrer die A100. Nicht auf einem Sonnabend, NEIN, an einem Freitag, mitten im Berufsverkehr. Nun, in Berlin darf eben Jeder Jeden für seine kruden Forderungen in Geiselhaft nehmen.
    Hier waren es die Rocker mit dem Slogan "Freedom is our Religion", am Freitag "umweltbewusste" Radfahrer mit "Ohne Kerosin durch Berlin"!
    Begreifen Sie den Irrsinn?
    Freiheit ist unsere Religion?
    Und seit wann fahren Autos, LKW, Busse, Motorräder mit Kerosin?

  3. 30.

    "Ich will auch Freiheit für meinen Dudelsackverein, für nächtliche Konzerte!"
    Ernst gemeint! Ich liebe Bagpipes, kann auch gern mit Rockmusik kombiniert sein. Im Original bekomme ich bei "Highland Cathedral" immer Elefantenpickel, äh, Gänsehaut. Meine Unterstützung haben sie sicher :-) .

  4. 29.

    Ich fahre gelegenlich ein altes "Eisenschwein", allerdings japanischer Bauart (so antiquiert soll es dann doch nicht sein) und ich habe auch keinen schlechten Erfahrungen gemacht, auch nicht als Gast der Jamboree in Biesenthal.

    Ich verstehe aber nicht wie man Fakten einfach ausblenden kann, so z.B. das Mcs feste Größen im Rotlicht-, Drogen-, Waffenmilieu sind. Schutzgelderpressung nicht vergessen.

    Es gibt nunmal MCs, das sind kriminelle Vereinigungen, die nicht einmal Motorräder besaßen/besitzen.

  5. 28.

    Vielen Dank. Tut gut zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin.

  6. 27.

    Ach Sven, ich muss auch nicht vom Fernsehturm springen, um zu wissen, dass das am Ende ziemlich weh tut. Und so geheim sind die kriminellen Umtriebe der "Rockerclubs" ja nun auch nicht mehr, als dass man dbzgl. auf direktes Erleben angewiesen ist, um dazu eine Aussage treffen zu können.
    Und die Medien sind sicher nicht Schuld daran, dass unzählige Member, Prospects etc. in Strafverfahren verwickelt waren und weiterhin sind.

  7. 26.

    Überschrift: "Hells Angels und Bandidos ziehen durch Berlin"

    Aus dem Text: "2020 standen laut Innenverwaltung 30 OMCG-Gruppen oder deren Unterstützerclubs im Fokus, im Jahr davor waren es 27. Die Abkürzung steht für Outlaw Motorcycle Gangs und bezeichnet polizeilich relevante Rockergruppierungen. Laut Bundeskriminalamt werden hierzu in erster Linie der Hells Angels Motorcycle Club (HAMC), der Bandidos MC (BMC), der Outlaws MC (OMC) und der Gremium MC (GMC) sowie ihre Unterstützergruppierungen (Supporterclubs) gezählt."


    Sollte sich jeder mal vergegenwärtigen wenn er eine Meinung kundtut.

  8. 25.

    "Ich war ein Teil dieser Demo und bin kein Krimineller, überhaupt sind die Clubs nicht kriminell und wir haben mindestens das gleiche Recht zu demonstrieren wie alle anderen Bundesbürger."

    Diese Clubs sind nicht kriminell?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bandidos#N%C3%A4he_zur_Kriminalit%C3%A4t

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hells_Angels_Deutschland#N%C3%A4he_zur_Kriminalit%C3%A4t

  9. 24.

    Ich fahre weder ein Auto noch Motorrad. Besitze nicht einmal einen Führerschein. Aber wenn ich entscheiden könnte, wären mir friedliebende Biker hundert mal lieber, als diese vielen aggressiven Autofahrer in der Innenstadt. Und wer von beiden verpestet unsere Luft wohl am meisten? Was den Lärm von Motorrädern betrifft. Auch hier gibt es solche u.solche möchtegern Machos auf Berlins Straßen.

  10. 23.

    Ich fahre seit 1993 offiziell Motorrad Ich war bei vielen Treffen von MC s und habe keine schlechten Erfahrungen gemacht.
    Ich selber bin kein MC Member aber wo ich auch hinkam gab es keine Probleme egal welche Farben die MCs hatten.
    Wenn da Leute mit Vollbart oder Glatze egal wie und von grosser Gestalt auf einem grossen Mopped fahren dann sind die doch nicht gleich kriminell.Das ist totaler Unsinn.

  11. 22.

    Sie sind mit Ihrer Einschätzung nicht allein, sehr oft wird jede sachliche Kritik einfach zensiert. Zumal die Nettiquette eh nach Gutsherrenart ausgelegt wird.

    An manchen Tagen wie gestern und vorgestern konnten sich die bekannten Rechtsextremisten hier stundenlang austoben. Da dachte ich schon ich bin in der Kommentarfunktion der Deutsche Stimme oder bei AfD Kompakt gelandet.

    Kritisert man diese rechtsextremistische Lügenpropaganda oder gar die Redaktion wird die Kommentarfunktion geschlossen. Oder man darf mit nachweislichen Lügen überschüttet werden. Antwortet man darauf, wird die Kommentarfunktion geschlossen.

    Man will hier ein ganz bestimmtes "Meinungsbild" schaffen, die den Artikeln widersprechen indem man reine rechtsextremistische Lügenpropaganda durchwinkt und vor Zensur nicht zurückschreckt.

    Quo vadis RBB?

  12. 21.

    Wie viele Bike und Clubs kennen Sie? Oder basiert Ihre Aussage nur auf Medien und „hören sagen“?
    Wie Konfuzius schon sagte: Einmal gesehen ist besser als 1000 mal gehört.

    Sollte sich jeder mal vergegenwärtigen wenn er eine Meinung kundtut.

  13. 20.

    Wenn die Demo von Menschen durchgeführt wäre die Ihre Zweiräder mit Muskelkraft antreiben, dann wär hier das Geschrei groß. Lärmgewalt und Mitweltvergiftung sind aber anscheinend voll in Ordnung, und keinen Kommentar wert. So sad...

  14. 19.

    Ich frage mich, worin die "Freiheit" der Motorradfreunde (organisiert oder auch nicht) im Kern überhaupt besteht. Angenommen, es gäbe Elektro-Motorräder mit gleichen Leistungsdaten, und Helme, die einen nahezu echten Harley-Sound nach innen abstrahlen - wieviele Motorradfreunde würden darauf umsteigen? Ich wette, nur eine kleine Minderheit.

    Man überlege mal, was uns das obige Gedankenexperiment über die "Freiheit" der Motorrad-Kultur sagt. Ich will auch Freiheit für meinen Dudelsackverein, für nächtliche Konzerte!

  15. 18.

    Zitat: " . . . überhaupt sind die Clubs nicht kriminell . . ."

    Sie halten also z. B. Menschenhandel, illegale Prostitution, Waffen- und Drogenhandel sowie Rohheitsdelikte nicht für kriminell? Das kann nicht Ihr ernst sein, Thomas.
    Und dass Menschen am Straßenrand sich von hunderten vorbeifahrenden Bikern beeindruckt oder gar begeistert zeigen, hat doch nichts mit den Strukturen, die innerhalb der Clubs herrschen zu tun.

  16. 16.

    Teile des organisierten Verbrechens demonstrieren für Freiheit. Ein Treppenwitz. Gemeint ist wohl Straffreiheit. Wer Motorrad-Clubs im großen Stil organisiert verdrängt, okkupiert und stets die Nähe zu Verbrechen oder auch Rechtsextremismus pflegt, braucht sich nicht in peinlichster Weise als fried- und freiheitsliebend darzustellen. Sich wegducken, sich unterordnen, sich Männlichkeitszerrbildern unterwerfen, nichts sagen - tolle "Freiheit".

    Was kommt als Nächstes? Kriminelle unter den Banker*innen demonstrieren für Finanzaufsicht - in der Form, wie sie heute existiert?

  17. 15.

    Sie haben meinen Hinweis hier leider nicht verstanden. Meine Kritik geht an die rbb24 Redaktion, die im Normalfall solch Wörter verbieten . Nur hier nicht. Soviel zur Netiquette. Den Rest zum Thema schrieb Alice i. Kommentar Nr.6 sehr vortrefflich.

  18. 14.

    Die würden aber die im Bericht genannten Gruppierungen nicht mal ansatzweise unterstützen. Ergo, ein unnötiger Vergleich. Es geht um spezielle Gruppen.

  19. 13.

    Ah, der letzte Satz erklärt das Geschreibsel. Völlig durcheinander und substanzlos. Und wenn es um Hells Angels und Co. geht, dann kann schon mal jemand das Wort „Gesocks“ verwenden. Mit normalen Bikergruppen haben die nichts mehr zu tun. Vermutlich ist Ihnen nur die Bedeutung des kritisieren Begriffs nicht bekannt. Die Netiquette muss jedenfalls nicht einspringen

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