Ärztemangel - Kassenärztliche Vereinigung plant neue Praxen für Berliner Bezirke

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Video: Abendschau | 07.09.2021 | Ulli Zelle | Bild: picture alliance/Zoonar.com/lev dolgachov

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin will in Zukunft in drei Berliner Bezirken eigene Hausarztpraxen betreiben. Grund dafür sei der Hausärztemangel, wie die Vereinigung am Montag mitteilte. Die Praxen sollen in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick entstehen. Die Eröffnung der ersten Eigeneinrichtungen sei für die zweite Jahreshälfte 2022 geplant, hieß es weiter. Wie viele Praxen genau entstehen sollen, teilte die KV zunächst nicht mit. Die angestellten Ärzte und Ärztinnen sollen die Option haben, die Praxen später zu übernehmen.

21 Millionen Euro nimmt Kassenärztliche Vereinigung in die Hand

Die Hausarztpraxen sind Teil eines Maßnahmenpakets für die drei Bezirke mit einer Investitionssumme von insgesamt 21 Millionen. So sollen unter anderem auch Ärztinnen und Ärzte finanziell unterstützt werden, die sich dort neu niederlassen. Das Förderprogramm startet laut KV Berlin zum Jahresbeginn 2022 und läuft über mehrere Jahre. Es werde von der KV Berlin und den regionalen Krankenkassen paritätisch finanziert.

Rund 130 Vertragsarztpraxen offen

Mit diesem Schritt soll Medizinern die Gelegenheit geben werden, sich mit den Abläufen einer Praxis vertraut zu machen und Erfahrungen zu sammeln, um die Eigeneinrichtung am Ende gegebenenfalls selbst zu übernehmen, so eine KV-Sprecherin. Diese Form der Förderung sei notwendig geworden, da sich auf die aktuell rund 130 offenen Vertragsarztsitze in den drei Bezirken nur wenige Niederlassungswillige beworben haben. Die Gründe hierfür sein vielfältig: Immer mehr Ärztinnen und Ärzte wollen angestellt arbeiten und immer weniger können sich für eine Niederlassung vor allem in den Berliner Randbezirken begeistern.

Sendung: Abendschau, 06.09.2021, 19:30 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Da sich in den Berliner Randbezirken oft kaum bis keine Privatversicherten oder Selbstzahler befinden und alleine mit dem Budget einer Praxis kein Arzt der in einem Randbezirk arbeitet besonders wenn er neu ist wirklich jemals auf einen grünen Zweig kommt muss es Ausgleichszahlungen geben. Man kann nicht von den Menschen in einem Kapitalistischen System verlangen wie Bettelmönche zu leben. Nur damit eine andere Gruppe Handvoll Menschen sich die Taschen füllen können. Statt Tesla Zöglinge zu fördern vielleicht einfach mal andere Prioritäten setzen. Ohne Gesundheit der arbeitende Bevölkerung kann auch ein Hauptaktionär keine Dividende für sich verbuchen. Fachkräfte müssen angemessen entlohnt werden.

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