Pläne vorgestellt - So soll der neue Berliner Spreepark aussehen

Spreepark - Visualisierung Vogelperspektive (Quelle: © ARGE Spreepark Freianlagen)
Video: Abendschau | 16.09.2021 | Anja Herr | Bild: © ARGE Spreepark Freianlagen

"Modern interpretiert und grün gedacht": Unter diesem Motto wurde am Donnerstag die Zukunft des Spreeparks in Berlin-Treptow vorgestellt. Die erste Eröffnung innerhalb des einstigen DDR-Vergnügungsparks soll es schon 2022 geben. Von Miriam Keuter

Noch liegt der Berliner Spreepark im Dornröschenschlaf. Wo früher weiße Schwäne als Tretboot fuhren, wachsen jetzt seltene Algenarten. Die Waggons der Achterbahn stehen noch auf den Schienen, still und verrostet. Sie werden bleiben, allerdings würden sie neu interpretiert, sagt die künstlerische Leiterin der landeseigenen Grün Berlin GmbH, Katja Aßmann, am Donnerstag bei einem Rundgang über das Gelände im Plänterwald.

Kunst soll Bestandteil des künftigen Spreeparks werden. Im Zweifel, fügt sie hinzu, merke man gar nicht, dass es gerade ein Kunstwerk ist, über das man geht, weil es auch ein Steg sein könnte. Sie bringt das Zukunftskonzept auf eine knappe Formel: "Man kann über Kunst rüber gehen, auf Kunst sitzen und mit Kunst im Riesenrad fahren."

Riesenrad einziges Fahrgeschäft

Das markante, 45 Meter hohe Riesenrad ist schon länger abmontiert. Es wurde zur Überprüfung in Einzelteile zerlegt und soll bald restauriert und wieder aufgebaut werden. Im Moment wird ein neuer Betreiber gesucht. Das Riesenrad wird das einzige Fahrgeschäft im Spreepark sein, mehr ist laut Bebauungsplan nicht erlaubt.

Der Spreepark soll ein Ort der Erholung sein und kein Touristen-Hotspot, wie Grün Berlin- Geschäftsführer Christoph Schmidt mit Nachdruck betont. Es soll ein Park für Berlinerinnen und Berliner sein und natürlich auch für die Gäste Berlins. Der Spreepark sei ein besonderer Ort, weil er eine besondere Geschichte habe. Er habe sehr viel mit der DDR-Vergangenheit zu tun und habe immer noch den Charakter eines "lost place". Mit den neuen Attraktionen entstehe ein Ort, den es so noch nicht gebe.

Riesenrad, Natur und Kunst

Altes neu genutzt

Seit fast 20 Jahren liegt das fast 30 Hektar große Gelände brach. Die alten Fahrgeschäfte findet man zum Teil auf Rummelplätzen in der ganzen Welt. Und alles andere, was nicht zerstört oder gestohlen wurde, wird neu genutzt. Die berühmten großen Dinosaurier-Figuren sind nur noch teilweise erhalten. Als die Grün Berlin GmbH das Gelände 2016 übernommen hatte, gab es noch drei Dinosaurier im Park. Zwei von ihnen fehlte der Kopf, erzählt die künstlerische Leiterin Katja Aßmann.

Als Zeitungen darüber berichteten, wurden die fehlenden Köpfe anonym zurückgegeben. Jetzt kommen die drei mit Kopf in den neuen Park. Vielleicht auf die zukünftige Spielweise. Große Tafeln zeigen Bilder von einem terrassenförmig angelegten Gelände mit alten Bäumen und viel Platz für Spiel und Kultur. Im Bildhintergrund ist das alte englische Dorf zu sehen. Es war 2014 niedergebrannt. Jetzt wird es wieder aufgebaut.

Stefan Tidow (l-r), Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Christoph Schmidt, Geschäftsführer Grün Berlin GmbH, und Katja Aßmann, Künstlerische Leitung Zentrum für Kunst und öffentlicher Raum in Berlin und damit auch vom Spreepark, stehen vor dem Eierhäuschen im Spreepark. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Das "Eierhäuschen" soll im Herbst 2022 öffnen | Bild: dpa/Annette Riedl

Der neue Spreepark wird in Etappen eröffnet. Den Anfang macht im nächsten Herbst das denkmalgeschützte und fast fertig renovierte "Eierhäuschen". Es wird zum Großteil wieder als Ausflugslokal genutzt, mit 540 Sitzplätzen. Geplant sind ein Biergarten und eine Terrasse, aber auch vier Atelierwohnungen für Künstler und Ausstellungsräume. Außerdem wird es an dem Lokal einen Schiffsanleger geben. 2024 soll dann der Hauptteil des Parks mit Riesenrad eröffnet werden. 2026 soll alles fertig sein.

"Kein Kommerz-Park"

Vom traditionsreichen "Eierhäuschen" soll es dann über eine große Eingangshalle in den Park gehen. Über Eintrittspreise und die eventuelle Höhe wird noch diskutiert – im Gespräch ist ein Eintritt zwischen einem und drei Euro. Der Park werde kein "Kommerz-Park", betont der Geschäftsführer. Hier gebe es keinen privaten Betreiber mit hohen Eintrittspreisen. Man wolle den Park den Berlinern quasi zurückgeben.

Wie jüngst bekannt wurde, bekommt der Spreepark bis zu 20 Millionen Euro Wirtschaftsförderung von Bund und Land. Für die vollständige Umsetzung des Projekts wird die Summe jedoch nicht ausreichen. Die Planer rechnen mit einer Gesamtinvestitionssumme von rund 70 Millionen Euro. Das Projekt wird also zum größten Teil aus landeseigenen Mitteln finanziert.

Am Samstag von 11 bis 18 Uhr wird das Konzept für den Spreepark im Rahmen der "Labortage Spreepark 2021" [sprepark.berlin.de] vorgestellt. Eine Ausstellung in der Werkhalle zeigt zentrale Bereiche des künftigen Spreeparks.

Sendung: Abendschau, 16.09.2021, 19:30 Uhr

Beitrag von Miriam Keuter

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