Vollgelaufene Keller und überflutete Straßen - Berliner Feuerwehr muss wegen Starkregen zu mehr als 50 Einsätzen ausrücken

Mi 29.09.21 | 19:05 Uhr
  46
Überschwemmung nach Starkregen an der Unterführung Sachsendamm. Unwetter sorgt für vollgelaufene Unterfuehrung, Starkregen versetzt Berliner Feuerwehr in Ausnahmezustand. (Quelle: imago images/A. Friedrichs)
Video: rbb|24 | 29.09.2021 | Material: TvNewsKontor | Bild: imago images/A. Friedrichs

Am Mittwochvormittag zog ein Regenband über Berlin und Brandenburg hinweg - mit spürbaren Auswirkungen für die Feuerwehren. Sie berichteten vor allem im südlichen Teil Berlins von vollgelaufenen Kellern und überfluteten Straßen.

Die Berliner Feuerwehr wurde am Mittwoch vorübergehend in den Ausnahmezustand versetzt. Zusätzlich zum üblichen Tagesgeschäft musste sie insgesamt zu 52 wetterbedingten Einsätzen ausrücken, am Nachmittag waren nahezu alle abgearbeitet, wie die Feuerwehr mitteilte. Verletzt wurde demnach niemand.

Die Einsätze konzentrierten sich vor allem auf den Süden der Stadt, wie ein Sprecher dem rbb sagte. Es gingen viele Notrufe ein. Es gab vollgelaufene Keller und Wohnungen sowie überflutete Straßenunterführungen. Zur Unterstützung wurden auch fünf Freiwillige Feuerwehren eingesetzt.

Auto aus gefluteter Unterführung geborgen

Am Nachmittag waren die Kameraden noch am Finanzamt in Tempelhof im Einsatz, wo Wasser in den Keller gelaufen war. Zudem habe ein Auto aus einer gefluteten Unterführung am Sachsendamm in Schöneberg geborgen werden müssen. Im Einsatz seien zudem sogenannte Erkunderfahrzeuge gewesen, mit denen die Einsatzkräfte zunächst die Gefahrenlage an den Orten, von denen Notrufe aus eingingen, überprüften.

Die Verkehrsinformationszentrale meldete zahlreiche Verkehrseinschränkungen. So war etwa der Sachsendamm zwischen Ballonfahrerweg und Hedwig-Dohm-Straße für mehrere Stunden wegen zu viel Wasser auf der Fahrbahn gesperrt. Zahlreichen Unterführungen waren zudem mit Wasser vollgelaufen - unter anderem am Prellerweg, an der Yorckstraße und an der Schlichtallee.

Feuerwehr rät: Abflüsse in Kellern immer wieder kontrollieren

Wenn die Berliner Feuerwehr den Ausnahmezustand Wetter ausruft, haben Regen- und Sturmschäden Priorität. Um Wasserschäden zu vermeiden, rät die Feuerwehr generell dazu, in Kellern von Mehrfamilienhäusern immer mal wieder den Abfluss zu überprüfen, ob dieser auch frei liegt - gegebenenfalls gemeinsam mit der Hausverwaltung. "Wenn es Starkregen gibt, ist es wichtig, dass dort das Wasser abfließen kann", sagte Thomas Kirstein, Sprecher der Berliner Feuerwehr, dem rbb am Mittwoch. Balkon- und Terrassenabläufe sollten ebenfalls frei von Blättern und Blüten sein.

Kirstein betonte, dass die Feuerwehr bei vollgelaufenen Keller priorisiere. "Wo Menschen in Gefahr sind, rücken wir sofort aus, gegegebenfalls auch mit Tauchern, wenn beispielsweise eine Tiefgarage überflutet ist." Wenn in einem Keller das Wasser zum Beispiel nur zehn Zentimeter hoch steht und keine Menschen gefährdet sind, kommen die Einsatzkräfte später.

Während des Starkregens liefen auch Unterführungen voll, ein Auto musste geborgen werden. In diesem Fall rät Thomas Kirstein Autofahrern, besonders achtsam zu sein und im Zweifelsfall nicht durchzufahren.

Am Vormittag hatte der Deutsche Wetterdienst für Berlin und Brandenburg eine Warnung vor Gewittern und Starkregen mit bis zu 25 Litern Niederschlag pro Quadratmeter ausgegeben. Laut Prognose vom Mittwochnachmittag wird mit einer vergleichbaren Wetterlage am Donnerstag jedoch nicht gerechnet. Den Angaben nach soll es überwiegend trocken bleiben.

Sendung: Inforadio, 29.09.2021, 11:30 Uhr

46 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 46.

    Oooch, nicht sauer sein. Ich und andere Randzonenbewohner wohl auch wollten nur die Lokalität des Wetterereignisses darlegen - aber es wäre müßig, sich darüber aufzuregen.

  2. 45.

    Früher gab es auch sogenannten Starkregen, das ist doch nicht neu. Aber im Gegensatz zu heute wurden öfters die Gullys gereinigt.

  3. 44.

    Als ich ein Kind war, habe ich immer gerne den Fahrzeugen der Stadtreinigung zugesehen, wenn sie die Laubfangkörbe vom Laub befreit und Gullys mit einem langen "Saugrüssel" ausgesaugt haben. Danach noch kurz mit Hochdruck gespült, Deckel zu - nächster Gully. - Und dann: Konnte die nächste "Regenkatastrophe" kommen.

  4. 43.

    Der Starkregen in dem man schon hätte Boot statt Auto fahren können, fand punktuell im Süden Berlins statt. Es ist deshalb müssig wenn gewisse Leute die Situation in Kladow bzw anderen Bezirken beschreiben.

  5. 42.

    Dass Radfahrer allerding schon bei schwachem Regen oder kühleren Temperaturen auf den ÖPNV umsteigen, zeigt eklatante Fehler bei der Verkehrspolitik auf. Die BVG kann ihren Fahrplan nicht am Wetterbericht ausrichten. Auch zeigt das auf, dass Busspuren sinnvoller sind als Schnellradwege, weil die weitgehend allwettertqugluch sind. Man schaue sich nur mal die Zahlen der Radzählstellen während des DB-Streikes an einem verregneten Montag an.

  6. 41.

    GeliebterSohn:
    "Jetzt wird jeder Furz zum Klimawandel stilisiert."

    Aber das macht doch niemand. Es gibt lediglich die Aussage der Wissenschaftler, dass die Wetterextrema aufgrund der Klimaerwärmung zunehmen werden. Aber niemand "stilisiert jeden Furz zum Klimawandel" - außer "GeliebterSohn"!

  7. 40.

    A.M.:
    "Naja, aus ein bisschen Starkregen gleich den Endzeit-Klimawandel abzuleiten, ist etwas weit hergeholt..."

    Aber das macht doch auch niemand! Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Niemand "leitet aus ein bisschen Starkregen gleich den Endzeit-Klimawandel ab". Die Aussagen zum Klimawandel rühren von ganz anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Und die vermehrten Wetterextrema sind nur die Folge der Klimaerwärmung.

  8. 39.

    Sommer:
    "Und nein, ich bin nicht rechts aber ich sehe, daß es so nicht mehr geht."

    Das hatten wir zuletzt in der DDR: Berlinverbot und kein Zuzug ohne Arbeitsplatz. Und so etwas sollte es nie wieder geben. Jeder Deutsche hat dasselbe Recht, sich irgendwo in Deutschland niederzulassen. Das Wohnungsproblem muss anders bekämpft werden, aber nicht mit Einschränkung der Freizügigkeit!

  9. 38.

    KlausBaerbel:
    "Es gibt neuerdings keinen Regen mehr, nur noch Starkregen und Wetter war auch gestern, heute muss es schon Unwetter sein."

    Die vermehrten Wetterextrema sind Folge der Klimaerwärmung!

  10. 36.

    Stimmt. Anstatt aus dem Schauer die Klimakatastrophe zu machen, sollte der Richard lieber dankbar für den Regen sein, der heute kam. Leute gibst…

  11. 35.

    Auweia es regnet und ist windig im Herbst.

  12. 34.

    Neueste Meldung aus China:
    Auch müsse sichergestellt werden, dass Kohle im Falle eines Mangels rechtzeitig an die Kraftwerke gelangt. Es sollen "alle Anstrengungen" unternommen werden, um den Transport von Kohle zur Stromerzeugung und zum Heizen sicherzustellen.
    Noch Fragen?

  13. 33.

    Gerade beim rbb- zibb Wetter: Insulaner: 39l/m². Kein Wunder das der Prellerweg unter Wasser stand.

  14. 32.

    Tja, jedem ist es halt nicht gegeben vor dem Tippen nachzudenken.

  15. 31.

    Oooch, in Berlin reicht doch schon eine Schneeflocke hochkant auf der Bordsteinkante einer Nebenstraße und schon bricht alles zusammen.

  16. 30.

    Warum überlassen Sie das nicht jedem und jeder wie es denen passt? Sie wollen das Klima retten, na gut, nur zu.
    Noch ein Tipp von mir: Ich dusche und wasche mir die Jahre seit 3 Jahren nur mit kaltem Wasser und spare dadurch ca. 500 KWS und bares Geld. Wieviel CO2 ich dadurch vermieden habe weiß ich nicht.

  17. 29.

    Ich verstehe viele der Autofahrenden nicht ...
    Die einen "rasen" durch 50 cm hoch stehendes Wasser und riskieren Schäden durch hochspritzendes Wasser an Mechanik, Elektrik und Elektronik, die anderen meinen, mit ihrem Straßenauto durch vollgelaufene Unterführungen fahren zu müssen und bleiben dort liegen.

    Selbst "richtige" nicht militärische Geländewagen - also nicht diese SUVs="Gelände light" - haben Wattiefen von maximal 60 cm - bei extrem langsamer Fahrweise!!

    Das wichtigste bei tiefem Wasser sind:
    a) langsam fahren und
    b) ein guter Beifahrer, der vor dem Auto die Wassertiefe erkundet - lieber ein nasser Beifahrer als ein komplett abgesoffenes Auto!
    c) wissen, man wann besser nicht weiterfährt!

  18. 28.

    Was Sie alles wissen. Wie alt werde ich? Können Sie mir das sagen und werde ich gesund alt. Jetzt wird jeder Furz zum Klimawandel stilisiert.

  19. 27.

    Naja, aus ein bisschen Starkregen gleich den Endzeit-Klimawandel abzuleiten, ist etwas weit hergeholt...

Nächster Artikel