Steinwürfe und brennende Barrikade - Unbekannte greifen Einsatzkräfte beim Löschen in der Rigaer Straße an

Am frühen Morgen des 12.10.2021 brennt es in der Liebig- Ecke Rigaer Straße. (Quelle: Morris Pudwell)
Morris Pudwell
Audio: Inforadio | 12.10.2021 | Swetlana Oheim | Bild: Morris Pudwell

Eine brennende Barrikade und Steinwürfe auf Einsatzkräfte an der Rigaer Straße - die GdP kritisiert die Härte der Attacken und die Gewalt gegen Beamte. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zur geplanten Räumung an der Köpenicker Straße.

Polizeieinsatzkräfte und Feuerwehrleute sind in der Nacht durch Unbekannte in der Rigaer Straße (Friedrichshain) angegriffen worden. Das teilte die Berliner Polizei am Dienstagmorgen mit.

Zunächst sollen Unbekannte auf der Kreuzung Liebigstraße Ecke Rigaer Straße ein Feuer gezündet haben. Neben der Barrikade aus Autoreifen und Schrott war demnach ein Absperrband entrollt worden, das zu "Solidarity", also Solidarität, mit dem Köpi-Platz aufruft. Der Köpi-Platz gehört zu einer Bauwagen-Siedlung in der Köpenicker Straße 137, die am 15. Oktober geräumt werden soll.

Feuerwehrkräfte löschten die brennenden Reifen dann unter Polizeischutz. Die Einsatzkräfte seien zuvor von Unbekannten mit Steinen beworfen worden, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand.

GdP verurteilt Steinwürfe als lebensbedrohende Attacken

Die Polizei teilte mit, dass nun wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den
Straßenverkehr ermittelt werde. Zudem werde ein möglicher Zusammenhang mit dem bevorstehenden Einsatz in der Köpenicker Straße und für dort angekündigten Räumung in Mitte geprüft.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nannte die Attacken in der Nacht "schwerste extremistische Straftaten", bei denen von den Verantwortlichen für diese Taten ein direkter Bezug zur Köpi hergestellt wurde. Wer Steine auf Menschen wirft, nimmt schwerste Verletzungen und selbst den Tod von ihnen billigend in Kauf", sagte Benjamin Jendro, Sprecher der GdP-Berlin.

Jendro erklärte, er erwarte in den nächsten Tagen weitere dezentrale und absolut sinnfreie Aktionen, in denen Sachen zerstört und ohne Rücksicht auf Verluste Menschenleben gefährdet werden könnten.

Barrikade und Angriff auf die Polizei nahe der "Rigaer 94"

Nahe dem Tatort befindet sich das Haus "Rigaer 94". Es war in der vergangenen Woche von der Polizei durchsucht worden. Der Gebäudekomplex gilt als teilbesetzt und wird als Symbol der linksradikalen Szene betrachtet. Immer wieder kommt es dort zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei.

Ob es neben dem Bezug zur Räumung der "Köpi" auch einen Zusammenhang zwischen der brennenden Barrikade in der Nacht und dem Protest gegen die Polizeieinsätze in der Rigaer Straße vor wenigen Tagen gibt, konnte die Polizei am Dienstagmorgen nicht bestätigen. Die Ermittlungen zu den Vorfällen in der Nacht liefen, hieß es von einer Sprecherin.

Sendung: Inforadio, 12.10.2021, 8:20 Uhr

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