Start der Herbstferien - BER meldet kürzere Warteschlangen - Reisende dennoch frustriert

Reisende gehen am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg «Willy Brandt» (BER) durch das Terminal 1 (Quelle: dpa / Christoph Soeder)
Audio: Fritz | 11.10.2021 | Umfrage unter Reisenden | Bild: dpa / Christoph Soeder

Mit dem Beginn der Herbstferien erlebt der BER das bislang größte Passagieraufkommen. Am Samstag mussten Gäste stundenlang am Check-in warten - und auch am Sonntag bleibt die Lage angespannt trotz kürzerer Schlangen.

Für viele Passagiere am Flughafen BER wird der Start in die Herbstferien am Wochenende zur Geduldsprobe. Nach den Problemen mit langen Wartezeiten am Samstagmorgen war die Situation am Sonntag zwar etwas entspannter. "Wir haben heute früh nicht mehr diese langen Schlangen vor den Check-ins", hieß es am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr von einem Sprecher des Flughafens.

Verärgerte und frustrierte Fluggäste, die zum Teil mehr als zwei Stunden auf das Einchecken warten mussten oder sogar ihre Maschine verpassten, gab es allerdings erneut. Insgesamt laufe es am Sonntag jedoch besser als am Tag zuvor, hieß es. Passagiere, die nach langem Warten ihren Flug nicht mehr erreicht hätten, seien Einzelfälle gewesen, sagte der Sprecher. Mehr als 400 Flüge mit insgesamt 60.000 Menschen an Bord starten und landen nach Angaben des Flughafens am Sonntag am BER.

Die Schlange für Athen funktioniert, die für Frankfurt nicht

Am Sonntagvormittag waren die Schlangen im Terminal 1 des Hauptstadtflughafens im brandenburgischen Schönefeld in der Mehrzahl überschaubar, wütende und ratlose Passagiere gab es aber dennoch. Eine rbb|24-Userin berichtete, es gebe nur eine Person am Schalter, um Passagiere einzuchecken. "Es erfolgt nur die Abfertigung für die direkt nächste Maschine, die anderen Passagiere für die nachfolgenden Maschinen werden abgewiesen; sie sollen warten und sich wieder hinten anstellen".

"Mein Flieger nach Frankfurt ist weg", sagte ein Passagier am BER der Deutschen Presse-Agentur. Zwei Stunden habe er gewartet, dann sei die Maschine ohne ihn abgeflogen. Beim Einchecken ging es nicht schnell genug voran. Der Berliner, der weiter nach Dubai reisen wollte, beklagte "chaotische Verhältnisse". Eine Berlinerin, die über Frankfurt nach Buenos Aires weiterreisen wollte, war dagegen trotz verpasster Maschine entspannt. "Ich hoffe, dass ich noch einen anderen Flug bekomme", sagte sie. Der Weiterflug sei erst am späten Abend.

Beim Check-in für den Flug nach Athen nur wenige Meter weiter gab es keine erkennbaren Probleme. "Es geht normal voran und ist gut organisiert", sagte eine Berlinerin, die mit ihrer Familie in der Warteschlange stand. Von ähnlichen Erfahrungen berichteten auch andere Passagiere.

Für die Check-ins sind die Fluggesellschaften verantwortlich

Für die Abfertigungsgeschwindigkeit an den Check-ins seien die Fluggesellschaften verantwortlich, betonte der BER-Sprecher am Sonntagmorgen. Es habe dort Personal-Engpässe gegeben. Die Corona-Regeln, die etwa die Kontrolle von Impfnachweisen erfordern, würden die Abläufe zusätzlich verzögern.

Hauptreisetage am Wochenende seien der Freitag und der Sonntag, erklärte der Flughafen-Sprecher weiter - nicht der Samstag mit rund 55.000 Passagieren. Am Freitag waren circa 65.000 Fluggäste abgefertigt worden - Probleme wie jetzt am Wochenende habe es da nicht gegeben.

Flüge verpasst, Urlaub geplatzt

Am Samstagmorgen hatten Reisende zunächst über die sozialen Medien von endlosen Warteschlangen quer durch die Check-in-Hallen berichtet. Einige konnten ihre Flüge nicht erreichen, obwohl sie nach eigenen Angaben mit zwei Stunden Vorlauf am Flughafen waren. Teilweise waren Umbuchungen auf Flüge am Nachmittag möglich, für andere sei der Urlaub geplatzt, berichteten Reisende der rbb-Abendschau.

Am späten Samstagabend hatten auch Passagiere, die am BER landeten, Probleme: rbb 88,8 berichtete von Fluggästen, die nach eigenen Angaben zwei Stunden auf ihre Koffer warten mussten. Die Getränkeautomaten im Gepäckabholbereich seien leer gewesen, Kinder hätten auf den kalten Fliesen geschlafen.

Sendung: Radioeins, Nachrichten, 10.10.2021, 09:00 Uhr

43 Kommentare

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  1. 43.

    Wir fliegen am Samstag vom BER.

    Ich bin auf eine Rollstuhl Service Leistung angewiesen.
    Leider gibt es trotz mehrfacher E-Mails beim Reiseveranstalter keine Reaktion.

    Ohne die Bestätigung würde es am Reiseziel und bei der Rückreise dann auch nicht gehen.

    Bin gespannt, ob das dann am Samstag alles klappt.

  2. 42.

    Was für ein Kommentar.. da fehlen einen fast die Worte. Das kann nur jemand schreiben der finanziell unabhängig ist und Zeit hat.

  3. 41.

    Bahnfahren mehr als vier Stunden in den neuen Zügen geht für mich gar nicht. Mir fehlen die separaten Abteile mit Schiebetür. Die gibt es ja nur noch im Nachtzug.
    Also dann nach Marseille doch lieber mit dem Flugzeug in einer Stunde...

  4. 40.

    Erst kriegen sie den BER nur mit mehreren Jahren Verspätung fertig, dann sind sie nicht in der Lage die Fluggäste abzufertigen. Sie wissen dass in den Ferien ein größerer Flugverkehr herrscht.
    Was mache ich?
    Ich fliege vorläufig nicht mehr.

  5. 39.

    Wir sind Herbst 2019 nach Venedig mit dem Zug. Eine tolle Fahrt und sehr entspannt. Preis völlig angemessen. Halt keine 5€ wie bei Ryanair aber dafür hatten wir Platz, keine Extrakosten für checkin oder Gepäck ins Kamen sehr entspannt ans Ziel. Kann ich nur empfehlen. Und wie auch bei Flugreisen gilt, umso früher man bucht, umso preiswerter.
    Aber viele verstehen halt nicht die Zusammenhänge zwischen korrekten Kosten damit alle davon leben können oder billig billig und die Arbeiter müssen vom Staat zum Überleben finanzielle Unterstützung bekommen. Was wir alle wiederum bezahlen.
    Ich unterstütze lieber mein Land, kaufe hier und mache auch sehr gern in D Urlaub zu gerechten Preisen. Wenn andere auch das nicht leisten können, dann bitte mal über einen höheren Lohn nachdenken und warum der so niedrig ist. Und dementsprechend handeln.

  6. 38.

    Ich hab keine Kinder und steh kurz vor der Pensionierung. Daher ist mir dieser Klimaquatsch völlig wurscht. Ich fliege weiterhin. Sei es nach ffm oder muc oder halt ins Ausland. Einmal pro Monat verlängertes Wochenende muss sein.
    Hätt ich Kinder oder Enkel, ok. Würde ich drüber nachdenken wegen Umweltschutz. Aber meine Frauen wollten nicht. Und Mann lebt nur einmal. Freue mich schon in zwei Wochen geht wieder nach Phuket.

  7. 37.

    12 Stunden Zugfahrt sind utopisch und nicht zumutbar. So ein grüner Unsinn! Außerdem ist ein Ticket für diese Strecke viel teurer als ein Flugticket

  8. 36.

    Wir fliegen viel und sehr gerne....aber eben nicht in den Ferienzeiten. Meine Kinder sind Groß und somit sind wir unabhängig. Den Unmut der Passagiere die auf die Ferienzeiten angewiesen sind kann ich aber total nachvollziehen. Da muss am BER noch einiges passieren. Solche Kommentare wie man muss nicht in die Sonne fliegen und Umweltsünder kann ich nicht nachvollziehen. Jeder reist so wie er es für es für richtig hält. Auch das es nach wie vor für Familien mit geringeren Einkommen die Möglichkeit gibt, dank preiswerter Flüge in die Sonne zu fliegen ist sehr schön. Hoffentlich bleibt das auch noch eine Weile so.
    Jedoch bin ich der Meinung, das Inlandsflüge auf ein Minimum reduziert werden können, da man fast jeden Winkel der Republik auch prima mit der Bahn oder dem Bus erreicht.

  9. 35.

    Von Berlin sind Sie mit dem Zug binnen 12 Stunden am Mittelmeerstrand. Bsp: Berlin-Marseille.

  10. 33.

    Haha. Wenn ich schon lese: Ryanair und Easyjet. Billigste Fluglinien rausgesucht und sich dann beschweren, dass kein Personal vorhanden ist, welches ihnen den Koffer zum Sitz bringt. Leute, wer billig nicht, fliegt auch billig, und sollte die Klappe halten oder korrekte Preise bezahlen. Für Abfertigungen sind nicht die Flughafenbetreiber zuständig sondern die Airlines.

  11. 32.

    Nur eine vernünftige U-Bahn Struktur. Dann muss oberirdisch nicht mehr soviel fahren und alle haben da mehr Platz.

    Wie lange müssen Autofahrer dafür im Stau stehen? 4 oder 5 Jahre. Die Geldverschwendung noch obendrein.

  12. 31.

    "Mich bekommt sie schnell keiner in die Bahn bei Preisen unter 10€ "
    Wo kann ich das Angebot bitte buchen?

  13. 30.

    Nun, wer von einem nur aufgrund der Pandemie lauffähigen Airport starten will zu einer nicht notwendigen Fernreise, der muss sich nicht nur auf eine Infektion (bestenfalls Montezuma..) gefasst machen, sondern auf Unannehmlichkeiten und Mehrkosten (Wartezeiten, verpasste Flüge, Quarantäne, kostenpflichtige Tests).

    Insofern: einfach nicht weiter reisen, als Auto / WoMo / Zug / Rad einen bringen. Anstecken kann man sich da auch... wenn man es darauf angelegt hat.

  14. 29.

    "...was soll denn noch gebaut werden?..." - Nur eine vernünftige U-Bahn Struktur. Dann muss oberirdisch nicht mehr soviel fahren und alle haben da mehr Platz. Und Zucker im Ar... ? Nehm ich - auch von der Seite !

  15. 28.

    Die Familien möchten aber Sonne und Wärme,die Wärme gibt es bei uns zu dieser Jahreszeit eben nicht mehr.Gegen einen wunderbaren Strandurlaub ist doch nichts einzuwenden.

  16. 27.

    Die Grünen wollen unbedingt die U-Bahn Verlängerung zum BER verhindern.

    Richtig so, was soll denn noch gebaut werden? Transrapid? Hubschrauberlandeplatz? Manche schlafen auf dem Bauch, damit man denen noch im Schlaf Zucker in den Ar... blasen kann.

  17. 26.

    Auch aus Hamburg und Frankfurt wurden lange Wartezeiten am Check-In gemeldet. Ich finde Flughäfen zur Ferienzeit generell nervig und fahre lieber mit der Bahn, damit kommt man auch ans Mittelmeer :)

  18. 25.

    "...Straßenbahn? Sie können mit der S-Bahn zum Flughafen fahren..." - Ich hatte von sollen, nicht von können geschrieben. Das mit der Straßenbahn ist eines der super Ansinnen der Grünen, stammt aus der Zeit bevor die S-Bahn-Verlängerung mit Mühe und Not installiert wurde und geistert bis heute herum. Die Grünen wollen unbedingt die U-Bahn Verlängerung zum BER verhindern. Die letzte Meile soll man mit der Straßenbahn fahren, sehr schön....

  19. 24.

    Nicht nur beim Checkin. Auch bei der Gepäckausgabe kann der BER mit stundenlangen Wartezeiten aufwarten. So in der Nacht vom 09. zum 10.10.
    Die Passagiere von mindestens 5 Fliegern von zwei Fluggesellschafften müssten mehr als zwei Stunden warten. Die einzigste "Information" erfolgte durch eine Durchsage nach einer Stunde Wartezeit: "Die Gepäckausgabe für Easyjet verzögert sich..." -riesen Gelächter bei den Wartenden- "... ach so, und bei Ryanair auch".
    Soweit "Offizielle" ansprechbar waren, erwiesen diese sich als uninformiert und hilflos. Übereinstimmend äußerten sie jedoch ihre Unzufriedenheit zur fehlenden Organisation durch die Führungsebene der BER- Gesellschaft.

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