Mitte und Neukölln stark betroffen - Zahl illegal abgestellter Schrottautos in Berliner Straßen steigt an

Mo 25.10.21 | 18:46 Uhr
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Archivbild: "Apocalypse" steht auf einem ausrangierten, zerstörten und bemalten Autowrack am Weigandufer, Berlin. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Bild: dpa/P. Zinken

Immer mehr alte und schrottreife Autos werden in Berlin einfach am Straßenrand stehen gelassen. Die Zahl der gemeldeten und erfassten "Fahrzeugwracks" sei von rund 1.100 im Jahr 2017 auf 1.637 im vergangenen Jahr angestiegen, teilte der Senat auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Daniel Buchholz mit.

Im ersten Halbjahr 2021 waren es demnach bereits 909 erfasste alte Autos, die unbenutzt herumstanden. Allein in Mitte und Neukölln waren es zuletzt jeweils weit über 200.

Illegales Abstellen ist "rechtswidrig und gefährlich"

2018 wurden zu den abgestellten Schrottfahrzeugen 824 Strafverfahren eingeleitet und es gab mehr als 250 Verurteilungen. 2019 waren es rund 500 Strafverfahren und 70 Urteile, 2020 nur noch 279 Verfahren und 33 Urteile.

Seit 2017 gibt es eine App "Ordnungsamt Online", in der Anwohner Müllansammlungen und Schrottautos auf den Straßen mit einem genauen Standort anzeigen können. Der Senat betonte, das illegale Abstellen von "Schrottfahrzeugen" im öffentlichen Straßenland sei "rechtswidrig und gefährlich". Zügiges Entfernen werde ausdrücklich begrüßt.

Probleme auch mit "Schrottbooten" auf dem Wasser

Probleme gibt es auch auf dem Wasser, wo sich immer mehr Boote und "Schwimmkörper" befänden. Steigen würde daher auch der Anteil selbstgebauter Fahrzeuge, "die teilweise als Unterkunft genutzt werden". Parallel könne auch die Zahl verlassener und aufgegebener "Schiffskörper (Schrottboote)" steigen und die Ordnung und Sicherheit auf den Gewässern gefährden, so der Senat.

Die Behörden tun sich laut Senat mit dem Eingreifen schwer. Das liege an den verschiedenen Zuständigkeiten von Berliner Wasserschutzpolizei, den Ordnungsämtern der Bezirke, der Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Spree-Havel als Bundesbehörde.

Sendung: Abendschau, 25.10.2021, 19:30 Uhr

27 Kommentare

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  1. 27.

    Ich finde da wird viel zu lange zugeschaut und der Dreck weggekarrt, z.B. hier im Wedding. Der Teil vom Dohnagestell der in den Volkspark Rehberge mündet wird ständig mit Schrottkarren zugeparkt, oder die wundervollen Autofahrer schmeißen ganze Zimmergarnituren aus der Karre. Statt die Straße zu sperren, denn in der Transavaalstr sind eigentlich genügend Parkplätze, wird der Müll aufwendig und teuer abgeholt. Es wäre viel ansehnlicher und günstiger einfach die Durchfahrtsmöglichkeit zu unterbinden..es kann so einfach sein :/

  2. 26.

    Liebe Streithammel,
    draussen war super Wetter. Einfach mal 'ne Runde um den Block drehen und kräftig durchatmen. Zum Frustabbau wären auch Anti-Stress-Zettel toll. Abreissen, zusammenknüllen, mit Schmackes in die Ecke feuern. Dieses ständige persönliche Angemache ist einfach nur zum Göbeln schön. Vll. empfinden es einige so richtig toll, solange rumzutrollen bis der RBB den Laden wieder dichtmacht.

  3. 25.

    Bin zwar kein westlicher Schlaumichel, aber mein Kuhdorf oder von mir aus auch Posemuckel ist wenigstens sauber und nicht vollgeschmiert.

  4. 24.

    "Der Senat regelt, wer was wann wo"

    Das ist nicht richtig. Die Zuständigkeiten werden grundsätzlich durch formelles Gesetz geregelt. Gesetzgeber ist das Abgeordnetenhaus, nicht der Senat.

  5. 23.

    Das kann so ein Landei aus Posemuckel natürlich nicht wissen aber Berlin ist mehr wie es aus der Bildzeitung her kennen.

    Besuchen sie mal Kladow, Frohnau oder Grunewald. Fürchterliche Arme-Leute-Gegenden, da fressen die Leute den Kitt aus den Fenstern.

    Aus dem Hinweg können sie ja mal die Kloaken von FFM besuchen und damit meine ich nicht das Bahnhofsviertel. :-D

  6. 22.

    "Wurden Sie eigentlich gefragt, bvor Sie Realo antworteten?" Wurden sie gefragt mir zu antworten? Na hoppla!

    "Der Senat regelt, wer was wann wo - und da wurde jahrelang gepennt und sich auf Posten ausgeruht."

    Blödsinn, da werden sich die Bezirke aber heftig wehren, z.B. in Reinickendorf wo eine AfD/cDU die Verkehrswende hintertreibt.

  7. 21.

    Wurden Sie eigentlich gefragt, bvor Sie Realo antworteten? Nee - aber so ist das, wenn man sich unpassende Jacken anzieht - dann kann man frieren - ist ziemlich kalt im Argumentenwald. Ich verstand was gemeint ist und kann dem nur zustimmen. Der Senat regelt, wer was wann wo - und da wurde jahrelang gepennt und sich auf Posten ausgeruht. Und die Schlafstatt wird grad weiter ausgebaut. Das hat so nix mit AfD und anderen Parteizugehörigkeiten zu tun - auf Amtsebene sind Parteiämter nämlich nicht relevant sondern haben was mit Wahlergebnis und der Verteiluung der Posten zu tun - ist aber nie ein Indiz für Kenntnisse und Fähigkeiten - die sind - bunt gemischt - überall und kaum anzutreffen.

  8. 20.

    Und auch die Wählerschaft, die neben dem braunen, den linksroten Sumpf weiter wässern....äääh wählen....
    Ach übrigens: im Senat werden Zuständigkeiten auf kommunaler Ebene vergeben, verteilt und zugewiesen. Ja, Lesen bildet - Gelesenes zu verstehen (was ich in meinem Kommentar meinte) ungemein.

  9. 18.

    "Die Unfähigkeit von RRG im Senat besteht doch darin, seit Langem die Zuständigkeiten NICHT geregelt zu haben - oder sehen Sie das etwa anders? I"

    Ja! Lesen bildet, sollten sie auch mal versuchen. Die Bezirke (OA) oder das Amt für regionalisierte Ordnungsaufgaben sind zuständig. OA wenn Schadstoffe auslaufen, evt. sogar Polizei (eher nicht, ruhender Verkehr) oder eben das o.g. Amt.

    " Ich bin kein Freund der AfD, jedoch sind Positionen in der Verwaltung nicht immer vom Parteibuch abhängig, wie man in den Bezirken sehen kann und wie andere Amtsinhaber/innen von RRG ihr Versagen in die Amtsstuben getragen haben."

    Neeeein, nat. nicht. Wir sehen was passiert wenn einer von dem unfähigen braunen Haufen wichtige Aufgaben bekommt.

    "Und das hat RRG zu verantworten. "

    Nein, letztendlich die Wähler die diesen unfähigen braunen Haufen gewählt haben.

  10. 17.

    Verdrecken und zumuellen können wir selber oder meinen sie die illegalen Fahraddepos aus schrottraedern kommen von sonst wo her und es werden auch nicht extra Moebel angeliefert aus allen Regionen der Rebublik. Muellschweine findet man ueberall.
    Berlin war mal sauber, lang ists her.

  11. 16.

    Lassen Sie Ihren Müll bitte in Hessen. Selbst mit unkenntlich gemachter FIN werden Sie gefunden und zur Kasse gebeten.
    Die Behörden tun sich schwer??? Zumindest die Autos werden doch laufend versteigert (zoll-auktion).

  12. 15.

    Was soll Mensch von jemandem erwarten, der sich als „Hesse“ bezeichnet?
    Wem Berlin nicht gefällt, der/die kann doch nach Kuhdorf oder Poselmuckl zurückgehen, wir brauchen hier keine westdeutschen Schlaumichel!

  13. 14.

    Die Unfähigkeit von RRG im Senat besteht doch darin, seit Langem die Zuständigkeiten NICHT geregelt zu haben - oder sehen Sie das etwa anders? Ich bin kein Freund der AfD, jedoch sind Positionen in der Verwaltung nicht immer vom Parteibuch abhängig, wie man in den Bezirken sehen kann und wie andere Amtsinhaber/innen von RRG ihr Versagen in die Amtsstuben getragen haben. Das ist Parteiübergreifend der Fall und in Berlin eine anscheinend besondere Bedingung, hier Ämter zu übernehmen: Unfähigkeit. Wer hier versucht mit Sachverstand etwas bewirken zu wollen, der wird hier missachtet und kaltgestellt, während Leute mit gefährlichem Halb- und Unwissen den Laden von innen her kaputtmachen dürfen. Und das hat RRG zu verantworten.

  14. 13.

    Aus den Drahteseln laufen aber auch keine Betriebsflüssigkeiten aus. Ein Drahtesel braucht auch keine 15m^2 Straßenfläche zum gammeln.

  15. 12.

    Vielleicht ist das ja der Anfang von globaler Ger(a)echtigkeit? Nachdem Deutschland Jahrzehnte lang seinen Giftmüll nach Osteuropa, seine Plastikabfälle nach Asien und seinen Elektroschrott nach Afrika entsorgt und dies teilweise munter weiter tut, kann seine Hauptstadt doch jetzt auch mal den Müll gedankenloser Egoisten schlucken, oder? Wer austeilt, muss auch einstecken können...

  16. 11.

    Da muss ich Ihnen vollkommen Recht geben. Berlin ist eine dreckige Stadt. Wo man geht und steht wird der Abfall hinterlassen und die Schmiererei überall.

  17. 10.

    Ne, Entschuldigung ist nicht notwendig. Wenn das "Amt für regionalisierte Ordnungsaufgaben" (s. Post 9) nicht tätig wird oder werden will _und_ aus so einer Möhre Flüssigkeiten rauslaufen, die entweder versickern oder in Gullis ablaufen, liegt eine Gefahr für die Umwelt konkret vor. Das wäre zu dokumentieren (Foto) und/oder durch die Polizei prokollieren zu lassen. In solchen Fällen können Sofortmaßnahmen das Mittel der Wahl sein. Eine Argumentationshilfe kann man aus diesem Fall ziehen: https://openjur.de/u/198919.html Dort bestand nur die Möglichkeit, daß noch Stoffe in die Umwelt gelangen _können_ . Darauf kann man die zuständige Behörde auch hinweisen.
    Achja - persönliche Hartnäckigkeit ist empfohlen ;-).

  18. 9.

    Weder Senat noch Bezirk oder Ordnungsamt. Zuständig für Schrottautos ist in ganz Berlin das "Amt für regionalisierte Ordnungsaufgaben". Politisch geführt vom Lichtenberger Bezirksstadtrat Dr. Frank Elischewski (AfD). Nur mal so vorweg zur Info, bevor hier wieder die Unfähigkeit von R2G zur Sprache kommt..

  19. 8.

    Als Hesse würde ich mein Schrottauto auch nach Berlin bringen ... Abstellen und gut ist. Da tut sich dann jahrelang zunächst mal nichts, niemanden interessiert's. Das Bezirksamt (Ordnungsamt?) nimmt es max. zur Kenntnis ... So wie auf dem Bürgersteig verottene Möbel, Fahrräder, Mülltüten ... Was soll auch von einer Stadt erwartet werden, bei der beschmierte Wände zum Lebensgefühl gehört?

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