Berlin - Hunderte Biker beteiligen sich an Korso für verunglückte Motorradfahrer

Ein Motorradkorso fährt zum Gedenken an tödlich verunglückte Motorradfahrer durch Berlin. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)
Bild: dpa/Christophe Gateau

Zum Gedenken an tödlich verunglückte Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer in Berlin und Brandenburg sind nach Veranstalterangaben rund 550 Biker in einem Korso durch Berlin gerollt. Die Polizei sprach von "rund 400 Fahrzeugen". Die Gedenkfahrt der ökumenischen Organisation "Christ und Motorrad" startete mit etwas Verspätung gegen 11:30 Uhr in Mariendorf.

Die Fahrer hatten schwarze Bänder an den Lenkern oder Rückspiegeln befestigt, um an die toten Motorradfahrer zu erinnern. "Wir wünschen uns mehr Motivation zur gegenseitigen Rücksichtnahme von allen Verkehrsteilnehmern", sagte ein Sprecher. Die meisten Unglücke seien durch Fremdverschulden passiert, beispielsweise durch Autos, die ohne Anzeige die Spur wechseln. In der Matthäuskirche in Steglitz wurde dann ein Gedenkgottesdienst durchgeführt.

Gedenkfahrten seit 1974

"Für viele Angehörige, Bekannte und Freunde der Verunglückten ist die Mahn- und Gedenkfahrt die eigentliche Trauerfeier", sagte Oliver Kalkow vom Verein "Christ und Motorrad". Die Solidarität zu erfahren, dass sie mit ihrer Trauer und dem Verlust nicht alleine seien, gebe vielen Trost und Kraft.

Seit 1974 organisiert die Gruppe alljährlich eine Mahn- und Gedenkfahrt durch Berlin. Den Abschluss der Fahrt bildet jeweils ein Gottesdienst, bei dem der Verunglückten gedacht wird. Im Anschluss sind die Teilnehmer zu einem Ausklang auf dem Hof vor der Kirche
geladen.

Nach Vereinsangaben sind im vergangenen Jahr 23 Bikerinnen und Biker in Brandenburg ums Leben gekommen, in Berlin waren es demnach im selben Zeitraum sieben.

Die Fahrt durch Berlin verlief nach Polizeiangaben vom Sonntag ohne Störungen.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde erstmals am 8.10.2021 veröffentlicht und nun aktualisiert.

Sendung: rbb 88.8, 10.10.21, 14 Uhr

14 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 13.

    Ich denke mal, Biker soll der Inbegriff sein für Menschen, die ein hochtouriges Gefährt fahren. Ich mit meinem 3- bzw., 7 Gang-Fahrrad bin da natürlich raus. Ich würde mich niemals Biker nennen.

  2. 12.

    "Biker" ist ja ein relativ alter Begriff - Motorradfahrer, m.E. auch Rocker. Die Pedalritter machten sich diesen ja erst vor einiger Zeit zu eigen. Zugegeben Bicycler hört sich doch irgendwie komisch an. Nun gut, "Biker" als Sammelbegriff für Zweiradfahrer scheint sich wohl durchgesetzt zu haben.
    Falls sie die Radfahrer suchen ... links im Bild sind zwei, einer sogar mit Hund.

  3. 11.

    Sie dürfen gerne eine Veranstaltung für die tödlich verunglückten Radfahrer organisieren.

  4. 9.

    "Hunderte Biker beteiligen sich an Korso für verunglückte Motorradfahrer" - Sonderbar!?! Ich sehe auf dem Bild lauter Motorradfahrer, aber keine Biker... Wo sind also die Radfahrer?

  5. 8.

    Für Sie am Besten zu Hause bleiben! Ich fahre über 40 Jahre Bike - unfallfrei. Sowas soll es geben.
    Auch mit dem "Blödsinn" anderer rechnen, hat geholfen.....
    RiP allen Verunglügten.

  6. 7.

    Ihr Ansinnen in allen Ehren, aber wieso liegen dem VCD Nordost die aktuellen Zahlen nicht nur für dieses Jahr publikationsfertig aufbereitet und in versch. Formaten verfügbar vor? Sogar die Nummer des Berichtes auf Berlin.de ist verfügbar - die Berichte selbst liegen dort auch vor. Mit der Auswertung / Visualisierung scheint es aber nicht so dolle sein.
    Da scheint sich bei SenUVK wohl jemand auszupennen - und das ist nicht nur der Webmaster.

  7. 6.

    Ihrer merkwürdigen Logik nach, gehen sie auch nie über eine Strasse. Selbst bei Grün nicht.

  8. 5.

    Jetzt muss ich die Berliner Behörde mal in Schutz nehmen!
    Die Zahl ist nicht so einfach zu ermitteln, da hier nicht nur das aktuelle Jahr abgefragt wird, sondern die vergangenen 12 Monate, also von der letzten Mahn- und Gedenkfahrt bis zur jetzigen. Und die Zahl wird sehr knapp vorher übermittelt, damit auch alle in dem abgefragten Zeitraum dabei sind, sie lag bei der Pressemitteilung deshalb noch nicht vor.
    Für die, die es unbedingt wissen möchten, in Berlin verunglückten, in den vergangenen 12 Monaten + 1Woche, 7 Motorradfahrer mit Todesfolge.

  9. 4.

    Merkwürdige Veranstaltung. Einerseits möchte man den Verunglückten gedenken, andererseits aber anscheinend gleichzeitig die eigene Lernresistenz zur Schau stellen. Nach zwei Todesfällen im Familienkreis kriegt mich auf jeden Fall keiner auf so ne Höllenmaschine.

  10. 3.

    Bei was hatte Berlin denn schon mal was verlässliches an Zahlen gebracht. Hier bekommt man ja nichtmal eine Wahl verlässlich über die Bühne.

  11. 2.

    Berlin, wieder mal lückenhaft: https://www.berlin.de/sen/uvk/verkehr/verkehrspolitik/verkehrssicherheit/unfallkommission/verkehrsunfaelle-mit-todesfolge-21-mobg/jahr-2021/
    VCD-Nordost: https://nordost.vcd.org/ziele/verkehrssicherheit/verkehrstote2021/
    (auch als PDF verfügbar)


    Jeder Einzelne ist einer zuviel. Fahrt vernünftig!

  12. 1.

    So etwas finde ich sehr gut .
    Nur das Berlin mal wieder keine Zahl hat ist beschämend gerade bei so etwas.

Nächster Artikel