Sturmtief "Ignatz" naht - Starke Orkanböen erreichen Berlin und Brandenburg

Mi 20.10.21 | 17:30 Uhr
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Der stürmische Wind nahe Frankfurt (Oder) entreißt am Donnerstag (18.01.2007) einer Frau den Regenschirm. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Inforadio | 20.10.2021 | Oliver Meurers | Bild: dpa/Patrick Pleul

Sturmtief "Ignatz" zieht am Donnerstag über die Region. Wetterexperten warnen vor herabstürzenden Ästen. In Berlin werden Zoo, Tierpark und einige Grünanlagen vorsorglich geschlossen. Auch Zugausfälle drohen. Die Nacht verlief derweil ruhig.

Ausflüge in den Park sollten Menschen in Berlin und Brandenburg am Donnerstag besser nicht unternehmen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte wegen des Sturmtiefs "Ignatz" für diesen Tag ausdrücklich vor herabstürzenden Ästen und empfahl, das Haus am besten nicht zu verlassen.

Bis zu 100 Kilometer pro Stunde könnten die Windgeschwindigkeiten in der Region nach den Angaben vom Mittwoch dann erreichen, in Gewitternähe sogar bis zu 110 Kilometern pro Stunde. Der Wetterdienst erwartet laut Warnlagebericht für Berlin und Brandenburg teils schwere Sturmböen und Gewitter am Donnerstag, dabei können einzelne orkanartige Böen auftreten.

Nacht verlief ohne größere Schäden

Die Nacht auf Donnerstag verlief in Berlin und Brandenburg ruhig. Polizei und Feuerwehren meldeten bis zum frühen Donnerstagmorgen keine wetterbedingten Unfällen. Auch den Lagezentren der Polizei in anderen Bundesländern lagen zunächst keine größeren Schadensmeldungen vor. Vereinzelt habe der Wind Bäume ausgerissen, Schlimmeres sei jedoch nicht passiert, hieß es etwa aus Thüringen und Baden-Württemberg.

Die Deutsche Bahn warnte vor möglichen Zugausfällen oder Verspätungen wegen des Sturms. Allerdings lagen am Morgen noch keine Meldungen über tatsächliche Störungen im Bahnverkehr vor. Die Bahn twitterte, dass sich Reisende wegen möglicher Behinderungen frühzeitig informieren sollten. Laut ARD-Wetterkompetenzzentrum muss auch im Flugverkehr mit Einschränkungen gerechnet werden.

Eindringliche Warnung vom Bezirksamt Mitte

"Für Menschen, die sich in Parks und Grünanlagen aufhalten, besteht Lebensgefahr", teilte das Bezirksamt Berlin-Mitte mit. Viele Bäume seien aufgrund der langanhaltenden Trockenheit der vergangenen drei Jahre stark geschwächt. Äste könnten abbrechen, sogar ganze Bäume könnten umstürzen. Das Amt warnt darum dringend davor, am Donnerstag und Freitag öffentliche Grün- und Erholungsanlagen zu betreten.

Der Zoo und der Tierpark Berlin kündigten an, am Donnerstag nicht zu öffnen und die Tiere in Häusern und Stallungen unterbringen. Das Aquarium soll regulär öffnen. "Aus Erfahrung wissen wir, dass solche Unwetterwarnungen keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden sollten", teilte Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem mit. Sollte man von größeren Schäden verschont bleiben, würden Zoo und Tierpark ab dem Freitag wieder regulär öffnen.

Auch Botanischer Garten schließt

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin-Brandenburg sprach eine Warnung aus. Spaziergänger sollten besonders vorsichtig sein oder die Parks gar nicht erst besuchen. Die Stiftung schloss nicht aus, die Anlagen je nach Wetterlage zu sperren.

Wegen des vorhergesagten Herbststurms bleiben in Berlin etwa auch der Botanische Garten, die Gärten der Welt, der Britzer Garten, der Natur-Park Schöneberger Südgelände und der Botanische Volkspark Blankenfelde-Pankow am Donnerstag zu. Auch der Betrieb der Seilbahn zwischen Kienbergpark und den Gärten der Welt wird eingestellt.

Einige Parks bleiben zugänglich

Andere Parks oder Freiflächen wie das Tempelhofer Feld, der Park am Gleisdreieck, die Erweiterungsflächen des Mauerparks sowie der Kienbergpark sind zugänglich, gleichwohl werden Besucher gebeten, den Parks möglichst fern zu bleiben.

Der Tierpark Cottbus soll offen bleiben.

Sendung: Brandenburg aktuell, 20.10.2021, 19:30 Uhr

75 Kommentare

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  1. 75.

    Achjeh, alle Medien warten nun auf den großen "Sturm" - scheint so, wie in vielen Jahrzehnten - viel Rauch um nichts.
    Ein normaler Herbststurm, wie viele andere Jahre auch.

  2. 74.

    Sehe ich genau so, gerade in Berlin und Umgebung noch an der Katastrophe vorbeigeschrammt.

  3. 73.

    Positiv denken. Freuen sie sich, das sie nicht auf Kokosnussallee unterwegs sind. ;-)

  4. 72.

    Bei dem Rest sollten wir uns dann ernsthaft Gedanken machen:-)Hier bei mir in Spandau sieht es im Moment ziemlich wild aus...aber es war schon mal schlimmer. Meine Töpfe auf der Terrasse stehen alle noch und mein Kater liegt auch draußen auf seinem Stuhl. Also alles noch gut.

  5. 69.

    Update: 08:50

    Der Sturm bläst wie ein Föhn.

  6. 68.

    "Unter den Eichen" (Steglitz) nervt gerade ein bisschen. Da wird scharf geschossen. PENG! Macke im Blechle... *seufz*

  7. 67.

    Es gab gerade erste Gewitter am Himmel

  8. 66.

    Seit 6.30 Uhr gibt es hier Gewitter und der Sturm legt deutlich zu
    Nur mal so ,wenn interessiert
    Seit ein wenig vorsichtig ,

  9. 65.

    Am besten alle rausgehen und mal die Oberstübchen durchlüften. Man muss ja nicht unter Bäumen wandeln.

  10. 64.

    Die Wette nehme ich an. Ich tippe auf "witterungsbedingte Störungen im Betriebsablauf" ab 10:00 Uhr.

  11. 63.

    Heute Morgen ,5 Uhr 300 km westlich von Berlin ,wo der Sturm herkommt ,etwas Regen ,Ein bisschen Windig ,aber keinesfalls Unwetter ,BISHERR !!!!!
    Wenn halt vielleicht interessiert ,oder auch nicht

  12. 62.

    Hat sich die Vorhersage schon im Laufe der Nacht halb erledigt, die Wetterdienste waren früher genauer, es wird ein riesen-Bla-Bla gemacht. Morgen gibts dann einen kranken Baum der auf eine Villa umgefallen ist... kenn wa schon

  13. 61.

    Die Leute, die per Home Office arbeiten, sind doch schon zu Hause. Die können von dort aus bequem weiterarbeiten. Dazu muss die Arbeit nicht ausfallen. Während die einen auf dem Weg zur Arbeit steckenbleiben, weil Bäume auf den Schienen liegen, sitzen die anderen schon vor dem Bildschirm und können ohne Probleme den Dienst beginnen. Ach so, ich vergaß: Home Office ist ja angeblich ganz schlimm und böse und funktioniert ja sowieso nicht. Das wollen uns einige ewig Gestrige andauernd erzählen. Es gibt aber nun mal sehr viele Jobs, wo das ganze prima funktioniert.

    Bei solchen Unwetter-Ereignissen zahlt es sich sogar ganz besonders aus. Sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber. Da muss man nicht mit Stau, gesperrten Straßen und verspäteten Bahnen kämpfen. Einfach entspannt aufstehen und von zu Hause aus arbeiten - da wo es geht. Zum Glück ist meine Firma nicht von gestern. Die Corona-Zeit wurde zur Digitalisierung genutzt. Läuft besser als jemals zuvor.

  14. 60.

    Warnen ist schon besser ,lieber einmal zuviel als zu wenig ,
    Wohne Luftlinie ca 300 km westlich von Berlin weg ,hier regnet es stark ,von Sturm bisherr nichts zu sehen ,nur so nebenbei ,wenn jemanden aus Berlin Interessiert

  15. 58.

    Hmmm, wird gewarnt, is kacke..... Wird nicht gewarnt, auch kacke. Wat'n Nu?
    Jeder weiß was kommt, schaut raus und nicht nur aufs Display irgendeines Gerätes, handelt danach oder wie Euch danach ist und gut ist.
    Bleibt gesund, aufmerksam, achtsam und munter.

  16. 57.

    Joo Hopp, mich packts manchmal auch ,egal ob Kritik oder Lob
    Jetzt lassen wir mal erst den grossen Sturm auf uns zukommen

  17. 56.

    Sie haben mich falsch verstanden/falsch interpretiert.
    Ich bezog es nicht auf den Artikel, sondern "allgemein" und die Geschichte mit den falschen Prognosen auf "die" Wettervorhersagen.

    Heute sah ich im Park zwei kiffende Jugendliche auf einer Bank hocken, als direkt hinter denen ein Ast abbrache und glücklicherweise nur ins Gebüsch fiel. Da hatten die beiden aber noch mal Glück. Der Ast war nicht allzu stark, aber auch ein leichter Ast kann schön für Hirnbenebelung der anderen Art sorgen.

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