Sturmtief über Berlin und Brandenburg - Berliner Feuerwehr hebt Ausnahmezustand wieder auf

Fr 22.10.21 | 05:35 Uhr
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Sturmschaden in Berlin-Treptow (Quelle: imago images/Future Image)
Video: Brandenburg aktuell| 21.10.2021 | Markus Woller | Bild: imago images/Future Image

Ein schwerer Herbststurm ist am Donnerstag über die Region gefegt. Die Berliner Feuerwehr beendete den Ausnahmezustand nach Hunderten Einsätzen wieder. Im Süden Brandenburgs sind noch zahlreiche Haushalte ohne Strom.

Ein erster schwerer Herbststurm ist am Donnerstag über Berlin und Brandenburg gefegt. Das Sturmtief mit den Namen "Hendrik" (zuvor: "Ignatz") brachte die Berliner Feuerwehr nach eigenen Angaben "nahezu ans Limit". Am Abend erklärte die Feuerwehr den Ausnahmezustand für beendet, den sie am Vormittag ausgerufen hatte. Dieser gibt den Feuerwehrleuten die Möglichkeit, Einsätze zu priorisieren.

Zwischen 8:00 Uhr und 19:00 Uhr rückte die Feuerwehr zu 372 wetterbedingten Einsätzen aus. Nach Angaben eines Sprechers wurde eine Frau in Prenzlauer Berg von herabfallenden Ästen leicht verletzt. Auch gab es erhebliche Sachschäden an parkenden Autos.

In Pankow sei ein Baum in eine Hausfassade an der Trelleborger Straße gefallen. Am frühen Donnerstagnachmittag musste die Feuerwehr einen Baum entfernen, der auf die Torstraße in Mitte gefallen war.

Die Meldestationen in der Region registrierten am Donnerstagvormittag Sturmböen von weit mehr als 90 km/h. Spitzenreiter war dabei mit 104 km/h die Messstation in Berlin-Wannsee. In den Abendstunden flaute der Wind etwas ab. Für Freitag sagte der Deutsche Wetterdienst aber erneut Sturmböen voraus.

Stromausfall in Teilen Brandenburgs

In Brandenburg stürzten wegen des schwere Sturms Bäume um, Telefon- und Stromleitungen wurden beschädigt. In Cottbus und in den Landkreisen Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald waren zeitweilig mehr als 3.600 Haushalte ohne Strom, wie der Netzbetreiber Mitnetz dem rbb bestätigte. Am frühen Abend waren es noch 2.200 Haushalte.

Am stärksten betroffen waren dabei Cottbus und Spree-Neiße. Insgesamt waren laut dem Unternehmen rund 50.000 Kunden in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ohne Strom.

Außerdem hat der Sturm in Cottbus mehrere Teile eines Baugerüstes an einer Hausfassade abgerissen, verletzt wurde dabei niemand. Nach Angaben der Regionalleitstelle Lausitz musste die Feuerwehr allein in Südbrandenburg bis zum Nachmittag über 500 Mal ausrücken. Die meisten Einsätze gebe es im Kreis Dahme-Spreewald. Überwiegend kümmerte sich die Feuerwehr um umgestürzte Bäume. In Schlieben (Elbe-Elster) mussten zwei schwer verletzte Personen aus einem Auto befreit werden. In Templin (Uckermark) wurde ein Bahnmitarbeiter schwer verletzt, als er Äste von Bahnschienen räumen wollte.

Auch im Westen und Nordwesten Brandenburgs hielt das Unwetter die Einsatzkräfte auf Trab. "Wir haben in allen Bereichen Sturmeinsätze. Das Meiste sind umgestürzte Bäume oder heruntergefallene Äste", sagte eine Sprecherin der Regionalleitstelle Nordwest, die für die Kreise Havelland, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und die Stadt Potsdam zuständig ist. Auch Telefon- und Stromleitungen seien teilweise durch den Sturm beschädigt.

Die Regionalleitstelle Oderland in Frankfurt (Oder) berichtete ebenfalls von Einsätzen wegen umgestürzter Bäume.

Im Nachbarland Polen kamen durch Folgen des Sturms vier Menschen ums Leben.

Sturmtief fegt über Berlin und Brandenburg

Bahn: Zugausfälle und Verzögerungen

Der Bahnverkehr normalisierte sich in der Nacht zum Freitag wieder. Die Bahn meldete am Morgen nur noch vereinzelte Beeinträchtigungen.

Am Donnerstag führten die Sturmböen zu teils starken Einschränkungen. Zunächst wurden vereinzelte Verspätungen aufgrund von technischen Störungen, die von dem Sturm verursacht worden seien, gemeldet. Am Nachmittag waren die Linien RE1 (Berlin - Frankfurt/O.), RE3 Berlin - Falkenberg, RE5 Berlin - Rostock/Stralsund, RB23 Potsdam - Michendorf und RB24 Eberswalde - Senftenberg betroffen, wie die Bahn auf ihrer Infoseite [bahn.de] mitteilte.

Die Deutsche Bahn bietet ihren Fahrgästen wegen des Sturms "Ignatz", der auch als "Hendrik" bezeichnet wird, eine "Sonderkulanz" an: Passagiere, die ihre für diesen Donnerstag (21.10.2021) geplante Reise aufgrund des Orkantiefs verschieben möchten, können ihr bereits gebuchtes Ticket für den Fernverkehr ab sofort bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende flexibel nutzen. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei umgetauscht werden. Auch Tickets im Regionalverkehr können bis zum 28.10.2021 genutzt werden.

Nach Sturmschäden wurde der Bahnfernverkehr in Nordrhein-Westfalen am Vormittag großflächig eingestellt. Davon betroffen war auch die ICE-Verbindung von Berlin nach Köln, die komplett ausfiel. Am frühen Nachmittag wurde dann der Fernverkehr von und nach NRW wieder aufgenommen. [Mehr zur bundesweiten Lage auf tagesschau.de.]

Erhebliche Störungen im S-Bahnverkehr

Zu schweren Einschränkungen kam es seit dem Donnerstagmorgen auch im S-Bahnverkehr. Wegen des Sturmtiefes wurde vorsichtshalber die Geschwindigkeit der Züge auf 60km/h begrenzt, teilte die S-Bahn auf Twitter mit. "Es kommt es auf allen S-Bahn Linien zu Verspätungen und Ausfällen", hieß es in der Kurznachricht. Auf mehreren Strecken blockierten umgestürzte Bäume vorübergehend die Gleise.

BVG meldet nur geringfügige Einschränkungen

Auch bei der BVG gab es Unterbrechungen. Am Morgen wurde die Fähre F11 zwischen Baumschulenstraße und Oberschöneweide für gut drei Stunden eingestellt.

Nachdem ein Baum auf die Gleise der U2 gestürzt war, wurde die Linie zwischen Ruhleben und Olympiastadion für kurze Zeit unterbrochen. Auf oberirdischen Strecken der U-Bahn wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 40 km/h beschränkt.

Auch auf etwa 20 Buslinien gab es zwischenzeitlich Unterbrechungen, wie die BVG mitteilte. Meist weil herabgestürzte Äste die Fahrplan blockiert hatten.

Bei der Straßenbahn gab es keine wetterbedingten Einschränkungen.

Wasserhose über der Ostsee

Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes sind aktuell extrem starke Winde zu beobachten. Über der Ostsee ist es in der Folge am Donnerstag zu einer Wasserhose gekommen. Als Wasserhose bezeichnet man Tornados über dem Meer oder einem großen Binnengewässer, erklärte DWD-Meteorologin Eva Lorenz. Die Zutaten für ein solches Wetterphänomen seien durch eine starke Windscherung gegeben.

Verkürzt gesagt bestünden laut Lorenz plötzliche scharfe Änderungen der Windrichtung und/oder der -geschwindigkeit. Hervorgerufen werde dies durch das Aneinandervorbeiströmen zweier unmittelbar benachbarter Luftschichten. In der Folge könne es zu kleinräumigen Luftwirbeln mit annährend senkrechter Drehachse – also ein Tornado. Für Berlin-Brandenburg sei mit so einem Phänomen eher nicht zurechnen. Ausschließen könne man dies aber nicht. Generell soll sich die Wetterlage gehen Donnerstagabend beruhigen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 21.10.2021, 19:30 Uhr

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59 Kommentare

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  1. 59.

    Vom Sturmtief, was eine Menge Chaos hinterlassen hat, kommen Sie zu den Hinterlassenschaften eines Hundes und mal wieder zu Belehrungen wie man einen Hund zu halten hat. Was sagen Sie den eigentlich zu dem eigentlichen Thema??

  2. 58.

    "Dann müssen wir aber auch bereit sein, mehr Steuern zu zahlen, um die Feuerwehr auch zu bezahlen, und dürfen nicht die Steuersparparteien FDP, CDU und AfD wählen!"
    Super Logik ... wählt man die Einen ist fiktiv kein Geld da ... wählt man die Anderen sind tatsächlich keine Leute da. Wie man's macht ... is' verkehrt.

  3. 57.

    Soorry Mareike ,habe in einem Kommentar gesagt ,sie hätten mich kritisiert ,da habe ich was verwechselt ,SORRY

  4. 56.

    "Manche Hunde sehen ja aber dann auch so aus, als ob sie nur wenig draußen sind, ansonsten aber sehr gerne in der Wohnung fressen und dabei verfetten."

    Thema verfehlt, Thema hier ist "Sturmtief "Ignatz" führt zu vielen Feuerwehreinsätzen und Verkehrsstörungen"

  5. 55.

    da haben Sie eine "tragfähige" sturmerprobte Lösung gefunden. Meine ebenerdige Terrasse auf dem Grundstück hat und braucht nun kein Geländer. Insofern stehen die Oleander in ca. 60kg schweren Terracotta-Töpfen. Das interessiert den Sturm aber wenig. Über 2m Höhe bieten leider genug Angriffsfläche. Naja, geht auch vorüber.

    Kommen Sie alle gesund nach Hause, egal ob von Arbeit oder Hundeausgang!

  6. 54.

    Übrigens ,ich akzeptiere Mareikes Kritik an mir ,aber ich brauche nicht den ganzen Text von Anderen zu wiederholen ,wie sie das ständig machen
    Einfach nur NERVIG

  7. 53.

    Hören Sie endlich auf mit Ihrem egotripp ,das nervt
    Auch wenn Marreike nicht meiner Meinung ist ,hat sie mehr sinnvolle Argumente als sie

  8. 51.

    Mareike:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 21.10.2021 um 12:55
    Oh, unser Klugscheißerle hat hat auch wieder seine Meinung kund getan....."

    Wenn man keine sachlichen Argumente hat, dann muss "Klugscheißerle" Mareike wohl solch eine sinnfreie Polemik schreiben, die mehr über sie und Ihre Argumentarmut als über mich aussagt.

  9. 50.

    Sie haben vollkommen Recht.Bin gerade nach Hause gekommen und hier in Mariendorf liegt eine große Astgabel auf dem Gehweg und auch mehrere Äste, hoffentlich wurde Niemand verletzt!

  10. 49.

    Manche Hunde sehen ja aber dann auch so aus, als ob sie nur wenig draußen sind, ansonsten aber sehr gerne in der Wohnung fressen und dabei verfetten.

    Ärgerlich sind dann insbesondere die Hundebesitzer, die nicht ständig ihre Hunde im Blickfeld haben (wollen), so dass man sie extra darauf hinweisen muss, dass ihr Köter gerade hinter ihnen das verdaute Hundefutter abgelegt hat. Wer schon einen Hund in der Großstadt hält, der muss auch in der Öffentlichkeit ständig kontrollieren, ob sein Köter gerade eine Tretmine legt! Das ist für mich das Hauptärgernis, dass viel zu viele Hundehalter für Hundehaltung in der Stadt völlig ungeeignet sind und alle anderen mit diesen Hinterlassenschaften leben müssen! Die Strafen und die Kontrolldichte sind leider viel zu gering.

  11. 47.

    Rebecca:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 21.10.2021 um 13:03
    Sie wissen ja auch heute schon wieder bestens Bescheid ..."

    Sorry, dafür kann ich nichts.

    Rebecca:
    "... und nehmen fast Alle hier auseinander."

    Ich habe auf 4 von 34 Kommentaren geantwortet. Wenn das für Sie schon fast alles ist, dann haben Sie eine eigenartige Mathematik.

    Rebecca:
    "Waren Sie das nicht gestern, der praktisch zu jedem Kommentar, sein " wird nicht so schlimm, nur ganz normaler Herbststurm" ,schrieb?"

    Nein, war ich nicht! Ich habe gestern NICHTS kommentiert!

    Rebecca:
    "Vielleicht sollten sie sich mal beim Senat bewerben."

    Als was?
    Ich war mal kurzzeitig im öffentlichen Dienst. Ist nicht meine Welt.

  12. 46.

    Daniela:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 21.10.2021 um 12:55
    Das ist, mit Verlaub gesagt, Blödsinn. Es ist wichtig, dass ein Hund genügend Auslauf und Kontakt zu Artgenossen hat. Das ist durchaus auch in der Stadt möglich."

    Zur natürlichen Biologie von Hunden gehört es nicht, in Wohnungen zu wohnen und dort sogar den größten Teil des Tages zu verbringen. Das ist nicht artgerecht!

  13. 45.

    Florian:
    "Vielleicht sorgt dieser Sturm dafür, dass die Politik endlich wach wird und merkt, dass sie die Feuerwehr kaputt gespart hat und täglich mit Menschenleben gespielt wird.
    Aber wahrscheinlich wird es wie immer in Berlin sein, wir kommen mit einem blauen Augen davon."

    Dann müssen wir aber auch bereit sein, mehr Steuern zu zahlen, um die Feuerwehr auch zu bezahlen, und dürfen nicht die Steuersparparteien FDP, CDU und AfD wählen!

  14. 44.

    Die Halligen melden kein Land unter, auf der Havel sind auch keine Brecher zu sehen und hier ist die Webcam vom DLRG Turm https://wind.met.fu-berlin.de/wind/webcams/webcam_dlrg_loop.php
    Etwas zugig hier oben ;-)- alles schick bei auffrischendem Wind aus W/SW im Mittel mit 19 Knoten - macht rd. 5 Bft.

    @"I." ... Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben - und jetzt ab zur Arbeit.

  15. 43.

    Ich glaube ,das es wichtiger ist ,zu hoffen ,daß es keine Personenschäden durch Ignatz gibt ,als sich Gedanken zu machen ,wie Sven Hund Waldi Gassi führt
    Warum auch Ignatz für Wald und Parkbäume gefährlich ist ,braucht ihr nur den Kommentar von " Baumfreundin" zu lesen ,auch den von gestern

  16. 42.

    Bestimmte Kommentare gehen mir inzwischen so was auf den Keks. Ich hoffe das der richtige (I) das auch mitbekommt! Wieso gehören denn Hunde nur in eine Wohnung mit Grundstück?! Die bedingungslose Liebe zum Hund gehört für mich eigentlich an erste Stelle. Aber sie wissen es eh immer besser, als die Mehrheit hier.

  17. 41.

    Bitte einmal die Passage „ Auf der A13 zwischen Luckenwalde und Ragow wirbelte der Sturm Sand auf, das behinderte die Sicht.“ korrigiere. Mit Sicherheit ist Mittenwalde gemeine, denn Luckenwalde liegt nicht an der A13.

  18. 40.

    "Hunde brauchen Auslauf, also ein Grundstück, und gehören deshalb in artgerechter Haltung nicht in Wohnungen, sondern auf ein Grundstück im Besitz des Hundehalters!"

    Oh, unser Klugscheißerle hat hat auch wieder seine Meinung kund getan.....
    Hier in Mariendorf, zur Zeit alles normaler Herbstwind! So wie auch schon Jahrzehnte lang - keine Aufregung.
    Und Hundi läuft ganz locker über den Gehweg, ohne Probleme und eigenen Garten!

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