Breitscheidplatz-Attentat 2016 - Senat stuft gestorbenen Ersthelfer als 13. Todesopfer ein

Di 26.10.21 | 16:46 Uhr
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Archivbild: Eine Frau legt bei der Gedenkfeier am vierten Jahrestag des islamistischen Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz eine Kerze am Mahnmal "Goldener Riss" nieder. (Quelle: dpa/C. Soeder)
Video: Abendschau | 26.10.2021 | J. Goll/C. Rubarth | Bild: dpa/C. Soeder

Die Angehörigen des gestorbenen Ersthelfers Sascha Hüsges wünschen sich, dass auch sein Name Platz in der Gedenkstätte für die Opfer des Anschlags an der Gedächtniskirche findet. Der Berliner Senat zeigt sich offen für diesen Vorschlag.

Nach dem Tod eines Ersthelfers vom Breitscheidplatz-Anschlag hat sich der Berliner Senat offen für den Vorschlag gezeigt, den Namen des Verstorbenen an der Gedenkstätte für die Opfer des Terroranschlags an der Gedächtniskirche zu ergänzen.

"Im Senat war klar, (...) dass es sich um jemanden handelt, der als Opfer anzusehen ist", sagte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag nach einer Senatssitzung.

"Wir werden Kontakt mit den Angehörigen aufnehmen", fügte Senatssprecherin Melanie Reinsch hinzu. "Und wenn das der Wunsch der Angehörigen ist, werden wird selbstverständlich schauen, dass wir auch an den Stufen, wo der anderen Opfer gedacht wird, die entsprechende Gestaltung anpassen." Die Hinterbliebenen des Anfang Oktober verstorbenen Sascha Hüsges hatten nach seinem Tod in einem Brief gefordert, dass auch sein Name in die Stufen eingraviert wird.

Die Berliner CDU unterstützt laut ihrem Vorsitzenden Kai Wegner diesen Vorschlag. Er erwarte, dass der Senat das schnell und unbürokratisch umsetze.

Zentrale Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet

Der 49-Jährige Hüsges war bereits am 5. Oktober an seinen Verletzungen gestorben, die er sich vor fünf Jahren bei dem Anschlag zugezogen hatte. Er hatte den Verletzten auf dem Breitscheidplatz helfen wollen und wurde dabei selbst von einem Balken getroffen. In der Folge musste er rund um die Uhr gepflegt werden.

Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Benedikt Lux, sagte, man werde seiner würdig gedenken und den Kampf gegen Terrorismus und für mehr Schutz in einer offenen Gesellschaft fortführen. Mit dem kürzlich verabschiedeten Gesetz über die psychosoziale Notfallversorgung von Opfern habe man erste Lehren aus dem Terroranschlag am Breitscheidplatz gezogen, so Lux.

Bei der Berliner Senatsverwaltung für Justiz wurde zudem kürzlich eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene von terroristischen Anschlägen eingerichtet.

13 Menschen starben, 60 wurden verletzt

Bei dem islamistischen Anschlag am 19. Dezember 2016 kamen nach dem Tod des Ersthelfers Sascha Hüsges insgesamt 13 Menschen ums Leben, mehr als 60 wurden verletzt.

Sendung: Inforadio, 26.10.2021, 14:20 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Ich hoffe, daß auch die Angehörigen unbürokratisch und schnelle Betreuung erfahren.
    Diesem Opfer gebührt Respekt !

  2. 4.

    Mein Beileid gilt den Angehörigen, vor allem seinem Ehemann, der ihm die letzten Jahre so zur Seite stand, und allen, die das Opfer kannten und schätzten. Ich hoffe, dem Wunsche wird respektvoll und schnell nachgekommen - Sascha Hüsges starb für andere, denen er helfen wollte, völlig unerschrocken, völlig selbstverständlich. Er verdient unseren tiefen Respekt! Danke...

  3. 3.

    Ich hoffe sehr, dass unser Senat hier ausnahmsweise mal etwas unbürokratisch hinbekommt. Dieser Mann hat unser aller Respekt und Anerkennung verdient. Er selbstlos Menschen in Not geholfen und ist dabei schwer verletzt worden - ein moderner Held. Und der sollte entsprechend geehrt und regelmäßig an ihn erinnert werden!

  4. 2.

    RESPEKT für diesen Menschen.

  5. 1.

    Mein aufrichtiges Beileid an den Ehemann und die Angehörigen. Und ein Danke an den Senat, der auch mal was unbürokratisch und schnell umsetzt. (Hoffentlich !)

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