Angebote an Schulen - Ganztagsbetreuung: Berlin braucht bis 2029 Zehntausende neue Plätze

Di 19.10.21 | 15:34 Uhr
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Ein Schüler meldet sich in einer gemischten Klasse der Stufen 4-6 an der Fritz-Karsen-Schule im Berliner Ortsteil Britz. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Laut dem Deutschen Jugendinstitut müssen an Berliner Schulen in diesem Jahrzehnt zwischen 30.000 und 43.000 neue Ganztagsplätze geschaffen werden. Das ergeben Berechnungen einer umfangreichen Studie, die das Institut zu Beginn der Woche vorstellte.

Der Bedarf entspricht einem Ausbau des bisherigen Ganztagsangebots um 29 bis 40 Prozent und liegt damit im bundesweiten Durchschnitt; in Brandenburg hingegen liegt er deutlich darunter.

Berlin braucht bis zu 2.400 neue Vollzeitstellen

Insgesamt müssten in Berlin dafür laut Jugendinstitut bis zum Schulstart im Herbst 2029 zwischen 1.200 bis 2.400 neue Vollzeitstellen geschaffen und 136 bis 193 Millionen Euro investiert werden. Dazu kämen zusätzliche jährliche Betriebskosten von 80 bis 185 Millionen Euro im Schuljahr 2029/2030.

Momentan kann Berlin seinen Bürgern laut der Studie ein ordentliches Ganztagsangebot bieten: Neun von zehn Familien, die einen Ganztagsplatz beantragen, haben demnach diesen Platz in den vergangenen Jahren auch bekommen. Allerdings rechnet das Jugendinstitut damit, dass der Bedarf steigen wird, sobald ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz bestehen sollte.

Brandenburg braucht bis zu 700 neue Vollzeitstellen

Auch Brandenburg kann seinen Bürgern der Studie zufolge ein ordentliches Ganztagsangebot bieten: Mehr als neun von zehn Familien, die in den vergangenen Jahren einen Ganztagsplatz beantragten, haben demnach diesen Platz auch bekommen. Auch hier rechnet das Jugendinstitut damit, dass der Bedarf steigen wird, sobald ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz bestehen sollte.

An den Schulen in Brandenburg müssen laut dem Deutschen Jugendinstitut im kommenden Jahrzehnt rund 5.000 bis 12.000 neue Ganztagsplätze geschaffen werden. Der zusätzliche Bedarf entspricht einem Ausbau des bisherigen Ganztagsangebots um 7 bis 16 Prozent und liegt damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 31 bis 42 Prozent.

Für den Ausbau müssten laut Jugendinstitut bis zum Schulstart im Herbst 2029 zwischen 200 und 700 neue Vollzeitstellen geschaffen und 116 bis 196 Millionen Euro investiert werden. Dazu kämen zusätzliche jährliche Betriebskosten von 14 bis 52 Millionen Euro im Schuljahr 2029/2030.

Bundesweit fehlen nach den Angaben des Instituts bis 2029 rund 600.000 Ganztagsplätze. Besonders großer Bedarf bestehe in den westdeutschen Flächenländern.

Sendung: Fritz, 19.10.2021, 8:00 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Ich stimme Ihnen von ganzem Herzen zu! Im Endeffekt muss zwar jeder selbst entscheiden. Ich wage aber zu behaupten, dass die Kinder zulasten dem „Selbstverwirklichungs-Wunsch „ auf der Strecke bleiben.€

  2. 10.

    Können die Leute sich nicht vorher überlegen was sie mit ihren Kids machen und dann dementsprechend ihre Arbeitsstunden runterschrauben? Wir gehen beide nur noch 30h. Ich hab montags frei, er freitags. Mittwoch ist meine Mutter die Betreuerin. Omitag. K1 liebt es. Di im Wechsel eine Freundin mit Kindern im gleichen Alter oder wir machen homeoffice, wie donnerstags.
    Das haben wir uns vorher gut überlegt und geplant. Auch für Rücklagen gesorgt, sollte sich jobmässig was ändern oder eine Trennung anstehen.
    Ich habe den Eindruck, jeder bekommt Kinder weil es so leicht ist, aber keiner überlegt mal vorher, ob er sich das leisten kann. Und dann wird rumgeheult. Mir tun diese abgeschobenen kleinen Wesen leid. :-(
    Wenn ihr keine Zeit habt, dann verhütet doch bitte statt Kinder in die Welt zu setzen, die später psychologische Hilfe benötigen wegen all der Ablehnung ihrer Eltern.

  3. 9.

    Wir brauchen vor allem zuerst mehr Radwege und Betonpoller. Vor allem sind wir mittlerweile rund 8 Milliarden Menschen auf dieser Erde. Die alle wohnen wollen (und zwar gefühlt alle in Berlin und dort in Friedrichshain Kreuzberg), Ressourcen verbrauchen, Lebensmittel verzehren, Wasser, Mobilität, Heizen, Klamotten und Müll ohne Ende produzieren. Vielleicht solte man da mal anfangen mit nachdenken. Ich meine Rentensystem, Pflege.. kommt mir so vor wie ein Dominoeffekt oder Schneeballsystem.

  4. 8.

    Wer alles WILL, der gilt als Niemehrsatt,.
    Leute bei denenn, trotz Kind, die Selbstverwirklichung das Wichtigste ist, die lieben insbesondere sich selbst..

  5. 7.

    Mit großem Interesse habe ich die Kommentare hier gelesen, ich denke, dass Siggi voll ins Schwarze getroffen hat: Ja, das sind die Früchte, die einmal geerntet werden.
    Ich selbst bin in einer Zeit aufgewachsen, in der das Gehalt eines Vollbeschäftigten für den Unterhalt einer Familie gereicht hat. Sicher waren die Ansprüche zu der Zeit andere. Es wurde kein Dritturlaub gemacht und für Mutti gab es keinen SUV als Zweitwagen ... . Wir waren glücklich und zufrieden mit dem was wir hatten, weniger gestresst und vielleicht auch kreativer als viele Jugendliche heute.
    Kinder zu haben bedeutet nicht, dass man lebenslang aus einem Beruf ausscheiden muss. Ich habe mehrere Jahre auf eine Berufstätigkeit verzichtet und es meinem Kind erspart, es z. B. morgens schlafend in einer Kita abzugeben.
    Auch im Nachhinein habe ich es als absolut richtig empfunden, stets für mein Kind da sein zu können. Mit größter Freude habe ich seine Entwicklung begleitet und ihm die Welt erklärt. Diese Zeit empfand ich für mich mindestens so wertvoll wie die meiner Berufstätigkeit, die ich zu gegebener Zeit wieder aufnahm.
    Eltern, die ein Recht auf Selbstverwirklichung beanspruchen, möchte ich die Lektüre des Artikels 6, Absatz 2 unseres allseits geschätzten Grundgesetzes empfehlen: "Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die ZUVÖRDERST IHNEN OBLIEGENDE PFLICHT.
    Hinweis: Zuvörderst bedeutet zuerst.

  6. 6.

    Ja, und nicht vergessen : wenn für die Kinder die Ganz- Tags-Fremd-Betreuung gesichert ist, dann brauchen wir die Ganz-Tags-Fremd-Betreuung für die Eltern. Denn, wenn die Eltern irgendwann auf Hilfe angewiesen sind, dann geben die Kinder gern zurück, was sie selbst bekommen haben. Ausserdem ist dann für diese Kinder die Zeit der Selbstverwirklichung ... gekommen. Das sind wirklich echt gute Aussichten...

  7. 5.

    Es ist auch das Recht der Eltern weiter zu arbeiten wenn sie das möchten. Auch für die eigene Verwirklichung und Vorsorge, wollen manche Eltern auch die Möglichkeit haben, dass beide Elternteile arbeiten gehen. Dies ist aber kein Indiz dafür, dass sie ihr Kind weniger lieben, als Eltern bei denen ein Elternteil komplett zu Hause ist.

  8. 3.

    Wie wäre es, wenn die Löhne so wären, dass die Eltern, die es selber möchten, mehr Zeit für ihre Kinder hätten und es ausreichen würde, wenn nur ein Elternteil arbeitet? Das ist nicht altmodisch, das ist ein Recht der Eltern und Kinder.

  9. 1.

    Und wieviel Personal wird gebraucht und wo soll es herkommen?
    Hehre Ziele sind das EIne, das Machbare etwas anderes.

    Vielleicht sollte "die Politik" mal Abschied von Träumereien nehmen und sich erstmal um das zeitnah umsetzbare kümmern!
    Statt neue Ideen nur halb und schlecht umzusetzen, wäre es manchmal besser, vorerst beim Bewährten zu bleiben.

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