Berlin-Prenzlauer Berg - Stromausfall in Prenzlauer Berg behoben - Polizei schließt gezielte Brandstiftung nicht aus

Mitarbeiter des Stromnetz Berlin arbeiten an den beschädigten Stromkabeln in Berlin Prenzlauer Berg. In Berlin sind wegen des Brandes einer Versorgungsleitung am Samstagmorgen etwa 15 000 Haushalte im Ortsteil Prenzlauer Berg ohne Strom gewesen. (Quelle: dpa/F. Sommer)
Video: rbb|24 | 02.10.2021 | Material: TvNewsKontor | Bild: dpa/F. Sommer

In Prenzlauer Berg waren am Samstag Tausende Haushalte für viele Stunden ohne Strom. In der Nacht hatte es auf einer Fußgängerbrücke gebrannt, wobei eine Versorgungsleitung beschädigt wurde. Inzwischen ist die Stromversorgung wiederhergestellt.

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Wegen einer mutmaßlichen Brandstiftung an einer Starkstromleitung im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg sind von der Nacht zu Samstag bis zum Nachmittag Tausende Haushalte ohne Strom gewesen. Wie Stromnetz Berlin dem rbb mitteilte, waren etwa 9.000 Haushalte sowie 1.000 Gewerbe betroffen, gegen 16 Uhr sei die Stromversorgung wieder hergestellt worden.

Dicke Rohre, die an der Dänenstraße den S-Bahnring überqueren und zwischen denen Kabel verlaufen, standen komplett in Flammen, wie die Polizei mitteilte. Zunächst war von einer nahe gelegenen Fußgängerbrücke die Rede gewesen. Das Feuer begann gegen 03:15 Uhr und war nach einer halben Stunde gelöscht. Bewohner eines nahe gelegenen Mietshauses mussten ihre Wohnungen zwischenzeitlich verlassen.

Feuerwehreinsatz in Prenzlauer Berg (Quelle: Pudwell)
| Bild: Pudwell

Schaden am späten Vormittag noch nicht behoben

Die Hintergründe des Feuers waren am Samstag laut Polizei zunächst noch nicht vollständig geklärt. Die Kriminalpolizei schloss sowohl eine gezielte Brandstiftung wie auch eine fahrlässige, also versehentliche Brandstiftung nicht aus. Gleichzeitig prüfte auch der für extremistische Taten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA), ob es ein politisches Motiv gegeben haben könnte.

Auf dem Twitterkanal Stromnetz Berlin hieß es zunächst in der Nacht, die Behebung des Schadens dauere bis 6 Uhr morgens. Dann wurde gemeldet, der Schaden sei beseitigt. Um 9 Uhr wurde getwittert: "Der Stromausfall in Berlin Prenzlauer Berg dauert noch an! Eine Prognose zur Wiederversorgung kann derzeit nicht getroffen werden. Wir halten euch auf dem Laufenden."

Die Feuerwehr schrieb etwa gleichzeitig, der Brand sei gelöscht. "Aufgrund der Brandschäden an der Stromversorgung besteht aktuell im Bereich Gleimviertel und Helmholtzkiez für vereinzelte Haushalte Stromausfall. Schadensbehebung läuft derzeit." Bei dem Brand wurde auch eine Frischwasserleitung beschädigt, weshalb die Flammen sich nicht groß ausbreiten konnten. Die Feuerwehr konnte den Brand rasch löschen.

Stromausfall nach einem Feuer in Berlin Prenzlauer Berg. (Quelle: rbb/D. Störmann)
| Bild: rbb/D. Störmann

GdP-Sprecher: "Das ist keine politische Meinungsäußerung"

Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, schrieb auf Twitter: "Das ist keine politische Meinungsäußerung. Wer Brandanschläge auf wichtige Bestandteile unserer Infra- und Versorgungsstruktur verübt, handelt absolut sinnfrei und greift unser demokratisches Zusammenleben an."

Brandanschläge auf Versorgungseinrichtungen in Berlin sind schon mehrfach vorgekommen. Die Täter waren laut Bekennerschreiben im Internet oft Linksextremisten. Im Oktober vor einem Jahr gab es einen Brandanschlag auf Kabelverbindungen der S-Bahn nahe dem Bahnhof Frankfurter Allee in Friedrichshain. Der S-Bahn-Verkehr war lange gestört.

Sendung: Abendschau, 02.10.2021, 19.30 Uhr

26 Kommentare

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  1. 26.

    Ich finde es schon beachtlich, dass sich User darüber echofieren, dass andere User ein Problem mit dem Anschlag und dessen Auswirkungen haben/hatten, völlig außer Acht lassend, dass es sich hier mal wieder um einen wahrscheinlichen linksradikalen Anschlag auf unser aller Leben handelt.
    "Trinkwasser tropfte auf Starkstromlritung" war wohl noch die naiveste Beschöniung eines Problems, dass wir hier, neben dem Rechtsradikalismus, in der Stadt haben.
    Und bitte, Herr Robin Suthof-Gross, gedenken Sie auch der zu Tode gekommenen Radfahrerin - hat zwar kausal nicht mit dem Stromausfall zutun, aber David äußerte sein Anliegen dazu.
    Und Kalle? Der vertritt wie immer die Ansichten von der AAS.

  2. 25.

    "Das Gegenteil wird der Fall sein wenn das Stromnetz...in kommunalen Besitz.." - Ja da sollten Sie sich mal Reden im Bundestag anhören wenn Grüne über ihre "Energiewende" fabulieren. Grundlast soll abgeschafft werden und Strom nach Angebot geben. Sollte man einfach mal drüber nachdenken. Genau DAS meint Brigitte...

  3. 24.

    "Sollten es Rechtsextreme gewesen sein, wäre für die Behörden eine Strafverfolgung leichter."

    Stimmt. Dann bräuchte die Polizei nur sie und ihre Gesinnungsgenossen hier fragen. Es ist schon faszinierend wie leicht sich die hier allseits bekannten Rechtsextremisten triggern lassen.

    Brand, Stromnetz, terroristischer Anschlag. Ihre primitive Denkweise passt zu ihrer Gesinnung.

  4. 23.

    "Der Strom wird wohl demnächst öfter ausfallen, wenn die Kraftwerke vom Netz gehen und immer mehr ihr E-Auto am Feierabend aufladen. "

    Das Gegenteil wird der Fall sein wenn das Stromnetz endlich wieder in kommunalen Besitz übergeht. Vattenfall hat nur das Nötigste investiert. Wir hatten noch so viele Stromausfälle seitdem Vattenfall das heruntergewirtschaftet hatte.

  5. 22.

    Über ein mit Batterie betriebene Radio. Sollte man im Haus haben. Der Strom wird wohl demnächst öfter ausfallen, wenn die Kraftwerke vom Netz gehen und immer mehr ihr E-Auto am Feierabend aufladen.

  6. 21.

    Ich finde es bedenklich, dass wichtige Stromleitungen offen in Bodennähe gut erreichbar für Sabotage verlegt sind. Letztens gab es einen Stromausfall, weil ein Luftballon in ein Umschaltwerk geflogen ist. Dann scheint die Stromversorgung ja doch nicht so zentral wichtig zu sein, solange das so akzeptiert wird und keinerlei bauliche Schutzmaßnahmen getroffen werden. Jeder Server/ jedes rechenzentrum ist besser geschützt.

  7. 20.

    "Vielleicht muss sich die künftige Bevölkerung Gedanken darüber machen, andere Energieträger zu verwenden."
    Welche Energieträger stellen sie sich denn so vor? Selbst Strom aus Windenergie kommt via Kabel an.
    Meinen sie vll. dezentrale Versorgung?

  8. 19.

    Ich dachte bisher, dass das Stromnetz redundant ausgelegt ist. Anscheinend gibt es Teil von Berlin, wo dieses nicht der Fall ist. Naja, da hat man von Vattenfall ja einige nette Baustellen übernommen, als das Land das Stromnetz gekauft hat! Bin gespannt, wann das gesamte Netz redundant aufgebaut ist.

  9. 18.

    Und ohne Strom und Handy bekommen Sie auf welchem Wege Nachrichten darüber, wie die Reparaturarbeiten vorangehen?

  10. 17.

    Zitat: "Ich habe letzte Nacht erlebt,wie es ist,ohne Strom zu sein. Die Lebensmittel im Kühlschrank gehen kaputt, man bekommt keinerlei Information, auch nicht von der Polizei.Und heute war auch das Handy Netz nicht mehr vorhanden. Keine Verbindung mehr nach außen."

    Ein Stromausfall ist nicht schön. Aber dass in diesen paar Stunden Lebensmittel kaputt gehen und man sich in Bln. Prenzlauer Berg von der Aussenwelt abgeschnitten fühlt, halte ich für eine etwas übertriebene Darstellung Ihrerseits, Robin.

  11. 16.

    Sehr geehrter Herr Suthoff-Gross,
    ich wohne nahe des S-Bahnhofes Landsberger Allee. Ich hatte es aber in Köpenick vor ein paar Jahren selber mitbekommen. Daher kann ich mich in die Lage der Betroffenen hineinversetzen.
    Mit freundl. Grüßen

  12. 15.

    Ja, so wird es sein wenn es Strom nach Angebot und nicht Bedarf gibt - die, die heute nicht hören wollen, werden es später fühlen...

  13. 14.

    "Heute war auch das Handy Netz nicht mehr vorhanden. Keine Verbindung mehr nach außen". Na auweia
    Manche können anscheinend ohne Handy und Internet nicht mehr leben. Ich habe eine Wohnungstür, wenn ich da raus gehe, habe ich eine Verbindung nach draussen...

  14. 13.

    Ihr Kommentar ist ja lächerlich, wegen der Paar Stunden ohne Strom …
    Ich als Köpenickerin bin da ganz anderes gewöhnt ;-)

  15. 12.

    Keine Ahnung ob es jemand war und wenn, wer. Aber es wird schon munter spekuliert.

  16. 11.

    Herr Nielsen, offenbar leben Sie weit weg dieses Geschehens. Anders kann man ja Ihren Kommentar nicht werten. Ich habe letzte Nacht erlebt,wie es ist,ohne Strom zu sein. Die Lebensmittel im Kühlschrank gehen kaputt, man bekommt keinerlei Information, auch nicht von der Polizei.Und heute war auch das Handy Netz nicht mehr vorhanden. Keine Verbindung mehr nach außen.Wieder sieht man wie sehr wie vom Strom abhängig sind. Vielleicht muss sich die künftige Bevölkerung Gedanken darüber machen, andere Energieträger zu verwenden.

  17. 10.

    Man kennt die Ursache nicht, hat aber schon einen Südenbock. TOLL!!!! So funktioniert das in der Demokratie. Bei mir gab es in letzter Zeit zweimal demokratische Stromausfälle im Viertel ganz ohne Anschlag.

  18. 9.

    Da stand keine Fußgängerbrücke komplett in Flammen, sondern es kam zu Brandschäden an einem parallel verlaufenden Versorgungsschacht, der übrigens von der DDR-Regierung gebaut wurde, um den Blick vom Fußgängersteg auf den Grenzbereich zu unterbinden. Der Schaden hielt sich glücklicherweise in Grenzen.

  19. 8.

    Damit erreicht man doch nichts - man schadet sich selbst !

  20. 7.

    Wie kommen Sie auf die Vermutung, dass eine eventuelle Brandstiftung den Linksextremisten zuzuordnen wäre. Sollten es Rechtsextreme gewesen sein, wäre für die Behörden eine Strafverfolgung leichter.

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