Spionage für Russland - Potsdamer wegen Agententätigkeit zu Bewährungsstrafe verurteilt

Do 28.10.21 | 13:32 Uhr
Bundestagsgebäude mit Kuppel in Berlin
Audio: Inforadio | 28.10.2021 | Ulf Morling | Bild: rbb/MDR/Axel Berger

Wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit ist ein 56-Jähriger in Berlin zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Das Berliner Kammergericht sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Mann aus Potsdam sensible Daten über Bundestagsgebäude verraten habe.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und neun Monate Haft gefordert, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Laut Anklage soll der Mann eine CD mit über 385 Grundrissdateien der vom Bundestag genutzten Liegenschaften erstellt und an den russischen Militärgeheimdienst GRU weitergegeben haben. Der Beschuldigte selbst hatte im Prozess geschwiegen.

Informationen "aus eigenem Antrieb" weitergegeben

Anfang des Jahres erklärte die Bundesanwaltschaft, dass spätestens zwischen Ende Juli und Anfang September 2017 (tagesschau.de) der Beschuldigte sich "aus eigenem Antrieb" dazu entschlossen habe, die Informationen an den russischen Geheimdienst weiterzugeben. Er habe einem GRU-Mitarbeiter in der russischen Botschaft in Berlin einen Datenträger mit dem entsprechenden Dateien zukommen lassen.

Demnach arbeitete er für ein Unternehmen, das mehrfach als Dienstleister für den Bundestag tätig war. Es war beauftragt, "gesetzlich vorgeschriebene Überprüfungen von ortsveränderlichen elektrischen Geräten" in Bundestagsliegenschaften vorzunehmen. In diesem Zusammenhang soll der gelernte Elektrotechniker Zugang auf Dateien mit den Grundrissen von Bundestagsgebäuden gehabt haben.

Sendung: Fritz, 28.10.2021, 12:30 Uhr

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