Ersthelfer beim Anschlag 2016 - Zahl der Todesopfer des Anschlags am Breitscheidplatz steigt auf 13

Di 26.10.21 | 20:35 Uhr
  30
Archivbild: Eine Schneise der Verwüstung ist auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin zu sehen, nachdem der Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen über den Platz gerast war. (Quelle: dpa/B. Jutrczenka)
Video: Abendschau | 25.10.2021 | C. Rubarth/J. Goll | Bild: dpa/B. Jutrczenka

Bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz 2016 war Sascha Hüsges als Ersthelfer im Einsatz. Dabei verletzte er sich so stark, dass er seither gepflegt werden musste. Anfang des Monats starb er im Alter von 49 Jahren.

Knapp fünf Jahre nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ist nach rbb-Informationen ein 13. Todesopfer zu beklagen.

Sascha Hüsges starb bereits am 5. Oktober an den Folgen einer schweren Verletzung, die er als Ersthelfer erlitten hatte. Hüsges war, nachdem der Lkw zum Stillstand gekommen war, Besuchern zur Hilfe geeilt und wurde dabei mutmaßlich von einem Balken am Kopf getroffen. Aufgrund der schweren Kopfverletzung musste der 49-Jährige seither von seinem Ehemann und einem Pfleger rund um die Uhr betreut werden.

Hinterbliebene fordern Anerkennung für Verstorbenen

In einem Brief an die Berliner Senatskanzlei und den Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses bittet die Gruppe der Hinterbliebenen und Opfer jetzt darum, dass der Name von Sascha Hüsges als Anerkennung und Respekt für seinen Einsatz am 19. Dezember 2016 auf den Stufen der Gedenkstelle an der Gedächtniskirche aufgeführt wird. Dort stehen die Namen der anderen zwölf Todesopfer.

In dem Schreiben an die Abgeordneten und die Senatskanzlei, das rbb24-Recherche vorliegt, wünschen sich die Hinterbliebenen des Terroranschlags eine "unbürokratische Umsetzung" bis zum fünften Jahrestag am 19. Dezember dieses Jahres.

Sendung: Abendschau, 21.10.2021, 19:30 Uhr

 

Die Kommentarfunktion wurde am 26.10.2021 um 20:00 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

30 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 30.

    Bravo! Ich bin Deutscher, lebe aber mehrere Monate im Jahr an der Holländischen Nordsee. Der Umgang dort ist viel, viel wertschätzender als in Deutschland. Da können wir nur lernen davon. Tun wir aber nicht, leider.

  2. 27.

    Der Senat hat sich am Dienstag dazu geäußert: https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/10/berlin-breitscheidplatz-attentat-verstorbener-ersthelfer-huesges-opfer-senat.html

  3. 25.

    Beim Attentat auf das WTC am 11. September hat NYC nicht einen einzigen Tag gezögert um auch den Helfern, die beim Einsatz ums Leben kamen, den gleichen Respekt zu zollen, wie den direkten Opfern. Bei den Gedenkbrunnen sind auch deren Namen zu lesen. Es ist beschämend, wenn dies von den Berliner Verantwortlichen nicht auch so gesehen wird.

  4. 24.

    Dem Wunsch der Angehörigen muss völlig unbürokratisch entsprochen werden.
    Keine andere Haltung ist akzeptabel!

  5. 23.

    Es ist ja aber auch Berichterstattung für das Opfer. Und gegen die Forderung ist ja nichts einzuwenden.
    Es liegt mehr daran was die Leser (in ihren Köpfen) daraus machen.
    Es gibt in der BRD im Jahr etwa 6 Millionen Straftaten und über 3000 Tote im Strassenverkehr. Dabei werden in die Statistik nur Getötete aufgenommen, die direkt an der Unfallstelle versterben.
    Geschätzt gibt es jährlich 15000 Tote durch MRSA in Deutschland usw. usw.

  6. 22.

    ... einfach abartig, wie einige den Tod des 13. Opfers wieder missbrauchen und für "Hetze" instrumentalisieren .....
    SORRY !
    Mal nachdenken wäre angebracht .... würde der/die Bundeskanzler:in jedesmal bei einem Gewaltopfer die Famielien und verwanden besuchen müssen, wäre er/sie mit nichts anderem mehr beschäftigt. Übrigens war Sie am Folgetag um 15 Uhr an der Unfallstelle und hat der Opfer gedacht und weiße Rosen abgelegt ....

  7. 20.

    Mein Beileid an die Hinterbliebenen von Herrn Hüsgens. Ich schäme mich dafür, dass hier nicht gleich gehandelt wird.
    Was muss noch geschehen um Achtung zu bekommen? Und das noch dazu nach dem Tot. Zu Lebzeiten hätte er es sowieso mehr gebraucht. So ein tapferer Mann. Man hätte unbürokratisch und einfach Hilfe den Personen vermitteln und geben müssen, die Herrn Hüsgens pflegten. Die Antwort Hr. Michael G. hat was! Danke für diese Idee.

  8. 19.

    nun ist das dreizehnte opfer dieser terroristische anschlag an der gedächtniskirche nach einem langen schweren leidensweg auch von uns gegangen..ich finde es sowieso ein riesiges skandal wie unbarmherzig und lieblos die damalige hinterbliebenen und verletzten im deutschem lande behandelt wurden. frau merkel nahm sich nicht mal die mühe die verwandten DIREKT nacht dem anschlag zu besuchen und ihr mitleid zu bekunden. abgesehen von der tatsache das sie finanziell mit einem almos abgespeist wurden. in meinem heimat die niederlanden sind die royals sofort zur stelle um zu trösten und sie seelisch zu unterstützen. davon kann dieses land noch ein gehöriges stück von abschneiden. mehr herz und liebe für seinen mitbürger wäre unbedingt angesagt. bisher ein miserabeles ergebnis. robert kreis, entertainer.

  9. 18.

    Wenn Ihr Beileid den Angehörigen gilt, warum belassen Sie es nicht einfach dabei? Stattdessen machen Sie noch Stunk bezüglich Regierung und Bürger. Das ist genau die Missachtung der Opfer, die Sie hier so sehr kritisieren.

  10. 17.

    Alle Angehörigen, Freunde und Kollegen haben mein tiefes Mitgefühl.
    Hoffentlich schmort der Attentäter die nächsten 1000 Jahre in der Hölle.

  11. 16.

    Einfach Lösungen funktionieren nur bis zu Grundschule. Danach nur bei Menschen die auf diesem Bildungsstand bleiben.

  12. 15.

    Einfach machen !

  13. 14.

    Dem Wunsch nach einer unbürokratischen Umsetzung sollte schnell entsprochen werden. Ein junger Mann setzt sein Leben aufs Spiel um andere Menschen zu retten und wird dabei selbst so schwer verletzt, das er nach langem Leiden stirbt. Mein Beileid den Angehörigen.
    Was wäre da von Seiten der Regierung noch lange zu überlegen? Es ist doch ein ganz besscheidener Wunsch.

  14. 13.

    Mein Beileid an die Hinterbliebenen von Sascha Hüsges.

    Auch ich erwarte, dass dem Wunsch der Gruppe der Hinterbliebenen und Opfer umgehend entsprochen wird.

    In der politischen und medialen Aufarbeitung des Anschlags sind bislang die Opfer viel zu kurz gekommen. Fast jeder kennt den Namen des Täters, fast niemand den Namen auch nur eines der Opfer.
    Für mich fühlt sich die politische Wahrnehmung des Anschlags bis zum heutigen Tage so an, als wäre das irgendwo ganz anderes passiert, weit, weit entfernt. Nur wer direkt und als Angehöriger betroffen war, erlebt das volle Leid, die restliche Gesellschaft beschweigt das Ereignis oder befasst sich mit dem Täter. Das muss sich ändern!
    Es ist passiert. In Berlin. Und die Opfer müssen sichtbarer werden, ihre Namen in Erinnerung bleiben (nicht nur auf Treppenstufen), die Überlebenden und die Hinterbliebenen brauchen die Unterstützung von Politk und Gesellschaft.

  15. 12.

    Ein tragisches Schicksal das für den Herrn. Jemand der anderen helfen wollte und selber zum Opfer wurde hat dieses Schicksal nicht verdient. Es ist sehr ehrenhaft in so einer Lage zu helfen. Für mich ist Sascha ein Held der sein Leben gegeben hat um anderen zu helfen. Hoffentlich wird der Held als solcher auch gewürdigt und nicht vergessen. Im diesem Sinne wünsche ich den Angehörigen alle Kraft diesen zu Verlust zu überwinden auch wenn es schwer ist. Wir stehen hinter euch. Der Senat sollte Sascha entsprechend würdigen und als Opfer dieser feigen Tat anerkennen.

  16. 11.

    Mein Beileid! Das ist so traurig!

Nächster Artikel