Mordanklage in Potsdam - Staatsanwaltschaft spricht im Oberlinhaus-Prozess von Heimtücke der Angeklagten

Di 26.10.21 | 15:53 Uhr
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Die Angeklagte kommt in einen Gerichtssaal im Landgericht Potsdam. (Quelle: dpa/Carsten Koall)
Video: Brandenburg Aktuell | 26.10.2021 | Tim Jaeger | Bild: dpa/Carsten Koall

Sie soll vier Bewohner eines Wohnheims für Menschen mit Behinderung getötet und eine weitere Frau schwer verletzt haben. Zum Prozessstart in Potsdam hat die angeklagte Pflegehelferin ihre schwierige Kindheit geschildert.

Am Potsdamer Landgericht hat am Dienstagmorgen der Prozess um die Gewalttat in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung begonnen.

Eine 53-jährige Mitarbeiterin des evangelischen Oberlinhauses in Potsdam soll hier im April vier Bewohner getötet und eine weitere Frau schwer verletzt haben. Die mutmaßliche Täterin war noch in der Tatnacht vom 28. zum 29. April festgenommen und am Folgetag in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden.

In ihrer Anklage erhebt die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe. Die Angeklagte sei am Abend der Bluttat am 28. April sehr "planvoll und heimtückisch" vorgegangen.

Anklage: Mord und Mordversuch

Die Anklage wirft ihr Mord und Mordversuch vor. Die 52-Jährige habe gewartet, bis die beiden weiteren Pflegekräfte der Spätschicht in anderen Teilen der Station beschäftigt waren, erklärte Staatsanwältin Maria Stiller bei der Verlesung der Anklage. Dann sei sie in zwei Zimmer geschlichen und habe zunächst versucht, zwei Bewohner zu erwürgen.

Weil sich dies für sie als "zu anstrengend" erwies, habe sie in einem Aufenthaltsraum ihren Beutel mit persönlichen Sachen geholt, erklärt, sie wolle kurz Zigaretten holen, sei aber stattdessen in die Zimmer von Bewohnern geschlichen und habe dort mit einem mitgebrachten Messer zwei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 31 und 56 Jahren mit Schnitten in den Hals getötet. Eine 43-jährige Bewohnerin überlebte einen weiteren Messerangriff schwer verletzt.

"Ihr war bewusst gewesen, dass es sich bei den fünf Geschädigten um schwerst behinderte Menschen handelte, die nicht in der Lage waren, sich zu wehren oder Hilfe zu rufen", sagte die Staatsanwältin. Diese Wehrlosigkeit habe die Angeklagte ausgenutzt.

Anklage: Mord und Mordversuch

Die Staatsanwaltschaft geht nach einem Gutachten davon aus, dass die Taten im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit begangen wurden. In der Anklageschrift betonte die Staatsanwaltschaft, dass die Angeklagte ihre Dienste vor der Tat "seit vielen Wochen als enorme psychische Belastung" empfunden habe.

Der Anwalt der Angeklagten sagte, die Pflegerin sei psychisch krank und über lange Zeit mit ihrer Arbeit überfordert gewesen. Der Vorstand des Oberlinhauses sagte dagegen, dass auch mit diesem Wissen die Tat nicht hätte verhindert werden können.

Die Angeklagte selbst beschrieb vor Gericht schwere psychische Beeinträchtigungen, wie Ängste seit ihrer frühesten Kindheit. Den Schlägen ihrer Mutter sei sie nur in Krankheitsfällen entgangen. Ihre Tätigkeit als Pflegerin beschrieb die Angeklagte dagegen als eine "Berufung". Als einschneidende Erlebnisse vor der Tat bezeichnete sie Zwangsspritzen, die ihr in der Kindheit verabreicht worden seien, die Hirnhautentzündung ihres Sohnes, die zu einer schweren Behinderung führte, und den Hirntumor ihres anderen Sohnes.

Auf Mord steht lebenslange Freiheitsstrafe

Für die Verhandlung vor der ersten Großen Strafkammer sind zehn Verhandlungstage bis zum 9. Dezember vorgesehen. Bis Anfang Dezember sollen in dem Prozess über 40 Zeugen, eine Psychiaterin und drei Rechtsmediziner gehört werden.

Mord wird laut Strafgesetzbuch mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bestraft und kann frühestens nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Im Fall erheblich verminderter Schuldfähigkeit kann das Strafmaß verringert werden, die Mindeststrafe liegt dann bei drei Jahren.

Das Oberlinhaus ist mit rund 2.000 Beschäftigen einer der größten Arbeitgeber in Potsdam. Namensgeber ist der Pfarrer und Sozialreformer Johann Friedrich Oberlin (1740-1826).

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.10.2021, 12 Uhr

20 Kommentare

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  1. 20.

    Leider gehen Sie nicht auf mein Beispiel ein und sagen, ein Vergleich sei "nicht zielführend". Vllt, weil schon beim simplen Habgier-Täter klar wird, dass man meist nicht klar sagen kann, dass jemand eine Tat überblickt oder eben nicht?

  2. 19.

    Doch, genau darum geht es. War der Täter oder die Täterin zum Zeitpunkt der Tat zurechnungsfähig oder nicht. Gründe dafür gibt es viele und nicht alle entlastenden Situationen mag man als nachvollziehbar oder gerecht empfinden. Die Rechtsprechung ist da aber eindeutig und klar. Und ja, hier gibt es ein eindeutiges "Ja" oder eben "Nein", wobei "Nein" (=schuldfähig) zumindest noch Abstufungen der verminderten Schuldfähigkeit kennt. Schuldunfähig heißt dagegen immer, dass keine strafrechtliche Verurteilung erfolgen kann/darf und eine medizinische Behandlung bzw. Unterbringung angezeigt ist. Da hier immer Einzelfälle zu betrachten sind, ist auch ein Vergleich mit anderen Verfahren nicht zielführend. Es gehört eben auch zur Humanität, Täter(innen) nicht strafrechtlich zu belangen, wenn sie nicht in der Lage sein konnten, ihre Tat zu überblicken.

  3. 18.

    Dass die Feststellung von Schuld(un)fähigkeit seit Jahrzehnten elementarer Verfahrensteil ist, bestreite ich nicht. Ich bestreite den Sinn: Das Erfassen der Tragweite einer Tat ist vielschichtig und kann nicht mit 'ja' oder 'nein' bestimmt werden. Inwieweit erfasst der Täter aus Habgier alle Folgen seiner Tat? Er handelt, um danach reicher zu sein und nimmt den Tod eines Menschen in Kauf. Er erfasst, dass er Spuren beseitigen muss, weil er als Tatfolge sonst sanktioniert wird. Ermordete und Angehörige sind ihm jedoch völlig egal. Ist das geistig gesund? Eigentlich nicht. Bei juristischer Feststellung der Schuldfähigkeit gilt er aber als gesund. Eine Frau, die andere umbringt, um so auf Überlastung zu reagieren? Würde genauso in der Hoffnung auf persönlichen Vorteil handeln wie der Habgiertäter. Denkt nur nicht daran, dass Spuren sie verraten. - In KEINEM der Fälle wird Knast in jetziger Form jedenfalls eine Verbesserung bringen, vllt sogar eine Verschlechterung.

  4. 17.

    "Wie kann es sein das der AG die persönliche Veränderung der Pflegekraft nicht mitbekommen hat? Wie kann es sein, dass 4 Menschen ermordet werden ob wohl die Pflegerin nicht allein auf der Station war?"
    Diese Fragen sind durchaus berechtigt. Unser Pflegesystem ist sehr engmaschig gestrickt und läßt kaum Platz und Zeit um sich auch mit dem Personal so intensiv zu befassen, wie es vermutlich angeraten wäre. Man ist teilweise froh die Schichten voll zu kriegen, wobei das Pesonal auch Zusatzschichten übernehmen muss, was nicht immer auf Zustimmung stößt und Unmutsbekundungen hervorruft. In diesen Unmutsbekundungen können persönlich Entwicklungen, die man eigentlich bemerken müßte, untergehen oder als solche mißverstanden werden.
    Ich vermute, dass der Anwalt diesen Umstand auch entlastend anführen wird. Man wird versuchen die Arbeitsbedingungen anzuprangern, was als Zusatzelement auch zutreffend sein kann.
    Der Fall zeigt, dass eine Reformierung des Pflegesystems dringend geboten ist.

  5. 16.

    Das ist doch in dieser Pauschalität Unfug, und da gebe ich Immanuel vollkommen Recht. Die Feststellung der Schuldfähigkeit bei einer Verurteilung ist elementarer Bestandteil eines rechtstaatlichen Verfahrens. Auch wenn das für die Opferangehörigen oder Außenstehende manchmal schwer verständlich sein mag, wenn die Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat nicht die Art und Tragweite ihrer Tat erkennen konnte, ist sie schuldunfähig. Bei der Art und Weise der Tatausführung spricht vieles dafür. Wenn dem so sein sollte, dann kann sie nicht dafür verurteilt werden und muss zum Schutz der Gesellschaft auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht und betreut werden. Sollte sie geplant und boshaft gehandelt haben, aus reiner Mordgier, dann wird sie zu einer lebenslangen Haft verurteilt werden. Das heraus zu selektieren ist Aufgabe des Gerichts und des aktuellen Verfahrens. Andere Prozesse/Urteile sind dafür irrelevant.

  6. 15.

    Was ich von den Medien erlesen konnte bisher,enthält dieser Fall viele Widersprüche . Einer würde mich interessieren, warum durfte eine so schwer psychisch kranke Frau so viele Jahre in dieser Einrichtung arbeiten? Diese Erkrankung war doch schon viele Jahre existent : traumatische Kindheit,traumatische Erlebnisse durch die Krankheit der eigenen Kinder und schwer belastende Arbeitsbedingungen? Haben denn der Arbeitgebern und Kollegenkreis nichts gemerkt. Sowas kann doch nicht versteckt werden? Vielleicht gibt es hier auch eine kollektive Schuld von Wegschauen,Bagatellesieren und Deckeln?

  7. 14.

    Immanuel, das Konstrukt der Schuldfähigkeit basiert auf der überkommenen, primitiven Einteilung in eindeutig 'Gesunde' und eindeutig 'Kranke'. Jeder Mensch hat aber eine vielseitige psychische Konstitution mit unterschiedlichsten positiven ("gesunden") und negativen ("kranken") Aspekten; teils temporär, teils dauerhaft. Wenn es hieraus zu einer Straftat kommt hilft es nicht, Täter* als 'gesund' oder 'krank' zu deklarieren. Relevant ist vielmehr immer die Frage, ob und wie man im Sinne der Opfer, der Gesellschaft UND der Täter* eine Tatwiederholung individuell verhindern kann. Darum muss es gehen, nicht um Götzendienste für den Rechtsstaat! Wer z.B. jemanden nüchtern aus Habgier ermordet, wird vermutlich als gesund = schuldfähig deklariert. Er geht in den Knast, lernt noch mehr Gewalt, aber keine Reue, keine Empathie. Kommt nach 10 Jahren raus und hat statistisch gute Chancen wieder kriminell zu werden. Wem hilft das? Und was, wenn auch die Täterin aus Potsdam "gesund" erklärt wird?

  8. 13.

    Sehr geehrter Frank S., das Erfordernis der Schuldfähigkeit für eine Verurteilung ist weder "gottgegeben", noch bloße sinnfreie "Dogmatik", sondern aus der gesellschaftlichen Erfahrung heraus eine Notwendigkeit für ein rechtsstaatliches Verfahren. Sie ist weder "künstlich" noch "völlig sinnlos". Leider argumentieren Sie nicht, sondern behaupten nur. Ihre unsachliche Wortwahl ("künstliche", "völlig sinnlose Entscheidung", "albernes Gefeilsche", "gestempelt") lässt nicht auf einen ernsthaften Diskussionswillen schließen, sondern nur den Schluss zu, dass Sie sich offenbar mit dem Thema Schuldfähigkeit noch nicht intensiver auseinandergesetzt haben.

    Der Rechtsstaat ist natürlich nicht gottgegeben, wie man an den vielen Diktaturen sieht, sondern muss verteidigt und weiterentwickelt werden.

  9. 12.

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass Sie den Artikel nicht verstanden haben. Denn dort steht:"Die Staatsanwaltschaft geht nach einem Gutachten...." Der Rechtsanwalt wird sich auf das gleiche Gutachten berufen. So ein Gutachten wurde in Auftrag gegeben um die Schuldfähigkeit festzustellen. Und bei allem Respekt den Opfern und den trauernden Angehörigen gegenüber, bleiben da viele Fragen offen. Wie kann es sein das der AG die persönliche Veränderung der Pflegekraft nicht mitbekommen hat? Wie kann es sein, dass 4 Menschen ermordet werden ob wohl die Pflegerin nicht allein auf der Station war? Dieses ganze Geschehen ist so traurig, dass alle Beteiligten und Hinterbliebene eine Aufklärung durch den Prozess und zu den gesamten Umständen der Tat bekommen sollen.

  10. 11.

    Immanuel, nach Verallgemeinerungen, völlig haltlosen Unterstellungen und trotzigem Nein-Sagen kommen von Ihnen leider keinerlei Argumente. Ich zitiere zur Zusammenfassung aus Ihrem zweiten Beitrag: "UNSINN!" - Gern würde ich dieses wichtige Thema sachlich diskutieren: Denn Menschen, die auf Arten eingesperrt werden, die weder ihren Opfern noch ihnen selbst noch sonst irgend jemandem wirklich helfen, gibt es viel zu viele. Mit Dogmatikern, die den Rechtsstaat in seiner bestehenden Form für offenbar gottgegeben und absolut optimal halten, kann man so etwas aber erfahrungsgemäß nicht konstruktiv diskutieren. Schade.

  11. 10.

    Richtig Frank,
    ein Prozess vorm Landgericht zieht eine rein juristische Entscheidung nach sich und wir dürfen weiterhin davon ausgehen, dass es sich um eine qualifizierte Entscheidung von fachkundigen Richter:Innen handeln wird, so wie wir es in einem Rechtsstaat erwarten können. Schuldfähigkeit spielt dabei immer eine Rolle, denn ob und wie eine Tathandlung bestraft wird, richtet sich nach 3 ganz einfachen Punkten: 1) Tatbestand, 2) Rechtswidrigkeit, 3) Schuld.
    Wir bekommen letztendlich ein Urteil, von Gerechtigkeit hat keiner etwas gesagt.

  12. 9.

    Frank S.:
    "Fest steht erstens, dass die Angeklagte so gehandelt hat, wie es glücklicherweise definitiv nicht normal ist."

    Das ist aber keine Frage der Schuldfähigkeit.

    Frank S.:
    "Fest steht zweitens, dass eine Wiederholung solcher Taten durch die Angeklagte oder durch andere so zuverlässig wie irgend möglich verhindert werden muss."

    Das ist nicht die Aufgabe des Prozesses. Aufgabe des Prozesses ist es zu klären, ob sich die Angeklagte strafbar gemacht hat.

    Frank S.:
    "Wir brauchen also eine qualifizierte Entscheidung, wie diese beiden Hauptziele am wahrscheinlichsten und effektivsten erreicht werden können - aber kein albernes Gefeilsche, ob nun "schuldfähig" oder "schuldUNfähig" gestempelt wird."

    Rechtsstaatsgrundsätze - wie Schuldfähigkeit als Voraussetzung für Strafbarkeit - sind kein "albernes Gefeilsche"!

    Frank S.:
    "Denn davon haben Opfer, Angehörige, Gesellschaft UND Täter* rein gar nichts."

    UNSINN!

  13. 8.

    Frank S.:
    "Diese künstliche, rein juristische und vor allem völlig sinnlose Entscheidung einer "Schuldfähigkeit" wird mit jedem Fall unerträglicher ..."

    Das ist keine "künstliche" Entscheidung, sondern rechtsstaatsrelevant! Rechtsstaat ist nicht "sinnlos"!

    Diese Forderung nach Abschaffung des Rechtsstaats "wird mit jedem Fall unerträglicher"!

    Frank S.:
    "... auch wenn sie so etabliert ist, dass sie kaum einer noch in Frage stellt."

    Frank S. fordert die Abschaffung des Rechtsstaates. Nach seiner Meinung sollen wohl auch schuldunfähige Angeklagte verurteilt werden.

  14. 7.

    Ich werde das Gefühl nicht los das die Nummer „mit der schwierigen Kindheit“ stand zum Zeitpunkt der Tat unter Drogen bzw. Alkohol immer öfter zum tragen kommt als willkommene Rechtfertigung für begangene Straftaten. Zumindest reiten die Rechtsanwälte dieses Pferd, bis es irgendwann umfällt. Vielleicht klappt es ja. Man muss es nur lange genug den Betroffenen einreden.

  15. 6.

    Die Opfer sind Opfer des Datenschutzes.
    In der DDR musste man bei seiner Bewerbung um einen Arbeitsplatz seinen SV-Ausweis vorlegen und die Personalabteilung kannte quasi die Krankengeschichte.
    Jetzt kann die Täterin eigentlich einen Behindertenausweis beanspruchen. Aber den müsste sie nicht beim AG vorlegen.
    Die Behinderung könnte in einer Kündigungsschutzklage relevant werden.

  16. 5.

    Die "schwierige Kindheit" wieder. Und das ausgerechnet jetzt, na klar. Und das mit Mitte 50 und seit über 30 Jahren in diesem Job und in dieser Einrichtung.

  17. 4.

    Benno:
    "Die Verteidigung weiß sehr genau, dargestellte, vermeintliche Kindheitsprobleme ziehen bei Gericht."

    "vermeintliche" Kindheitsprobleme? Woher wollen Sie wissen, dass eventuell vorgetragene Kindheitsprobleme nur "vermeintlich sind"?

    Im übrigen "zieht" hier nichts! Bei der Urteilsfindung spielen alle Aspekte des Lebens der Angeklagten eine Rolle, sowohl entlastende wie auch belastende Aspekte!

    Benno:
    "Wie jung ist die Angeklagte?"

    Steht in der Meldung. Wer lesen kann, ist im Vorteil!

  18. 3.

    Diese künstliche, rein juristische und vor allem völlig sinnlose Entscheidung einer "Schuldfähigkeit" wird mit jedem Fall unerträglicher - auch wenn sie so etabliert ist, dass sie kaum einer noch in Frage stellt. Fest steht erstens, dass die Angeklagte so gehandelt hat, wie es glücklicherweise definitiv nicht normal ist. Fest steht zweitens, dass eine Wiederholung solcher Taten durch die Angeklagte oder durch andere so zuverlässig wie irgend möglich verhindert werden muss. Wir brauchen also eine qualifizierte Entscheidung, wie diese beiden Hauptziele am wahrscheinlichsten und effektivsten erreicht werden können - aber kein albernes Gefeilsche, ob nun "schuldfähig" oder "schuldUNfähig" gestempelt wird. Denn davon haben Opfer, Angehörige, Gesellschaft UND Täter* rein gar nichts.

  19. 2.

    Zu Frage 1: 53 Jahre, steht im Text
    Zu Frage 2: 23 Jahre bei diesem ArbG, steht im anderem Text
    Noch Fragen oder finden Sie selber auch mal was raus?

  20. 1.

    Die Verteidigung weiß sehr genau, dargestellte, vermeintliche Kindheitsprobleme ziehen bei Gericht. Wie jung ist die Angeklagte? Wie lange ist sie in der Pflege tätig gewesen?

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