Außenbezirke sollen besser angebunden werden - BVG-Chefin hält U-Bahnverbindung zum BER für "sinnvoll"

Mo 18.10.21 | 12:09 Uhr
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Archivbild: U-Bahn der Linie 7 mit dem Zielanzeiger Flughafen Schoenefeld am 06.03.2019. Zukunftsweisende Zugzielanzeige, denn der U-Bahnhof Flughafen Schoenefeld existiert noch nicht. (Quelle: imago images/Sabine Brose)
Audio: Inforadio | 18.10.2021 | Michael Handel | Bild: imago images/Sabine Brose

Mehr Busse, mehr Querverbindungen, per U-Bahn zum BER. Die Berliner Verkehrsbetriebe wollen die Außenbezirke besser anbinden. Um mehr Menschen vom Auto in die Öffis zu kriegen, hat die Chefin der BVG noch andere Ideen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen die Außenbezirke besser mit Bussen anbinden. Außerdem sollen über die viel genutzten Tangentialverbindungen hinaus mehr Querverbindungen angeboten werden. Das sagte BVG-Sprecherin Petra Nelken rbb|24 am Montagmorgen.

Flughafen BER soll auch besser angebunden werden

Die Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Eva Kreienkamp, hält unter anderem eine U-Bahn-Anbindung des Flughafens Berlin Brandenburg für sinnvoll. "Am Flughafen wird der Verkehr künftig auch nicht weniger werden", sagte Kreienkamp der "Berliner Morgenpost" [morgenpost.de | Paywall].

Zudem solle die Strecke zwischen Krumme Lanke und Mexikoplatz ausgebaut werden. Dann könne man von dort mit der U-Bahn weiter Richtung Norden fahren. Doch die BVG will, um die Mobilitätswende anzukurbeln, auch weitere Gebiete erschließen. Man sehe am Beispiel von Spandau, Falkensee und Dallgow-Döberitz, dass auch Querverbindungen Verbesserungen vertragen könnten. Auch vom Nordosten in den Nordwesten würden die Fahrten oft lange dauern, hatte BVG-Chefin Kreienkamp in der Morgenpost gesagt. Für die Heerstraße zwischen Spandau und Charlottenburg ist zudem eine Busspur geplant.

Mehr Menschen müssten ein Mobilitätsangebot bekommen, wenn man nicht wolle, dass so viele mit dem Auto fahren, sagte auch Pressesprecherin Nelken.

Nahverkehr soll schneller und komfortabler werden

Vom Bund wünscht sich die BVG-Chefin eine Orientierung, wie öffentlicher Verkehr insgesamt in Zukunft finanziert werden solle. Zudem sei es notwendig, "sich Privilegien für einzelne Gruppen im Verkehr anzuschauen, das Dienstwagenprivileg zum Beispiel". Ein Teil der Autos werde hoch subventioniert, "und zwar für Menschen, die diese Subventionen nicht brauchen".

Auch bei der Parkraumbewirtschaftung sieht man bei der BVG Spielraum. Derzeit zahle man Parkgebühren in nur relativ kleinen Gebieten, ansonsten könne überall unentgeltlich geparkt werden. Man müsse sich überlegen, ob das der richtige Weg sei. Wenn man die Verkehrswende wolle, sei es so lange schwierig, wie es für Autofahrer im Verkehr deutlich schneller und komfortabler gehe als mit dem Öffentlichen Nahverkehr, sagte BVG-Sprecherin Petra Nelken dem rbb.

Sendung: Radioeins, 18.10.2021, 13 Uhr

47 Kommentare

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  1. 47.

    Wie alt ist das Planfeststellungsverfahren? Über 20 Jahre? Damals dachte man ja auch, der BER wird eine Erfolgsgeschichte und keine Totgeburt

  2. 46.

    Spandau und Köpenick sind verkehrlich nicht von Berlin genauso abgelegen wie Potsdam, wo ein Hauptbahnhof genügt und der Rest mit Bus und Straßenbahn erreichbar ist. Spandau ist schon wegen seiner Großsiedlungen und Entwicklungsgebiete seit den sechziger Jahren wichtiger Wohnungsbaustandort in Berlin, der wachsende Pendlerbeziehungen zu den übrigen Berliner Bezirken nachzog. Der Gedanke, es genüge am Rathaus Spandau einen Umsteigepunkt zu schaffen zwischen einer Spandauer Straßenbahn und der Berliner S- und U-Bahn ist provinzielll. Schon seit Eröffnung der U7 im Jahre 1984 gilt so ein Konzept, das heute über 30 Jahre später längst nicht mehr funktioniert. Der Knoten Rathaus/Bahnhof Spandau ist überlastet, die Umsteigewege sind zu lang, zeitaufwändig und unattraktiv. Deshalb soll die S-Bahn-Verlängerung Richtung Staaken neue bessere Verknüpfung schaffen und das "Rathaus" entlasten. Die Straßenbahn alleine schafft das nicht. Sie ist auch über längere Strecken von Spandau in die Berliner Innenstadt im Vergleich zur S-Bahn zu langsam. Die Straßenbahn kann nur lokale Ergänzung sein, Hauptträger des Berliner Verkehrs sind aber S- und U-Bahn.

  3. 45.

    Uih … jetzt soll die U-Bahn bis BER verlängert werden … Respekt das das nach so vielen Jahren Bauzeit des Flughafens jetzt jemanden auffällt !!!!! RESPEKT

  4. 44.

    Die Hauptzielgruppe der BVG sind Abo-Kunden, die den ÖPNV regelmäßig nutzen. Berliner Gelegenheitskunden sind da eher hinten an. Beim 265€-Ticket hätten Sie genauer hinschauen müssen und nicht schon bei den Schlagzeilen aufhören zu lesen.
    "Sie haben ja gefragt, ob wir voneinander lernen könnten. Tatsächlich habe ich mich von diesem 365-Euro-Jahresticket in Wien anstecken lassen. Ich will Schritt für Schritt auch das Ziel verfolgen, ein Jahresticket für den öffentlichen Personennahverkehr für 365 Euro anbieten zu können." war seine Aussage im NZZ-Interview der Bürgermeister von Wien, Zürich und Berlin vom 06.07.20219. Die Schritte, die Wien vorher unternommen betrafen dabei den massiven Ausbau des ÖPNV. Die Grünen sehen das Ticket skeptisch und haben vielleicht auch deshalb kaum Energie in den Ausbau gesteckt.

  5. 43.

    Die BVG will also u.a. mehr (Außenbezirk-)Nutzer ? … Drei Vorschläge … Rund- und Rückfahrten mit dem Einzelfahrschein erlauben … Gültigkeitsdauer des Einzelfahrscheins auf 4 Stunden verdoppeln … Tarifzone C abschaffen, mit B vereinigen und zu B-Preisen anbieten … Und übrigens, wo bleibt eigentlich das 365-Euro-ABC-Jahres-Ticket ?!

  6. 42.

    Die BVG fordert also mehr Parkraumbewirtschaftung, damit sie Zulauf erhält ?! … Frechheit … Sie soll sich ihre Attraktivität kümmern, anstatt sich am (verkehrspolitischen) Drangsalieren zu beteiligen … Und die U7 zum BER brauchen ja wohl nur wenige Promille der Bürger. Und dies darüber hinaus auch nur selten pro Jahr … BVG-Führung verfehlt Themen, 6, setzen.

  7. 41.

    ....warum endet der Bus Linie 171 am Terminal 5, das könnte (inzwischen seit über einem Jahr) in Anpassung an die tatsächliche Lage geändert werden und die Umstegeigesituation am U-Bhf. Rudow entlasten. Auch könnte der BER in die Tarifzone A/B einbezogen werden, damit Reisende nicht Gefahr laufen, noch ein "erhöhtes Beförderungsentgeld" zahlen zu müssen. Um diesen Zustand zu ändern, bedarf es einer hochwissenschaftlichen Analyse, die dann von einer eigens
    dafür eingerichteten Gutachterkommission befürwortet werden muß - oder auch nicht......da warten schon Rechtsanwaltskanzleien, die das auch gerne bis zum EuGH durchboxen......Ergebnis: Aufgrund der entstandenen Verfahrenskosten müssen diese auf die Betriebskosten umgelegt werden, die dann natürlich auch die Fahrpreise beeinflussen werden.....

  8. 40.

    Schauen Sie mal in die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren zum Ausbau des Flughafens Schönefeld. Dort ist die Verlängerung der U-Bahn bereists aufgeführt.

  9. 39.

    Verwirren Sie den Herrn Krüger nicht mit einem Blick in die weite Welt. 196 Städte weltweit haben eine U-Bahn, warum wohl. Einmal z.B. in Barcelona mit dem ÖPNV fahren und dann ändern sich die Sichtweisen auch in Potsdam...

  10. 38.

    Sie verallgemeinern unzulässig, ich liefere aus dem Gedächtnis schnell Gegenbeispiele. Hannover baut neue Stadtbahnstrecken nur außerhalb des Zentrums.

    In Spandau muss der ÖPNV zwei Aufgaben erfüllen: Zu einen der Binnenverkehr, aber eben auch als Zubringer für den Berlin-Verkehr. Für den ist vor allem Rathaus/Bahnhof Spandau der wichtigste Knotenpunkt. Zudem vergessen Sie den Verkehr, der durch Brandenburger induziert wird. Dass die Tram in Spandau benötigt wird, ist im Übrigen schon lange auch meine Forderung. Nur betrachte ich ideologiefrei alle ÖPNV-Verkehrsmittel und durfte hier auch schon Kritik einstecken, weil ich die Damen von den Grünen kritisierte, dar max 50m-Tram langfristig zementiert worden sind, wobei 75m grundsätzlich zulässig wären.

  11. 37.

    Eine Straßenbahn ist vielleicht was für ein Dorf wie Potsdam, aber halt nicht für eine Großstadt wie Berlin. Die Strasseninfrastruktur ist dafür nicht vorgesehen (zu mindestens nicht in West-Berlin) und dann wollen Radfahrer auch noch was vom Kuchen haben ....

  12. 36.

    Bitte, wenn sich die Bewohner hinter der Stadtgrenze in Brandenburg über den ÖPNV beklagen müssen sie sich an den Verkehrsminister in Potsdam wenden. Berlin kann nicht in Brandenburg planen oder bauen. Vorschläge, wie P&R Parkplätze an S-Bahnhöfen wurden ebenso von Brandenburg abgelehnt wie Verlängerungen der S-Bahn. Und zu guter letzt verstehe ich nicht: Familien ziehen von Berlin nach Brandenburg und beklagen sich dann über die öffentlichen Verkehrsmittel? Das konnte man vorher wissen.

  13. 35.

    Das Letzte zuerst: Was den Bhf. Grenzallee angeht, setzte der Denkmalschutz bei diesem geschützten Grenander-Bahnhof einen Restaurierungszeitraum bis Ende 2019. Den ließ die BVG, die zuvor blindlings Kacheln abstemmte und erst nach Aufforderung des Denkmalschutzes einige wenige vorrätig hielt, verstreichen. Danach war die (Aus)Rede Corona.

    Sie debattieren nach meiner Empfindung selektiv. Hannover hat sich von den U-Bahn-Plänen verabschiedet und fügt weder im Zentrum noch woanders unterirdische Strecken hinzu. Der Ausbau seit den 1990ern geschieht ausschließlich oberirdisch. Berlin wähnte sich ab diesem Zeitraum auch in Höhe der Zeit und droht jetzt, wieder in ein veraltetes Denken zurückzufallen.

    Es gibt einen Binnenverkehr in Spandau, gleich so auch in Köpenick, der nicht einfach in den Berlin-Verkehr hineinsummiert werden kann. Ungefähr die Hälfte des Verkehrs aus den Spandauer und Köpenicker Randgebieten kann als Berlin-Verkehr begriffen werden. Zu wenig für die U-Bahn.

  14. 34.

    Bitte, bitte vernünftige Anbindung des Umlandes mit sinnvoller Verknüpfung der entsprechenden Verkehrsbetriebe! Und lasst vor allem alle bis 18 Jahren oder eben SchülerInnen kostenfrei den ÖPNV nutzen (kn Berlkn und Umkand)!
    Wenn wir als Familie oder auch nur unsere Kinder aus dem Barnim nach Berlin fahren, braucht es keine lange Rechnung, ob wir mit dem Auto oder dem ÖPNV fahren: mit dem Auto fahren wir (vor allem als Gruppe) günstiger, meist schneller und bequemer. Das ist bedauerlich, halte ich den ÖPNV grundsätzlich gar eine gute Sache. Leider werden Kinder aus dem Umland so gar nicht an die Möglichkeiten des ÖPNV herangeführt. Im Gegenteil: wo sie das Fahrrad nicht hinträgt, müssen dann die Eltern mit dem Auto ran. Und dann so schnell wie möglich den Führerschein machen. Kundenbindung sollte schon bei den Kleinsten beginnen!
    Und: das Umland wächst! Schneller als das öffentliche Verkehrsnetz. Wie sollen die Menschen denn dann von A nach B kommen wenn nicht mit dem Auto???

  15. 33.

    Endlich kommen geeignete Ideen an die Öffentlichkeit. Berlin sollte jeglichen Häuserneubau im inneren Stadtgebiet einstellen und nur am Stadtrand nebst Umland wachsen. Dafür sollten U- und S-Bahnen verlängert werden. Dies ist auch strategisch gut gedacht, damit sich die Stadt im Hochsommer nicht mehr so stark aufheizt. Straßenbahnen sind leider unverträglich mit knappem Verkehrsraum. Die eigene Trasse sehr ungünstig, falls sie nicht auch von Autos, Bussen und Radlern benutzt werden kann. Die scheppernden und klingelnden Geräusche sind nervtötend. Bricht die Straßenbahn zusammen, ist dir gesamte Strecke (Gleis) blockiert. Da ist ein Oberleitungsbus besser. Ob man in Spandau die alte Tram wiederbelebt ist ein Platz- und Geldfrage. Der Bezirk ist sehr groß und die U-Bahn endet leider viel zu früh im Zentrum.

  16. 32.

    In West- und Mitteleuropa haben alle Millionenstädte mit Ausnahme von Birmingham eine U-Bahn, eine Strassenbahn sucht man aber in Paris vergeblich. Dafür folgen die dem Vorbild Wiens und haben begonnen, das Metronetz mit Linien bis weit in die Vororte zu verdoppeln. In vielen Städten lässt man die Tram zudem auf Teilstrecken unterirdisch fahren - s. z.B. Stuttgart oder Hannover. Das böte sich auch für West-Ost-Verbindungen in Spandau an wie man auch weitgehend allwettertaugliche kombinierte Trassen für Tram und Bus entlang der Heerstraße anlegen könnte, nicht nur Schönwetterschnellwege. Wuppertal hat 340.000 Einwohner und die BOStrab-Bahn von unten an die Schiene gehängt,

    Bzgl. des Bahnhofes Yorkstrasse und anderer empfehle ich eine Internetrecherche zu den Gründen der lang anhaltenden Sanierungen. Denkmalschutz und VOB sind nur einige wie es Ihnen wg. Ihrer Tram-Fixierung wohl ganz recht wäre, wenn man die Bahnhöfe sperrt und die U-Bahn möglichst unattraktiv macht.

  17. 31.

    Wow, jetzt kommt jemand auf die Idee die U7 zum Flughafen zu Verlängern.

    Sorry diese Idee kommt kommt 10 Jahre zu spät, der Ausbau hätte schon beim Bau des Flughafen beginnen sollen.
    Aber das ist Berlin, nichts bekommt man hin aber wenigstens haben wir bald eine Betrügerin als neue Bürgermeisterin, dann wird auch alles besser.

  18. 30.

    Die Grüne SenUVK hat nur wenige Dinge schnell erledigt. Dazu gehört die Streichung der Tram-Pläne für die Großstadt vor den Toren Berlins. Stattdessen ließ sie sich für den Etikettenschwindel auch vom RBB feiern, dass zwei Buslinien zusammengelegt und eine verkürzt wurde. Wer sich aber auch einmal die Verkehrsträger und die "Überlastet"-Medungen im aktuellen NVP angeschaut hat erkennt, dass vielfach eine Verdopplung der Gefängnisse nicht ausreicht. Dazu kommt noch eine höhere Reusegeschwindigkeit

  19. 29.

    Und eine Zierde für die Stadt sind die Kabel der Straßenbahn allemal!
    Verschönern das Stadtbild ins Unendliche.
    Wenn man übrigens einen Ort hinter Berlin in Brandenburg wohnt (direkt Ortsschild an Ortsschild zu Spanda), fährt dort 1x stündlich ein Bus. Für Pendler und Schüler einfach bezaubernd!
    Hier hat jede Familie so viele Autos, wie sie Mitglieder über 18 hat.
    So, Ihr Grünen, jetzt kommt Ihr! Vielleicht erfindet einer von Euch mal das Beamen!!!

    Ich fliege beruflich ca. 30x pro Jahr und bräuchte mit den Öffis ca. 2h zum BER. Noch Fragen?!

  20. 28.

    Es gibt doch ein sehr naheliegendes Verkehrsmittel, mit dem die Großstadt Spandau, gelegen in Berlin, sowohl ihren Binnenverkehr als auch den Verkehr in den übergroßen Rest von Berlin organisieren könnte: die Straßenbahn, passgenau vor allem für Städte oberhalb von 300.000 Einwohner.

    Außer Hamburg besitzen sämtliche Großstädte oberhalb von 300.000 Einw. Straßenbahnen. Spandau als Bezirk würde da gut hineinpassen. Der U-Bahn-Bau ist da schlichtweg überdimensioniert, in dem Maße, wie die Busse unterdimensioniert sind.

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