31. Oktober in Berlin - Polizei geht gegen Halloween-Randalierer vor

Mo 01.11.21 | 12:52 Uhr
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Feiernde haben sich für die Halloween-Grusel-Party in der Kulturbrauerei entsprechend verkleidet. Quelle: dpa/Jörg Carstensen
Audio: rbb 88.8 | 31.10.2021 | Ricardo Westphal | Bild: dpa/Jörg Carstensen

Weil es in der Halloween-Nacht zuletzt vermehrt zu Übergriffen und Randale gekommen ist, hatte die Berliner Polizei verstärkte Präsenz angekündigt. An mehreren Orten in der Stadt mussten die Beamten auch einschreiten - wegen Pyrotechnik und Eierwürfen.

Die Polizei ist in der Halloween-Nacht in Berlin an mehreren Orten gegen randalierende Feiernde vorgegangen. Das teilte ein Sprecher am Montagmorgen mit.

Es habe in den Bereichen Gesundbrunnen, Neukölln und Märkisches Viertel entsprechende Einsätze gegeben. Die Randalierenden hätten häufig Böller und Pyrotechnik geworfen, auch mit Eiern sei auf die Beamten gezielt worden - teils aus größeren Gruppen.

Zudem berichtete die Polizei von einem 21-Jährigen, der in der Rosenthaler Straße in Mitte durch Messerstiche verletzt wurde. Zwei Personen seien infolgedessen festgenommen worden.

"Typisch Halloween in Berlin"

Es sei zwar eine arbeitsreiche Nacht für die Polizei gewesen, die Ausschreitungen hätten sich jedoch im Rahmen gehalten, so der Sprecher weiter. "Typisch Halloween in Berlin, aber ohne Höhepunkte", lautete seine Bilanz.

Die eingesetzten Polizeikräfte leiteten diverse Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, (gefährliche) Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein.

Polizei hatte ihre Präsenz erhöht

In den vergangenen Jahren hatte es in Berlin bereits immer wieder Randale und Übergriffe an Halloween gegeben. Die Berliner Polizei hatte deshalb ihre Präsenz in der diesjährigen Halloween-Nacht erhöht. Aufgrund der Erfahrungen aus den Vorjahren war dies in Schöneberg im Bereich Potsdamer-/Pallas- und Goebenstraße sowie im Bereich Gesundbrunnen geplant gewesen. Insbesondere dort war es vor der Corona-Pandemie zu Randalen gekommen, unter anderem verbreiteten Jugendliche als Horror-Clowns Schrecken auf der Straße.

Konkrete Hinweise zu Aktivitäten in der Halloween-Nacht lagen der Behörde im Vorfeld nicht vor. Erfahrungsgemäß werde die Polizei aber im Zusammenhang mit Halloween-Feierlichkeiten vermehrt zu Einsätzen gerufen, so der Sprecher. "Dabei stehen oft Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Ruhestörungen bei Partys im Vordergrund." Die Polizei hatte geplant, mit vielen Streifen in der ganzen Stadt unterwegs sein.

Frau stürzt in Spree und rettet sich selbst

Eine Polizeisprecherin mahnte am Sonntag: "Der Spaß sollte nur so weit gehen, dass man sich selbst und andere nicht gefährdet." Nicht alle Menschen hätten ein starkes Nervenkostüm. So könne ein Böller, der einem älteren Menschen oder einem Kind vor die Füße geworfen werde, deren Gesundheit gefährden.

In der Nacht zum Sonntag hatten Dutzende Helfer von Feuerwehr und Polizei nach einer Frau gesucht, die bei einer Halloween-Party über Bord gegangen ist. Etwa 40 bis 45 Gäste hätten in der Nacht zum Sonntag auf einem Boot in Berlin-Oberschöneweide (Treptow-Köpenick) gefeiert, als die 37-Jährige plötzlich fehlte, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Mit Booten und einem Hubschrauber wurde auf und an der Spree nach der Frau gesucht. "Das war leider alles nicht erfolgreich", so die Sprecherin. Gegen 1.00 Uhr dann die erlösende Nachricht: Die Gesuchte meldete sich laut Polizei auf dem Handy eines Partygastes. Sie hatte selbst ans Ufer schwimmen können.

Partys in Berliner Clubs

Auch in zahlreichen Clubs der Stadt wurde bereits ausgelassen gefeiert. Auf dem Gelände der Kulturbrauerei stieg nach Angaben des Veranstalters die erste große Party seit dem Lockdwown in der Corona-Pandemie.

Knapp 5.000 Gäste hätten bis morgens um 8.00 Uhr getanzt. Bei den Veranstaltung galt die 2G-Regel, nach der die Gäste genesen oder geimpft sein müssen. Im Metropol Theater gab es ebenfalls eine Halloween-Party, bei der laut Veranstalter etwa 1400 Gäste bis in den frühen Morgen tanzten.

Sendung: Inforadio, 31.10.2021, 23 Uhr

51 Kommentare

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  1. 51.

    Ja, das macht Spaß, Lothar. Aber man kann an diesem Abend auch alleine Halloween Filme gucken, was in der Pandemie bzw. während des "Lockdowns" ja leider so sein musste. Ich empfehle mal den hübschen Episodenhorror "Trick 'r Treat - Die Nacht der Schrecken", falls Sie den noch nicht kennen. Den kann man sich auch nach Halloween noch gut anschauen. ;-)

  2. 50.

    Eigentlich eine klare Sache! In Berlin ist der Reformationstag kein Feiertag, also warum dann nicht Halloween feiern. Bei den anderen Bundesländern, in denen dieser Tag ein Feiertag ist, sollte der eigentliche Sinn - nämlich der christliche - wieder mehr im Mittelpunkt stehen.

  3. 49.

    Nein, das liegt nicht an RRG. Die Großhandelspreise für Kartoffeln liegen dort deutlich unter denen in Berlin. Zum Nachlesen: https://www.fruchtportal.de/marktpreise/ble-markt-und-preisbericht

    Marktbericht Obst und Gemüse 2021 - 42 als PDF.

  4. 48.

    Passt doch dieses Jahr besonders gut. Samstag reinfeiern, Sonntag "Nachparty", Montag - auspennen und 'ne kürzere Arbeitswoche. Wenn das keine Gründe zum Feiern sind.

  5. 47.

    Schmunzel;-) Für mich bedeutete früher immer an Halloween mit Freunden gemeinsam Horrorfilme anzuschauen. Z.B. Pumpkinhead. Um nur einen hiervon zu benennen.

  6. 45.

    In Hamburg haben sie Kartoffeln geschmissen. Wir sind noch nicht so weit. Liegt bestimmt an RRG.

  7. 44.

    Naja, Deutschland und Berlin sind ja - zum Glück - nicht tief religiös. Und das Christentum geht ja erfreulicherweise auch immer weiter zurück.

  8. 43.

    Lothar/Charlottenburg:
    "Antwort auf [Manfred] vom 01.11.2021 um 11:53
    Sehr richtig. Und in den USA wird das Erntedankfest Halloween genannt. Hier in Deutschland gibt es noch vereinzelte Regionen wie in Bayern, da feiert man das Erntedankfest. Die Kühe kommen geschmückt von der Alm zurück und die Kirchen feiern dieses alte Brauchtum immernoch durch Messen."

    Na dann lieber lustiges Halloween statt weihrauchgeschwängerte sinnfreie Beterei von todernsten Männern in hässlichen Nachthemden!

  9. 42.

    Ich finde es besser, wenn sich Kinder verkleiden und daran Spass haben, als wenn Kinder unter die (religiöse) Verkleidung von "kinderfreundlichen" Erwachsenen kriechen sollen und dabei alles andere als Spass haben und dann darunter ein Leben lang leiden - insbesondere auch am fehlenden Aufarbeitungswillen der kinderfeindlichen erwachsenen "Würdenträger".

  10. 41.

    Karin B.:
    "Halloween ist in unserer Region doch nichts anderes als ein Fest des Konsums, ohne Sinn und Verstand."

    Beim Feiern geht es nicht immer um Sinn und Verstand, sondern meistens um Spass statt Sinn und Verstand.

    Und religiöser Glaube ohne jeden wissenschaftlichen Beleg, auf dem der Reformationstag beruht, ist auch ohne Sinn und Verstand.

  11. 40.

    Bernd:
    "Was aus dem Reformationstag geworden ist? Er wird genutzt, um unsere Gesellschaft zu REformieren hin zu Dekadenz und oberflächlichen Exzessen, aber gegen gegen die ursprüngliche Bedeutung des Reformationstages. Diese können viele auch nicht verstehen, weil ihnen der historische Hintergrund nicht vermittelt wurde. Glücklicherweise ist das in manchen Gegenden unseres Landes etwas anders."

    Glücklicherweise hat der Reformationstag der evangelischen Sekte in Berlin keine Bedeutung.

  12. 39.

    A.S.P.:
    "Was ist aus dem guten alten Reformationstag nur geworden?"

    Was soll denn an dem Reformationstag einer religiösen Sekte gut gewesen sein?

  13. 38.

    Ganz ehrlich. in diesem Artikel geht es um Randale, und was muss man hier wieder lesen? das übliche Gesülze von wegen "lasst doch den Kindern ihre Freude". Das ist nur noch langweilig. Aber bitte, wer sich gerne von "fröhlichen Kindern" mit Eiern und Böllern bewerfen lässt, hat es vielleicht auch nicht anders verdient.

  14. 37.

    Rechtsextreme wie sie mit Fakten auszukontern mache ich ja oft genug, ist aber meist "Perlen vor die Säue".

    Wo sind denn ihre Fakten? Soviel zu ihren Worthülsen.

  15. 36.

    Also ich find's ja niedlich, wenn sich die Kleinen z. B. als Dracula oder schwarze Katze verkleiden und "Süßes oder Saures!" spielen. Natürlich sollte eine Elternvertretung bei den Streifzügen der kleinen 'Horrorwesen' durch die Nachbarschaft dabei sein, das ist klar.

  16. 35.

    Karl. Schon wieder ihre unschlagbare Argumentation. Wann kommen endlich mal Fakten von ihnen. Ich weiß das ist ein bisschen komplizierter als Worthülsen zu schreiben. Strengen Sie sich mal an.

  17. 34.

    Zitat: "Immer die selben Bezirke, zumindest Neukölln, die ständig auffällig werden. Das RRG wirklich etwas gegen sein Klientel unternimmt kann man wohl kaum erwarten."

    Is klar, Johannes, randalierende Jugendliche aus z. B. Neukölln oder dem Märkisches Viertel sind das Klientel von RRG, über die der Senat schützend die Hand hält. Endlich traut sich mal jemand, das auch knallhart zu benennen!!!

  18. 33.

    Das ganze Leben besteht aus Kommerz kommt nur auf die Priorität des Betrachters an. Halloween ist Kommerz (Kostüme), Vegan ist Kommerz (Auswahl), Schule ist Kommerz (Bücherkauf), Fitness ist Kommerz (Klamotten), UND?

  19. 32.

    "Immer die selben Bezirke, zumindest Neukölln, die ständig auffällig werden. Das RRG wirklich etwas gegen sein Klientel unternimmt kann man wohl kaum erwarten. 5 Jahre weiter so."

    Auf jeden Fall erleben wir ein "Weiter so!" der immer gleichen Rechten, die RRG alles aber auch wirklich alles anhängen wollen.

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