Auch in Brandenburg - Projekt für Herzpatienten im ländlichen Raum gestartet

Arzt oder Krankenpfleger beim Abhören von einem Patienten mit dem Stethoskop (Quelle: dpa/Robert Kneschke)
Bild: dpa/Robert Kneschke

Patienten mit einer Herzinsuffizienz in ländlichen Regionen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns können künftig in ihren Heimatgemeinden untersucht werden und müssen nicht mehr in eine Klinik fahren.

Dazu wurde am Mittwoch in Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) das Projekt "HerzCheck" gestartet. Die Geräte für eine magnetresonanztomografische Untersuchung (MRT) werden dorthin gebracht, wo sie in Praxen oder Kliniken nicht vorhanden sind.

In Kooperation mit Deutschem Herzzentrum Berlin

Wesentlicher Teil des Projekts sind mobile MRT-Einheiten und die telemedizinische Auswertung der Befunde durch Ärzte des Deutschen Herzzentrums Berlin. "Der MRT-Truck sei eine sinnvolle Ergänzung zu den vorhandenen Kliniken und Praxen", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) bei der Vorstellung am Mittwoch. "HerzCheck" werde vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit mehr als sieben Millionen Euro gefördert.

Herzinsuffizienz frühzeitig erkennen

Die MRT-Einheiten könnten an regionalen Kliniken oder ambulanten Einrichtungen wie Ärztehäusern aufgestellt werden. Je nach den in Berlin ermittelten Untersuchungsergebnissen werden die Patienten in unterschiedliche Behandlungsgruppen zur wohnortnahen Prävention und Therapie bei Haus- oder Fachärzten eingeteilt.

Ziel sei es, eine Herzinsuffizienz bei Patienten mit Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und so die Prognose und deren Lebensqualität zu verbessern. Zudem könnten hohe Folgekosten einer erst spät diagnostizierten Herzinsuffizienz, beispielsweise durch häufige Krankenhausaufenthalte, deutlich gesenkt oder sogar vermieden werden.

2 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 2.

    Wirklich eine gute Sache. Allerdings sind Gemeindeschwestern keine DDR Erfindung. Und auch die Situation in anderen Ländlichen Regionen sieht ähnlich aus. Also nicht nur im Osten. Sie haben Recht: Wir brauchen mehr so kreative Lösungen!

  2. 1.

    Tolle Sache! Es bräuchte mehr solcher innovativen Ideen, um gerade die Defizite beim Zugang zu medizinischer Fach-Versorgung in den ländlichen Regionen zu verbessern.

    Genauso wie man teils das Prinzip (aus der ehemaligen DDR) der "Gemeindeschwestern/Pfleger" wieder entdeckt hat oder einige Modelle mit Patientenbussen in ÖPNV-schwachen Ecken als Anbindung zu entfernteren Kliniken. Oder das Projekt mit den Medizin-Absolventen, die unterstützt werden, wenn sie als Arzt mindestens 5 Jahre in Brandenburg bleiben.

    Und die Versorgung kränkelt ja nicht nur im Ländlichen, schon im Osten Berlins sieht es viel mehr mau aus als im Westen der Stadt.

    Wie gesagt, da braucht es einige kreative Lösungen!

Nächster Artikel