Interview | Psychologe zu Schönheitskorrekturen - Warum junge Mädchen von Social Media besonders gestresst sind

Symbolbild: Eine jugendliche Frau liegt auf ihrem Bett und benutzt ihr Handy (Bild: imago images/Giorgio Magini)
Bild: imago images/Giorgio Magini

Schön und stets perfekt in Szene gesetzt - so präsentieren sich viele in den sozialen Netzwerken. Insbesondere für junge Menschen, die ihren Selbstwert noch entwickeln müssen, kann so immenser Druck entstehen, erklärt der Psychologe Christian Montag.

Ein strahlendes Lächeln, faltenfrei, die Figur rank und schlank, von Cellulite oder Speckröllchen keine Spur. Ewig junge Menschen präsentieren auf Instagram und in anderen sozialen Netzwerken den Followern ihren scheinbar makellosen Körper. Was nicht perfekt ist, wird perfekt gemacht. Photoshop sei Dank. Oder es wird nachgeholfen. Die Zahl der kleineren Schönheitskorrekturen ist insbesondere in der Corona-Zeit weiter angestiegen, vor allem bei jungen Frauen.

Norwegen hat dieser Scheinwelt jetzt einen Stempel aufgedrückt. Dort müssen Influencer ihre Fotos markieren, wenn sie mit Filtern bearbeitet oder einzelne Körperteile verändert wurden. Der Grund ist kein rein skandinavisches Problem: Auch in Deutschland leiden immer mehr Kinder und Jugendliche unter einer verzerrten Wahrnehmung des Körperbilds. In Norwegen gibt es dafür extra ein Wort: "Kroppspress", auf deutsch: "Körperdruck".

Zur Person

Christian Montag, Professor für Molekulare Psychologie an der Universität Ulm (Bild: Privat)
Privat

Christian Montag

Prof. Dr. Christian Montag ist Professor für Molekulare Psychologie an der Universität Ulm.

rbb|24: Herr Montag, ist Norwegens Vorgehen ein Schritt in die richtige Richtung?

Christian Montag: Die Idee ist erstmal gut, um stärker auf das Problem hinzuweisen. Das steigert die Awareness, kann also ein gewisses Problembewusstsein erzeugen. Davon profitieren im Kontext der Social-Media-Nutzung hoffentlich vulnerable Gruppen. Dazu gehören besonders junge Mädchen, die durch Social Media gestresst werden können, immer perfekt aussehen zu müssen. Ob die neue Maßnahme in Norwegen aber nachhaltig funktioniert, werden wir sehen. Ich glaube, dass dort auch Gewöhnungseffekte greifen werden und man die Label irgendwann gar nicht mehr sieht und wahrnimmt.

Warum sind solche Maßnahmen dennoch wichtig?

Wir reden hier über Heranwachsende, eine Gruppe Menschen, die besonders schützenswert ist. Junge Menschen müssen erstmal ihren Selbstwert entwickeln. In der Jugendzeit verorten sie sich im Leben und hier spielt natürlich auch die eigene Peer-Group eine wichtige Rolle - in diesem Zusammenhang natürlich auch das, was man gemeinsam medial konsumiert. Insofern bin ich davon überzeugt, dass zumindest für einige Jugendliche durch die perfekten Scheinwelten auf Social Media ein sozialer Druckmoment entsteht.

Gerade bei den jungen Mädchen spielt die Optik eine besondere Rolle - für die heranwachsenden Jungen wird das aber auch zu einem gewissen Grad gelten. Das Thema ist ernstzunehmen: Es gibt immer mehr wissenschaftliche Arbeiten, die Zusammenhänge zwischen Essstörungen, Körperwahrnehmungsstörungen und der Social-Media-Nutzung aufzeigen. Die Ergebnisse aus diesen Studien kann man nicht einfach wegwischen. Auf der anderen Seite gilt es aber auch, nicht in Panik zu verfallen, sondern das Thema kritisch im Auge zu behalten und den Nachwuchs über die Wirkung von Social Media aufzuklären.

Doch pauschal von den "Social Media" zu sprechen, ist nicht richtig. Es betrifft insbesondere die Bild-Plattformen, also Kanäle, wo das Bild und Self-Promotion im Vordergrund stehen. Da spielt Instagram eine sehr wichtige Rolle.

Ich bin davon überzeugt, dass zumindest für einige Jugendliche durch die perfekten Scheinwelten auf Social Media ein sozialer Druckmoment entsteht.

Christian Montag, Psychologe

Auch bei Erwachsenen kann die Optik Stress auslösen. Insbesondere in der Pandemie trat vermehrt die "Video-Conference-Fatigue" auf, also Müdigkeit durch Online-Meetings. Warum strengt es an, sich permanent auf dem Bildschirm selbst sehen zu müssen?

Da gibt es tatsächlich eine neue experimentelle Arbeit, die Hinweise gefunden hat, dass, wenn die Kamera aus ist, auch die Ermüdungserscheinungen niedriger ausfallen, als wenn die Kamera an ist. Möglicherweise spielt auch hier das ständige Verorten der eigenen Person eine gewichtige Rolle: Wie gebe ich mich gerade, wie nehme ich mich - und damit auch andere - wahr? Diesen Spiegel tragen wir normalerweise nicht den ganzen Tag mit uns rum. Wenn ich mich aber selbst dauernd sehe, überwache ich mich und meine Wirkung während der ganzen Zeit.

Ist es zusätzlich ein Problem, dass aufgrund der Kamera am Rand des Monitors ein Auge-in-Auge-Gespräch online gar nicht möglich ist?

Da ist für die Kommunikation auch nicht ganz einfach. Ein Abgleich dessen, wie ich grade wirke, wie ich auf dem Bildschirm zu sehen bin und wie ich zeitgleich tatsächlich auf mein Gegenüber wirke, ist nicht so leicht.

Der technische Fortschritt läuft auf Hochtouren. Virtuelle Brillen könnten zukünftig vermitteln, tatsächlich mit Kollegen in einem Raum zu sein. Oder etablierte Plattformen wollen eine Funktion einführen, dass das Konterfei vom eigenen Bildschirm verschwindet, man aber nach außen hin weiter zu sehen ist. Denn es wird ja schnell als unhöflich empfunden, wenn man die Kamera aus macht. Auch gibt es zunehmend Prominente, die ihren Account dicht machen, weil sie auf Kommentare und Shitstorms keine Lust mehr haben. Ist inzwischen eine "Rückwärtsbewegung" zu erkennen?

Viele der Probleme, die wir online sehen, haben auch mit dem Datengeschäftsmodell hinter Social Media & Co. zu tun. Tech-Plattformen verdienen ihr Geld damit, dass sie unsere Aufmerksamkeit absorbieren, denn dadurch bleiben wir länger auf den Plattformen und hinterlassen mehr digitale Fußabdrücke.

Auch die Algorithmen hinter einigen Plattformen befeuern das Engagement der Nutzer und Nutzerinnen: Posts mit Wut und Zorn werden regelmäßig nach oben gespült, denn sie erzeugen starke Reaktionen. Auf diese Posts gehen Menschen besonders ein, stimmen zu oder machen eine Gegenposition auf. Es wird gerade stark beforscht, ob Menschen durch solche Algorithmen radikalisiert werden. Bedenklich wäre es, wenn Menschen in ihren Filterblasen gefangen sind, wenn sie nicht mehr miteinander reden wollen und sich nur noch gegenseitig beschimpfen.

Wenn wir ein "gesundes" Social Media haben wollen, müssen wir meiner Meinung nach über ein ganz neues Geschäftsmodell nachdenken. Vielleicht wäre ein öffentlich-rechtliches Social Media eine Lösung, für welches wir mit Geld bezahlen und nicht mit unseren Daten. Allerdings würden wir nur für einen Service Geld zahlen, wenn die Probleme, die mit den herkömmlichen Plattformen zu beobachten sind, deutlich eingegrenzt werden können.

Zudem ist es auch nicht so leicht, sich von etwas zu trennen oder zu reduzieren, woran man sich schon so gewöhnt hat.

Es ist aber wichtig, dass wir uns die Struktur im Alltag im Zeitalter des Überwachungskapitalismus zurückerobern, das heißt auch die Nutzung mit digitalen Medien wieder besser in den Griff zu bekommen. Dazu gehört Push-Funktionen auszuschalten und das E-Mail-Programm schließen, wenn man an einem Schriftdokument arbeitet. Und es muss nicht das Handy sein, um die Uhrzeit abzulesen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sybille Seitz für rbb|24.

Sendung:

23 Kommentare

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  1. 23.

    Was für ein Kommentar....haben Sie Kinder?? Wahrscheinlich nicht. Ich habe es am eigenen Leib bei meiner Tochter mit schwerer Magersucht erfahren. Aber fahren Sie mal weiter mit Ihrer Dior oder Gucci Sonnenbrille durch die Welt.

  2. 22.

    Stimmt genau Sarah: Wenig auf SICH achtende Menschen gibt es schon genug! Dagegen gibt es einerseits zu viele, die auf gar nichts achten - andererseits aber viel zu viele, die auf völlig falsche Vorbilder und nur auf Äußerlichkeiten kucken. Wer sein Leben vor allem lebt um anderen zu gefallen, wird recht wahrscheinlich irgendwann abstürzen.

  3. 21.

    "Es bleibt wichtig (zu lernen) sich selbst zu mögen, ohne sich innerlich oder äußerlich zu verbiegen."
    Genau darauf kommt es an. Das stärkt das Selbstbewusstsein und macht weniger anfällig für Einflüsse von aussen. Ist aber auch oft ein langer weg und bei dem müssen wir Menschen unterstützen,die es möchten. Egal ob d/w/m, ob jung oder alt. Schönen Sonntag.

  4. 20.

    Tatsächlich sind die Möglichkeiten der virtuellen oder realen Selbstoptimierung heute größer - und damit wächst auch der Druck auf alle, sich einem bestimmten Ideal anzupassen. Ist es das was Sie meinen? Das Problem war und ist aber schon immer, dass modische Ideale etwas als Maßstab vorgeben - und vielen, die dem nicht entsprechen, ein Gefühl der Minderwertigkeit vermittel(te)n. Zu Rubens Zeiten waren eben die Schlanken die Außenseiterinnen, seit vielen Jahrzehnten sind das nun die Dickeren. Also hungern sich seit Twiggy Lawson Menschen runter, stopfen sich ggf aber den BH aus, wenn die Körbchengröße so gar nicht dem vermeintlichen Ideal entspricht. Weiteres Trend-Beispiel: selbst Männern wird heute nahegelegt, sich die Beine zu rasieren, während das vor Jahrzehnten noch als unmännlich verpönt war. - Also, egal ob digital oder analog; ob d/w/m, ob jung oder alt: Es bleibt wichtig (zu lernen) sich selbst zu mögen, ohne sich innerlich oder äußerlich zu verbiegen.

  5. 19.

    Es ist extrem wichtig, sich an Vorbildern und ihren Social Media Aktivitäten zu orientieren. Schlecht gekleidete, wenig auf sich qchtende Menschen hat Berlin doch schon genug, man muss nur mal BVG fahren...

  6. 18.

    "Frau Fox gilt also als echtes Vorbild, weil sie zwar oft massiv auf ihre sekundären Geschlechtsmerkmale reduziert wurde und wird - jene aber immerhin nicht chirurgisch überarbeitet worden waren?? Oh weh."
    Sie haben mich leider ganz offensichtlich völlig missverstanden. Es ging beim Beispiel Sam Fox darum,dass es nur das echt gab was man sah. Keine Filter,kein Fake. Nicht viele Menschen sind von Natur aus optimal ausgestattet und es gab früher nicht die Optimierung für den Anschein per Technik oder den Gang zum Schönheitschirurgen. Das macht es m. E.für die jungen Menschen heute schwerer. Es scheint nur noch künstlich optimierte Körper zu geben.
    Und gegen ästhetische Nacktbilder hatten auch die Generationen vor uns nichts einzuwenden,siehe Tate Gallery oder die Models von Rubens,die man heute Plussize -Models nennt. Nackt ist nicht gleich Porno oder frauenverachtend. Gilt für den Mann ebenso kommt immer auf die Darstellung und die Sicht des Betrachers an.

  7. 17.

    Frau Fox gilt also als echtes Vorbild, weil sie zwar oft massiv auf ihre sekundären Geschlechtsmerkmale reduziert wurde und wird - jene aber immerhin nicht chirurgisch überarbeitet worden waren?? Oh weh.

  8. 16.

    Jein. Ausgrenzung ist auch rein analog möglich. Und - oft nur ein bisschen - verbiegen wollen einen auch "reale" Personen, die einem eigentlich wohlgesonnen sind (Freunde und Familie). In manchen Fällen ist das ja nicht mal schlecht, so lange man nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird. Das Risiko ist jedenfalls umso größer, je kleiner das Umfeld ist, in dem man sich bewegt. Insofern bietet die digitale Welt zwar einerseits tatsächlich Gefahren, andererseits aber auch Chancen, positive und konstruktive Rückmeldungen zu bekommen - ungefähr so, wie einem Außenseiter vom Dorf der Umzug in die große Stadt plötzlich Freunde bescheren kann. Für entscheidend halte ich zweierlei: Erstens von den Eltern das Gefühl bekommen zu haben, grundsätzlich liebenswert zu sein. Und zwotens später zu lernen, mit negativen Rückmeldungen positiv umzugehen.

  9. 15.

    Das waren noch Zeiten, als Samantha Fox in England in den 80zigern bei "the sun" mit knapp 17 als Page 3- Girl mit ihrem Naturbusen Karriere und den Jungs die Köpfe verdrehen konnte. Mittlerweile hat und macht sie auch mit 55 weiterhin Karriere,seit 1986 als Pop- Sängerin ( Touch me) und sagt selbst,dass heute mit Internet und meist operierten " Vorbimdern" solch eine Karriere nicht möglich wäre. Aber nicht nur das Internet, Instagram,Facebook etc. gaukeln falsche Ideale für junge Menschen vor,auch Fernsehformate wie Love Island, die ganze Welt der sog. Influenca,"Realitystars" etc mit all ihren Challenges sind fake pur und der Gruppenzwang,den man in der eigenen Jugend auch ohne Internet etc. kennt ist emenz. Geht doch bei Markenklamotten los und endet bei der sog. Idealfigur ,ggf mit Schönheitschirug. Ich bin froh,nicht mehr jung zu sein und nichts mehr beweisen zu müssen. Es fehlen reale,echte Vorbilder mit wirklichen Werten,die weder Modeerscheiningen noch Quoten unterliegen.

  10. 14.

    So ist es. Den Stress erzeugen sich die jungen Menschen, vor allem Mädchen, selbst. Sie sind in einem Alter der Selbstfindung und fangen an, Anderen gefallen zu wollen. Früher war der Kreis der "Empfänger", wie auch der Kritikgeber überschaubar und meist auf die örtliche Schule und Freizeitaktivitäten begrenzt. Heute bekommen diese jungen Menschen mit den sozialen Medien in Verbindung der allzeitigen Verfügbarkeit dank Smartphone eine nahezu unbegrenzte Bühne, jedoch eine eben so große Basis an negativen Reaktionen und niemand bringt ihnen wirklich bei, damit umzugehen. Die sozialen Medien fördern eben nicht die Medienkompetenz sondern sind auf maximalen Konsum ausgelegt. Insofern ist es eben auch die richtige Strategie, einfach mal abzuschalten und sich mit echten Freunden abzufinden, die einen nicht unberechtigt kritisieren sondern so akzeptieren, wie man ist.

  11. 13.

    Das ist doch nicht nur das Internet. So manch ein Format im Fernsehen zeigt doch nur wie man aussehen soll um toll für andere zu sein. Da wird dann garnicht gemerkt wie hohl das ist. Aber viele wollen doch nur Modell werden. Die Ernüchterung kommt dann später. Ich glaube auch Streamingdienste sind da nicht viel besser.
    Leider kann man den Jugendlichen nicht einfach beibringen das Schönheit immer im Blick des Betrachters liegt.
    Schließlich sagt die Kosmetikwerbung auch ganz etwas anderes.

  12. 12.

    „ Da einfach mal pauschal zu sagen, "macht doch einfach nicht mit", halte ich persönlich für etwas kurz gedacht.“
    Das denke ich auch. Jede Generation hat Ihre Wege zum Selbstbewußtsein und Selbstverwirklichung hinter sich, nur anders, den Zeiten entsprechend. Bei mir war es Radio Luxemburg spät in der Nacht :-)
    Heutzutage müssten Eltern viel mehr Augenmerk auf die Handy- und Tableteinstellungen ihrer Kinder/Jugendlichen richten, leider haben die aber gerade davon keine Ahnung und die Kinder/Jugendlichen sind diesbezüglich oftmals „schlauer“ :-)

  13. 11.

    Nein, es bestehen keine Sozialen Pflichten.
    Entweder schwimmt man auf jeder Welle mit, oder man setzt Selbständige Akzente.
    Und wem das Handy zu stressig wird - einfach ausmachen.
    Wer schlank sein will, könnte zudem Sport treiben und gesund essen.
    Und außerdem sag ich mal: Das Leben ist kein Ponyhof.

  14. 10.

    Thomas, das ist graue Theorie: Nahezu jeder Mensch ist auf Interaktion mit anderen angewiesen; das liegt in unseren Genen als soziale Wesen. Und elektronische Medien sind heute nun mal ein wichtiges Werkzeug zur Interaktion: sie sind heute Teil der "richtigen Welt". Auch Sie stehen da wohl nicht drüber - wie Sie zeigen, indem Sie hier in einen Dialog mit jemandem gehen, den Sie überhaupt nicht kennen. Für Heranwachsende ist es umso drängender mit anderen in den Austausch zu gehen, um sich selbst zu erproben. Und solches "Abhängen in Cliquen" kann auch - oder gerade? - in der eng begrenzten analogen Welt dramatische Folgen haben, wenn man sich falschen Maßstäben unterwirft. Eine gute Idee ist es, diesen großen Themenkomplex - digital und analog - an Schulen viel intensiver zu behandeln. Allerdings ist dafür erstens Zeit erforderlich und zwotens Menschen, die das gut vermitteln können.

  15. 9.

    Thomas, die letzten 2 Jahre sind auch völlig spurlos an Dir vorüber gegangen, stimmts? Eine (wenn auch nur eine einzige) blöde Folge des Dauerlockdowns der Menschen unter 18 war und ist die Flucht ins Digitale. Wir "Alten", wir waren ja jeden Tag im Büro, auf Arbeit, Einkaufen, im Baumarkt, oder im Zoom-Meeting, aber die "Kinder" waren im NICHTS. Im off. Sie waren (und sind, weil unimpfbar) die Pandemietreiber, die Bösen, die Oma und Opa umbringen. Sie durften nicht raus, es gab Ein-Freund-Regelungen, ausgangssperren. Wer hier (Speckgürtel) keinen Hund hatte, der wurde doch auf offener Straße vom OA oder der Polizei gejagt! Und mit Hund durfte auch nur EINER gehen.

    Wir haben eine Zeit der ABSURDESTEN Maßnahmen hinter (und vor) uns, und die Kinder waren (Schule zu, alles andere verboten) die Heimgesuchten.

    Was außer digital gehen hätten sie denn machen können??? Im gemeinsamen Jugendzimmer mit zwei kleinen Schwestern? Die größte Freiheit war das Müll Rausbringen!

  16. 8.

    In einer Leistungsgesellschaft wo sich jeder vergleichen will für sein Ego fügen sich Apps wie Instagram nahtlos ein. Es wurde sehr viel Geld investiert damit endlose Scrolls süchtig machen, wobei Gier und Neid gefördert wird. Geldspielautomaten sind ab 18 aber Apps die auf Views und Likes basieren haben keine wirkliche Beschränkung, obwohl sie im Kopf exakt das gleiche auslösen: Belohnung und Sucht nach mehr.

  17. 7.

    Der Versuch ist definitiv notwendig, aber das "wie" ist entscheidend. Auf Bildung und Aufklärung zu setzen ist schonmal eine gute Idee und hört sich mMn besser an, als "löscht doch einfach eure profile". Auf der anderen Seite sind Politik/Konzerne gefragt, ein vernünftiges (Konsum)verhalten zu fördern, aber das klingt mir beinahe absurd.
    Ich denke schon, dass es ein komplexes Erscheinungsbild ist, welche uU abhängig machen und somit zwanghaft erscheinen kann.

  18. 6.

    Ich halte das überhaupt nicht für "zu kurz gedacht", wenn man mehr Eigenständigkeit und Unabhängigkeit von Internetkonzernen versucht. Vielleicht sollten diese Themen in den Schulen mehr behandelt werden?
    Die Scheinwelt der digitalen Selbstpräsentation ist nicht das wirkliche Leben. Bildbearbeitung und -manipulation ist einfacherdenn je. Warum "muss" ich mich daran beteiligen?
    Dieser angebliche Zwang leuchtet mir nicht ein. Ich bezweifle, dass er existiert.

  19. 5.

    Hallo Thomas,
    ich denke, dass gerade bei Jüngeren eine gewisse soziale Pflicht existiert. Dass diese Gruppen eher noch kein ausgeprägtes Selbstbewusstsein besitzen und noch eher dem Strom folgen, als es schon Erwachsene tun, erschwert das Problem. Da einfach mal pauschal zu sagen, "macht doch einfach nicht mit", halte ich persönlich für etwas kurz gedacht. Da sind wir alle in der Pflicht.

  20. 4.

    Besteht denn eine Pflicht zur eigenen Präsenz in den "sozialen" Medien? Nein, oder?
    Insofern sind diese Menschen, die sich dem aussetzen selbst daran Schuld, wenn dadurch Stress entsteht.
    Mein Mitgefühl hält sich deshalb in Grenzen. Löscht einfach eure Profile! Und geht ins richtige "analoge" Leben!

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