Tierschutz - Wolfsrudel lässt sich innerhalb des Berliner Autobahnrings nieder

Zwei Wolfswelpen streifen durch die Kernzone der Döberitzer Heide.
Video: rbb|24 | 07.10.2021 | Material: zibb | Bild: dpa/Ingolf König-Jablonski

Ein Wolfsrudel hat sich innerhalb des Berliner Autobahnrings niedergelassen. Die zwei Elterntiere und vier Welpen seien in der Döberitzer Heide in Brandenburg westlich von Berlin gesichtet worden, teilte die Heinz Sielmann Stiftung am Dienstag mit. Das Gebiet ist nur rund 30 Kilometer vom Alexanderplatz in der Mitte Berlins entfernt. Am Dienstag bestätigte auch das Landesumweltamt (LfU) der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich bei den Tieren um Wölfe handelt. Innerhalb des Berliner Rings hatten sich andere Wolfsrudel nach der Karte der Wolfsnachweise des LfU noch nicht niedergelassen.

Schäfer prüfen vorsorglich Zäune

Das Rudel war vor rund zwei Wochen einem Fotografen, der in dem rund 4.500 Hektar großen Naturschutzgebiet an den Toren Berlins und Potsdams für die Stiftung unterwegs war, vor die Linse gelaufen. Die sechs Tiere hätten sich laut Stiftung insbesondere in einem eingezäunten Gebiet von etwa 1.800 Hektar etwa in der Mitte des Areals niedergelassen - dort seien sie vom Menschen weitestgehend ungestört. Die Zäune, in denen sich Wildklappen befinden, sollen dort lebende Wisente und Wildpferde davor schützen, auf die umliegenden Bundesstraßen 2 und 5 und die A 10 im Westen zu laufen.

Eigentlich sei das Gebiet zu klein für ein Rudel, sagte Stiftungs-Sprecherin Nora Künkler. Aber die Tiere hätten dort aufgrund hohen Wildbestandes viel Nahrung. Rehe und Wildschweine reichten den Tieren dennoch nicht aus: Im August und September seien bereits Risse von dort weidenden Ziegen und Schafen gemeldet worden. "Die Schäfer respektieren den Schutz des Wolfes und versuchen sich auf die neue Situation einzustellen", sagte Künkler. Als erste Maßnahme seien Zäune auf Schlupflöcher überprüft und mehr Strom draufgegeben worden.

Tierschützer betonen Bedeutung für Tierbestand

Die Stiftung sieht die Rückkehr der Wölfe als Erfolg für den Artenschutz. "Der Wolf gehört in Deutschland als Baustein zum ökologischen Gesamtsystem. Unter anderem sorgt er für einen gesunden Wildbestand", hieß es von der Stiftung.

Sendung: rbb 88.8, 06.10.2021, 08:00 Uhr

42 Kommentare

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  1. 42.

    "Nein, tun sie nach meiner Kenntnis nicht, wobei mir ja immer noch keiner live begegnet ist."
    Vermutlich noch nicht mal ein Wolf.

  2. 41.

    Nein, tun sie nach meiner Kenntnis nicht, wobei mir ja immer noch keiner live begegnet ist. Aber Ihre Gegenfrage stärkt meine Vermutung, dass Sie Weidetierhaltung als lupusreines Anfüttern sehen.

  3. 40.

    Gestatten sie eine Gegenfrage. Füllen "Trashcan-Raccoons" etwa Mülltonnen um sich später selbst anzufüttern?

  4. 39.

    Der hiesige neozoische City-Trashcan-Raccoon ist ja nun ein Wildtier, das sich durchaus selber angefüttert hat, nachdem er der Gefangenschaft entkommen war. Aber wie kommen Sie im Zusammenhang mit Wölfen auf Anfütterung? Werfen Sie Weidetierhaltern vor, dass sie mit ihren Herden Wölfe anfüttern?

  5. 38.

    Wölfe spüren via Witterungsaufnahme bis auf rd. 3 KM Entfernung mgl. Beute auf, seltener über Fährten und sind grundsätzlich Sichtjäger. Schweißspuren nehmen sie durchaus gut wahr.
    Der Vergleich mit Haien hinkt aber. Sie sind durch Hautlappen wzischen den "Zehen" durchaus gute Schwimmer, aber mit dem Tauchen klappt es nicht so lange.

  6. 37.

    Der Vorfall ist recherierbar und liest sich aber deutlich anders wie die Plattitüde von Jo De. U.a. bei
    https://www.diepresse.com/5362597/bestie-wolf-zur-ausschlachtung-eines-tragischen-todesfalls

    Das ich eine Waschbärfreundin bin, ist hinlänglich bekannt. Dies sind und bleiben aber ebenso Wildtiere resp. Raubtiere wie viele andere Geschöpfe "in the wild" auch. So sollte man sie sehen und entsprechend respektvoll damit umgehen. Ein Gewöhnen an den Menschen durch Anfüttern ist kontraproduktiv und kann den Beständen durchaus auch schaden. Selbst an die Sinnhaftigheit von Hege- bzw. Notfütterungen bei freilebenden Schalenwild scheiden sich die Geister.

  7. 34.

    Wolfshybride sind extremst selten - ja sie gibt es - aber sie müssen nicht zwangsläufig hochgefährlich sein. Jedoch sind unsere Haushunde lediglich Beuteschema für Wölfe - das steht außer Frage. Und wenn, dann müsste schon eine Hündin in ihren Stehtagen im Wald herumstreunen, während Rüden von Wölfen definitiv keine Gnade erhielten und getötet würden. Die Linie ginge auch nie von Haushunden auf Wölfinnen über, weil die Rudel Haushunde jagen würden, sondern nur von, wie bereits erwänt, läufigen Haushündinnen in den zwei Stehtagen ihrer Läufigkeit. Insofern sind die meisten Wolfshybriden von gefährlichen Menschen gezüchtete Tiere, Ich erachte Menschen sowieso gefährlicher für Wölfe als Hunde.

  8. 33.

    Sie vergleichen Wölfe mit Streunerhunden - ziemlich unvergleichlich, weil alleine die Sozialisierung von Wolf und Hund völlig gegensätzlich ist, während Straßenhunde gemeinhin eh schlechten Stand bei hiesigen MEnschen haben - getreten, geschlagen, mit Steinen Beworfen und verletzt werden - großenteils auch aus Spaß dem Leiden der Hunde zuzusehen - vor allem in südosteuropäischen Ländern. Dann wundert es mich nicht, dass Hunde auf Menschen losgehen. Wölfe sind seit je her misstrauisch dem Menschen gegenüber und meiden die Nähe. Was das Nahrungsangebot betrifft, sind es die Menschen, die die Probleme durch achtlos weggeworfene Lebensmittel heraufbeschwören. Dann das Ungemach bei den Tieren zu suchen ist eine Ausflucht und unreflektiert. Gerade in Rumänien, Bulgarien etc braucht es Kastrationsprgramme - aber der Staat will es nicht - und das in der ach so gerechten EU.

  9. 31.

    Dass die damals 62-jährige Britin Celia Lois Hollingworth 2017 bei einer Wanderung im Norden Griechenlands zerfleischt wurde ist unstrittig. Unklar ist laut Berichten im www nur, ob sie tatsächlich Wölfen oder doch wilden Hunden zum Opfer fiel. Wie Sie als Waschbärfreund jedenfalls sicherlich wissen, verlieren auch Wildtiere oft die Scheu vor Menschen - spätestens wenn sie sich mit domestizierten Verwandten kreuzen. Dass die Scheu aber auch ohne solche Verbindungen ab- und die Population u.U. massiv zunimmt, zeigt eindrücklich das Beispiel der Stadtfüchse.

  10. 29.

    "Viel eher steht gerade der Mensch im Wald, in der Nahrungskette, an ganz unterster Stelle. .... "
    Also wirklich, den Infight mit einer Spitzmaus sollten sie auch ohne Gladius gewinnen.

  11. 28.

    Der Unterschied in den Genen zwischen Hunden und Wölfen ist inzwischen so groß, dass sich dieser in sehr unterschiedlichem Verhalten widerspiegelt. Während Hunde (auch verwildert) auf Menschen geprägt sind, gehen Wölfe diesen instinktiv aus dem Weg. Es ist daher um ein Vielfaches wahrscheinlicher, von Hunden angegriffen zu werden als von Wölfen, selbst wenn man sich durch ein Wolfsrevier bewegen würde. Kommt es zufällig doch zu einer Begegnung mit hungrigen Wölfen, kann falsches Verhalten aber im schlimmsten Fall tatsächlich den Jagdtrieb auslösen, der im Normalfall nicht geweckt würde. Weglaufen ist daher keine gute Strategie. Das hat durchaus in wenigen Einzelfällen schon Angriffe ausgelöst, wenn auch meist nicht tödlich. Was man unterlassen sollte, ist mit Hunden im Wolfsrevier Gassi zu gehen, diese werden nämlich tatsächlich angegriffen, selbst wenn Menschen in der Nähe sind. Insgesamt sind Wölfe aber weniger gefährlich als Hunde.

  12. 27.

    Da sie die wunderschöne Landschaft am Olymp ins Spiel bringen .... Also ihre Geschichte ist ähnlich glaubhaft, wie die Annahme, der griechische König Lykaon, der von Zeus in einen Wolf verwandelt wurde, sei dort herabgestiegen.

  13. 26.

    Der Mensch, das größte Raubtier. Er tötet den Wolf?! Wieviel Jogger sind denn von einem Wolf angefallen worden und zu Tode gekommen? Es sollten andere Lösungen zum Schutz aller überdacht werden.

  14. 25.

    Nun versuche ich ich nochmal, zumindest ihre Aussage zu Hunden und Wölfen geradezurücken: Wölfe und Hunde sind noch immer so eng miteinander verwandt, dass sie miteinander Nachkommen zeugen können und dies auch tun. Annäherungen finden statt; und das nicht vorwiegend, weil Wölfe Hunde fressen wollten. Geben Sie hierzu in die Suchmaschine Ihres Vertrauens z.B. mal den Begriff 'Wolfshybride' oder 'Mischlinge Hund Wolf' ein. Auch der wwf etwa, der der Wolfsfeindschaft vermutlich unverdächtig ist, schreibt, dass Wolfshybriden zwar selten sind, aber durch verminderte Scheu besonders gefährlich sein können.

  15. 24.

    Man kann nicht belegen, das es etwas nicht gibt, da ist die Logik vor. Sie könnten aber versuchen das Gegenteil zu belegen, das geht.
    Die "These" ist ausserhalb der Märchenwelt auch keineswegs provokant, sondern Wissensstand, ich zitiere mal die Wolf attacks on humans-Studie des Norwegian Institute for Nature Research: "In Anbetracht dessen, dass es fast 60.000 Wölfe in Nordamerika und 15.000 in Europa gibt, die sich ihren Lebensraum mit Hunderten Millionen Menschen teilen, ist es offensichtlich, dass das statistische Risiko für einen Wolfsangriff über Null liegt, aber dennoch viel zu niedrig ist, um berechnet werden zu können."

  16. 23.

    Es gibt sehr gute und nur von den Menschen zu verantwortende Gründe dafür, das es kaum noch Wölfe gibt/ gab. Das ist doch kein Zufall! Viel eher steht gerade der Mensch im Wald, in der Nahrungskette, an ganz unterster Stelle. Auch ein voll gefressener Löwe ginge nicht an Menschen ran. Wollen wir dann nicht auch Löwen in den Wäldern haben? Nur gut, das die alle niemals Hunger bekommen. Hat schon einmal Jemand daran gedacht, das es immer mehr Obdachlose in Berlin/ Brandenburg gibt, die nur noch in den Wäldern versuchen können, einmal zu schlafen? Auch Spaziergänger im Wald sind nur selten Gladiatoren, so das Sie es mit einem hungrigen Wolfsrudel aufnehmen könnten. Gladiatoren wurde ja wenigstens noch das Schwert erlaubt. Obdachlose und Spaziergänger hätten höchstens noch ein Taschenmesser dabei. Ich hoffe, die Stiftungs- Sprecher schlafen mal selbst im Wald. Da, wo auch die Wolfsrudel leben. Na, dann schlaft gut! Ich bin ja auch für Löwen! MfG: Gerhard

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