Pläne von Koalitionären zum ÖPNV-Ausbau - Niemand soll weiter als 400 Meter bis zur nächsten Haltestelle laufen

Fr 19.11.21 | 20:52 Uhr
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Eine Frontansicht der neuen BVG-Doppeldecker auf dem BVG Omnibusbetriebshof Müllerstraße (Quelle: dpa/Kira Hofmann)
Audio: Inforadio | 20.11.2021 | S. Müller | Bild: dpa/Kira Hofmann

Die Koalitionsverhandlungen in Berlin werden länger dauern als geplant. Ein Grund für die Verzögerung: Das schwierige Thema Mobilität konnte erst am Freitagabend fertig verhandelt werden. SPD, Grüne und Linke haben sich auf einen ÖPNV-Ausbau geeinigt.

SPD, Grüne und Linke in Berlin wollen den öffentlichen Nahverkehr auf Straße und Schiene in den kommenden Jahren stark ausbauen. Geplant sei unter anderem, den Neubau von U-Bahn- und Tramlinien voranzubringen sowie den Stadtrand und das Umland auch mit Bussen besser anzubinden, erklärten die Unterhändler der drei Parteien am Freitagabend am Rande ihrer Koalitionsverhandlungen.

Ins Auge fassen sie demnach auch ein Straßenbauprojekt: Der Osten der Stadt soll durch eine "Tangentialverbindung Ost" besser angebunden werden, Stadtrand und Umland mit dem Öffentlichen Nahverkehr besser erreichbar werden. Neubaugebiete sollen übergangsweise mit Buslinien angebunden werden, bis die Schiene da ist. Erklärtes Ziel ist es, dass niemand mehr als 400 Meter bis zur nächsten ÖPNV-Haltstelle laufen muss, notfalls soll das in einer Übergangszeit mit Rufbussen garantiert werden.

U3-Baubeginn und E-Ladestruktur ausbauen

Zudem sollen fünf U-Bahn-Verlängerungen vorangetrieben werden. Ein Baubeginn scheint in der kommenden Legislaturperiode aber nur bei der U3 von Krumme Lanke bis Mexiko-Platz realistisch. Außerdem geplant: Die E-Ladestruktur ausbauen, Lade- und Lieferzonen für den Wirtschaftsverkehr absichern, die Kosten des Semestertickets stabil halten.

Um das alles zu bezahlen, ist klar, dass es neben Ticket-Einnahmen und Landeszuschüssen eine dritte Finanzierungs-Säule geben muss. Unter anderem wollen SPD, Grüne und Linke die Anwohner-Parkausweise deutlich teurer machen als die bisherigen 20 Euro für zwei Jahre – wie viel teurer, dazu sagten die Parteien aber noch nichts.

Nach einer kurzen Unterbrechung begannen am Abend die Verhandlungen zum Thema Stadtentwicklung, Bauen und Mieten. Sie werden am Samstagvormittag fortgesetzt. Falls es hier im Laufe des Tages einen Abschluss gibt, könnte dann auch noch mit dem Themenkomplex Öffentliche Sicherheit, Inneres, Bürgerrechte, Justiz und Verbraucherschutz begonnen werden.

Sendung: Inforadio, 19.11.2021, 19:58 Uhr

56 Kommentare

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  1. 56.

    Nach Enteignung Wohnungsunternehmen, Aufgabenstopp für Schule bis Weihnachten entschieden von Schulsenatorin der SPD. Neues kostengünstiges Projekt von "die Linke": S-Bahn kaufen. Tauschgeschäft statt finanzieller Transfer? Wohnungsunternehmen (Volksentscheid Deutsche wohnen&Co enteignen) (von Berlin an Bund) gegen S-Bahn (von Bund an Berlin). Vorhängeschlösser für Wahltonnen Briefwahl, Stimmzettel im Wahllokal, Wahlkabinen bei Wahlen 2021 aus Kostengründen eingespart, weil verständlicherweise! höhere Löhne von Erzieher:innen beschäftigt für "KITA umsonst", bei Streik gegen RRG Senat gefordert.
    Berliner entscheiden: Entweder höhere Löhne für Erzieher, Schlange stehen oder ausreichend Stimmzettel. Die Linke für kostenlosen Nahverkehr an 2025. Bund sollte S-Bahn verschenken, Löhne der Zugführer trotzdem bezahlen. Mit Links bekommt man fast alles umsonst. Werden Stimmzettel in Zukunft eigentlich noch gebraucht?

  2. 55.

    Der Stern des Automobils sinkt. Gewöhnen Sie sich dran, dann fällt die Zukunft leichter.

  3. 54.
    Antwort auf [Dieter] vom 20.11.2021 um 17:13

    Wir reden von Außenbezirken und dort von Lagen, die nicht angeschlossen sind. Bei mir zB gibt es keine Staus, dafür reichlich Platz zum Parken etc. .. Aber es gibt nur eine unzureichende ÖPNV Anbindung. Sie müssen endlich mal die Innenstadtblase verlassen

  4. 53.

    Ein frommer Wunsch bzw. eine Provinzposse.Was nützt eine Haltestelle,wenn dort nichts fährt.

  5. 52.

    Das ist nicht die logische Konsequenz alle 400 Meter eine Haltestelle zu bauen. Alle 800 hundert Meter und Sie entscheiden sich dann für die Haltestelle die näher ist egal ob eine oder mehrere Linie

  6. 51.

    Was will der neue Senat schon besser machen, als der alte. Soweit ich weiss hat der alte Senat unter Verkehr und Stadtentwicklung (Grüne) nichts geschafft außer Klientelpolitik, Rückbau von Fahrbahnen und Verschleiß, denn zum Stadtverkehr gehören auch Fahrbahnen. Das einzige was geklappt hat war eine gefühlte Serie absackender Gullydeckel zu genehmigen, anstelle Seitengullys zu verwenden. Die schweren Busse haben alles kaputt gefahren. Ich hätte noch Verständnis, wenn die Busse morgens dichte Taktfolge fahren würden. Aber in der Stadt der Ausschlafer ist das ja nicht drin.
    Tram-eigene Gleis-Trassen haben dazu geführt das Rettungswagen Trauer haben und auf den Radweg ausweichen (!)
    Man könnte k.... Wo ist denn nun die Bahnanbindung für Kladow, Gatow, Wilhelmstadt??? Wo sind zumindest die Planungen? Hören Sie auf, mit der immer länger werdenden U7 - keiner fährt vom südlchen Teil über den Norden wieder zum Süden. Es reicht schon dass uns die S5 (Heerstr.) geklaut wurde.

  7. 50.

    Wieso alle 400 Meter?? Die Haltestellen haben doch keinen Abstand von 400 hundert Metern.

  8. 49.

    Stimmt! Geschöpft wird das Klientel der kleinen Leute.
    Das begreift Rot-Rot-Grün nicht. Diese Klientel sollten Sie eigentlich vertreten.
    Das Geld für die geplanten Verkehrsprojekte ist bei den Radfahrern zu holen.
    Was müssen die Straßen mit breiten Fahrradwegen ausgerüstet werden? Bezahlen das die Fahrradfahrer? Also Steuern eintreiben. Bezahlbare Abstellmöglichkeiten, analog Parkraumbewirtschaftung. Prüfungsgenühren für die Teilnahme am Straßenverkehr. Bußgelder,.....


  9. 48.

    Das Problem ist aber auch, dass manche Buslinien einen nicht so richtig zum Ziel bringen. Was nützt mir der Bus, der nach Westen und Osten fährt, ich über zur Stadtmitte muss und dafür Richtung Norden? Ich fahre doch nicht mit dem Bus erst 10 min in die falsche Richtung, steige dann 2x um und habe erst dann die richtige Richtung. Das kostet viel Zeit. Dann lieber mit dem Auto gleich richtig, notfalls mit Umstieg in die U Bahn. Die erreiche ich mit dem Auto in 10 min. Der Bus nützt mir nichts.

  10. 47.

    Es ist die logische Konsequenz. Alternativ müssten mehr Linien geschaffen werden. Bei mir fährt zB nur ein Bus. Ich laufe mehr als 400 m zur Haltestelle. Es sind vlt. 800 bis 900 m. Es ist aber die einzige Linie. Entweder müsste noch ein Halt eingebaut werden oder in einer anderen Straße müsste noch ein Bus fahren. Ob das „wirtschaftlich“ wäre? Der Ansatz, auch wenig erschlossene Gebiete mit der BVG abzudecken ist der richtige. Allerdings müsste das nun zugig geschehen. Sonst bleibt es beim Auto.

  11. 46.

    A.. Neumann, erklären Sie doch mal den Lesern, was Sie mit Ihrem Kommentar sagen wollen.
    Irgendwie so ein undurchdachter Schnellschuss, um dabei zu sein. Ich, A. Neumann.

  12. 45.

    In welchen Absatz des Berichts steht geschrieben das alle 400 Meter eine Bushaltestelle stehen soll???Nirgends.

  13. 44.

    Hier im Außenbereich sind nicht die Haltestellen das Problem sondern die fehlenden S-Bahntrassen.
    Jedes mal erst rein in die Stadt und dann alles wieder zurück, da der Außenring fehlt.
    Kein Wunder das die Leute beim Auto bleiben, da man über die A10 nur 1/4 der Zeit benötigt. Und obendrein auch noch zuverlässig zum Ziel kommt.

  14. 43.

    Nun, dann sag ich mal, wie es bei mir aussieht."
    Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es bei dem 400 mtr-Radius um einen Plan.
    Das das heute an einigen Stellen anders aussieht unterstreicht m.E. die Richtigkeit eines solchen Vorhabens.

  15. 42.

    Sind sie sich sicher mit den 400 Metern zur nächsten Haltestelle ? Ich glaube das wird wohl in vielen Aussenbezirken nicht klappen. Nehmen sie mal z.B das Märchenviertel in Köpenick oder Hessenwinkel/Neu Venedig und da gibt es bestimmt noch mehr Gegenden.

  16. 41.

    Hoffentlich denkt man auch dran alle 400m ein Testzentrum hinzustellen und einen Impfbuss

  17. 40.

    20€ für 2 Jahre.... sollte mal auf 3 Monate geändert werden. Stellplätze in Garagen oder Hof Kosten ja im Schnitt 50€ - 100€ im Monat und die bezahlt ein Autofahrer ja auch. Also kann ein Autofahrer auch 20€ alle 3 Monate fürs Parken im Wohnbereich bezahlen.

  18. 39.

    Ich finde es gut, dass endlich mal auch an die Außenbezirke gedacht wird. Leider wird das alles ewig dauern. Und was einige hier so kommentieren verdeutlicht nur, wie sehr diese vom bisherigen Senat gedrillt sind. Es gibt auch ein Leben außerhalb des S Bahnrings liebe Leute.

  19. 37.

    Nun, dann sag ich mal, wie es bei mir aussieht. S Bahn ca 2 km entfernt. Bus knapp 1 km entfernt. U Bahn? Nicht bei mir.

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