Estrel Tower in Neukölln - Berlins bald höchstes Gebäude wächst ab sofort in die Höhe

Mi 03.11.21 | 18:05 Uhr
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Estrel Tower im Kontext zum Bestandsgebäude Estrel Berlin, Renderings 15.10.2021 (Quelle: Estrel Berlin/Barkow Leibinger)
Video: Abendschau | 03.11.2021 | Martin Küper | Bild: Estrel Berlin/Barkow Leibinger

Er soll Berlins höchstes Hochhaus und gleichzeitig ein neues Wahrzeichen der Stadt werden: Der Estrel Tower. Als reine Erweiterung des Estrel Hotels in Neukölln ist der Turm aber nicht geplant - was auch mit den Lehren aus der Pandemie zu tun hat.

Die Hochbauarbeiten für den Estrel Tower in Berlin haben am Mittwoch offiziell begonnen. Das Gebäude an der Sonnenallee in Neukölln wird, wenn es fertiggestellt ist, mit 176 Metern Berlins höchstes Hochhaus sein. Bauherr ist Estrel-Eigentümer Ekkehard Streletzki, der die erste Skizze für das Hochhaus laut eigenen Angaben zuerst auf einer Serviette anfertigte.

Die Tiefbauarbeiten haben bereits im Sommer begonnen. Das Hochhaus ruht auf 52 Bohrpfählen, die 30 Meter tief in den Boden eingelassen wurden. Darauf wird im Januar die 3,60 Meter dicke Bodenplatte gegossen. 2024 soll das Hochhaus eröffnet werden.

Executive Floor des Estrel Tower, Renderings 15.10.2021 (Quelle: Estrel Berlin/Barkow Leibinger)
Blick aus einer der obersten Etagen | Bild: Estrel Berlin/Barkow Leibinger

Hotelzimmer, Apartments, Co-Working

Auf den insgesamt 45 Etagen des Towers sollen unter anderem ein Hotel mit 525 Zimmern, Apartments, Wellness- und Fitnessstudios für die Bewohner, 9.000 Quadratmeter Büros und Flächen für Co-Working geschaffen werden. Das Konzept wurde im Lichte der Coronapandemie noch einmal überarbeitet: Vom Plan, fast den gesamten Turm zum Hotel zu machen, war Streletzki wegen der unsicheren wirtschaftlichen Lage abgerückt.

Herzstück des Gebäudes wird ein öffentliches Atrium, in dem neben lokaler Bäckerei eine Galerie und ein Inkubator für Start-ups vorgesehen sind. Der Tower wird durch einen Tunnel mit dem angrenzenden Estrel Congress Center (ECC) verbunden. In der Spitze des Towers zwischen den Etagen 41 und 44 sind Konferenzräume, ein "Farm to Table"-Restaurant und eine Skybar mit Außenterrasse geplant.

Im Sockel des Turms soll ein Veranstaltungsbereich mit 2.000 Quadratmeter Fläche entstehen. Der Park rund um den Tower und das Ufer des Neuköllner Schifffahrtskanals sollen öffentlich zugänglich sein, teilte das Unternehmen mit.

Estrel Tower im Kontext zum Bestandsgebäude Estrel Berlin, Renderings 15.10.2021 (Quelle: Estrel Berlin/Barkow Leibinger)
Entwurf des Estrel Towers | Bild: Estrel Berlin/Barkow Leibinger

Berlins südliches "Tor zur Stadt"

Gebaut wird der Estrel Tower nach Plänen der Architekten Barkow Leibinger. Die Fassade wurde speziell an die Sonneneinstrahlungen vor Ort angepasst, so dass sich die Räume im Tower während des Sommers weniger aufheizen. Neben begrünten Dächern inklusive Photovoltaikanlagen soll ein innovatives, CO2 sparendes Energiekonzept zur Anwendung kommen.

Beim Innenausbau sollen regionale Hölzer und recycelte Materialien verwendet werden, zudem ist über die Hälfte der Stellflächen des Parkhauses für Fahrräder vorgesehen.

Estrel erhebt mit dem Neubau den Anspruch, das südliche Tor zur Innenstadt zu werden, vor allem für Gäste des Flughafens BER.

Sendung: Abendschau, 03.11.2021, 19:30 Uhr

42 Kommentare

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  1. 42.

    Ein Tor ist ein Tor und ein Turm ist ein Turm, gut gestaltet auch als Landmarke.

    Gerade Potsdam weiß darin eigentlich gut zu unterscheiden, weil die gestaltete Landschaft drumherum von eben diesen Prinzipien geprägt ist. Auch die beiden Belevedere würde nicht als Tore daherkommen.

  2. 41.

    Erst Gate ist der Name eines Bauwerkes und Estrel Tower der eines anderer. Letzteren sieht man nur einmal als markante Landmarke, wenn von Süden nach Berlin rein fährt ähnlich wie ich das am Beispiel des Funkturmes versucht habe zu erläutern.

  3. 40.

    Es ist fast schon egal, wer für eine solche Um- und Neubenennung verantwortlich zeichnet. Es ist die Widerspiegelung eines rein technisch geprägten Verständnis oder eben nicht.

    Nicht nur sinnbildlich war seinerzeit, dass entgegen der ersten, rein technisch verstandenen Bezeichnung nicht Nordkreuz zur Verwendung kam, sondern nach fundierter Intervention zweier Mitglieder des Abgeordnetenhauses der Name Gesundbrunnen blieb. Der hat generationsübergreifende Bedeutung und dieser Argumentation konnte sich sogar ein Hartmut Mehdorn nicht entziehen.

    Südliches Tor zur Stadt, zur Innenstadt, nach Berlin - eine bodenlose PR-Bezeichnung wie das East-Gate in Marzahn. Kaufhaus des Westens hatte immerhin im Volksmund noch einen realen Bezug, verstand sich doch Charlottenburg als westliches Pendant zum historischen Berlin.

  4. 39.

    Es wird Zeit, dass diese Brache endlich verschwindet. Bis in die 2000er Jahre stand hier eine Fabrik mit über 200 MA, Betefa Spezialkabel GmbH. Ich habe dort selbst als Ingenieur neun Jahre bis zur Werkschließung im Jahr 2000 gearbeitet und freue mich über diesen neuen Blickpunkt. Auch wenn Berlin erstrangig Wohnungen braucht, so finde ich im Gegensatz zum Alex, wo die neuen Hochhäuer eher nach 0815 aussehen, dieses Gebäude für Berliner Verhältnisse doch relativ gelungen. Wenn Berlin international mithalten will, sind je nach Blickwinkel (leider) auch solche Türme wichtig.

  5. 38.

    Putzig, dass jemand wie Sie, der Brandenburger Äpfel verschmäht und stattdessen lieber mit dem Verbrenner-PKW statt der Tram 88 zum Einkauf der gleichen Sorte, nur geerntet im Alten Land, fährt, immer dann von Umweltschutz spricht, wenn es Ihnen nutzen könnte. Sie hätten den BER ja bekanntlich lieber in einem Naturschutzgebiet vollständig neu gebaut gesehen, damit Sie von den Flugzeugen nichts mitbekommen. Hier lästern Sie über das Gewerbebauwerk ab, weil die Kunden in Sichtweite von Ihnen anreisen könnten. Und natürlich darf bei so jemandem wie Ihnen ein Seitenhieb auf die Energiewende nicht fehlen. Dich was wäre Brandenburg ohne die ehememaluge Residenzstadt der Kurfürsten? Allein die Anziehungskraft der Hauptstadt rettet Ihr Bundesland vor dem weiteren Ausbluten der Bevölkerung. Fragen Sie mal Uhre Tichter, warum die mit dem Zwischenschritt West-Berlin nach Hessen, also weit weg von Ihnen, gezogen ist und jetzt zwei BMW vor der Tür stehen hat.

  6. 37.

    Die Entscheidung, den Schlesischen Bahnhof umzubenennen, hat garantiert nicht die DR getroffen wie auch hier das Bauwerk vom Bauherren "Estrel Tower" genannt wird. Lesen Sie dazu mal die Überschrift und den letzten Absatz dieses Artikel genauer.

  7. 36.

    „ Soll der " Betonbaumeister" Strletzki schon jetzt anfangen Billigkräfte für den Hotelbetrieb zu "importieren"
    Ein tolles überarbeitetes Konzept von einem kompetenten Bauherrn - aber das verstehen „Billigkommentatoren“ wie Sie sowieso nicht.

  8. 35.

    Selbstverständlich zeugt die Auslöschung geschichtlich bedeutender Namen - gleich, unter welcher Oberhoheit sie stehen - und die bloße Benennung nach Himmelsrichtungen von einer technischen Hybris. Auch bei der Bahn kommt es vor, muss es aber nicht, wenn aus der zum Selbstzweck gewordenen Logik eines technischen Systems heraus gedacht wird, weniger aber aus dem Bezug zur Umgebung - derjenigen, denen das zu Hilfe sein soll.

  9. 34.

    Von technischer Hybris zu sprechen angesichts der Bahnhöfe zuvsprechen, die Sie aufgezählt haben, lässt tief blicken. Dabei ist die Himmelsrichtung meist ideologoefreier wie man leicht am ehemaligen Schlesischen Bahnhof erkennen kann. 1950 war es politisch nicht mehr opportun, in der Hauptstadt der DDR an die seit kurzen zu Polen gehörende Region zu erinnern.

  10. 33.

    Gut, ich modifiziere:

    Ab dem Siegeszug der Technik über die ursprüngliche Bedeutung wurden ab der zweiten Hälfte des 19. Jhs. ebenso wie Bahnhöfe dann auch ursprünglich anders benannte Tore nach Himmelsrichtungen benannt. In Berlin kam bekanntlich mit dem (S-)Bahn-Ring Westkreuz und Ostkreuz zu Ehren, während Südkreuz ebenso eine Erfindung der heutigen Zeit ist wie das Südtor in Stuttgart. Das Westtor in Nürnberg war eine Umbenennung im Jahr 1870, fällt also genau in die technisierte Zeit, die ich eben ansprach.

    Bedeutungsstiftend war und ist all dies nicht, eher schon auf eine technische Hybris bezogen. Wie eben das besagte Hotel.

  11. 32.

    Wobei die 22m den Boden des höchste Geschossens betreffen, in dem sich ständig Personen aufhalten. Bis dahin kann die Feuerwehr mit der genormten 23/12-Drehleiter den zweiten Rettungsweg sicherstellen- wenn nicht ein Radweg von der SenUVK planlos unter Missachtung des Brandschutzes aufgepoppt wird, so dass die Feuerwehr keinen Platz mehr hat. Die Ähnlichkeit mit der Berliner Traufhöhe von 23 m, die auf Hobrecht zurück geht, ist dabei nicht zufällig.

  12. 31.

    Steht im Baurecht, Hochhausrichtlinie.
    Ab 22m über Geländeoberfläche zählt in Deutschland ein Gebäude als Hochhaus.
    Also , das niedrigste Hochhaus misst 22m ,auch in Berlin.

  13. 29.

    Zu denken gibt mir, dass es hier nicht um das höchste Haus, sondern das höchste Hochhaus geht - diesbezüglich scheint es einen Unterschied zu geben. Kann der RBB auch mitteilen, welches das niedrigste Hochhaus Berlins ist?

  14. 28.

    Übrigens wurde Neukölln gerade zum beliebtesten Bezirk Deutschlands gewählt und steht im weltweiten Ranking auf Platz 11. Die qm Preise sind bald höher als in Prenzlauer Berg oder Mitte mit Tendenz nach oben.

  15. 27.

    Ich freue mich auf die Aufnahmen , die ich von da oben werde machen können und auf den Blick nach unten, wo unsere Unkepunzen ohne Seminarausbildung in Zahlen von verunglückten Spatzen schwelgen.

  16. 26.

    in Schieflage war Grafikdesigner,, vielleicht im Suff, man hätte das Objekt 0.5 Grad im Grafikprogramm nach links drehen sollen. Das Gebäude wird schon wenn es in 47 Jahren fertig ist schon nicht umfallen.

  17. 25.

    Dann lassen Sie uns doch an Ihrem Fachwissen teilhaben......wie richtig gebaut wird.

  18. 24.

    "Noch nie wurden Tore nach Himmelsrichtungen benannt" In Stuttgart gibt es z.B. ein Südtor und in Nürnberg ein Westtor. Und gerade Bahnhöfe als Entree zur Stadt tragen oft die Himmelsrichtung mit im Namen. Ältere West-Berliner kennen dabei sicherlich auch das Gefühl, fast zu Hause zu sein, wenn der Funkturm auf der AVUS in Sichtweise war.

  19. 23.

    Wer das Geld hat in so einem überteuerten Hochhaus zu leben oder zu arbeiten möchte bestimmt nicht nach Neukölln.

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