"Hohe Akzeptanz" - ÖPNV-Anbieter ziehen nach erstem 3G-Tag positives Fazit

Mi 24.11.21 | 19:26 Uhr
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Busse der BVG stehen an einer Bushaltestelle am Bahnhof Zoologischer Garten. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Video: Abendschau | 24.11.2021 | Max Kell | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Der erste Tag mit 3G in Bus oder Bahn ist in Berlin und Brandenburg bislang offenbar ohne größere Probleme verlaufen. Ob Fahrgäste geimpft, genesen oder getestet (3G) sind, werde am Mittwoch stichprobenartig mit der Fahrkartenkontrolle überprüft, hieß es beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg.

"Es läuft besser als gedacht, die Leute sind gut informiert", sagte ein Sprecher. Nach Kenntnis des Verbunds sei bis Mittwochnachmittag noch niemand des Busses oder der Bahn verwiesen worden. "Die Leute haben Verständnis", sagte der Sprecher. "Viele sind auch erleichtert und fühlen sich jetzt sicherer." Dass wegen der 3G-Pflicht weniger Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, lasse sich nicht beobachten, hieß es. Die Auslastung liege bei 70 bis 80 Prozent.

BVG kündigt große Kontrolle mit der Polizei an

Ab Anfang nächster Woche sei ein leichter Rückgang zu erwarten. Das hänge aber damit zusammen, dass das neue Infektionsschutzgesetz Arbeitgeber anhalte, wieder mehr Arbeit zu Hause zu ermöglichen, so der VBB-Sprecher.

Während große Unternehmen wie die S-Bahn und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für die 3G-Überprüfung auf ihre bewährten Fahrkartenkontrolleure zurückgreifen können, muss manches regionale Busunternehmen erst noch Leute dafür einstellen. Denn die Busfahrer sollen die Nachweise nicht kontrollieren, wie es beim VBB hieß.

Von der BVG hieß es am Mittwoch auf rbb-Anfrage, man habe frühzeitig die Fahrgäste über die Website sowie mit Laufzeilen und Ansagen auf den Bahnhöfen über die neuen Regeln informiert. "Im Laufe des Tages hat unser Sicherheitsdienst die Einhaltung der neuen Regelung bereits stichprobenhaft und anlassbezogen überprüft. Diese Stichproben werden nun nach und nach ausgeweitet. So wird es demnächst auch größere Schwerpunktkontrollen mit der Polizei geben", teilte ein BVG-Sprecher mit. Eine flächendeckende 3G-Kontrolle aller Fahrgäste sei gleichwohl nicht umsetzbar, betonte er.

Bahnpersonal spricht von "hoher Akzeptanz"

Auch im Regional- und Fernverkehr ist es bis zum Mittwochnachmittag zu keinen groben Verstößen gegen die auch hier geltende 3G-Pflicht gekommen. "Unser Kontroll- und Sicherheitspersonal berichtet von hoher Akzeptanz der neuen 3G-Regeln bei unseren Fahrgästen", teilte eine Bahn-Sprecherin mit. Probleme habe es keine gegeben.

"Unser Eindruck ist: Die Fahrgäste sind informiert und führen die Nachweise mit sich." Zahlen zu den Kontrollen und festgestellten Regelverstößen nannte der Konzern allerdings keine. Wie viele Fahrgäste also wegen eines fehlenden Nachweises bei der nächsten Station aussteigen mussten, wurde nicht bekannt.

Am Dienstag hatte die Bahn angekündigt, am Tag des Inkrafttretens des neuen Infektionsschutzgesetzes auf rund 400 Verbindungen im Fernverkehr stichprobenhaft die 3G-Nachweise kontrollieren zu wollen. Dafür setzt das Unternehmen ausgebildete Sicherheitskräfte als auch das Bord- und Service-Personal ein. Außerdem könne bei Fahrtausschlüssen die Bundespolizei zu Hilfe gerufen werden.

Hohes Bußgeld droht bei Regelverstoß

Ähnlich äußerte sich auch der Bahnkonkurrent Flixmobility, der für seine grünen Fernzüge und Flixbusse bekannt ist. Ersten Rückmeldungen zufolge liefen die Kontrollen weitgehend reibungslos, sagte eine Sprecherin.

Fahren ohne 3G-Nachweis ist nach dem bundesweit geltenden Infektionsschutzgesetz eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld von bis zu 2.500 Euro belegt werden. Wer erwischt wird, muss das Fahrzeug verlassen und muss damit rechnen, dass Kontrolleure die Daten an die Behörden weitergeben.

Sendung: Abendschau, 24.11.2021, 19:30 Uhr

23 Kommentare

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  1. 23.

    Einen Nachweis kann jeder auch mal vergessen, verlieren, gestohlen werden. Wenn man dann aus dem Zug aussteigen muß zu einer Zeit, wo jedes Testzentrum geschlossen hat und an einem Ort, wo es weit und breit kein Testzentrum gibt, sitzt man fest und kommt nicht weiter, bis irgendwann die 3G-Regel aufgehoben wird. Hat daran jemand gedacht?

  2. 22.

    Sehr geehrter Herr Steffen,
    daß ist ja das größte Problem. Nehmen wir an, sie haben ihr e-mailfach sowie auf dem heimischen PC als auch auf dem Handy. Die Kontrolle z.B.: findet in einer Regionalbahn statt und sie befinden sich gerade in einem Gebiet wo kaum bis garkein Empfang eines Handysignals besteht. Ob die dann warten bis sie irgendwann ein Signal haben um es zu öffnen? Glaube ich nicht. Dann könnte man ja Fahrgeld zurückverlangen. Im Übrigen: Wo kommt dann plötzlich soviel Polizei her? Die haben ja kein Personal um die normale Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten.
    Mit freundl. Grüßen

  3. 21.

    Das Zertifikat ist zwar auf dem Handy gespeichert, seine Echtheit kann aber nur online überprüft werden.
    Zudem bin ich der festen Überzeugung, dass Viele einfach weiterhin ohne Tests fahren, schlicht weil sie gar keine andere Wahl haben. Gegen den Bußgeldbescheid kann man dann klagen. Ich denke, die Chancen stehen da nicht mal so schlecht, denn es geht erstens um ein absolutes Grundbedürfnis und zweitens ist der ÖPNV nachgewiesenermaßen aufgrund der Maskenpflicht kein Übertragungsschwerpunkt. Ich halte die Maßnahme daher für unverhältnismäßig. Mir als Geimpften ist der Impfstatus der Mitfahrer vollkommen egal, da ich mich aktiv mittels FFP2-Maske schütze. Einer Infektion ist damit nahezu vollkommen ausgeschlossen. Im Gegenteil müssten Ungeimpfte mehr Angst vor mir haben, denn ich bin seit Monaten nicht getestet worden und könnte theoretisch unbemerkt infiziert sein.

  4. 20.

    Nur CovPass Check App des RKI garantiert die Echtheit des Zertifikats. In die Corona können zb gefälschte Zertifikate geladen werden. Die Ausweisskontrolle nützt dann wenig.

  5. 19.

    Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht das die Bvg zwar die Fahrscheine kontrolliert aber nicht den Impfstatatus, laut Aussage duerfen wir gar nicht. Frage ist, falsch geschultes Personal oder Tatsache. War gestern inder Hauptstadt.

  6. 18.

    Darum wird es auch noch Jahre so weitergehen. Übrigens, die dreckige n Masken bei vielen älteren Menschen am Kinn sind auch nicht hilfreich.

  7. 17.

    Ich bin ÖPNV-Viel-Nutzer und wurde noch nicht kontrolliert, habe keine Kontrollen bemerkt. Wenn weiterhin so wenig kontrolliert wird, bleibt die Maßnahme coronamäßig bedeutungslos.

  8. 16.

    "Ich fahre Täglich U7 und U6. Sowie Bus. Falsche Masken. Keine Kontrollen. " was regen Sie sich eigentlich so auf.....Während der ganzen Pandemie gibt und gab es Regeln über Regeln an die sich viele Menschen nicht halten konnten oder wollten. Und es hat kaum einen interessiert ob das kontrolliert wird oder nicht. Da jeder weiß dass der Stadt oder den Betrieben das Personal dafür fehlt. Was ist daran jetzt plötzlich so eine "Riesen Sauerei"?

  9. 15.

    So ein Quatsch! Die Zugbegleiter sind sogar aufgefordert die 3G Regel NICHT zu kontrollieren. Die sind nicht als Transportpolizei eingestellt worden sondern um Tickets zu kontrollieren und Informationen herauszugeben. Für die Sicherheit im Bahnverkehr ist die ausschließlich das EBA und die Bundespolizei zuständig. DB Sicherheit hat einige Aufgaben der Bundespolizei übernommen, mehr nicht.

  10. 14.

    "Die bewährten Fahrkartenkontrolleure " Etwa die von Fremdfirmen mt der Maske auf halb 10? Oder die bei denen die Chipkarte urplötzlich nicht mehr lesbar ist?

  11. 13.

    Beim beobachten Ihrer Mitmenschen scheinen Sie sich ja auf junge Menschen zu fixieren. Was glauben Sie eigentlich wieviel ältere Menschen sich nicht an die sogenannten Regeln halten?? Mehr als Sie denken......

  12. 12.

    In den Öffis wird so gut wie gar nicht kontrolliert. Das ist eine Riesen Sauerei. Ich fahre Täglich U7 und U6. Sowie Bus. Falsche Masken. Keine Kontrollen. Und das in der Hauptverkehrszeit. Das ganze ist Augenwischerei.

  13. 11.

    Die DB hatte verkündet, sie würde auf 400 Verbindungen (bundesweit) kontrollieren am ersten Tag.

    Mit ihren vorgeschlagenen 0,1% werden sie also wohl "etwas" zu hoch angesetzt haben. :-)

  14. 9.

    Was sollte der Zugbegleiter kontrollieren?
    Wie kommen Sie darauf, daß es teuer wird für den Zugbegleiter? Waren Sie von Anfang bis Ende der Maßnahmen zugegen?
    Schadenfreude ihrerseits ist irgendwie auch nicht zu übersehen bzw. zu überlesen.

  15. 8.

    Gestern in der U5 von UdL/ Friedrichstraße: 3 Mädchen, ca 16, ohne Maske, keiner hat was gesagt oder kontrolliert. Auf der Hinfahrt mit Maske unter der Nase, keiner hat kontrolliert.
    In den letzten 1 1/2 Jahren habe ich noch keine Kontrolle erlebt, aber in den seltenen Fällen auch in der M8 ab Helene- Weigel - Platz immer junge!!! Leute ohne Maske
    Egal, was eingeführt wird, Berlin kontrolliert NICHTS!

  16. 7.

    Wieso Internet für die Kontrolle von solchen Nachweisen?
    Das Zertifikat ist auf dem Handy gespeichert und nicht im Netz.
    Im Zertifikat stehen alle Daten drin, gültig nur mit Personalausweis.

  17. 6.

    Ich habe heute einen Zugbegleiter der DB erlebt, der nicht kontrolliert hat und dabei an eine Zivilstreife geraten ist. Für den Zugbegleiter wird's wohl teuer...
    In der U Bahn bin ich heute einmal auf Maske und Impfnachweis kontrolliert worden

  18. 5.

    Die M4 ist noch nie kontrolliert worden. Nicht mal der Fahrschein. Zumindest habe ich keine Kontrolle erlebt.

  19. 4.

    Ich war auch unterwegs, habe keine Kontrollen gesehen, weder in den Bahnen noch auf den Bahnhöfen.

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