Potsdamer Platz in Berlin - So soll das Sony Center umgestaltet werden

Do 04.11.21 | 12:12 Uhr
  19
Umgestaltetes-Forum und neue Food-Hall im Sony Center am Potsdamer Platz. Stand November 2021. (Quelle: ©Realace GmbH)
Video: Abendschau | 04.11.2021 | Arndt Breitfeld | Bild: ©Realace GmbH

Das Sony Center braucht ein Update: Gut 21 Jahre nach der Eröffnung will der Eigentümer das Gebäudeensemble umfassend sanieren. Die Büroflächen sollen gemütlicher werden, das Forum grüner und die Freizeitangebote sportlicher.

Das Sony Center am Potsdamer Platz soll bis Ende 2023 für insgesamt rund 200 Millionen Euro saniert werden. Dies gaben am Donnerstag die Eigentümer, sowie Vertreter der Architekten, nach deren Entwürfen das Sony Center einst gebaut wurde, bekannt.

Imax-Kinosäle werden umgebaut

Demnach soll vor allem die Arbeitsumgebung der Büroplätze verbessert werden. "Die Menschen erwarten heute mehr von ihrem Arbeitsplatz als noch vor 25 Jahren. Damals lag der Schwerpunkt der Planung auf einer ruhigen, geordneten Umgebung, um konzentriertes und fokussiertes Arbeiten zu fördern", sagte Steven Cook von Jahn Architecture.

Heute stünden jedoch Lösungen für den kreativen Austausch mit den Kollegen ebenso im Fokus, wie auch Orte, die Entspannung und Erholung bieten. Dies wolle man mit neuen Büroräumen in den Räumlichkeiten des ehemaligen Imax-Kinos erreichen. Für Filmfreunde ist ein Boutique-Kino mit nur noch drei Sälen geplant, auch Gastronomie, Fitness und Wellness soll in den ehemaligen Imax-Kinos entstehen.

Visualisierung: Rooftop Bar Sony Center am Potsdamer Platz. (Quelle: ©Realace GmbH)
| Bild: ©Realace GmbH

Bahn plant Mitarbeiterrestaurant

Insgesamt sollen rund 50.000 Quadratmeter Bürofläche modernisiert werden, deren Ambiente laut der Pläne dann eher an ein Hotel als an ein Bürogebäude erinnern werde. Auch einer der größten Mieter, die Deutsche Bahn, gestaltet seine Räume und die Lobby neu. Die Bahn werde zudem ein Mitarbeiterrestaurant eröffnen und solle damit die Ausrichtung des Sony Centers als Bürocampus bekräftigen.

Forum soll begrünt werden

Im Forum des Sony Centers soll der Boden ausgetauscht werden. Große Bäume und Pflanzen, Sitzecken und ein neues Beleuchtungskonzept seien ebenso geplant. Mobile Sitzmöbel sollen Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Gästen möglich machen. Die angrenzenden Außenbereiche des Sony Centers sollen durch öffentlich zugängliche Kunstwerke und zusätzliche Fahrradstellplätze aufgewertet werden.

Zudem sind laut Eigentümer bis zu fünf neue Fitnessbereiche geplant, in der eine Boulderhalle oder ein Yogastudio Platz finden könnten. Schon Anfang 2022 soll zudem ein Outdoor-Fitnessbereich öffnen, der nicht nur den Mietern, sondern auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stünde.

Visualisierung: Sony Center am Potsdamer Platz (Quelle: © Chris and Friends GmbH and Chris Hortsch)

Sony Center seit 2017 in den Händen der Oxford-Gruppe

Die Oxford Properties Group erwarb im Oktober 2017 zusammen mit der Immobilien-Investmentgesellschaft Madison International Realty das Sony Center. Das nach Entwürfen des in diesem Jahr verunglücktem Helmut Jahn erbaute Gebäudeensemble erstreckt sich auf fast sechs Hektar und umfasst acht Gebäude, darunter den Bahntower. 7,1 Millionen Menschen besuchen laut Oxford-Gruppe jährlich das Center.

Während der 1990er-Jahre war der Potsdamer Platz die größte innerstädtische Baustelle Europas. Auf der Brache entstanden vier verschiedene Quartiere: das nordwestlich gelegene Sony Center, nordöstlich der Sitz der Holding der Deutschen Bahn mit dem Bahntower, südlich davon die Daimler-City mit dem Atrium Tower (erkennbar an dem markanten grünen Würfel auf seiner Spitze) sowie südwestlich der Marlene-Dietrich-Platz mit dem Theater am Potsdamer Platz, dem Spielkasino, dem Luxushotel Grand Hyatt Berlin sowie den Potsdamer Platz Arkaden.

Visualisierug: Modernisierung der Lobbies Kemperplatz Sony Center am Potsdamer Platz. (Quelle: © Kinzo final) -

Sendung: Abendschau, 4.11.21, 19:30 Uhr

19 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 19.

    Mal in die Runde gefragt:
    Was hätte denn dort errichtet werden sollen?
    Eine Erweiterung des glorios versemmelten Kulturforums?
    Ein Museum?
    Eine Oper?

    Fakt ist doch:
    Der Potsdamer Platz war, in der Zeit als er gebaut wurde, zeitgemäß.
    Nu isser's nich mehr.
    Macht man's neu.
    Hält wieder10-20 Jahre - Ist doch gut.

    Wie hätten wohl eine Sozialwohnungsbebauung mit einem städtisch geförderten Anteil von lokalem Kleinstgewerbe an dieser Stelle ausgesehen? Wäre das "nachhaltig" gewesen im Berliner SInne?
    Berlin hatte sich in der Teilung zu zwei Zentren hin entwickelt - Ku-Damm und Friedrichstrasse.
    Schon die Revitalisierung der Friedrichstrasse ist m.E. nur unzureichend gelungen.
    Den Potsdamer Platz hätte es also streng genommen gar nicht gebraucht.
    Aber leer stehen lassen? Die Rollheimer vor Ort lassen?
    Was wäre die Alternative gewesen?

  2. 18.

    Ich habe alle Büroformen erlebt, vom Großraumbüro bis zum Einzelbüro. Es gibt keine mehr produktivitätsverhindernde, nervende und stressende Arbeitsumgebung als das Großraumbüro - der Hype dafür kann nur von jenen kommen, die nie wirklich gearbeitet haben.

  3. 17.

    Viel Spaß mit der "Vielfalt", wenn Sie durch die zukünftigen Büros wandeln... Sie kommen nicht aus Berlin, oder? :)

  4. 16.

    So ein Quatsch, das braucht kein Mensch. Noch mehr Grund dort nicht mehr hinzufahren. Das Kino war das Einzige, was mich noch dort hinzog. Sehr schade....

  5. 15.

    Dem kann ich nur zustimmen. Ein Kumpel meinte mal zu mir, dass dort seine Tochter (wo auch immer....) gezeugt wurde...:)

  6. 14.

    Und weil es so unterschiedliche Meinungen und Vorlieben gibt, ist es doch schön wenn es die Vielfalt gibt.
    Ich persönlich schätze die Architektur am Potsdamer Platz und fühle mich da sehr wohl - mehr als an allen anderen urbanen Orten der Stadt (insbesondere die ganzen Kiezcafes und -bars mit ihrem zusammengewürfelten Mobiliar in den Altbauten ;-) ) - aber durch diese Vielfalt bekommt doch jeder etwas für sich und die Bebauung am Potsdamer Platz ist in Berlin einmalig.

  7. 13.

    Yep, das CineStar Original war super, das IMAX auch. Als es beides noch gab, war da immer viel los - und zwar wegen Berlinern und Touristen. Ich war da fast jeden Monat im Kino. Und die Europapremieren mit den Schauspieler*innen waren super. Tja, leider alles weg seit dem es das CineStar und das IMAX nicht mehr gibt.

  8. 12.

    In der Bundesrepublik werden gerade grössere Bürokomplexe seit Jahrzehnten flexibel gestaltet. Salopp gesagt müssten oft nur ein paar Trockenbauwände verlegt werden. Dabei kann dann auch die TGA modernisiert werden. Würde Ihre Dystopie Wirklichkeit werden, hätte es in Frankfurt/M längst größere Abrißwellen geben müssen.

    In Berlin steht seit Jahrzehnten ein sehr markantes Bürogebäude zu grossen Teilen als Rohbau leer, weil das eben nicht flexibel errichtet worden ist, sondern mit gemauerten Wänden die damals üblichen kleinen Büros in Stein gesetzt worden sind.

  9. 11.

    Ich war da auch gerne im Kino und dann im Brauhaus.... Schade, dass es das IMAX-Kino nicht mehr gibt.

  10. 10.

    Wenn hier auf der einen Seite 200 Mios für gemütlichere Büros und ein paar Alibi- Bäumchen ausgegeben werden und andererseits eine Schwimmhalle geschlossen werden muss, weil das Dach kaputt ist und viele kaputte und unhygienische Schultoiletten aus geldmangel nicht repariert werden können, dann kann man das kaum noch verstehen.
    Ja, ich weiss, dass es verschieden gefüllte Kassen sind, aus denen das Geld dafür kommt, aber verrückt ist es trotzdem!

  11. 9.

    Welche Moderne? So viele Schießscharten sind zudem auf den Bilder hier im Artikel nicht zu erkennen. Glas dominiert vielfach die Fassadengestaltung.
    Vergl. auch
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sony_Center#/media/Datei:Sony_center_b_nacht.jpg
    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/7d/Sony-center.bahntower.potsdamer-platz.berlin.nightshot.cut.JPG/1920px-Sony-center.bahntower.potsdamer-platz.berlin.nightshot.cut.JPG

  12. 8.

    Die Weiterentwicklung von Büroarbeitsplätzen erhielt durch Corona einen neuen Schub mit den im Artikel kurz angerissenen geänderten Ansprüchen. Dabei werden in der Bundesrepublik schon länger solche Gebäude flexibel ausgestaltet. Überspitzt formulierter werden einfach ein paar Trockenbauwände entfernt und neue eingezogen. Dabei wird auch gleich die Haustechnik einer großen Instandhaltung und ggf. Modernisierung unterzogen. Dies ist bei solchen Immobilien seit Jahrzehnten üblich. Würde Ihre Dystopie zutreffen, müsste bald ein riesige Abrißwelle z.B. durch Frankfurt/M. rollen.

    Das krasse Gegenbeispiel sind die Büroräume am Tempelhofer Feld. Bei deren Konzipierung waren kleine Einzelbüros angesagt. Heute sind solche Objekte kaum vermietbar. Der Denkmalschutz verhindert aber eine grundlegende Umgestaltung, so dass es nichtmals Bestrebungen gibt, den Rohbau zu vollenden.

  13. 7.

    Sieht auch alles irgendwie blöd aus dort, da fühlt man sich nicht wirklich wohl. Passt auch gar nicht zu Berlin. Das wirkt alles so künstlich und kalt. Grässlich.

  14. 6.

    Das Sony Center besteht ja vor allem aus Büroräumen. Wenn Sie meinen, dass Berliner die meiden ... ;-) Der öffentliche Teil ist allerdings durchaus (oder war es zumindest vor Corona) mit der Gastronomie etc. gut besucht.

  15. 5.

    Ein solcher Ort in dieser Stadt hätte eine völlig andere Bebauung verdient. Eine Architektur, die dem Menschen entgegen kommt und ihn nicht vertreibt. Schießschartenfassaden und rechte Winkel führen nicht in die Moderne. Sie wirken wie fest verschlossene Burgen und verweisen indirekt worum es in ihnen zumeist geht: Um Geld. Es ist ein Versagen der Stadtplanung, was hier (fast bürgerfeindlich) aufgeführt wurde. Es wurde nicht für Menschen gebaut. Es wurde für Zahlen errichtet.

  16. 4.

    Hallo, Matthias ! Bitte sprechen Sie nur für sich selbst! Es gibt nicht wenige Berliner die auch den Potsdamer Platz besuchen. Es gibt dort nämlich sehr entspannte Ecken und interessante Hotspots. Ihr Bashing kann ich einfach nicht mehr lesen.

  17. 3.

    Seit der Pandemie ist dieses "neue" Konzept überholt und braucht kein Mensch mehr, am Besten Abriss dieser Hässlich-Bude.

  18. 2.

    Wen interessiert das SONY Center denn bitte?
    Jeder Berliner meidet diesen Platz da er tot ist... da ist absolut GAR NICHTS!
    Das beste Beispiel was "freie Marktwirtschaft" erreicht.

    Und wieso macht der RBB Werbung für den Besitzer? Hattet ihr keine Zeit da mal jemanden mit einer Kamera vorbei zu schicken? Die Bilder die genutzt worden sollten lieber leere Cafes und Räume zeigen. Der Potsdamer Platz ist tot...

  19. 1.

    Na ja, alles läuft wie zuvor eingeschätzt:

    In 25 oder 30 Jahren nach der Eröffnung kommt es zu einer grundlegenden Umgestaltung, nach ggf. 40 Jahren zu einer grundlegenden Fassadenveränderung, in 60 Jahren nach Eröffnung wird das Gebäude dann dem Erdboden gleich gemacht und in 80 oder 100 Jahren kräht kein Hahn mehr danach, dann wird es zu einer bloßen Fußnote in der Lokalgeschichte von Berlin geworden sein.

    Es geht alles auch anders: kein bloßes Hinterherhetzen hinter jeweils neueste Trends, vielmehr bleibende Bedeutung, gerade an solchem, keineswegs ja beliebigem Ort.

Nächster Artikel