Vier Gefangene positiv getestet - Corona-Fälle in der JVA Heidering führen zu Gefängnis-Lockdown

Mo 22.11.21 | 17:16 Uhr
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Archivbild: Eine Hand greift im Gefängnisneubau Heidering südlich von Berlin an den Türknauf einer Zellentür. (Quelle: dpa/T. Brakemeier)
dpa/T. Brakemeier
Audio: Inforadio | 22.11.2021 | M. Ernst | Bild: dpa/T. Brakemeier

Weil mehrere Gefangene der JVA Heidering positiv auf das Coronavirus getestet wurden, hat das jetzt auch gravierende Auswirkungen für die Insassen. Sie müssen vorerst bis Freitag in den Lockdown.

In der Justizvollzugsanstalt Heidering im brandenburgischen Großbeeren (Teltow-Fläming) sind mehrere Gefangene positiv auf das Coronavirus getestet worden. Deshalb dürfen seit Montag alle Gefangenen der drei Teilanstalten ihre Zellen nicht verlassen, teilte die zuständige Berliner Senatsjustizverwaltung mit. Auch der Empfang von Besuch sei bis dahin nicht erlaubt.

In der vergangenen Woche sei laut Senatsverwaltung zunächst ein Gefangener positiv auf das Virus getestet worden. Bei den daraufhin veranlassten Pool-Testungen seien dann drei weitere positive Fälle entdeckt worden.

Gefangene dürfen Zellen nicht verlassen

Da mindestens einer der betroffenen Gefangenen innerhalb der Anstalt viele Kontakte zu Gefangenen gehabt habe, sei bis Freitag ein "vollzuglicher Lockdown" verhängt worden. Das bedeutet, dass die Gefangenen bis Freitag in ihren Zellen bleiben müssen und keinen Besuch empfangen dürfen.

Nach Ablauf von fünf Tagen erfolgt den Angaben zufolge eine nochmalige PCR-Testung aller Gefangenen sowie der Bediensteten. Die dabei negativ getesteten Gefangenen könnten danach wieder dem regulären Tagesablauf nachgehen, hieß es.

Die JVA verfügt über 647 Haftplätze für erwachsene männliche Strafgefangene aus Berlin.

Sendung: Abendschau, 22.11.2021, 19:30 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Hallo Karsten, ich weiss auch von diesen Jugendwerkhöfen. Ich bin auch in der DDR aufgewachsen und habe in Alt-Stralau Berlin-Friedrichshain mehrmals beruflich in der Nähe zu tun gehabt. Ich habe damals auch das Geschreie der Insassen gehört, die mich sehr verstimmt haben. Trotz allem finde ich, dass es unseren Gefangenen in den JVA´s sicherlich sehr gut, vielleicht zu gut geht. Und das Corona überhaupt nicht gut ist, ist ja hinlänglich bekannt. Jetzt wacht so langsam unsere politische Führung auf, nach dem erfolgreichen Abschluss des Wahlkampfes.

  2. 9.

    Machen die Insassen ab sofort Home-Office

  3. 8.

    Sicherlich haben Sie noch nie davon gehört, daß es Fälle gab, wo der Staat oder das Bundesland einem ehem. Inhaftierten eine Entschädigung zahlen musste weil die Person nachgewiesenermaßen durch ein Fehlurteil ihrer Freiheit beraubt wurde. Ich wünscht Sie hätten als 10-jähriger mehrere Wochen auch im Knast eingesperrt sein sollen. Nur nannte man es „Durchgangsheim der DDR“, Albert-Vater-Straße 88, Magdeburg. EIGENE ERFAHRUNG (31.12.1982-19.1.1983)

  4. 7.

    Ehrlich gesagt wundert es mich, dass es erst jetzt passiert ist. Sonst geht es mit den lnfektionen da wo viele Menschen auf engem Raum zusammen kommen ja viel schneller. Aber um es zu beurteilen fehlt mir die Einsicht in die Struktur einer JVA.

  5. 6.

    Icke vergleiche mal die Situation mit den älteren Herrschaften im Pflegeheim! Sie wurden auch in gewisser Weise von der Gesellschaft ausgesperrt, durften keinen Besuch empfangen etc. Und das Monate lang! Mir kommen die Tränen, fünf Tage inne Bude hocken wegen Corona oder vielleicht weil se doch irgendwas anderes verbockt haben?

  6. 5.

    Also diese Aussage ,in diesem Falle ist corona Sympathisch ,ist sehr daneben
    Nicht alle Insassen in der JVA sind gleich ganz schlechte Menschen

  7. 4.

    Es ist schon hart das den Inhaftierten nicht mal die gesetzliche Stunde Freigang gewährt wird.
    Und die Anmerkungen „das macht Corona sympathisch“ finde ich an dieser Stelle sehr falsch!
    1) wünscht man niemanden Corona
    2) Es sind sicher auch Schicksale unter den Inhaftierten die es nicht verdient haben dort zu sein. Weil schon in der Bibel steht, wer frei von Sünde ist werfe den ersten Stein. Ich möchte einfach behaupten das jeder schon Fehler im Leben gemacht hat und es jeder verdient eine zweite Chance zu bekommen.

  8. 3.

    „Wo haben denn sich die JVA-Insassen infiziert? Beim Freigang, beim Shoppen oder in einem Restaurant?“

    Im Zweifelsfall beim Personal. Oder ein Neuzugang oder Besucher haben das Virus eingeschleppt. Ich vermute, es ist recht hart, die meiste Zeit des Tages eingeschlossen zu sein. Dass Sie sich darüber freuen, dass die Inhaftierten nun nicht mal mehr stundenweise zum Arbeiten, zum Sport oder zum Hofgang ihre Zelle verlassen dürfen, finde ich ja etwas befremdlich.

  9. 2.

    Ich dachte immer wenn im Gefängnis sollte man seine Strafe eh in der Zelle absitzen.

  10. 1.

    Wo haben denn sich die JVA-Insassen infiziert? Beim Freigang, beim Shoppen oder in einem Restaurant? Und jetzt werden die armen Kriminellen in ihrer Zelle eingesperrt. Das macht mir, zumindest in diesem Fall, Corona sympatisch.

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