Folgen der Klimakrise - Jungen Menschen in Deutschland drohen Hitzewellen und Überschwemmungen

Di 23.11.21 | 06:09 Uhr
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Ein Kind spielt Frisbee und zeichnet sich ab vor qualmenden Schornsteinen, aufgenommen auf dem Drachenberg in Berlin. (Quelle: dpa/Florian Gaertner)
Video: Brandenburg Aktuell | 23.11.2021 | T. Mandalka | Bild: dpa/Florian Gaertner

Junge Menschen in Deutschland werden durch den Klimawandel weit häufiger unter Wetterextremen zu leiden haben als ihre Eltern und Großeltern. Erstmals hat ein internationales Forscherteam diese Auswirkungen jetzt für einzelne Regionen berechnet. Von Torsten Mandalka

Yara Prasse wird in ihrem Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit dreizehn extreme Hitzewellen mitmachen, drei Mal mehr als die Generation ihrer Eltern. Die 18-jährige Schülervertreterin aus Berlin-Pankow wird im nächsten Jahr ihr Abi machen. Der 15-jährige Luciano Klamt aus Eichwalde (Dahme-Spreewald) wird statistisch sogar mindestens 14 extreme Hitzewellen erleben.

Das ist das Ergebnis einer Modellrechnung eines internationalen Forscherteams rund um den Klimawissenschaftler Wim Thiery aus Brüssel und die Mathematikerin Katja Frieler vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung.

Bei ihrer Berechnung sind die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Erde sich in diesem Jahrhundert um 2,4 Grad erwärmt, was derzeit nicht unwahrscheinlich ist. Erstmals haben die Forscher jetzt die Ergebnisse ihres ursprünglich für die globalen Klimafolgen gedachten Modells auf einzelne Regionen heruntergebrochen [isipedia.org]. Die Zahlen für Deutschland liegen der Redaktion rbb24-Recherche exklusiv vor.

"Wandern" von Katastrophe zu Katastrophe

Für die Abiturientin Yara bedeuten diese Aussichten, dass sie sich Gedanken darüber macht, ob sie in einer solchen Welt noch ein Kind bekommen will. Schon jetzt hat sie ständig Katastrophenbilder im Kopf: "Sturm, Zerstörung, Überflutungen, Waldbrände." Yara hat das Gefühl, dass sie in ihrem Leben von Katastrophe zu Katastrophe "wandern" wird. Ständig macht sie sich Sorgen wegen der schlechten Nachrichten aus aller Welt.

Corona hat dieses Grundgefühl nicht verbessert. Und ihre eigenen Wahrnehmungen aus den letzten Sommern in Berlin mildern ihre Sorgen nicht: "Ich kann überhaupt nicht gut mit Hitze umgehen, ich finde es super anstrengend", sagt sie. Die Hitzesommer der letzten Zeit mit Temperaturen deutlich über 30 Grad machten ihr die Veränderungen in ihrem Leben klar: "Ich hatte gar nicht das Gefühl, dass wir ein Land, eine Stadt sind, die so extreme Sommer überhaupt erleben kann und dass das überhaupt normal ist. Das ist mir auch nicht in den Sinn gekommen."

Ich hatte gar nicht das Gefühl, dass wir ein Land, eine Stadt sind, die so extreme Sommer überhaupt erleben kann und dass das überhaupt normal ist.

Yara Prasse (18)

Auch der Brandenburger Schülervertreter Luciano Klamt erlebt den Klimawandel am eigenen Leibe. Seine Familie kommt aus Bayern, im Tiroler Alpbachtal Ski zu fahren ist Familientradition. Mittlerweile gibt es dort immer mehr Kunstschnee: "Wenn ich dann die Piste runterfahre und um mich herum sind grüne Bäume und teilweise grüne Wiesen und ich fahre dann auf einem weißen Streifen Schnee, sieht das irgendwie nicht richtig aus", sagt Luciano. "Es ist auch kein schöner Schnee, es ist viel zu warm und es macht keinen Spaß mehr."

Auch ihm wird "mulmig", wenn er an die Naturkatastrophen denkt, die der Klimawandel verursacht: "Beispielsweise die Hochwasser, die wir dieses Jahr in Deutschland hatten. Aber auch, wenn die Meeresspiegel steigen, so dass irgendwelche Länder oder Inseln überschwemmt werden. Aber auch Stürme und so weiter." Luciano will später lieber ein Kind adoptieren, als ein eigenes in die Welt zu setzen.

Piste im Grünen: Foto vom nur teilweise Schnee-bedeckten Skigebiet. (Quelle: L. Klamt)

SchülerInnen versuchen, konkreten Klimaschutz zu leben

Yara und Luciano versuchen Konsequenzen aus diesen Wahrnehmungen zu ziehen. Yara ist Vegetarierin, geht zu den Klima-Demonstrationen und kauft ihre Mode auf dem Second-Hand-Markt. Luciano engagiert sich bei den Grünen, fährt fast nur Fahrrad und ÖPNV und hat sich grundsätzlich entschieden, nicht mehr zu fliegen, solange das nur mit fossilen Energieträgern geht. Dass man nicht völlig widerspruchsfrei leben kann, ist ihnen bewusst. Beide sind VertreterInnen einer Generation, für die die Umsetzung der Beschlüsse der unlängst in Glasgow zu Ende gegangenen Klimakonferenz lebensprägend sein werden.

Sollte es nicht gelingen, den Klimawandel auf unter zwei Grad zu begrenzen, rechnet Dr. Katja Frieler vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung vor, werden sich die Lebensbedingungen von Yara und Luciano sehr deutlich verschlechtern. Danach wird die Jugend in Deutschland – je nachdem, wie weit der Klimawandel fortschreiten wird – bis zu vier Mal mehr Hitzewellen erleben als ihre Vorgänger-Generationen. Das heißt zum Beispiel, dass ein heute geborenes Kind bei einem globalen Temperaturanstieg von 2,4 Grad rund 19 Hitzewellen in seinem Leben mitmachen wird. Erhöhte Risiken ergeben sich auch aus Überschwemmungen, Waldbränden, Orkanen, Dürren und Missernten. Im Vergleich zu den Lebensumständen der Menschen im vorindustriellen Zeitalter wird ein heute in Europa geborenes Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar einem rund 25-fachen Hitzewellen-Risiko ausgesetzt sein – wenn der menschenverursachte Klimawandel nicht aufgehalten wird.

Mit der Modellrechnung haben die Wissenschaftler erstmals eine Brücke zwischen Klimawissenschaft und Demografie geschlagen und mathematisch berechnet, welche Folgen der Klimawandel für die unterschiedlichen Generationen haben wird. Zwar gibt es dabei noch statistische Ungenauigkeiten, weil nicht alle Klimaszenarien zu jeder Zeit für jeden demografischen Faktor vorlagen und dann Annäherungsrechnungen vorgenommen werden mussten. Deutlich wird aber, dass der Klimawandel die Jugendlichen auf der ganzen Welt treffen wird, im globalen Süden noch viel härter als in Europa.

Neue Argumente für die politische und juristische Debatte

Die Berechnungen geben der jungen Generation jetzt konkretes Argumentations-Material an die Hand - nicht nur in der politischen Debatte, sondern möglicherweise auch in weiteren juristischen Auseinandersetzungen um Klimaschutzmaßnahmen, die vor den Verfassungsgerichten der Welt mehr und mehr ausgefochten werden.

Der Potsdamer Wissenschaftlerin ist das sehr bewusst: "Ich glaube", sagt Dr. Katja Frieler, "die Fridays for Future-Bewegung hat sehr viel bewegt. Die politische Situation wäre eine andere, wenn es diese Proteste nicht geben würde. Ich halte das für ziemlich wichtig. Und eigentlich trifft das nicht nur die Kinder. Eigentlich sollten die Erwachsenen dafür genauso auf die Straße gehen."

Ich glaube, die Fridays for Future-Bewegung hat sehr viel bewegt. Die politische Situation wäre eine andere, wenn es diese Proteste nicht geben würde.

Dr. Katja Frieler vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

Die Beschlüsse der Klimakonferenz von Glasgow wollen weder die Wissenschaftlerin noch die SchülerInnen Yara und Luciano in Bausch und Bogen verdammen. Jetzt komme es auf die schnelle Umsetzung an. "Wir haben immer noch sehr viele Schwierigkeiten, ernst genommen zu werden von der Politik", sagt Yara. Das macht sie wütend, ebenso wie die Versäumnisse der vorhergehenden Generationen, "dass sie uns alles so hinterlassen haben, wie es jetzt ist und dass wir jetzt mit dem extremen Problem noch weiterleben müssen. Es löst in mir Angst und Erstaunen aus."

Luciano macht zwar nicht allen in der Eltern- und Großelterngeneration Vorwürfe, aber den Leuten, "die immer noch dasitzen und sagen: Das ist gar nicht wahr. Und die immer noch nichts machen wollen. Denen würde ich schon Vorwürfe machen." Denn seiner Meinung nach kann jede und jeder Einzelne durchaus etwas bewirken: "Wenn genug Leute sich dazu entscheiden, mit der Bahn zu fahren", meint Luciano, "dann sagen Fluggesellschaften, es lohnt sich nicht mehr, fünfmal am Tag zwischen Berlin und München zu fliegen. Das ist nicht der einzige Weg, der gegangen werden sollte, aber es ist auch ein Weg, etwas zu verändern."

Klimaschutz senkt das Katastrophenrisiko

Die Berechnungen des internationalen Forscherteams geben Luciano recht. Sie zeigen, dass konkrete Klimaschutzmaßnahmen sich positiv auswirken. So wird durch die Zahlen deutlich, dass bei einer Begrenzung der Erderwärmung das Katastrophenrisiko deutlich sinkt [myclimatefuture.info] und sich die Lebensperspektive der jungen Generation verbessert.

Bei einer Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad würden sich in Europa die Aussichten auf gute landwirtschaftliche Erträge sogar verbessern – der Missernten-Faktor läge bei 0,7. "Wir müssen hoffnungsvoll bleiben", so Dr. Katja Frieler, "und es ist ja auch nicht so, dass diese Aufgabe nicht schaffbar ist."

Sendung: rbbKultur, 23.11.2021, 06:20 Uhr

46 Kommentare

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  1. 46.

    "Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich mein Leben lang umwelt- und klimafreundlich gelebt habe, da ich ja in der DDR aufgewachsen bin.
    Was damals verpönt war, nicht die neuesten technischen Artikel zu haben und die südlichsten Früchte zu essen, nennt man heute nachhaltig und saisonal. Ich konnte nicht in südliche Länder fliegen und wir hatten weniger Autos. "

    Kennen sie die Fabel vom Fuchs und den Trauben? Sie haben nicht ihr "Leben lang umwelt- und klimafreundlich gelebt". Ich kann mich als Westberliner noch gut an den Smog erinnern, der aus dem Ostteil herüberwehte weil mit mieser Braunkohle geheizt wurde.

    Warum es weniger Auto und keine oder genauer kaum Südfrüchte gab haben sie ebenso erfolgreich verdrängt. Sie haben also nicht aufgrund von Umweltbewußtsein verzichtet, sondern weil es nichts gab.

    In dieser Fabel zeigt sich ein Fuchs verächtlich über die Trauben, die er nicht erreichen kann.

  2. 45.

    "Keine Ahnung was der Anstieg vom Meeresspiegel damit zu tun hat". Und von "keine Ahnung" haben sie eine ganze Menge, wie man sieht.

    "Den haben Sie hier unmotiviert eingeworfen". Mit einen bißchen Überlegung kommen sie evt. noch drauf, Tipp: Ich erwähnte Vanuatu worauf sie mit ihrem Flatearther Quatsch geantwortet haben.

    "Soll das Taktik sein?" S.o. Nein, Fakten gegen ihre Klimawandelleugnermärchen.

  3. 44.

    Es ist unbestritten, dass Problemleugner Probleme verneinen mit Argumenten, die nicht zum Problem passen. Sie haben schon in der Einleitung das Wort "häufiger" überlesen, und ab da ist Ihre Argumentation dan auch falsch.

  4. 43.

    Das de-industrialisierte und verarmte Deutschland wird den Jungen Menschen mehr zu schaffen machen als das Klima. Die CO2-Zahlen für Deutschland sind miserabel im Vergleich zu den verpulverten Milliarden für die Ideen von Umweltbundesamt und den Grünen.

  5. 42.

    Die Jugend hat es doch selber in der Hand etwas für Ihre Zukunft zu tun : schafft alle Eure Handys ab und die Stromersparnis wird dem Klima bestimmt nicht schlecht tun .

  6. 40.

    In diesem von "TK" verlinktem Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Meeresspiegelanstieg_seit_1850
    steht, dass der Meeresspiegel seit 20.000 Jahren nichts anderes macht, als steigen. Und zwar um 120m! In dem Artikel steht ebenfalls, der Meeresspiegel lag bereits vor 35 Mio Jahren 70m über dem heutigen.

    Glauben Sie ernsthaft, dass der Anstieg durch irgendetwas aufzuhalten ist? Wetter ändert sich, das Klima ändert sich. Was immer war / ist / sein wird sind extreme Wetterereignisse. Wie ich schon schrieb, waren die Hochwasser in Europa vor 650 Jahren wesentlich extremer als das Ahrhochwasser aus diesem Jahr. Je länger solche Extremereignisse zurückliegen, umso wahrscheinlicher werden sie wiederkehren. Für diese Erkenntnis braucht man kein Klimaforscher zu sein.

  7. 39.

    2,4 Grad Erd-Erwärmung und Anstieg des Meeresspiegels ... sie kommen selbst drauf.

  8. 38.

    Wenn Sie mal genau in die Geschichtsbücher kucken werden Sie sehen, dass wir große Anstrengungen unternommen haben, um diese Katastrophen abzuwenden (vom Maya Kalender mal abgesehen). Vielleicht wäre es also auch gut große Anstrengunen zu unternehmen um die Klimakrise abzuschwächen.

  9. 37.

    Ist den Kritikern eigentlich schon aufgefallen, das, wenn sie schreiben "Wir haben früher / damals / da oder da", immer von der Vergangenheit schreiben? Das, worum es hier geht, liegt aber in der Zukunft. Irgendwie schon paradox.

    Also ich kann mich durchaus mit dem Gedanken anfreunden und auch weiterhin dafür was tun, das vll. die Enkel meiner Enkel noch auf dieser blauen Kugel ein passabeles Leben haben können.

  10. 36.

    Keine Ahnung was der Anstieg vom Meeresspiegel damit zu tun hat. Den haben Sie hier unmotiviert eingeworfen. Soll das Taktik sein?

    Es ist ja wohl unbestritten, dass Extremwetter auf den Menschen gemachten Klimawandel geschoben werden. Würde nochmal sowas wie das Magdalenenhochwasser über Europa fließen, wäre das der ultimative Beweis für „Wir gehen alle zu Grunde“. Da aber alles schon da war und auch viel extremer als heute, sind solche Beiträge wie hier nur Panikmache.

  11. 35.

    Ja, genau so ähnlich denke ich auch.
    Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich mein Leben lang umwelt- und klimafreundlich gelebt habe, da ich ja in der DDR aufgewachsen bin.
    Was damals verpönt war, nicht die neuesten technischen Artikel zu haben und die südlichsten Früchte zu essen, nennt man heute nachhaltig und saisonal. Ich konnte nicht in südliche Länder fliegen und wir hatten weniger Autos.
    Die Generation unserer Kinder und die Enkelkinder sind einfach nicht dazu zu bewegen, sich mehr zu bemühen und nicht nach zwei Jahren die Technik gegen die neuestere auszutauschen.
    Das ist eindeutig die Geldgier der Firmen zu appellieren.

  12. 34.

    Sehr einfältig wenn man Jahrhunderthochwasser mit menschgemachten Katastrophen vergleicht. Wollen sie die wissenschaftlichen Erkenntnissen anzweifeln oder nur labern?

    Was hat der kontinuierliche Meeresspiegelanstieg mit extremen Wetterlagen zu tun?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Meeresspiegelanstieg_seit_1850

  13. 33.

    Das war sehr tragisch.

    Die wohl größte Flutkatastrophe in Europa war aber wohl das Magdalenenhochwasser von 1342, entstanden ebenfalls bei einer Vb (5 b) Wetterlage. Übrigens nach einer trockenen Periode in den Jahren davor.

    Was haben die Menschen damals falsch gemacht? Sich zu wenig bei FFF engagiert?

  14. 32.

    Reicht halt langsam immer diese "früher haben wir die Umwelt haben mehr wertgeschätzt und nicht so viel konsumiert" Rhetorik von der Generation "Windräder verringern den Wert meines Eigenheims und das Auto brauch ich natürlich für die 5km zum Bäcker, ich wohne ja ländlich!" zu hören. Am Besten noch was von "Leistungsträger" und "technologieoffen" mit dazu.

  15. 31.

    Der Weltuntergang naht? Nicht für alle, für Vanuatu schon. https://www.deutschlandfunk.de/der-suedpazifik-und-der-klimawandel-inselstaat-vanuatu-will-100.html

    Und Katastrophen? Wieviele Dürresommer und Wetterkapriolen brauchen sie noch um aufzuwachen? In Ahrweiler waren es mehr als 100 Tote und Schäden von mehr als 3,7 Milliarden Euro.

  16. 30.

    Für Menschen, denen das Haus weggeflutet, deren Angehörige ertrunken sind - all das mitten in Deutschland - müssen Ihre Worte wie Hohn klingen. Und genau das sind sie auch: höhnisch, zynisch und völlig unangemessen. Aber vielleicht hilft es Ihnen ganz persönlich ja sehr, den Kopf einfach in den Sand zu stecken. Bis es auch mal an ihren Allerwertesten geht.

  17. 29.

    >"Die armen jungen Menschen ! Was haben wir nur getan ? Der Weltuntergang naht ! Katastrophe !"
    Ha ha... was ich in meiner Kindheit und Jugend nicht schon alles für Weltuntergänge eingeredet bekommen habe: Ozonloch, Waldsterben, Atomkatastrophen, Computer-Blackouts zur Jahrtausendwende... und nicht zu vergessen das Ende des Maya-Kalenders 2012! Und siehe da: Wir leben noch! Wenn auch nach jedem vorhergesagten Weltuntergang angepasster und etwas anders.

  18. 28.

    Die armen jungen Menschen ! Was haben wir nur getan ? Der Weltuntergang naht ! Katastrophe !

  19. 27.

    Ja super Adrian... hinterher ist man immer schlauer und man kann der vorherigen Generation die Sünden der Vergangenheit vorwerfen. Erst als der saure Regen uns sauer aufgestoßen ist, wurden die Umstände in aller Komplexität erst richtig erforscht. Sicher dauert das gesellschaftliche Handeln oftmals lang, aber immerhin war das damals ein Anstoß.
    Ich bitte mal auch die heutige Jugend zu bedenken, dass deren Jugendsünden eine Generation weiter auch zur Diskussion stehen. Und schlecht haben die Kinder und Jugendlichen bis heute nicht gelebt mit immer den neuesten Klamotten alle halbe Jahr, immer die aktuellste Technik in der Hand, immer schön auf Klassenfahrt durch Europa düsen und wehe, die Eltern haben mal nicht das tollste Spielzeug besorgt, dann gabs aber gleich nen Weinkrampf... naja...
    Wenn die Jugend heute alle Erwachsene über einen Frevelkamm schert, dann können wir Leistungsträger das aber lange!

  20. 26.

    Zitat: "Und: Modelle sind und bleiben Modelle. Letztlich sind es nur Wettervorhersagen, die schon am dritten Tag bedeutungslos sind.
    Leider wird mit Panikmache mehr Schlagzeilen gemacht, als mit seriösen Berichterstattung."

    Es handelt sich nicht um Wetterberichte, sondern um Klimaforschung. Das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe, Bernhard. Sie werfen den Wissenschaftlern und der Presse Panikmache vor und bedienen sich dabei des Mittels der völligen Verharmlosung von deutlich sichtbaren Phänomenen, die auch ältere Semester beunruhigen müssen - auch wenn diese davon weniger als nachkommende Generationen betroffen sein werden.

    Ein "Nach mir die Sintflut" ist ebenso unangemessen wie der Ruf nach sofortiger Umsetzung von wenig durchdachten Maximalforderungen. Vielmehr muss man gemeinsam zu Lösungen finden, da das Thema alle betrifft.

  21. 25.

    Bitte nicht die Wiedervereinigung vergessen. Es wurde alles geschont und so oft wie möglich benutzt. Also die Müllproduktion im Haushalt hielt sich in Grenzen. Selbst die Nudeltüten wurden bei uns gewaschen und lange benutzt. Geschenkpapier gebügelt und aufgehoben.

  22. 24.

    Es ist etwas traurig, dass heute diejenigen mit Vorwürfen bedacht werden, die mit Neugier und Elan unser Land nach dem 2. Weltkrieg wieder auf Vordermann gebracht haben. Hätte man bei allem Neuen schon die Folgen 70 Jahre später ahnen können, wären viele schädliche Sachen gewiß unterblieben. Und nun wird viel geredet und wenig geändert, weil man auf Annehmlichkeiten nicht verzichten möchte. Ich bin froh, dass ich mit meinen 71 Jahren meine Zukunft schon hinter mir habe.

  23. 23.

    Ich (67) bin schuldig.
    Ging mein Leben lang arbeiten, schaffte das, wovon die heutige Jugend partizipiert.
    Aber, was mich verwundert ist, dass die Wohlstandskinder, ausgestattet mit modischen Klamotten, die in Asien oder Afrika zusammen genäht wurden, Tablets, Smartphones u.a. unserer Generation die Schuld geben.
    Und: Modelle sind und bleiben Modelle. Letztlich sind es nur Wettervorhersagen, die schon am dritten Tag bedeutungslos sind.
    Leider wird mit Panikmache mehr Schlagzeilen gemacht, als mit seriösen Berichterstattung.

  24. 22.

    Naja, das geht ja Hand in Hand. Was meinen Sie wie's mit der Wirtschaft aussieht wenn gewaltige Flüchtlingsströme aus den Äquatorregionen gen Norden streben und auch hier die Landwirtschaft immer schwieriger wird? Gleichzeitig mit einer Regierung die lieber fossile Branchen weiter subventioniert, und die Zukunftstechnik von den Chinesen bauen lässt?

  25. 21.

    Sehr schwacher Artikel. Diejenigen die sich anpassen können, das schnell können und an Lösungen arbeiten sind letztendlich die Gewinner. War das nicht schon immer so? Komisch, dass die nach Veränderungen Schreienden ausgerechnet bei solch einem wichtigen Thema gar keine Veränderung akzeptieren können. Da kommt einem der Verdacht, dass nur Anstrengungen unternommen werden, wenn es darum geht Meinungen zu verkünden. Was wird wohl der bessere Weg sein?

  26. 20.

    Aber Esel und Ochsenkarren sind auch nicht der ware Jakop. Mit dem Kopf durch die Wand, alles gleichzeitig abschaffen ist der Jugend ja immer noch zu wenig, also wie soll es gehen, zurueck zum Ackerbau, aber ohne Viehzeug, wegen Vegan, Methan und Gülle. Oder auf Technik setzen und smart denken.

  27. 18.

    Durch die Weltkriege ist die Erde auch nicht untergegangen, da gab es vereinfacht gesagt auch nur Gewinner und Verlierer...
    Die Ressourcen, die wir in die Anpassung an Überschwemmungen, extremer Hitze und Trockenheit stecken (auch wenn wir das nicht vernachlässigen sollten), könnten wir auch in den Ausbau erneuerbarer Energien und öffentlicher Verkehrsmittel sowie in Technologien wie CCS zur weiteren Reduktion/Beseitigung von Emissionen (wobei diese nach aktuellem Stand entweder sehr teuer oder noch nicht ausgereift genug sind und wir nicht wissen können, ob sie rechtzeitig in der Masse eingesetzt werden können) investieren.
    Und natürlich kann Deutschland alleine das Klima nicht retten, die Modellierung ist auch nicht auf Deutschland oder Europa beschränkt.

  28. 17.

    Eine Papiertüte verbraucht mehr Ressourcen in der Herstellung als Plastik.

  29. 16.

    Wir sollten die Jugend und jungen Leute unterstützen, auch zu den FFF-Demos gehen, auf persönlichen Konsum achten, der nur mit Einschränkungen verbunden sein kann, wovon viele nix wissen wollen und deswegen alles um die Bewegung herum meinen lächerlich machen zu müssen. Das E-Auto wird die Probleme auch nicht mindern, denn dafür müssen in Südamerika Landschaften ausgebeutet und damit zerstört und Menschen vertrieben werden. Wenn wir aus unseren wohligen Konsumgewohnheiten nicht rauskommen, wird das nichts mit dem Aufhalten des Klimawandels. Und ja, natürlich kann Deutschland allein nicht viel ausrichten, aber mit gutem Beispiel voran gehen, so finden sich Mitstreiter und Nachahmer.

  30. 15.

    Was nicht gesagt wird, dass in der selben Studie herauskam, dass Jugendliche ihre finanzielle Situation als genauso bedrohlich wahrnehmen. Kaum steigende Löhne, hohe Inflation, Überalterung der Bevölkerung und keine Möglichkeiten der Rücklagenbildung für das eigene Alter.

  31. 14.

    Oder exakt das Gegenteil wenn der Golfstrom aufhört. Man kann es nicht hevorsagen, es wird aber auf jeden Fall extremer mit ständigen neuen Rekorden.

  32. 13.

    Liebe Nine, lieber Teddybär,
    Ihr seid nur leider nicht die einzigen eurer Generation. Gemeint ist auch nicht nur das Fehlverhalten vor 30-50 Jahren, sondern jetzt. Meine Mutter (60) und meine Oma (80) möchten den Plastikverpackungswahn unserer Lebensmittel nicht mehr missen. Und Kreuzfahrten und 3x im Jahr nach Ägypten, weil warm und billig muss es auch sein. Es gibt kein Einsehen, weder wenn meine Kinder (13+10) ihre Ängste äußern, noch wenn ich mich auf ein Arbeitsleben bis 85 einstellen darf. Es darf auch gern mal über den eigenen Generationentellerrand hinausgeschaut und anschließend an einem Strang gezogen werden. Innerhalb meiner Familie hab ich es aufgegeben, aber Kinder sind immer noch das höchste Gut einer Gesellschaft und die Alten müssen sich nicht wundern, wenn diese sich im Alter nicht mehr um Sie scheren. Dann ist jede Einsicht zu spät!

  33. 12.

    Wie oft sollte die Erde schon untergehen? Aber sie dreht sich immer noch. Wie bei jeder Veränderung wird es Gewinner und Verlierer geben. Wir sollten unseren technologischen Vorsprung nutzen, uns darauf vorzubereiten. Anstatt rumzujammern über Dinge, die wir hier in D nicht ändern können.

  34. 11.

    Wann ist nochmal „the day after tomorrow“ im Kino rausgekommen? Warum hat man damals Leute wie mich belächelt für ihre Klimaambitionen? Jetzt ist es zu spät und ich hab auch gar keine Lust auf diese FFF-Heuchelei.

  35. 10.

    In meiner Jugend gab es Äpfel und Eier in Papiertüten.
    In den Nachrichten heute morgen hieß es, dass gerade mal 18 % der jungen Generation bereit sind, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Z.B. auf Fastfood, Verpackung, Flüge oder Auto zu verzichten.
    Mit der Aussage ist mein Gewissen mehr als beruhigt.

  36. 9.

    "Setzt auf Wissenschaft und neue Technologien" Naja das Problem mit neuen Technologien ist: Werden sie rechtzeitig einsatzbereit sein?

  37. 8.

    Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal des Klimawandels, fürchte ich kein Unglück, denn Annalena ist meine Hirt:in.

  38. 7.

    Klar, Sie haben Ihr Leben lang nie auch nur ein Gramm Kohlendioxid aus fossilen Quellen ausgestoßen. Natürlich auch kein verbleites Benzin benutzt, und Plastik sowieso nicht. DDT konnte man sich gar nicht leisten. FCKW? Kennt man in Ihrer Generation gar nicht. Saurer Regen? Was ist das?

  39. 6.

    Teddybär das stimmt. Ich würde sogar behaupten das wir das ganze Gegenteil hatten, nämlich eine Mangelwirtschaft.

  40. 5.

    "...statistische Ungenauigkeiten, weil nicht alle Klimaszenarien zu jeder Zeit für jeden demografischen Faktor vorlagen und dann Annäherungsrechnungen vorgenommen wurden.." Was heißt das? Für welche Region hat man in die Glaskugel geschaut, weil keine Zahlen vorlagen? Das hätte der Leser gern gewusst bei der harten Überschrift.

  41. 4.

    Also das mit den Hitzewellen fing bei mir erst so mit 50 an. Wieso sollen jetzt die Jungen dran sein?

  42. 3.

    Sehr interessanter und wichtiger Artikel!

  43. 2.

    ,,Versäumnisse der vorhergehenden Generationen"...
    Den ungebremsten Konsum gab es in meiner Generation nicht, ebenso nicht die Wegwerfmentalität.
    Macht nicht die zu Schuldigen, die ihr Leben lang nachhaltig gelebt haben.

  44. 1.

    "Wir müssen hoffnungsvoll bleiben"
    Das nehme ich aus diesem Artikel zum Thema Klimawandel mit. Ansonsten... ja liebe Kinder, dass Klima hat sich schon immer gewandelt. Der Mensch als Spezies hat an daran seinen Anteil. Aber selbst, wenn wir uns in Dtl komplet deindustrialisieren, ändert sich daran kaum etwas. Setzt auf Wissenschaft und neue Technologien. Verbote führen nur zur Spaltung und sind für das Klima nicht nachhaltig. Weniger Kinder zu bekommen, unsere Gesamtanzahl zu begrenzen, ist ein Teil der Lösung. Eine begrenzte Menge an Ressourcen verkraftet keinen unbegrenzten Bevölkerungswachstum.

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