Geplante "Media City" - Stararchitekt Libeskind stellt Pläne für Büroturm in Potsdam-Babelsberg vor

Fr 12.11.21 | 15:54 Uhr
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Architekt Daniel Libeskind steht während einer Pressekonferenz zur Vorstellung seines Entwurfs für ein neues Büro-Ensemble in der Medienstadt Babelsberg neben der Visualisierung seines Entwurfs. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Audio: Antenne Brandenburg | 12.11.2021 | Stefanie Brockhausen | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Moderne Architektur soll in Potsdam-Babelsberg entstehen: Stararchtekt Daniel Libeskind plant am Filmpark einen Büroturm. Doch dafür müssen erst noch die Stadtverordneten zustimmen - und das Baurecht geändert werden.

Der Stararchitekt Daniel Libeskind hat am Freitag seine Pläne für einen 61 Meter hohen Büroturm in Potsdam-Babelsberg vorgestellt. Der Turm wird Teil der neuen "Media City" sein, die am Rande des Filmparks Babelsberg entstehen soll.

Der Turm soll von vier Gebäuden mit Höhen von 26 und 41 Metern umgeben werden, erklärte Libeskind bei der Vorstellung seines Entwurfs in Potsdam. Die geschwungenen Gebäude seien inspiriert von Filmrollen, Kamerablenden und Objektiven, erläuterte der Architekt, der auch den Neubau des Jüdischen Museums in Berlin entworfen hat. "Denn in Babelsberg war der Beginn des Kinos, also des bewegten Bildes, lange vor Hollywood", sagte Libeskind.

Stadtverordete entscheiden Anfang des Jahres

In den Hochhäusern sollen auf 94.000 Quadratmetern Büroflächen für rund 5.000 Arbeitsplätze entstehen. Der Bauunternehmer Jan Kretzschmar von KW-Development rechnet mit einer Planungs- und Bauzeit von sechs Jahren bis zur Fertigstellung.

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sprach von einem Entwurf, "der in die Filmstadt passt und eine neue Landmarke sein wird." Es sei nicht immer leicht, in Potsdam über moderne Architektur zu diskutieren, sagte Schubert mit Blick auf die Wiedererrichtung von barocken Gebäuden in der Innenstadt. "Für mich ist aber nicht die Frage, ob der Entwurf umgesetzt wird, sondern wir wollen in einem Werkstattverfahren klären, wie er umgesetzt wird", zeigte sich Schubert überzeugt.

Er hoffe, dass die Stadtverordneten dafür Anfang des Jahres grünes Licht geben, sagte der Oberbürgermeister. Für den geplanten Büroturm müsse das Baurecht geändert werden, das aktuell eine maximale Gebäudehöhe von 22 Metern vorsehe, sagte der Bau-Beigeordnete Bernd Rubelt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 12.11.2021, 19:30 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Geschmack ist nicht das Anliegen, wohl aber der inflationäre Charakter des §37 und die fehlende Begründung warum planungssichere 22m für andere mit Handstrich geändert werden sollen. Und die Arroganz ist bekannt: „nicht d a s umgesetzt wird, sondern wie“ sagt alles aus...

  2. 12.

    Wir sprechen hier von Babelsberg Süd, das ist vollkommen anders als das alte Nowawes auf der anderen S-Bahn-Seite. In der Gegend des Filmparks ist Babelsberg normal städtisch, aber nicht wirklich charmant. Ich kann mir den Turm dort durchaus vorstellen. Wäre ja auch nicht das einzige Hochhaus in Potsdam ist ist vom Welterbe weit genug entfernt. Dahinter liegt das Industriegebiet, daneben die Bahntrasse und Straße zur Schnellstraße. In Richtung Stadt dann normale Wohnblöcke im Altbaustil. Eine besonders schützenswerte Gegend ist das für mich nicht.

  3. 11.

    Als Ergänzung: Das Baurecht zu ändern, nur weil Herr Schubert findet „es passt...“ zeugt von der bekannten Art, wie man über Andere/Betroffene/Nachbarn denkt...denn, wird das Baurecht geändert ohne ausreichende Begründung, dann kommt der inflationäre §37 zur Anwendung und man wird anderen Nachbarn/Investoren das Gleiche früher oder später nicht verweigern können, weil sie sich ihr Recht erfolgreich einklagen werden. Also so wie immer...Herr Schubert hat nicht vermittelt, dass ihm und den Stadtverordneten die Tragweite bewusst ist. Sie würden etwas einleiten, was dann entgleitet und nicht mehr aufzuhalten ist. Der Charme Babelsbergs und damit die Entwertung Eigentums steht damit auf dem Spiel, auch dann, wenn man es nicht glaubt. Die Entscheidung heute betrifft die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte!!!

  4. 10.

    Für mich ist Daniel Libeskind noch einer der besseren Architekten. Trotzdem, denke ich, ist der Entwurf hier nicht gelungen. Die historische Villa steht dann ohne Kontext und Garten da wie die Marienkirche in Berlin. Die neuen Bauten haben wenig Ausdrucksstärke. Warum dort unbedingt ein Turmgebäude hin muss, wird nicht begründet. Die Verbindung zu den Gebäuden der letzten Jahrzehnte wie fx.Center und Filmhochschule ist unklar. Die Freifläche wirkt einfallslos. Schade. Da hätte man mehr draus machen können. Die Filmrollen-Methapher hätte mehr hergegeben.

  5. 9.

    Na das ist doch mal Architektur mit durchbrochenen Fassaden!
    Anders als die geplanten Glaspfeiler am Alexanderplatz...

  6. 8.

    SChrecklich! Babelsberg, alles niedrig, Weberhäuser noch niedriger, und da kommt so ein hohes Teil hin??? Allein schon der Schatten. Die Sichtbehinderung! Jahrhundertelang arbeiteten die örtlichen Baumeister mit Sichtachsen - da ist das ein echter Bremsklotz! Ein BÜROturm! Wer bitte braucht das noch? Ich kann - mal ganz ab vom Estrel-Tower - etliche LEERE Bürotürme aufführen, die in der neuen Arbeitswelt nicht mehr verwendet werden. Klar, die Ewiggestrigen, aber auch der Deutsche Mittelstand, druckt immer noch Mails aus und heftet sie ab. Dafür muss man ins BÜRO kommen, kein Homeoffice! Aber Leute, ihr seid bald weg vom Fenster! Eure Zeit ist um! Nicht digitale Firmen werden verschwinden, ebenso deren Büros. Und die Filmwelt braucht einen Rechner/Laptop/Tablet, irgendwo, aber nicht im 10. Stock in Babelsberg!

    Bin fassungslos, echt.. denke an Merkel und das Internet und das Foto mit dem "Mobiltelefon" mit Antenne...

  7. 7.

    Statt nur Höhe im Bebauungsplan zu ändern, da könnte übrigens mehr gemacht werden. Also zum Beispiel, dass da am Rand schon Fahrradweg mit im Plan, und Fußgängerübergänge. Und Fußgängerüberführung oder -unterführung vom Bahnhof, bzw. sogar ganze Kreuzung dort so umgestaltet, dass auch Fahrradwege unterführt. Also so Dinge wo man statt zu warten bis die Kreuzung wieder eine Unfallhäufungsstelle wird, was durch erhöhtes Aufkommen aller Art von Verkehr absehbar, halt auch mal ein sozusagen Stadtarchitekt, welcher begeistert wäre wenn Rede sogar darauf kommt, dass da an der Ecke vorne im Bild als Teil der Unterführung eine wie unterirdische Rotunda mit Skylights sein könnte, wo Platz z.B. für paar Läden und Fahrradparkplätze.

    Also, dabei geht es nicht darum, dass ganz so zu komplizieren, dass es sich noch weitere Jahre hinzieht - aber nur mal Beispiel, dass es toll wäre wenn bei Stadtplanung nicht nur eine Anzahl von sich isolierten Welten wo dann wild hinterher geflickt wird.

  8. 6.

    Wieso werden gefühlt überwiegend Bürogebäude gebaut? Ist es nicht vielmehr so, dass Wohnungen, insbesondere bezahlbare also Sozialwohnungen, fehlen?

  9. 5.

    Gleich, ob Sie das ggf. sogar ironisch oder sarkastisch meinen: Das UNESCO-Welterbegebiet beschränkt sich nicht auf die Potsdamer Innenstadt, sondern geht sogar bis nach Berlin hinein, bis zur Pfaueninsel, auch wenn das selbstverständlich als Berlin-Potsdamer Welterbe bezeichnet wird. Da ist selbstverständlich dann auch Babelsberg mit drin, zumindest der Babelsberger Park.

  10. 4.

    Im Gegensatz zu den historischen, rekonstruierten Gebäuden in der Innenstadt von Potsdam, die dem Zentrum der Stadt erst wieder ein unverwechselbare und vor allem anschauliches Gepräge gibt, empfinde ich die Bauvorhaben auf dem Filmstadt-Gelände als geradezu spekulativ. Da geht es nicht nur um Filmprojekte und alles Weitere, was damit zu tun hat, da geht es um vor Ehrgeiz sprühende Bauprojekte - selbst wenn die jz. lang angedachte Tramverbindung zwischen Babelsberg und der hochfrequentierten Sternstrecke dabei auf der Strecke bleibt.

    Auch für mich gibt es keine guten und schlechten Architekten, sondern solche, die anschaulich und innovativ bauen und solche, deren Bauten nur aus gehörigem Abstand - meist aus der Luft heraus, der so bez. Vogelperspektive - zu erfassen und zu ertragen sind. Dummerweise ist der Mensch aber kein Vogel und das Ganze reüssiert im Sandkasten.

  11. 3.

    Potsdam muß UNESCO Freizeit- und Erholungsgebiet für die Berliner bleiben, aber in Babelsberg kann man schon mal ein wenig nachverdichten, also ran ans Werk. Klotzen, nicht kleckern.

  12. 2.

    Sollen wir hier die „Bausünden der Vergangenheit“ für Nachfolgende schaffen? Was sehr sehr bedenklich stimmt: im Nebensatz versteckt sich „der eigentliche Hammer“: Das Baurecht muss geändert werden! Wow, die 22m sind nicht umsonst und aus sehr gutem Grund festgelegt worden. Es fehlt die Begründung, warum 22m überschritten werden müssen/sollen...

  13. 1.

    Was macht den Unterschied zwischen Architekt und Stararchitekt? Ich empfinde seine Bauten einfach nur als kalte, abweisende Fremdkörper mit ihren schiefen, spitzen Metallfassaden. Schrecklich!

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