Aufnahme von verunglücktem Beamten - Berliner Polizei prüft nach Video Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung

Do 18.11.21 | 18:33 Uhr
Barbara Slowik, Berlins Polizeipräsidentin (Bild: dpa/Fabian Sommer)
Audio: rbb 88.8 | 18.11.2021 | Juliane Kowollik | Bild: dpa/Fabian Sommer

Nach dem Unfalltod eines Beamten prüft die Berliner Polizei eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung. Wie die Polizei am Donnerstag auf Twitter mitteilte, kursiere derzeit ein Video in den sozialen Medien, dass den Polizisten hilflos nach einem Unfall in seinem Einsatzfahrzeug zeigt. Der Beamte sei kurz nach den Aufnahmen gestorben.

Der Kollege habe gesundheitliche Probleme gehabt und habe in der Folge in der Nacht zum Mittwoch im Stadtteil Pankow einen Unfall mit dem Einsatzwagen gehabt, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Laut übereinstimmenden Medienberichten ist in dem inzwischen gelöschten Video zu hören, wie der Beamte verhöhnt wird.

Polizeipräsidentin und GdP-Sprecher schockiert

Polizeipräsidentin Barbara Slowik zeigte sich fassungslos. "Dieses Video ist abscheulich, die Veröffentlichung unerträglich", erklärte sie in einem Statement. "Es ist widerwärtig, dass der Wert der Followerzahl und die vermeintliche Möglichkeit, die Polizei Berlin in den Schmutz zu ziehen, offenbar wichtiger war, als die Würde unseres Kollegen, eines Menschen, zu respektieren."

Ähnlich äußerte sich die Gewerkschaft der Polizei Berlin. "Es schockiert uns, dass man lieber zum Smartphone greift und draufhält, anstatt einem offensichtlich in Not geratenen Menschen zu helfen", sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro in einem auf Twitter veröffentlichten Statement. Er sprach von einem "mittlerweile stark verbreiteten digitalen Narzissmus, der strafrelevante Folgen haben muss".

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.11.2021, 18 Uhr

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