Fachkräftemangel in Berlin und Brandenburg - Mehr als 800 Intensivbetten in der Region können nicht genutzt werden

Di 07.12.21 | 15:21 Uhr | Von Frank Preiss
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Blick in ein Stationszimmer mit Beatmungsgeraet fuer schwersterkrankte Covid-19 Patienten im Universitaetsklinikum Essen (Bild: imago images/Ralph Lueger)
Audio: Journal | 07.12.2021 | S. Mehring | Bild: imago images/Ralph Lueger

Hunderte Intensivbetten können in Berlin und Brandenburg nicht betrieben werden, weil Fachpersonal fehlt. Manche sind abgewandert, andere in Teilzeit - und viele erkrankt. Die Kliniken warnen: Die Personalnot ist so groß wie nie während der Pandemie. Von Frank Preiss

In Berliner und Brandenburger Krankenhäusern stehen deutlich weniger belegbare Intensivbetten zur Verfügung als noch vor wenigen Monaten. Konnten in Berlin laut Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) Mitte Mai noch bis zu 1.438 Intensivbetten [intensivregister.de] betrieben werden, sind es derzeit nur noch 1.087. Nur 8,7 Prozent der betreibbaren Intensivbetten in Berlin waren am 6. Dezember noch frei.

In Brandenburg lag das Maximum an belegbaren Intensivbetten im Juni dieses Jahres bei 1.107 - aktuell liegt diese Zahl laut Divi-Intensivregister bei 622. 15 Prozent der Betten können derzeit noch neu belegt werden.

Damit bestätigt sich in Berlin und Brandenburg der bundesweite Trend. Seit Jahresbeginn seien in Deutschland etwa 4.000 Intensivbetten verlorengegangen, teilte Divi-Präsident Gernot Marx Ende November mit. Grund dafür sei, dass viele Pflegekräfte wegen der Belastungen ihren Beruf beendet oder ihre Arbeitszeit reduziert hätten.

Besonders großer Personalausfall in Brandenburg

Das Groteske an der Situation: Brandenburg und Berlin stehen grundsätzlich deutlich mehr Intensivbetten zur Verfügung, als noch zu Beginn der Pandemie. 686 Millionen Euro investierte der Bund im Frühjahr 2020 nach Ausbruch der ersten Corona-Welle in neue Intensivbetten. "In ganz Brandenburg gab es Anfang 2020 ganze 536 Intensivbetten, inzwischen hat sich diese Zahl nahezu verdoppelt", erklärt der Geschäftsführer der Brandenburger Landeskrankenhausgesellschaft, Michael Jacob, am Dienstag im Gespräch mit rbb|24. Doch aufgrund von Personal-Engpässen und auch neu festgelegter Personal-Untergrenzen seien nur zwei Drittel davon betreibbar.

"Hier ist in manchen Krankenhäusern mehr, in manchen weniger stark Personal verloren gegangen, entweder weil die Beschäftigten komplett aus dem Beruf raus oder in andere Bereiche gewechselt sind", erklärt Jacob. "Der Unterschied zu vorherigen Wellen ist diesmal, dass Kinder stark betroffen sind. Nicht, weil sie in Krankenhäuser müssen, sondern weil ihre Eltern für ihre Kinder in Quarantäne sorgen. Im Pflegeberuf gibt es viele Mütter. Hinzu kommt der Krankenstand unter den Pflegekräften, dabei geht es neben Corona natürlich auch um normale Wintererkrankungen. Daneben führt das diesmal unter Kindern stärker grassierende RS-Virus dazu, dass viele Eltern zuhause bleiben müssen. Wir haben derzeit einen deutlich höheren Personalausfall als noch in den letzten Wellen", so Jacob.

Versorgungslücke in Berlin liegt bei 10 Prozent

Auch die Berliner Kliniken schildern "einen vehementen Rückgang der Versorgungskapazitäten auf Intensivstation von bis zu zehn Prozent infolge von Personalmangel", teilt Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft, auf rbb|24-Anfrage mit. Grund seien Kündigungen und vermehrte Teilzeittätigkeit, daneben Ausfall durch Krankheit und Quarantäne.

Zwar stehen sowohl Berlin als auch Brandenburg Notfallreserven zur Verfügung, die auch schnell in Betrieb genommen werden könnten, betonen sowohl Schreiner als auch Jacob - 323 Intensivbetten in Berlin und 324 in Brandenburg. "Aber dafür müssten wir in den Katastrophenmodus wechseln", betont der Geschäftsführer der Brandenburger Landeskrankenhausgesellschaft, Jacob. "Wir schulen schon länger Kräfte anderer Abteilungen um, die müssten dann dort zum Einsatz kommen müssten. Und andere Einrichtungen wie zum Beispiel Reha-Kliniken müssten ebenso eingebunden werden."

Berlin braucht 10.000 zusätzliche Pflegekräfte

Immerhin - in Berlin wurden im vergangenen Jahr wieder mehr Pflege-Auszubildende registriert, heißt es von der Berliner Landeskrankenhausgesellschaft. "Die weitere Erhöhung der Ausbildungszahlen ist aber trotzdem ein notwendiges Ziel, um den Fachkräftebedarf in der Pflege zu sichern", betont deren Geschäftsführer Schreiner. Allein in Berlin müssten bis 2030 zusätzliche 10.000 Pflegekräfte gewonnen werden, fordert er.

Dabei sei auch und vor allem die Politik gefragt: "Die Politik hat erkannt, dass mehr Einsatz für Pflege erforderlich ist. Das ist auch bei einem Blick in die nun auf Bundes- und Landesebene vorliegenden Koalitionsverträge erkennbar. Allerdings kommt es darauf an, wie die Maßnahmen gemeinsam mit den Krankenhäusern entwickelt und umgesetzt werden", schränkt Schreiner ein.

Pflegekräfte in der Zeitarbeit müssten in die Stammbelegschaft zurückkehren und Pflege im Team Krankenhaus wieder stark machen, so Schreiner: "Und all diejenigen Kräfte, die den Beruf verlassen haben, sollen zurückgewonnen werden. Dazu braucht es jetzt die überzeugende Kraft der Politik."

Ruf nach weniger Bürokratie in Krankenhäusern

Dem schließt sich sein Brandenburger Amtskollege Jacob an. Ihm geht es aber auch um einen spürbaren Abbau der Bürokratie in Krankenhäusern, die deutlich zu viel Personal bündele, das an anderer Stelle fehle. "Die Nachweise über Schichtbelegungen, denen ein gutes Dutzend von Richtlinien zu Grunde liegt, die Strukturprüfungen vom Medizinische Dienst - das alles zieht Unmengen von Material nach sich", kritisiert Jacob.

Mehr Nachwuchs im Pflegebereich kann er derweil in Brandenburg nicht feststellen. "Es gibt aber auch keinen Einbruch bei den Auszubildenden-Zahlen", betont Jacob zugleich. Bemerkenswert sei für ihn in jedem Fall, dass vor allem das Intensivpflegepersonal in den Häusern mit hoher Belastung, beispielsweise in Cottbus und in den anderen südlichen Regionen Brandenburgs, "nach wie vor sehr hoch motiviert ist".

Sendung: Inforadio, 07.12.2021, 23 Uhr

Beitrag von Frank Preiss

49 Kommentare

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  1. 49.

    Schön,dass auch mal die wirklich relevanten Themen und somit die verantwortlichen Politiker in den Blickpunkt geraten.
    Wenn man kein Geld für Personal ausgeben will,kommt so etwas eben dabei rum.

    Und alle,die Ungeimpften empfehlen auf ihre Behandlung zu verzichten,zeigen eigentlich nur,dass sie so langsam vom Weg der Zivilisation abkommen und doch nicht so toll sind,wie sie sich halten.
    Vielleicht bringt ja diese Meinung manche wieder zur Vernunft:

    https://www.berliner-zeitung.de/news/ricardo-lange-behandeln-ja-auch-gewalttaeter-warum-debatte-bei-ungeimpften-li.199039

  2. 48.

    ...Stellenabbau über viele Jahre durch CDU und SPD...sehr christlich und sozial...dies rächt sich jetzt . DANKE

  3. 47.

    Irgendwie ist meine 1. Antwort hier nicht erschienen. Neuer Versuch:
    Es mag ja sein, dass die aktuell schwierige Lage bei Ihnen überwiegend auf Ungeimpfte zurückgeht. Einige fragen:
    1) Ist die Lage anders, als sonst im Winter?
    2) Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?
    3) Was sind die üblichen Ursachen von Gefäßerkrankungen, Krebs, Organschäden, etc.? Spielt Eigengefährdung eine Rolle?
    5)Wie alt ist "jung" in Ihren Augen? Nebendiagnosen vorhanden oder andere Primärerkrankungen?
    6) Man kann in 2 Jahren Pandemie kein Personal halten? Warum nicht? 15 Milliarden + Sonderzahlungen gab es für neue Betten und Personal! Kam nur nix an, beim Personal!
    7) Gibt es die Triage wirklich erst seit Covid oder ist sie Standard in der ZNA (M-T-S / blau bis rot)?
    Sind das wirklich neue Erkenntnisse, oder nur "mit Covid", nicht wegen?`:
    https://www.aerzteblatt.de/archiv/212089/Pflege-Deutsche-Krankenhaeuser-verlieren-ihre-Zukunft
    https://www.dpv-online.de/pdf/publikationen/Pflegenotstand_2017.pdf

  4. 46.

    Woher nehmen Sie die Erkenntnis, dass ITS Betten abgebaut wurden?
    Aus tagtäglicher Erfahrung kann ich sagen, dass die Lage ohne die Massen an ungeimpften Patienten völlig beherschbar gewesen wäre.

    Setzen Sie nicht dauernd so einen Unsinn in die Welt. Wieviele Jahre arbeiten Sie auf ITS, damit Sie überhaupt mitreden können?

  5. 45.

    Na kein Wunder wenn man Pflegekräfte ausbildet und sie in der Pandemie abschiebt in ihre Heimatländer, kenne genung solcher Fälle, auch persönlich.

  6. 44.

    Alle haben Anteil an der Pandemie, auch die Ungeimpften aktuell den größten, das bestreitet niemand. Aber sie sind nicht Ursache des Problems sondern Leidtragende! Ursache sind Abbau, Raubbau, falsche Versprechen im Gesundheitswesen, Profitgier und schlechte Krisenarbeit!
    Zu ITS-Belegungen: Arteriosklerose geht einem Infarkt meist voraus, Ursachen: Rauchen, Umweltgifte und schlechte Ernährung.
    Hauptursachen Krebs: Alkohol, Rauchen, Zucker, Unweltgifte!
    Wer landet noch auf ITS? Säufer, Extremsportler, Verkehrsunfallopfer (Ursachen:zu schnell, zu betrunken, zu abgelenkt), Amputationen (nicht selten wg. Diabetes, zu ungesund gelebt),usw.!
    Fast alle ITS-Behandlungen sind vermeidbar und doch müssen wir da durch und diesmal eben auch mit Covid-Patienten,statt zu verteufeln und das ganze Sozialsystem für einzelne in Frage zu stellen oder so zu tun, als ob die für alles verantwortlich wären, was sich seit 20 Jahren anbahnt! Das ist kein Geschwurbel sondern Ursachenbetrachtung!

  7. 43.

    Vorgestern ist hier im Klinikum ein vorher ungeimpfter gesunder 37jähriger gestorben. Nach 3 Wochen an der ECMO und insgesamt 4 Wochen ITS.

    Neben dem absolut unnötigen Verlust an Menschenleben, was es wohl kostet 3 Wochen an der ECMO zu liegen? wohl ein paar hunderttausend Euro. Solidarität darf keine Einbahnstraße sein!

    Aber selbst AFD Landtagsabgeordnete, die vorher behaupten "Corona ist ein harmloser Schnupfen" lassen sich dann doch zur Sauerstoffgabe ins Krankenhaus einliefern...die Berichte häufen sich, dass Krankenhauspersonal noch angefeindet wird von Patienten und deren Verwandschaft...

  8. 42.

    Ihre Zahlen sind grob falsch. Wo bitte liegen 50:50 geimpfte/ungeimpfte auf der ITS? Dass ist eine moderne Legende von Herrn Kekule, die dieser Schwurbler gekonnt unters Volk gebracht hat. Was hat er dabei vergessen? das 50:50 gilt nur für Ü60ziger! Wohlgemerkt bei 90% Impfquote in der Gruppe ü60zig. Und vielen Geimpften in dieser Gruppe wäre das erspart worden, wenn diese rechtzeitig geboostert worden wären.

    Dazu dann noch ihre zweifelhafte Angabe zu intensivbetten. Schön für Deutschland gemischt. hier in Sachsen sieht die Lage extrem dramatischer aus. Praktisch werden seit Wochen keine planbaren Operationen mehr gemacht. Leider hatte man versäumt den Schlaganfall/Herzinfaktipatienten etc. zu sagen, dass Sie ihren Herzinfakt usw. bitte erst ein halbes Jahr später kriegen sollen.

    Sie können ein Gesundheitssystem nicht auf eine Pandemie auslegen, bei der 30% unverbesserliche Schwurbler die wirksamste Maßnahme zum Schutz des Gesundheitssystems ablehnen.

  9. 41.

    Der RBB könnte ja mal einen Gehaltsvergleich "Industrie Meister, rollierende Schicht" mit "Intensivpflegekraft, Schicht" machen. Ob da in Brandenburg überhaupt ein großer Unterschied ist?

    Es ist ja nicht nur die Bezahlung sondern auch die Arbeitsbelastung, die Verantwortung für Menschenleben, und man muss mit sterbenden Menschen erstmal klar kommen.

  10. 40.

    Das ist in dieser Pauschalität auch nicht richtig. Am Ende kommt es erstens auf die Kapazität der Betten pro Einwohner an und zweitens in den meisten Fällen auf eine ausreichend schnelle Erreichbarkeit der Rettungsstelle. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass zu viele kleine Häuser den Verwaltungsaufwand und damit die Kosten erhöhen. Das schließt aber keineswegs aus, dass bestimmte Spezialisierungen ausschließlich oder zumindest vorrangig auf wenige Kliniken erfolgen. Das war schon immer so und genau dafür sind die Universitätskliniken schon immer da und auch geschätzt. Es besteht also in der Klinikanzahl ein Zielkonflikt zwischen schneller Erreichbarkeit und passender Behandlungsmöglichkeit für das jeweilige Krankheitsbild. Unikliniken wie der Moloch Charité sind eben nicht immer die erste Wahl.

  11. 39.

    Ihre Schwarz-Weiß-Malerei nimmt schon sehr seltsame Züge an und die Argumentation ist sehr durchschaubar. Da werden von Ihnen nie getroffene Aussagen unterstellt und dann dagegen gewettert. Kann man machen, oder auch bleiben lassen. Weiter bringt uns das auch nicht. Dass Ungeimpfte ein Teil des Problems sind, hat nie jemand bezweifelt. Sie sind aber nicht die Hauptsache, als die sie auch von Ihnen ständig hingestellt werden. Wären die ITS Betten von vor zwei Jahren noch da, gäbe es aktuell gar keinen Engpass. Der war doch vorprogrammiert. Die ITS sind derzeit mit gut 25% mit Corona-Patienten belegt, davon gut die Hälfte ungeimpft. Das ist jeder achte. Davon wäre trotz Impfung auch ein Teil dort gelandet. Wenn diese Zahl unser extrem teures Gesundheitssystem bereits zum Zusammenbruch bringt, dann liegt da einiges im Argen. Die Empfehlung zur Impfung, insbesondere für Risikogruppen, das sind alle ab 60,ist davon unabhängig.

  12. 38.

    Da der Teufelskreis (Personalmangel -> schlechte Arbeitsbedingungen -> Teilzeit/Abwanderung -> schlimmerer Personalmangel) bereits auf allen ebenen erkannt wurde und sich Überlastung kaum durch Anerkennung und Wertschätzung aufwiegen lässt, sollte man einfach Geld auf das Problem werfen.

    Aber nicht als einmaligen Bonus sondern dauerhaft und an den Überlastungsgrad gekoppelt. Und bitte nicht wieder Jahrelang herumdisktutieren, wie man das finanzieren soll. Einfach aus dem Bundeshaushalt / Corona-Nothilfen schöpfen und mit vollen Händen an Pflegekräfte ausschütten.

    Dann und nur dann wird dieser Beruf trotz Personalmangel wieder attraktiv.

  13. 37.

    Aufwachen allerseits: Der geplante Bonus für Intensivpflegekräfte wird erst einmal verschoben

    »Es klang gut, was Olaf Scholz versprach: „Für die besonders geforderten Pflegekräfte in den Krankenhäusern und in den Pflegeheimen werden wir eine Bonuszahlung veranlassen.“ Eine Milliarde Euro stehe dafür bereit, so der designierte Kanzler bei der Vorstellung des Koalitionsvertrages Ende November.« …

    Oder doch erst einmal nicht? Denn das Zitat stammt aus diesem Artikel von Christiane Hübscher, der so überschrieben ist: Vorerst keine Prämie für Intensivpfleger. Bitte? »Der geplante Bonus für Intensivpflegekräfte wird verschoben. Das Geld ist da, doch die neue Ampel-Regierung kann sich nicht auf die Formalitäten einigen.«

    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-intensivpfleger-bonus-zahlung-100.html

    Aber es geht um die Gesundheit, die größte Pandemie aller Zeiten und und ...

  14. 36.

    Die Lösung für das Personalproblem ist einfach:

    Es sind voll ausfinanzierte, wissenschaftlich begleitete, zivile Strukturen mit einem bundesweiten, lebenslänglichen Zwangsdienst für Pflege, Gesundheit, Umwelt und Waldwirtschaft zu schaffen, wo jeder Deutsche seinen persönlichen Beitrag zu den entsprechenden Aufgaben wiederkehrend leisten muss.

    Ziel muss nicht nur die gesellschaftliche Sichtbarkeit dieser Aufgaben für jeden persönlich, die das Gefühl für Jeden und Jede in diesem Land kenntlich macht, sein, sondern eine gesellschaftlich langfristig, solidarische Struktur. Diese ist einfachst bis in kleinsten Dörfer dieses Land zu erschaffen. Die Kosten dafür sind dem deutschen Militäretat zu entnehmen, der auf ein viertel seines jetzigen Volumens für diese gesellschaftlich notwendige Aufgaben an der Heimatfront zu schrumpfen ist. Die Bundeswehr braucht in seiner Struktur für die nächsten Jahren nur Spaten, Eimer, Waldsetzlinge und keine Kriegsaufgaben im Ausland

  15. 35.

    Vielleicht sollte der Beitrag zur Krankenversicherung um mindestens 5 % steigen und diese Summe ins Pflegepersonal fließen?

    Vielleicht sollten die Kassen die Bereithaltung von Intensivbetten und Fachpersonal extra vergüten? Wenn jedes Krankenhaus 5 Intensivbetten und das dazugehörige Personal in Reserve hält, müssen die Kassen aber diese Betten so bezahlen, als wären sie belegt.

  16. 34.

    Die Politik muss handeln, das steht im Text. Aber sie sollten sofort handeln und die Pflegeberufe attraktiver machen. Es fehlt an allem, aber vor allem an Empathie und Einsehen der Politik, die Pflegeberufe gebührend anzuerkennen. Der Beruf ist eigentlich ein sehr schöner, aber er wird weder so anerkannt noch wird er extrem unterbezahlt. Das Pflegepersonal hat solch eine hohe Verantwortung, und das sollte so honoriert werden!!!!!

  17. 33.

    ITS hat immer eine geplante Auslastung von um die 80%. Nicht jeder Patient braucht auch die gleiche Pflege. Corona Patienten sind extrem Personalintensiv und aufwändig zu pflegen/behandeln.

    ITS ist der Herzinfarktpatient, der Verunfallte und natürlich auch immer derjenige mit geplanten schweren Operationen. Das kriegen Krankenhäuser normalerweise noch halbwegs hin.

    Aber schön, dass laut der hier anzutreffenden Schwurbler die Ungeimpften auf gar keinen Fall Schuld sind an der aktuelle Überlastung. Für wieviele Patienten wollen Sie denn Personal etc. permanent vorhalten? Da sie gerade auch bei den Kosten wohl alles besser wissen kennen Sie natürlich die Finanzierungsstruktur eines Krankenhauses? Was ist wohl der mit Abstand größte Posten? Wo wird denn unnötig Geld ausgegeben?

    Im übrigen bin ich natürlich für Krankenhäuser in staatlicher oder gemeinnütziger Hand. Damit sollte kein Profit gemacht werden.

  18. 32.

    Also sind Ungeimpfte jetzt sowas wie Aktionskünstler, die durch ihre unnötigen Erkrankungen das Pflegepersonal endgültig in die Überlastung treiben (und am besten noch in die Kündigung).

    Und das alles machen die Ungeimpften ganz selbstlos nur, um auf die Missstände im Gesundheitssystem aufmerksam zu machen? Ich glaube die Pflegekräfte wären dankbar dafür wenn diese Art der Aktionskunst nicht auf ihrem Rücken stattfinden würde.

    Normaler Mensch sagt: "Wir haben ein Problem mit Pflegekräften, lasst uns alles dafür tun, dass die Situation nicht noch schlimmer wird für diese"
    Impfgegner sagt: "Falscher Ansatz, wir bringen das System jetzt endgültig zum implodieren, nur so kann sich was ändern"

    PS: Bei uns wurden Kliniken/Stationen wegen Personalmangel nicht wegen Lauterbach geschlossen.

  19. 31.

    Reduzierte Anzahl an vollversorgungs Krankenhäuser ist SINNVOLL. Das kann der geneigte Populist zwar nicht raffen aber es ist nunmal so.

    Meine Tochter hätte in einem nicht spezialisierten Krankenhaus wohl nicht überlebt, die Versorgung in der Uniklinik Dresden war extrem professionell und ich bin so dankbar, dass meine Frau rechtzeitig mit dem Hubschrauber dorthin verlegt worden war. Dass hätte das Dorfkrankenhaus nicht leisten können, da hätte Nachts erstmal noch der nicht spezialisierte Kinderarzt aus der Bereitschaft geholt werden müssen und auch ein Spezial Beatmungsgerät wäre dort nicht verfügbar gewesen (die Uniklinik hat das allerdings auch nur über Spenden finanziert).

    Bei medizinischen Leistungen geht es vor allem um Spezialisierung und Routine. Die Chirurgen und alle anderen müssen die entsprechenden "Erkrankungen" am besten ständig sehen. Wenn der geneigte Populist lieber einen Chirugen haben möchte der eine komplizierte OP nur alle paar Jahre macht? Viel Spaß.

  20. 30.

    Man kann es nicht oft genug sagen: niemand kann für den sehr seltenen Fall einer Pandemie zusätzlich Betten und Fachpersonal vorhalten. Intensivbetten und Intensivpflegepersonal können wegen der immensen Kosten nicht vorgehalten werden.

    Aus meiner täglichen Arbeit als Stationsleiter einer Intensivstation mit 42 Betten kann ich sagen, dass die Situation ohne die Masse an ungeimpften Personen vollkommen beherrschbar wäre. Wir haben 30 Betten aktiv. Davon 23 ungeimpfte junge Patienten.

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