Berlin-Spandau - Brandserie in Staakener Obstallee beschäftigt Anwohner und Feuerwehr

Sa 11.12.21 | 10:55 Uhr
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Kellerbrand in Spandau (Quelle: Matthias Bartsch)
Video: Abendschau | 10.12.2021 | Helena Daehler | Bild: Matthias Bartsch

Seit Monaten kommt es in Berlin-Staaken nahe der Heerstraße immer wieder zu Kellerbränden. Unbekannte bringen dadurch Bewohner in Lebensgefahr. In der Kritik steht auch das Wohnungsunternehmen - weil es unter anderem Sicherheitsleute abzog.

Im Keller eines 18-geschossigen Hochhauses in Berlin-Staaken ist am Freitagmorgen ein Brand ausgebrochen. Wie ein Feuerwehrsprecher dem rbb sagte, waren mehr als 100 Kräfte im Einsatz. Die Flammen hätten sich auf 60 Quadratmetern ausgebreitet. Der Alarm ging um 7:31 Uhr bei der Feuerwehr ein.

Eine Person sei verletzt worden, sie werde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung behandelt, so der Sprecher weiter. Zunächst hatte die Feuerwehr getwittert, man gehe von vielen Verletzten aus, deshalb wurde auch der sogenannte "Massenanfall an Verletzten" ausgerufen. Das ist der Fall, wenn es mindestens fünf verletzte Personen gibt.

Am Nachmittag hieß es, in dem Hochhaus in der Obstallee seien weiter Belüftungsmaßnahmen nötig. Der Rauch ziehe zum Teil durch das Treppenhaus, Bewohner hätten auch über Rauchgeruch in ihren Wohnungen geklagt.

Auffällig viele Brände im Quartier

In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach in Staaken gebrannt. Allein in der Obstallee gab es seit Ende September sechs Brände, betroffen waren immer wieder Kellerverschläge auf einer Strecke von knapp 500 Metern. Ob es zwischen den Bränden einen Zusammenhang gibt, wollte der Sprecher nicht sagen. Die Ermittlungen seien Sache der Polizei.

Bereits im Frühjahr 2021 fassten die Ermittler zwei Minderjährige, die für Brandstiftungen Verantwortung gezeicht haben sollen. Doch die Brandserie stoppte danach nicht.

Auch das Wohnungsunternehmen Gewobag, dem die Häuser gehören, bestätigte dem rbb, sie verzeichne seit März dieses Jahres eine Häufung von Bränden in dem Quartier Heerstraße/Maulbeerallee, zu dem die Obstallee zählt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung, wie sie auf Anfrage des rbb antwortete.

Die Brände hätten zudem Schäden in mehreren Wohnungen und Häusern verursacht, schrieb die Gewobag. Dadurch sei auch zum Teil die Versorgung mit Strom, Gas oder Heizung unterbrochen worden, auch seien Aufzüge, TV-, Telefon- und Internetverbindungen gestört.

Anwohner klagten im Gespräch mit dem rbb darüber, dass Sicherheitsmaßnahmen wie Security oder Hausmeister in dem Quartier zuletzt zurückgefahren worden seien.

Grafik: Brandserie in Staaken (Quelle: rbb)

Sendung: Abendschau, 10.12.2021, 19:30 Uhr

14 Kommentare

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  1. 13.

    Also nicht aus dem Zusammenhang reissen ... "theoretisches Gelaber", werter Himmel. Ich "durfte" in dem Kiez einige Jahre meiner Jugend verbringen, kenne das EKZ und die Obsttürme noch als Baustelle und habe nicht mit Puppen gespielt. Die Zeit war sehr lehrreich und spannend. Als Nebenwirkung blieb eine Allergie gegen Dampfplauderei.

  2. 12.

    Was wäre denn Ihr Vorschlag zur Verbesserung der Sicherheit? Selbstschließende Stahltüren werden von Ihnen ja nur als "Gelaber" abgetan, ohne logische Begründung. Solche Kellertüren sind aber sehr sicher. Die bekommt man nur noch mit großer Gewalt bzw. einer Flex auf. Gefällt ihnen soviel Sicherheit nicht? Was schlagen Sie vor, außer "Gelaber"?

  3. 11.

    Wenn das Wort "Gelaber" Ihr einziges Argument ist, dann ist das sehr dünn ....

  4. 10.

    Tun sie mir einen Gefallen, hören sie mit theoretischen Gelaber auf, machen sie statt dessen einen kurzen Abenteuerurlaub in diesem Kiez und sehen sich z.B. die baulichen Gegebenheiten, insbesondere die rund um die "Obsttürme", dort an. Zwischen den vier Türmen, der fünfte steht solo, ist ein Einkaufszentrum nebst Parkhaus und ein Mieterparkhaus. Es gibt haufenweise Zugänge von außen, Türen haben dort eher Symbolcharakter. Sie gehen am Magistratsweg rein in den Komplex, kommen am MVZ wieder raus und keiner hat sie gesehen.

  5. 9.

    Es gibt genug Hochhäuser in Deutschland, die trotz Arztpraxen einen Empfang haben. Es geht doch darum, dass da jemand ist und der Zugang nicht unbeobachtet bleibt, so wie es hier ist. Da ist ja null Hemmschwelle für Kriminelle vorhanden. Auch die Stockwerke der Keller sind kein Hinderungsgrund, ordentlich schließbare Metalltüren einzubauen.

  6. 8.

    Nicht nur in der Obstalle brennt es immer wieder. Seit inzwischen über einem Jahr brennt es alle paar Monate im Semmelländer Weg im Keller. Zumeist im Haus Nummer 12. Vermutlich weiß der Täter, das dort die ganzen Stromanlagen eingebaut sind. Jedes mal nach einem Brant gibt es für Tage, teils Wochen keine Fahrstühle, keine TV, Internet, Telefon usw.
    Leider weigert sich die GEWOBAG an den Eingängen Kameras zu installieren, obwohl alle Mieter hier damit einverstanden wären. Schließlich sind auch in anderen Wohnhäusern Kameras, also wieso will die Gewobag das nicht tun?

  7. 7.

    Einen Concierge in der Obsttürmen - ja, nee, schon klar. Kennen sie die Gegend zufälligerweise? Es befinden sich auch Arztpraxen in den Häusern. Diese sind sowohl via Fahrstuhl als auch über Treppenhäuser erreichbar. Letztere sind zugleich Fluchtwege. Die "Keller" sind auf mehrere Etagen verteilt. Die Zugänge teilweise als Ausgänge / Fluchtwege vom Mieterparkhaus zugänglich. Es befinden sich dort auch Arztpraxen. Bei den anderen Häusern sind die Keller z.T. untereinander verbunden - einseitig mit "Knöselschloß" ohne Schlüssel zu öffnen. Zwei Bekannte wohnen da - und suchen händeringend was Anderes, am besten was bezahlbares.

  8. 6.

    Da fragt man sich, aus welchen merkwürdigen Verhältnissen bzw. Familien solche 13- und 15-Jährigen kommen, die Feuer im Keller legen. Sowas macht nicht jeder Jugendliche. In dem Alter weiß man auch schon, was man da tut. Ein "dummer jungen Streich" ist das nicht, sondern ganz üble Kriminalität.

  9. 5.

    Bei einem 18-geschossigen Hochhaus sollte es für einen Vermieter kein Problem sein, einen Hausmeister/Pförtnerservice mit Zugangskontrolle einzurichten. Mieteinnahmen dürften reichlich vorhanden sein. Es stellt sich auch die Frage, wie potentielle Brandstifter in den Keller kommen, wenn sie nicht selber in dem Haus wohnen. Normalerweise gehören da selbstschließende Stahltüren rein, die von außen keinen Drücker haben und die abgeschlossen werden müssen. Hat sich der Vermieter darum gekümmert?

  10. 4.

    Das ist alles nicht mehr normal. Seit Monaten treibt sich hier ein Feuerteufel rum und trotzdem wird weder etwas an der Schließanlage noch an anderen Sicherheitsvorkehrungen verändert. Man traut sich kaum noch schlafen zu gehen, aus Angst wieder Mal, die halbe Nacht in einem Wärmebus zu verbringen und dann ohne Aufzug, Internet und Fernsehen die nächsten Wochen zu verbringen. Anfang des Jahres hatten wir den Mist schon mal, da waren es ein 13+15 Jähriger.

  11. 3.

    Der Vermieter schert sich mal so gar nicht um seine Häuser hier in der Gegend..denen ist es völlig egal..Leider
    Der Sicherheitsdienst wurde aus Kostengründen wieder abgeschafft..

  12. 2.

    Oder der Vermieter über Jahre gepennt hat entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu installieren bzw. mal die Schließanlagen zu überprüfen...

  13. 1.

    Wenn es da so oft brennt, dann sind die Häuser entweder massiv Marode oder es gibt Leute die Langeweile haben und es chic finden, andere Menschen zu gefährden.

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