Anwohner können zurück in Wohnungen - Bombe in Berlin-Gesundbrunnen ist erfolgreich entschärft

So 12.12.21 | 18:53 Uhr
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Die Berliner Polizei hat in Berlin-Gesundbrunnen eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. (Bild: rbb)
Video: rbb|24 | 12.12.2021 | Material: Abendschau | Bild: rbb

Die Weltkriegsbombe in Berlin-Gesundbrunnen ist am Sonntag erfolgreich entschärft und zum Abtransport verladen worden. Anwohner im Sperrkreis können somit in ihre Wohnungen zurückkehren. Zuvor hatte sich die Räumung der Sperrzone deutlich verzögert.

Die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe in Berlin-Gesundbrunnen ist erfolgreich entschärft worden. Der Einsatz sei zu Ende, die Sperrung rund um den Fundort des Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg aufgehoben worden, sagte ein Sprecher der Polizei am frühen Sonntagabend. Die Bombe werde nun abtransportiert, die Anwohner könnten somit in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren, hieß es weiter.

Sprengstoffexperten der Polizei hatten die Entschärfung der Bombe übernommen. Zuvor war seit dem frühen Morgen eine Sperrzone im Umkreis von 500 Metern rund um den Fundort geräumt worden. Die Räumung des Sperrgebiets verzögerte sich allerdings deutlich. Nach Polizeiangaben hatten vor allem die Krankentransporte von Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder akuten Erkrankungen viel Zeit in Anspruch genommen. Darüber hinaus habe man immer wieder einzelne Anwohner überzeugen müssen, ihr Zuhause zu verlassen.

15.000 Menschen von Räumung betroffen

Von der Räumung des Sperrkreises in Gesundbrunnen waren insgesamt rund 15.000 Menschen betroffen. Am frühen Sonntagmorgen begannen Einsatzkräfte der Polizei mit den Sperrkreiskontrollen. Die Evakuierung hatte sich verspätet nachdem immer wieder Anwohner und teils auch uneinsichtige Menschen angetroffen wurden, die den Aufforderungen der Beamten nicht nachkamen, teilte Polizeisprecherin Dajana Hirth dem rbb mit. Auch über einen Lautsprecherwagen wurden verbleibende Anwohner aufgefordert, das Areal zu verlassen.

Sperrkreiskarte (Quelle: Datawrapper/Polizei Berlin)
| Bild: Datawrapper/Polizei Berlin/rbb

Shuttle-Busse bringen Evakuierte in Unterkünfte

Der Sperrkreis reichte nördlich bis zur Residenzstraße / Reginhardstraße, östlich bis zur Osloer Straße / Drontheimer Straße, südlich bis zur Reinickendorfer Straße / Nauener Platz und westlich bis zur Seestraße / Groninger Straße.

Die Patienten des Jüdischen Krankenhauses wurden bereits am Freitag wegen der Evakuierungen verlegt, hieß es aus der Klinik. Im Sperrkreis liegen auch Teile der DRK-Kliniken Berlin-Mitte und des Evangelischen Geriatriezentrums.

Bei dem Einsatz des Berliner Kampfmittelbeseitigungsdienstes wurden die beiden Zünder der amerikanischen Weltkriegsbombe vor Ort unschädlich gemacht.

Spezielle Unterkünfte für Corona-Infizierte

Für Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder die sich in Quarantäne befinden, gab es gesonderte Unterbringungsmöglichkeiten.

Während der Sperrmaßnahmen war insbesondere auf den Verkehrsachsen B96 (Reinickendorfer Straße) und Osloer Straße mit starken Einschränkungen zu rechnen, hieß es in der Mitteilung weiter. Der öffentliche Nahverkehr (U-Bahn, Tram) wurde während des Einsatzes in dem Bereich eingestellt.

Sendung: Abendschau, 10.12.2021, 19:30 Uhr

81 Kommentare

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  1. 81.

    Die lustige Stelle musst du mir unbedingt zeigen !
    Und woher willst du wissen welcher Nationalität die Menschen angehört haben die ihre Wohnungen verspätet verlassen haben ?

  2. 80.

    Für mindestens zwölf Stunden sollten Medikamente,Windeln und so weiter mitgenommen werden nicht für genau zwölf Stunden !

  3. 79.

    Der Sheriff von Nottingham würde durchgreifen ...
    Nur mal eine Grundsatzerklärung : Sozialhilfe kann ohnehin gepfändet werden.
    Desweiteren war der Sperrkreis bis 23.59 Uhr eingerichtet und es hätte auch aus anderen Gründen länger dauern können.
    Wichtig ist dass die Bombe ohne Komplikationen entschärft wurde !

  4. 77.

    Meckern ist hier nicht angebracht. Danke den Experten, die hier ihr eigenes Leben einsetzen und die Bewohner schützen.

  5. 76.

    Wow,was für ein Abenteuer mit einem "Bömbli" fast vor der Haustür.
    Das sind die Relikte der noch nicht lange zurückliegenden deutschen Geschichte.
    Wie muss es gewesen es als täglich dutzende von solchen Brechern über Berlin abgeworfen wurden ?!
    Gut dass das der Sprengkörper ohne Komplikationen entschärft wurde !

  6. 75.

    Was Arbeit ?
    Dieses Krankenhaus war evakuiert also hat dort niemand gearbeitet !

  7. 74.

    Und warum hat das Ganze so lange gedauert? Weil wieder mal uneinsichtige Menschen die Arbeiten blockiert haben. Ansonsten wäre es viel schneller gegangen und hätte nicht das komplette Gebiet lahmgelegt. Aber solche Menschen denken auch noch sie seien im Recht.

  8. 73.

    An beide: Niemand weiss wie es dort zuging. War es Schlampigkeit, oder Mühsal. Ich würde gerne Livebilder oder vor Ort gewesen sein, um mir ein Urteil zu erlauben. Aber dann bin ich hart oder wohlwollend, wie es passt.

  9. 72.

    "Was ist nun wichtiger? Doch bestimmt das eigene Leben, das man nun wirklich nicht ersetzen kann." Wenn man das nicht mehr hat, was einem wichtig ist, ist das eigene Leben auch nichts mehr wert. "Rechtlich zählen Haustiere als Sachen.." Das ist riesengroßer Quatsch, der zu diesem Thema im Gesetz steht. Das haben Leute ins Gesetz geschrieben, die vom wirklichen Leben keine Ahnung haben. Da muß man sich nicht wundern, wenn keiner die Gesetze ernst nimmt. Tiere sind Lebewesen und haben für viele Menschen eine sehr große Bedeutung. Sie sind Freunde und Lebensgefährten.

  10. 70.

    Peter:
    "Leute ist das lächerlich. Berlin hat es mal wieder nicht hinbekommen. Deswegen kommen wir nicht in unsere Wohnungen. Wenn die Räumung von einem Altenheim den ganzen Tag dauert. Dann ist das so. Dies hat nichts mit Egoismus zu tun ..."

    Doch, solch ein Kommentar hat mit Egoismus zu tun!
    Denn, wer nicht egoistisch, sondern sozial denkt und handelt, der schmeißt die Bewohner nicht einfach mal kurz raus, sondern nimmt sich für die Evakuierung der Senioren die Zeit, die es braucht, dies menschenwürdig zu machen. Aber ein Egoist kann das natürlich nicht vertstehen.

  11. 69.

    Jut jemacht, danke auch :)

    Kann mir auch nicht verstellen nochmal ganz woanders zu wohnen.

    Nur in Berlin bekommt man in Deutschland wirklich Luft!
    In Mitte nicht mehr, aber im Wedding noch :)

  12. 68.

    Gratulation liebe Jungs ! Die ganze Welt hat euer Können verfolgt. Bravo, gut gemacht.

  13. 67.

    Super Job, Jungs - vielen Dank!

  14. 66.

    DANKE AN DIE BERLINER POLIZEI UND DIE SPRENGSTOFF EXPERTEN HOCHACHTUNG

  15. 65.

    Ja wow, das ist jetzt aber auch ein hübscher Spiegel der Gesellschaft...bißchen deutsche Gehässigkeit und Sadismus. (-; (stänker nur)... Mich überrascht dieses Gestreite hier. Ich liebe Berlin, ich halte die Menschen hier für die herzlichsten, hilfsbereitesten und offensten im Verhältnis zu anderen deutschen Städten. Meiner Erfahrung nach zumindest. überlegen wir doch lieber gemeinsam, was man mit den familienmitgliedern/geliebten Sachen (-; machen könnte, im falle von Evakuierungen. Da wir alle scheinbar zuviel Zeit haben, wäre das doch ne sinnvolle Überlegung. Ansonsten finde ich 15000 Menschen evakuieren inklusive Krankenhaus und Seniorenheim in 13h ne respektable Leistung. Schönen Abend noch.

  16. 64.

    Oh, wieder einmal ICH,ICH,ICH und nochmals ICH.
    Vor einigen Jahren verloren 3 Kampfmittelentschärfer in Göttingen ihr Leben, in München gingen ebenfalls vor einigen Jahren bei kontrollierter Sprengung Dachstühle in Flammen auf, vor wenigen Tagen bei einer Bohrung ebenfalls in München wurde eine Bombe getroffen.
    Haltet einfach den Ball flach.
    Mein Respekt geht an die Entschärfer, in Hamburg eine Abteilung der Feuerwehr ( F04).

  17. 63.

    Respekt an das Entschärfungsteam. Bleibt gesund und immer ein gutes Händchen.

  18. 62.

    Gute Idee! Manche kapieren es erst, wenn's ans Portemonnaie geht..
    Unglaublich!!

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