Zwei Wochen nach Besetzung - Obdachlose in leerstehendes Wohnhaus in Berlin eingezogen

Fr 31.12.21 | 18:40 Uhr
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Ein Zimmer, welches noch nicht bewohnt ist, ist am 01.01.2022 in einem nun von Obdachlosen bewohnten Haus in der Habersaathstraße in Berlin-Mitte zu sehen. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Knapp zwei Wochen nach der Besetzung eines leerstehenden Wohnhauses in der Habersaathstraße in Berlin-Mitte sind am Donnerstag die ersten obdachlosen Bewohner und Bewohnerinnen eingezogen. Das teilte die "Initiative Leerstand-Hab-ich-Saath" mit. Für viele der neuen Bewohner sei das eine sehr emotionale Situation gewesen, hieß es.

Es handele sich um 21 Menschen, die unstrittig eine Unterkunft benötigten, sagte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist eine temporäre Lösung", betonte von Dassel. Es zeichne sich jedoch ein Kompromiss mit dem Eigentümer ab, bei dem es um eine dauerhafte Lösung für bezahlbaren Wohnraum gehe.

"Haus in der Habersaathstraße in Berlin, in dem 80 Wohnungen leer stehen"; © rbb
Bild: rbb

Der Besitzer will das Gebäude in der Habersaathstraße abreißen. Der Bezirk wehrt sich dagegen vor Gericht, wie von Dassel sagte.

Zuvor hatte die Initiative den eigenen Angaben nach Rauchmelder und Feuerlöscher fachgerecht installieren lassen. Bezirksbürgermeister von Dassel habe daraufhin die Einweisung der wohnungs- und obdachlosen Menschen durch das Sozialamt veranlasst, hieß es von Seiten der Initiative. Im Laufe des Wochenendes sollen insgesamt 54 Wohnungen belegt werden.

Initiative kündigt erneut Widerstand gegen Abriss an

Der Eigentümer des Hauses will laut der Initative das Gebäude abreissen lassen. "Wir werden uns gegen den Abriss stellen und diesen verhindern!", hieß es.

Das Wohnhaus in der Habersaathstraße steht seit Jahren leer. Vor knapp zwei Wochen hatten Wohnungslose mit Unterstützung der Initiative das Haus besetzt. Nach der Zusage von Dassels, dass die Räume Wohnungslosen zur Verfügung gestellt werden, hatten sie es am selben Tag wieder geräumt und seitdem auf den Einzug gewartet.

Sendung: Inforadio, 31.12.2021, 13:00 Uhr

28 Kommentare

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  1. 28.

    Zitat: "Von doofer täte gut daran diese Menschen bei sich in groben Rathaus wohnen zu lassen oder bei sich zuhause !"

    Und Sie täten gut daran, sich im neuen Jahr vlt. mal eines angemessenen Tons im virtuellen Raum zu befleißigen, und von wenig geistreichen Vorschlägen ala "Dann soll der oder die doch Obdachlose oder Geflüchtete etc. bei sich zu Hause unterbringen!" Abstand zu nehmen, Peter2.

  2. 27.

    Sehr schwach her Artikel - es wäre doch interessant wieviel die Behörden dem Eigentümer finanziell dafür kompensieren. Oder andere Zusicherungen gemacht haben. Umsonst macht das keiner- was auch richtig so ist. Von doofer täte gut daran diese Menschen bei sich in groben Rathaus wohnen zu lassen oder bei sich zuhause ! Auch wenn es eben nicht Fair und angebracht ist gehört privat Eigentum geschützt. Wieso erwähnt keiner das Vermieter das Risiko tragen und vll 80 Std die Woche dafür auch arbeiten

  3. 25.

    Dieser Bau mit dem Bunker- & Knastcharme hat in Mitte nichts zu suchen. Bitte bitte ganz schnell abreißen und etwas Passendes dort hinsetzen!

  4. 24.

    Sinnvolle Nutzung für ein leerstehendes Haus, das Beispiel sollte Schule machen!

  5. 23.

    Es ging ursprünglich darum, dass es diesmal keine Migranten sind, was aber zielgerichtet verwischt wurde.

  6. 22.

    Und wenn es nicht nur Deutsche sind, finde zumindest ich es trotzdem eine gute Sache, was hier auf die Beine gestellt wird

  7. 21.

    Mieterfreundlich? Das Gebäude steht leer! Funktionaler Wohnraum??? Gut fürs Klima? ähhh... Vielleicht würde ein Neubau mehr Wohnraum zu besseren energetische Bedingungen schaffen. Der Eigentümer möchte dort doch etwas bauen.... der Bezirk will die "Platte" erhalten und klagt. Also liebe Investoren....meidet diese Stadt!

    Nur mal so ...der Investor will dort 105 Wohnungen bauen zu rd. 7,50 €/m....nachzulesen in einem Artikel beim Mieterverein!

  8. 20.

    Zitat: " . . . und jetzt jammern sie rum, weil mal ENDLICH was für Deutsche gemacht wird."

    Dass dort nur DEUTSCHE Obdachlose Zuflucht gefunden haben, wissen Sie woher? Ihre, ich nenne es mal, simpel strukturierte Denkweise ist gewissermaßen immer wieder ein Quell der Erheiterung, Matthias.

  9. 19.

    Ich bin auch gegen Provitmaximierung wenn es um Wohnraum geht. Wenn jemand für ein Telefon 1000 Euro und mehr hinlegt, ist das völlig in Ordnung. Wenn ich aber mein sauerverdientes Geld in Wohnraum investieren würde, ( hierzu fehlt mir alledings das nötige Kleingeld) möchte ich aber wenigstens eine bescheidene Rendite erhalten. Wenn ich in Wohnraum investiere und lediglich das Risiko trage mein Geld zu verlieren, werde ich nicht in Wohnraum investieren. Für meine etwaigen Verluste kommen dann weder Mieter noch Obdachlose auf. Für linke Ideologen ist das alles ganz einfach: selbst nichts leisten, die anderen machen lassen und dann enteignen.

  10. 18.

    Nun sind sie mal nicht so geizig. Gerade sie haben doch letztens gefordert, dass wir alle aus Belarus aufnehmen müssen und jetzt jammern sie rum, weil mal ENDLICH was für Deutsche gemacht wird.

  11. 16.

    Eine gute Idee im Rahmen der Kältehilfe. Leider ist die Einweisung durch das Amt nur befristet und für den Steuerzahler sehr teuer

  12. 15.

    Eine Einweisung durch das Amt ist befristet und stellt kein Mietverhältnis da

  13. 14.

    Hoffentlich übernimmt das Amt auch die Kisten für schaden ect. Für den Eigentümer ein gutes Geschäft.

  14. 12.

    Für andere Menschen übernimmt der Staat doch auch die Grundsicherung. Warum sollte das ausgerechnet hier anders sein? Gefällt Ihnen irgendetwas nicht daran, dass die neuen Bewohner des Hauses nun ein Dach über dem Kopf haben und den Winter glücklicherweise nicht mehr auf der Straße verbringen müssen?

  15. 11.

    Zahlt der Eigentümer, scheint genug Geld zu haben wenn er das Haus über Jahre hinweg leer stehen lassen kann.

  16. 10.

    Zahlt dann der Herr Dassel auch alle anstehenden Kosten wie Müllabfuhr, Strom oder Wasser? Es könnten ja auch alle Befürworter für die Kosten spenden.

  17. 9.

    Wunderbar, etwas sehr schönes für dieses Jahr. Danke dem Bürgermeister von Dassel.

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