Getötete Familie in Senzig - Tatverdächtiger Vater soll Angst vor Verhaftung geäußert haben

Di 07.12.21 | 18:12 Uhr
Die Polizei hat eine Straße zu einer Einfamilienhaussiedlung in Senzig, einem Ortsteil der Stadt Königs Wusterhausen im Landkreis Dahme-Spreewald, abgesperrt. Die Polizei hat dort fünf Tote in einem Wohnhaus gefunden. Die Polizei geht von einem Tötungsverbrechen aus, sagte ein Sprecher (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Inforadio | 07.12.2021 | S. Mehring | Bild: dpa/Patrick Pleul

Im Fall der tot aufgefundenen fünfköpfigen Familie in Senzig sind Inhalte aus dem Abschiedsbrief bekannt geworden. Laut Staatsanwaltschaft äußerte der tatverdächtige Vater demnach Angst vor einer Verhaftung und der Wegnahme der Kinder.

Im Fall der fünf Toten in Senzig (Dahme-Spreewald) sind Details aus dem Abschiedsbrief des unter Tatverdacht stehenden Vaters der Familie bekannt geworden. Nach Angaben der Justiz schreibt der 40-Jährige darin, dass er Angst vor einer Verhaftung habe. Dazu äußerte er die Befürchtung, dass man ihm und seiner Frau die Kinder wegnehmen könne.

Impfzertifikat für Frau soll gefälscht sein

Der Brief, den Ermittler im Haus der Familie gefunden hatten, liegt der Staatsanwaltschaft Cottbus vor. Der 40-jährige Vater dreier Töchter schreibt den Angaben zufolge, dass er ein Impfzertifikat für seine Frau habe fälschen lassen. Ihr Arbeitgeber habe dies erfahren. Nun hatte das Paar Angst vor der Verhaftung und dem Verlust der Kinder, wie Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Inwieweit die Angaben aus dem Abschiedsbrief richtig sind, ist derzeit noch offen. Der 40-Jährige war nach Kenntnissen von Bantleon polizeilich nicht bekannt gewesen. Ob sich die Familie in Quarantäne befunden habe, wie mehrere Medien berichteten, wollte der Oberstaatsanwalt nicht bestätigen. Die Familie war nach Angaben des Landkreises nicht beim Jugendamt bekannt. Auch der Staatsanwaltschaft ist nach eigenen Angaben nicht bekannt, ob an den Befürchtungen des Vaters, ihm könnten die Kinder weggenommen werden, etwas dran ist.

Den Brief fanden die Ermittler im Haus der Familie. Nach der Entdeckung der fünf Toten am Samstag in einem Einfamilienhaus in Königs Wusterhausen gilt der Familienvater laut Ermittlern als verantwortlich.

Der Mann habe nach der Tat Suizid begangen, ergaben erste Ermittlungen, über die Polizei und Staatsanwaltschaft Cottbus am Montag informiert hatten. Der Abschiedsbrief weise auf den 40-Jährigen.

Tote hatten Schussverletzungen

Der Mann soll seine Frau, ebenfalls 40 Jahre alt, und seine Kinder im Alter von vier, acht und zehn Jahren getötet haben - man fand alle mit Schussverletzungen. Zunächst hatte es geheißen, sie hätten Schuss- und Stichverletzungen aufgewiesen. Das revidierte die Staatsanwaltschaft jetzt.

Eine Schusswaffe fanden die Ermittler ebenfalls im Haus. Ob es sich dabei um die Waffe handelt, mit der geschossen wurde, sei derzeit aber noch offen.

Auch war am Dienstag noch unklar, wann das Verbrechen geschah. Die Tat sei nicht am selben Tag geschehen, sagte Bantleon. Wie lange die Getöteten bereits in dem Haus gelegen hätten, werde erst die Obduktion ergeben. Ergebnisse sollen in einigen Tagen vorliegen.

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Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 www.telefonseelsorge.de

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