Seit Sonntag - Mit dem Fahrplanwechsel gibt es zahlreiche Taktverdichtungen

| Von Georg-Stefan Russew
  30
Symbolbild: Ein Mann geht im Berliner Hauptbahnhof am Fahrplan vorbei (Bild: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

S-Bahn, BVG, Regios: Mit dem Fahrplanwechsel seit Sonntag können sich Fahrgäste in Berlin und Brandenburg über Taktverdichtungen freuen. Auch ein Abschnitt der Scharmützelseebahn wird reaktiviert. Und: Am Zoo halten wieder Fernzüge. Von Georg-Stefan Russew

Seit Sonntagmorgen gilt der neue Fahrplan. Damit wird das Angebot im Regional- und S-Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg weitgehend fortgeführt.

Fernreisende vor allem aus den Bezirken des Berliner Südwestens können sich über eine neue Zu- und Ausstiegsmöglichkeit freuen, die so neu gar nicht ist: Mehrere Fernzüge halten auf ihrem Weg zu den oberen Bahnsteigen des Hauptbahnhofs wieder am Bahnhof Zoo. Morgens und abends sind das vor allem Sprinter-Züge nach beziehungsweise aus Köln/Bonn/Düsseldorf. Vor 15 Jahren hatte die Bahn den Bahnhof Zoo nicht mehr als Fernbahnhof angefahren und ihn nur noch für Nothalte genutzt.

Zudem sind laut Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) und Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) neue Linien und ein Angebotsausbau angekündigt.

Die Länder Berlin und Brandenburg sowie die Landkreise haben etwa zusätzliche Fahrten für den Regional-, Bus-, Tram- und S-Bahnverkehr bestellt. So wird beispielsweise ein Streckenabschnitt der Scharmützelseebahn (RB35) reaktiviert. Zudem wird das Netz der PlusBus-Linien um eine weitere Verbindung in der Uckermark ergänzt.

Darüber hinaus stehen im Fahrplan 2022 wieder größere Baumaßnahmen an, die bereits im Jahresfahrplan berücksichtigt werden.

Hier die Änderungen im Detail:

Berliner S-Bahn

Zunächst bleibt laut S-Bahn Berlin vieles beim Gewohnten. Eine größere Änderung ergibt sich für den Nachtverkehr im Nordosten:

  • Neu seit Sonntag ist, dass die S75 auch im Nachtverkehr zwischen Wartenberg und Warschauer Straße fährt. Damit ist nun auch Hohenschönhausen direkt in den Nachtknoten Ostkreuz eingebunden, der bislang erforderliche Umstieg in Lichtenberg entfällt.
  • Auf der S5 entfällt nachts der Umstieg in Mahlsdorf. Die Züge fahren alle 60 Minuten durchgehend zwischen Warschauer Straße und Strausberg Nord sowie weiterhin alle 30 Minuten zwischen Warschauer Straße und Mahlsdorf. Die Abfahrtszeiten verschieben sich in beiden Richtungen um 15 Minuten. Damit können in Wuhletal die Anschlüsse zum Nachtverkehr der BVG deutlich verbessert werden.
  • Die Fahrzeiten der S3 zwischen Ostbahnhof und Ostkreuz sowie der Linie S7 zwischen Ostkreuz und Ahrensfelde werden angepasst.

Berliner Verkehrsbetriebe

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben am Sonntag drei neue Buslinien eingeführt und eine altbewährte Route aus dem Programm genommen. Insgesamt fahren die Busse und Züge der BVG [bvg.de] künftig jeden Tag rund 2.500 Kilometer mehr. Darunter sind die Linien M43 und 143, die sich die Strecke der ehemals längsten Berliner Buslinie 104 untereinander aufteilen.

    Linie M43: Der neue Metrobus verbindet künftig den U-Bahnhof Berliner Straße mit dem S-Bahnhof Ostkreuz und der Halbinsel Stralau. Die Linie fährt rund um die Uhr, tagsüber im Zehn-Minuten-Takt. Insbesondere Stralau profitiert von einer deutlich verbesserten Anbindung ans Ostkreuz.

    Linie 143: Die zweite neue Linie fährt zwischen Neu-Westend und U-Bahnhof Berliner Straße auf dem bisherigen Weg der Linie 104. Ab dem U-Bahnhof Berliner Straße fährt die Linie tagsüber weiter bis zur Haltestelle Planetarium und bindet somit zusätzlich die Rubensstraße noch besser an.

    Neu im Angebot ist die Linie N43: Diese neue Nachtlinie verkehrt über Masurenallee, Messedamm, Halenseestraße, Kurfürstendamm, Westfälische Straße, Brandenburgische Straße und Berliner Straße und ersetzt auf diesem Abschnitt die bisherige Linie N42. Die Linie ist im 30-Minuten-Takt unterwegs. Ab U-Bahnhof Berliner Straße fährt die Linie als M43 weiter.

Im U-Bahn- und Tram-Bereich meldet die BVG mehr Fahrten.

  • So wird auf der U6 der Takt verdichtet. Seit Sonntag wird die Frequenz von montags bis freitags auf vier bis fünf Minuten verdichtet werden. Dies gilt insbesondere an Schultagen von 7 bis 9.30 Uhr sowie von zirka 15 bis 18:30 Uhr.
  • Auf der ebenfalls stark frequentierten U8 entfallen künftig die Ferienfahrpläne, das bedeutet, dass in den Schulferien der Fahrplan nicht mehr ausgedünnt wird.
  • Tram M1: Diese verkehr samstags von 9 Uhr bis 20 Uhr der Verkehr zwischen Am Kupfergraben und Grabbeallee/Pastor-Niemöller-Platz im 7,5-Minuten-Takt. Auf den Außenästen zur Schillerstraße sowie Rosenthal Nord fahren die Bahnen in dieser Zeit alle 15 Minuten.
  • Tram M4: Samstags fährt diese Linie jetzt von 9 bis 10:30 Uhr alle fünf Minuten. Auf den Außenästen entsprechend alle 10 Minuten. Auch sonntags wird der Takt auf alle sechs bis sieben Minuten verdichtet.

Auch die Busse fahren öfter: Verschiedene Linien werden verdichtet und fahren auch am Wochenende. Dies betrifft die M41, M44, X7, X34, X69, 172, 197, 248, 326, 327 und 396. Dafür fällt der X49 samstags weg.

Regionalverkehr

RB35 Fürstenwalde-Bad Saarow-Pieskow: Alle Fahrten der stündlichen RB35 werden bis zum neuen Endpunkt Bad Saarow-Pieskow verlängert. Eine wesentliche Verbesserung für Fahrgäste der Ortsteile Pieskow und Theresienhof ist die bessere Anbindung an Berlin durch die stündliche Umstiegsmöglichkeit in Fürstenwalde zum schnellen RE1.

RB93 Forst (Lausitz)-Żagań: Ab dem 10. Januar 2022 wird es ein viertes Fahrtenpaar montags bis freitags zwischen Forst, Żary und Żagań mit Ankunft und Abfahrt gegen 9:45 Uhr in Forst geben.

RB26 Küstrin-Kietz-Müncheberg-Berlin: Die RB26 endet weiterhin in Küstrin-Kietz, da der Neubau der Oder- und Warthe-Brücken vor Kostrzyn noch nicht abgeschlossen ist.

Größere Baumaßnahmen im Regional- und S-Bahn-Verkehr

Die wichtigsten Bauschwerpunkte im Regionalverkehr im Überblick.

Berliner S-Bahn: Bauschwerpunkte sind unter anderem die Linien S1 und S8 im Norden, die S46 zwischen Grünau und Königs Wusterhausen sowie auch weiterhin der Berliner Ostbahnhof, der Bereich um Schöneweide und die südliche S2 (Projekt Dresdner Bahn).

Berlin Ostbahnhof (RE1, RE7, RB14): Die Linien RE1, RE7 und RB14 halten wieder mit allen Fahrten am Berliner Ostbahnhof.

Zahlreiche Bauprojekte beispielsweise auf den Regionalexpress-Strecken der RE1, RE4, RE7 und weiterer Regionalbahnen finden sich auf vbb.de.

Beitrag von Georg-Stefan Russew

30 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 30.

    Busse nur da, wo keine Straßenbahn fahren kann, ansonsten Busse durch diese ersetzen. Ist erstens umweltfreundlicher und zweitens können mehr Fahrgäste transportiert werden.

  2. 29.

    Es ist SUPER, dass man am Wochenende als Schichtarbeiter mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zur Frühschicht kommt. Da braucht man eben ein Auto, oder man geht 2 Stunden vor Dienstbeginn los. Und das in der "Weltstadt" Berlin. Kein Nachtbus, abgehangen.

  3. 28.

    Fahren Sie Auto oder Fahrrad wenn Sie der Ticketpreis stört. Fahren Sie mal in München vom Hauptbahnhof zum Airport....dann wissen Sie was Ticketpreise sind.
    :-) Aber eigentlich sehe ich Ihren Beitrag doch mehr als ironischen Gedankengang.

  4. 27.

    Richtig und dann wundern, wenn die Leute lieber das Auto nehmen. Und ganz sicher keine E-Autos, weil es nämlich sogut wie keine Ladestationen gibt, dafür genug Hochhausgebiete.

    Immer weniger und schlechtere Verkehrsverbindungen. So gut wie keine Kontrollen in den Bussen, die in Spandau fahren. Dabei ist das der Bezirk mit den meisten Infektionszahlen, auf die die Politiker so gerne rumreiten.

    Alles im allen wird die Infrastruktur in diesem Bezirk weiterhin immer schlechter statt besser!

  5. 26.

    Mangelhafte Information ist ein Dauerproblem bei der BVG, da gehen nicht einmal die Uhren richtig. Wenn die U2-Züge zum Theodor-Heuss-Platz Richtung Olympiastadion weiter fahren, informiert die App ihre Nutzer nicht. Ausfallende Züge werden nicht markiert. Auf der Webseite setzt die BVG falsche Prioritäten: viel Blabla, wenig zur Sache.

    Staaken wird schon lange benachteiligt, indem seine S-Bahn nicht wieder hergestellt wurde. Dabei sollte eigentlich am Magistratsweg ein S-Bahnhof entstehen.

  6. 24.

    Züge automatisieren, Bahngleise verglasen mit automatischen Türen (um Unfälle zu vermeiden), Straßenbahn und Busse ersetzen durch U-Bahnlinien ersetzen.
    Automatische Züge Streiken nicht, sie haben keine Personalprobleme und es kommt nie auf deren Laune an.

    Fahrpläne müssen durch fahrtintervalle ersetzt werden von allerhöchstens 2 Minuten Länge. Verspätungen gelten ab 60 Sekunden und ab der 120ten Minute gilt der Zug als ausgefallen. Verspätungen sollten mit 50% der Fahrtpreises erstattet werden und Ausfälle mit 100%.

    Das überflüssige Personal kann aus wirtschaftlichen Gründen entlassen werden. Man sollt jedoch pro Station Regelungspersonal haben das beim Einstieg keiner in der Tür hängen bleibt. Das geht auch mit Mindestlohn.
    Dann rechtfertigt sich der momentane Ticketpreis.

  7. 23.

    "Übrigens braucht die Stadt auch keine Straßenbahn!" neeja weil dann abgasgestanksüchtige auf Entzug durchdrehen?

  8. 22.

    Wann kapiert die BVG endlich das wir keine Linien brauchen die durch die ganze Stadt tuckeln. Endlich massiver U-Bahn Ausbau und Busse nur noch für die letzte Meile. Übrigens braucht die Stadt auch keine Straßenbahn!

  9. 21.

    Hey - gibt doch was Positives. Die Weichen sind nicht ein-, die Türen nicht zugefroren. An Haltestellen rutscht man nicht aus. Ob die Heizungen fuktionieren, weiss ich nicht - ist eh immer kuschelig. Ah ... verdammt ... war ja auch nicht Winter. So gesehen hat sogar die Taktverdichtung was Gutes. Man wartet bei Ausfall oder Defekt nicht solange auf die nächste Mitfahrgelegenheit.

  10. 20.

    Taktverdichtungen?
    Ich lach mich schlapp.
    Allein die Ringbahn ist doch zur Lachnummer verkommen.
    Mal ganz von die vielen Erkrankten mal ganz zu schweigen.

  11. 17.

    Es werden wohl auch Abfahrtspositionen am Zoo und Rathaus Spandau verändert. Leider gibt auf der BVG-Seite keine Karten mehr zu diesen Abfahrtspositionen. Man muss also vor Ort suchen, wo welche Abfahrtsposition ist.

    Sorry aber ich finde die neu gestaltete HP der BVG grausig. Es gibt vieles nicht mehr, was einem das Vorabrecherchieren erleichtert hat. Karten von großen Umsteigeplätze fehlen. Haltestellenpläne zum Ausdruck gibt es auch nicht mehr. Man kann ebenfalls nur noch einen Zwischenhalt eingeben.

    Für mich hat sich das Ganze nur noch verschlechtert. Da Staaken auch sehr vernachlässigt wird.

  12. 16.

    Verbessert?? Also S5 die unbedingten eine kürzere Taktung bräuchte gerade abends bis Strausberg Nord ist nicht bei. Jetzt dauert das eher noch viel länger wenn man abends nach Hause will. Frechheit!! Immer erstmal die S5 strafen!!!

  13. 15.

    Ich fände eine Taktverdichtung alle RB auf 20 Minuten im Umland noch besser.
    Was mich außer Takt bringt, ist Ihre Diskriminierung vom Menschen die nicht Ihr Vorstellungsbild entsprechen, andere als MIVler zu bezeichnen ist meiner Meinung nach echte Diskriminierung.

  14. 14.

    Eher hat der Aufgabenträger verpennt, bei der BVG rechtzeitig mehr ÖPNV-Kapzität zu bestellen. Das zeigt dabei auch auf, dass Stadtentwicklung und Verkehr in eine Hand gehören. In den letzten Jahren zeigte aber eine Senatorin auf die andere, weil es nicht voran geht.

  15. 13.

    Ooch, wenn ich das so lese hier, mal wieder alles nur arme Berliner*innen um mich rum. Schade, dass es aber auch rein gar nix Positives gibt.

  16. 12.

    Die Taktverdichtung des RE1 hatte der VBB schon vor Jahren ausgeschrieben. Die kommt mit dem nächsten Verkehrsvertrag zum grossen Fahrplanwechsel 2022.

  17. 11.

    Busspuren werden auch weiterhin sicherlich kaum neu ausgewiesen, da laut Frau Jarasch Verkehrsprojekte Priorität haben, die innerhalb des neuen Fünf-Jahres-Planes realisiert werden können. Für die Busspuren ist die SenUVK zuständig, nicht die BVG. Die ist nur Dienstleister für den Aufgabenträger.

Nächster Artikel